Nikotingehalt verschiedener Tabaksorten 19
Untersuchungen von besonderer Wichtigkeit. Die Analysen er—
gaben je nach der Derschiedenheit der untersuchten Gewächse be—
deutende Schwankungen in der Zusammensetzung folgender Be—
standteile der RKeinafche: Nali, Natron, Kalk, Magnesia, Phos—-phorsfäure,
 Schwefelfäure, Eisenoxyd, Kieselsäure und Chlor.
Der badische Agrikulturchemiker Neßler stellte auf Grund vieler
Dersuche folgende Tabelle zusammen;:

Zahl der Proben

Glimmdauer in Sekunden

Gehalt des Tabaks an
CThlor in Kali in o4

25 und mehr 04
13 24 022
8412 067
127 3.73

4
3,5
28
22

Ueßler schließt daraus, daß die Glimmfähigkeit von starkem
Gehalt an Kali, aber geringerem Gehalt an Chlor abhängig ist,
und diese Behauptung wurde auch von allen andern Seiten
bestätigt. UÜber die praktischen Folgen dieser Feststellung wird
in einem späteren Abschnitte noch berichtet. Von den verbrenn—
lichen Bestandteilen des Tabaks sind als wichtigste zu nennen:
Apfelsäure, harz, Sitronensäure, Oxalsäure und das den Falen
am meisten interessierende Nikotin, eine in chemisch reiner
Sorm farblose, leicht bewegliche Flüssigkeit, welche sich an der
Cuft und im Sonnenlicht bald braun färbt und allmählich zu
harz verdickt. Der Chemiker Dr. Kißling hat den Nikotingehalt
vieler Tabaksorten festgestellt, wobei sich Unterschiede von 4,8
bis 0,6800 der Trockensubstanz des fermentierten Tabak— er⸗
gaben. hierbei zeigte fich, daß bei ein und derselben Sorte der
Nikotingehalt je nach der Beschaffenheit des Gewächses erheblich
verschieden war; so fand Kißling 3. B. bei havanna 1,9- 390
bei Elsässer 0,921,9100, bei Brasil-Tabak 1,142, 78060 Nitfo.
tin. hierbei ist bemerkenswert, daß von den beiden erstgenannten
Sotten die untersuchten Blätter einem einzigen Ballen entnom—
men wurden. Dieselben wurden nur nach ihren äußeren Merk
nalen sortiert und getrennt untersucht, und damit wurde be—
stätigt, daß der Nikotingehalt nicht so sehr von der Sorte al⸗—
von der individuellen Beschaffenheit des Blattes abhängt, inso—