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Der Tabakbau

fern als saftige dicke Blätter viel nikotinreicher sind als dünne,
trockne Blätter. Cbensowenig kann der Nikotingehalt als Maß—
stab für die gute oder geringere Qualität von Tabak gelten,
was schon aus den vorher angeführten Verhältniszahlen der im
Qualitätswerte grundverschiedenen Tabaksorten ersichtlich ist.
III. Der Tabakbau.

Bodenbeschaffenheit und Klima. Die weitaus überwiegende
Menge des Kohtabaks dient dem Rauchgenusse, während eine
nur verhältnismäßig sehr geringe Teilmenge zu Kau- und
schnupftabak verarbeitet wird. Außerdem wird in neuerer
Zeit ein allerdings verschwindend geringer Teil zur herstellung
von Tabakertrakt verwendet, der entweder ungemischt oder in
Verbindung mit chemischen Stoffen als Mittel zur Vertilgung
von pflanzlichen oder tierischen Parasiten (Schädlingen an Weim
reben, Ungeziefer bei Schafen usw.) verbraucht wird. Die Er—
wähnung der verschiedenartigen Verwendungszwecke des Tabaks
ist insofern wichtig, als jeder derselben andere Ansprüche an die
Beschaffenheit des Rohmaterials stellt, welche bei dessen Auf—
zucht in Betracht zu ziehen sind.
Derjenige Tabak, welcher zu Vertilgungsmitteln von Parasiten
verarbeitet wird, soll schweres, möglichst nikotinreiches Blatt
haben, während irgendwelche andere Ansprüche an dessen Quali—
tät nicht gestellt werden. Soll der Tabak zur Herstellung von
au⸗ oder Schnupftabak dienen, so soll das Blatt kräftig und
fett, aber dabei von guter Qualität sein. Im Gegensatze hierzu
verlangt man von Tabak als Rohmaterial für die zum Rauchen
dienenden Fabrikate neben guter Qualität ein leichtes, üppigesBlatt
mit möglichst dünnem Stengel und dünnen Kippen, eine sichere
Glimmfähigkeit sowie gleichmäßig reine Farbe. Die Beschaffenheit
des Acker bodens ist von erheblichem Einflusse auf die Artung
des darauf gepflanzten Tabaks. Wenig durchläffige Oberschichten
von toniger Erde oder sumpfige Böden, weiche ein leichtes Ver—
sickern der Feuchtigkeit verhindern oder gar selbst zu naß sind,
eignen sich deshalb nicht zum Anbau von Tabak, welcher zum
Kauchgenusse bestimmt ist; derartige Böden geben der Pflanze
zu starken Gehalt an Chlor ab, und dieses beeinträchtigt gleicher—