kKlimatische Vorbedingungen
weise die Qualität und die Glimmfähigkeit des Tabaks. Für den
Anbau von Tabak kommen deshalb entsprechend dessen vornehm—
licher Verwendung als Rauchmaterial, nur leichte, aus Sand
und Lehm gemischte Ackerböden in Betracht. Diese sollen mit
einer starken humusdecke versehen sein, damit die Pflanzen in
der kurzen Wachstumsperiode sich schnell und kräftig bewurzeln
können. Das zum Tabakbau am besten geeignete Klimad ist
die heiße, sowie die wärmeren Breiten der gemäßigten Zone;
zwar findet man den Tabakbau auch in höheren Breitengraden,
so z. B. in Dänemark und Skandinavien bis zu 620 nördl. Breite,
aber weder die Menge noch die Qualität des Produktes sind von
irgendwelcher Bedeutung.
Ein wirtschaftlich ersprießlicher Tabakbau ist auch innerhalb
der gemäßigten Zonen nur da möglich, wo die mittlere Jahres—
temperatur nicht unter 16C sinkt. Wenn trotzdem in kälteren
Hegenden teilweise ein beachtenswerter Tabakbau angetroffen
wird, so erklärt sich dies durch die Tatsache, daß häufig in eng
begrenzten örtlichen Gebieten die meteorologischen Verhältnisse
infolge eigenartiger Bodengestaltung, Bewaldung usw. eine starke
Abweichung von der Umgebung zeigen. Betreffs der Vorbedin—
zungen des zum Tabakbau geeigneten Klimas ist weiter zu er—
vähnen, daß genügende Niederschläge, und zwar eine Regen⸗
menge von durchschnittlich zirka 6650 min, zum Tabakbau erforder—
lich sind. Ferner behindern zu heftige CLuftströmungen während
der Wachstumsperiode den Tabakbau, da die verhältnismäßig
schweren und nur von einem dünnen Stengel getragenen Blätter
durch heftige Windstöße abgebrochen oder verletzt werden, wo—
durch das Wachstum und die spätere Verarbeitungsfähigkeit
stark beeinträchtigt werden.
Die Technik des Tabakbaues. Der Tabak wird nicht wie die
meifsten übrigen handelsgewächse, z. B. Getreide, Leinsamen u. a. m.,
sogleich auf das Feld gesät, sondern man zieht aus dem Samen
in besonders angelegten Saatbeeten die Pflänzlinge, welche
später auf das Feld ausgesetzt werden. Die Aufzucht der Pflänz⸗
linge beginnt in Deutschland je nach der Witterung zwischen
Mitte und Ende März. Die Anlage der Saatbeete erfordert
besondere Sorgfalt, da der Samen zu seiner Keimfähigkeit einer
großen Wärme bedarf und das Eindringen von tierischen Schäd—