7.

Befreiung von dem umgebenden Druck. An einer Stelle
in der Gemeinde Bottrop hob sich sogar das Gleise im
Juli 1903 infolge einer gewaltigen Pressung vollständig
aus dem umgebenden Erdreich und hing auf Schienenlänge
 frei in der Luft. Da eine Schiene auch noch in
der Mitte durchgebrochen war, konnte sich auf diese
Weise die Pressung, die in der Gleisestrecke vorhanden
war, lösen. Durch die Zerrungen und Pressungen wird
nun auch die Packlage zertrümmert, das (leise liegt
lose und unregelmäßig, und das rollende Material erleidet
 dadurch Schaden; nicht nur die älteren, und wenn
ich so sagen soll, weniger stark gebauten Strecken, sondern
auch die erst seit kurzer Zeit im Betriebe befindlichen
 mit verstärktem Unterbau und bedeutend stabilerem
Schienen- und Verlaschungsmaterial weisen dieselben
Schäden auf. Kurz zusammengefaßt laufen die Untersuchungen
 darauf hinaus, daß bei anderen nicht zum
rheinisch-westfälischen Industriebezirke gehörigen Linien,
die nach gleichen Normen erbaut sind, außer. den durch
den Betrieb verursachten Schäden sich besondere Schäden
nicht zeigen, während dies im Kohlenbezirke im bedeutendstem
 Maße der Fall ist, oder mit anderen Worten
ausgedrückt: Die im Kohlenrevier liegenden Straßen-Jinien
 haben, mit anderen Linien verglichen, geringere
Lebensdauer. Daß der Bergbau die Ursache der Schäden
sein mußte, lag bei der Häufigkeit der vorgekommenen
Schäden an Gebäuden und auch bei dem Beispiel der
Staatseisenbahnen zu nahe, insbesondere da dem Betriebe
 und dem Bau selbst die Schuld nicht beizumessen
war. Da die Art des Verlegens der Gleise eine ganz
andere ist, wie sonst üblich, so konnten auch dem Einfluß
 der Temperatur die Zerrungen und Pressungen
nicht zuzuschreiben sein. Bei der Staatsbahn liegen die
Gleise bis zum Schienenfuße frei, und weil dieselben
dem Einflusse einer wechselnden Witterung ansgesetzt
sind, hält man darauf, eine normale Entfernung von
Schiene zu Schiene nach der Formel t x = 0,001
j am 1) mm bei mittlerer Temperatur einzubauen. . Bei