18 Botanik und Chemie des Tabaks: Analysen
sehr breites Blatt von ziemlich dicker, wenig blasiger
Ssubstanz, dessen Nebenrippen rechtwinklig zur hauptrippe stehen.
Länge: Breite — 3: 2. Wird teilweise auch in Ungarn und
Hriechenland angebaut, ist aber im allgemeinen nur wenig
verbreitet. 2. Gestielter Maryland-Tabak. Die an dem
dünnen hohen Stengel weit auseinanderstehenden Blätter sind
breit oval, klein, von dicker, blasenloser Substanz. Die Neben—
rippen stehen rechtwinklig an dem mit Flügeln besetzten Stiel.
Wird in China sowie teilweise in der Türkei angebaut.
3. Nicotiana rustica (Bauern- oder Veilchentabak). Der
harte, glatte Stengel erreicht eine höhe von höchstens 1m und
perzweigt sich gleich am Boden. Die Blüte ist grünlichgelb, mit
verkehrt eiförmiger Blumenröhre, welche sich oben zu einem
faltigen Saume mit abgerundeten Lappen verbreitert. Die ovalen
oder rundlichen Blätter sind langgeftielt, von dicker, blasiger,
glatter Substanz und stehen fast rechtwinklig am Stengel; ihre
Mittelrippe ist sehr dick, mit rechtwintlig stehenden Seitenrippen.
Von den beiden bekannten Spielarten wird der kleinblättrige
Deilchentabak nicht angebaut; der großblättrige Deilchentabak
(O. rustida cordata), mit schwach herzfoͤrmigem Ausschnitt am
Sstielansatz, wird vielfach in Syrien als Sigarettentabak sowie
in Deutschland, in Westpreußen, unter dem Hamen „Rundblatt“
und in der Gegend von Nürnberg als „veilchentabat“ angebaut.
Der letztere ist kenntlich an dem an Veilchen erinnernden Ge—
ruche. Er wird für die Verarbeitung nicht fermentiert, sondern
nur getrocknet und dient zur herstellung von Pfeifeniabak.
B. die chemischen Bestandteile des Tabaks.
Die für die praktische Verwertung wichtigsten Ergebnisse der
chemischen Untersuchung des Tabaks richten sich auf die Unter—
suchung der Verbrennungsprodukte, von welchen namentlich die
zusammensetzung der Asche dem Pflanzer einen gewissen Rück—
schluß auf die Eignung des Ackerbodens und dessen Düngung
gestattet, während die Untersuchung der verbrennlichen Bestand—
teile sowie des Cabakrauchs mehr den Physiologen und hogieniker
interessiert. Da die überwiegende Menge des Tabaks in Form
des Rauchens verbraucht wird und deshalb eine moöglichst große
Glimmfähigkeit haben muß, so sind die hierauf gerichteten