3

Ein darauf hin von der Gewerkschaft angestrengter
Prozeß hat sich jahrelang hingezogen und findet jetzt
seine Erledigung dadurch, daß der Eisenbahnfiskus etwa
*, Millionen Mark Entschädigung an die Zeche zahlt.
Hier hat also der Fiskus direkt den Schaden zu tragen.
Eine weitere und viel ernstere Bedeutung für unsere
Volkswirtschaft liegt aber in der drohenden Verstaatlichung
 des Bergbaubetriebes im Kohlenreviere. Rund
für 60000 000 Mark Kohlen-Bergwerksanteile hat der
preußische Fiskus im Kohlenreviere an sich gebracht
und noch immer werden, begünstigt durch den fast ohne
Grund vom Zaune gebrochenen Streik, neue Vorstöße
gemacht, die Majorität des Fiskus im Kohlensyndikate
herbeizuführen.
Hauptsächlich dem einmütigen V. orgehen einer großen
Anzahl Aktionäre der Berg werksgesellschaft Hibernia
unter Leitung des General-Direktors dieser Gesellschaft
ist es bis jetzt gelungen, einen dauernden Einfluß der
Staatsbehörde zu unterbinden. So segensreich auch die
Verstaatlichung des Eisenbahn- und Postwesens für die
Allgemeinheit und für den Einzelnen gewirk({ hat, so wird
ein Monopol des Bergbaues für die ganze Industrie und für
die Kommunen doch nur von Schaden sein. Abgesehen
davon, daß das letztere schon durch die entgehende
Besteuerung der großen Unternehmungen und den Wegzug
 der bei denselben gut besoldeten Privatbeamten
enorm in den Steuererträgnissen geschädigt werden,
leidet auch der Betrieb nach Ansicht aller Fachleute und
nach national-ökonomischen Erfahrungen in den meisten
Fällen, wo der Staat selbst die technische Bewirtschaftung
in die Hand nimmt. Woher kommen denn auch unsere
bedeutenden Verbesserungen im Bergwesen, Ventilationen,
Ent- und Bewässerungen,, Verminderung der Explosionsgefahr,
 Einrichtung des elektrischen Betriebes, oder bei
der Eisenbahn alle neuen Verkehrseinrichtungen und
Verbesserungen? Wer hat das geleistet?
Durchweg nicht der Fiskus als Unternehmer, sondern
die Privatunternehmungen, wenn auch die Tatsache nicht