22 Der Tabakbau

lingen, wie Schnecken usw., streng vermieden werden muß. Man
hat deshalb die frühere übung, Sgatbeete auf Freiland anzu—
legen, meistens aufgegeben. Es werden vielmehr heute Tiefbeete
angelegt, indem man einen aus alten holzschwellen oder ähn⸗
lichem Material erstellten Kasten von 60cm lichter Tiefe in
den Boden eingräbt. Der Standort des Beetes ist gegen Nord—
und Ostwind zu schützen und soll der Sonnenbestrahlung mög—
lichst zugänglich fein. In den so untergebrachten Kasten wird
eine Lage Pferdemist in höhe von 302 35 cm eingestampft, auf
welche in höhe von etwa 20-256 em gesiebte Komposterde auf—
getragen wird. Die Ränder des Saatbeetes werden mit einer
starken Kalkschicht bedeckt, um das Eindringen von tierischen
Schädlingen zu verhindern. Nachdem das so vorgerichtete Beet
324 Tage gestanden hat, kann der Samen in dasselbe einge—
bracht werden; dieser wird zur Förderung des Wachstums häufig
vorher gekeimt, indem man ihn einen Tag lang in lauwarmem
Wafser erweicht und nach Ablaufen des Wassers, mit feiner
Asche gemischt, in einem durchlässigen Beutel an einem warmen
Orte in geschlossenem Raume aufhängt. Die durch Verdunsten
schwindende Feuchtigkeit ist durch Bespritzen mit lauwarmem
Wasser regelmäßig zu ersetzen. Das Ueimen des so behandelten
Samens beginnt in der Regel am fünften Tage und ist an weißen
Pünktchent auf den Samenkörnchen erkennbar. Die Samenkörner
find leicht und klein; je nach der Art wiegen 900015 000 Kör—
ner 18. Für die Bemessung der Slächengröße der Saatbeete
dient-folgende Berechnung. Die Pflanzen werden auf dem Selde
in Abftänden von zirka 40 cm gesetzt; in neuerer Seit läßt man
vielfach zwischen je zwei Reihen einen Abstand von 50-60 cm,
um eine Verletzung der Blätter während der späteren Feldbe—
handlung zu vermeiden. Mithin sind zu 100 qm etwa 5000,
also zu 1ha 50 000 pflanzen nötig. Man pflanzt in der Regel
0,5g Samen auf 1qm Samenbeet. Da nun viele Samenkörner
nicht rechtzeitig aufkeimen, ferner manche Pflänzlinge auf dem
Felde eingehen und deshalb später durch andre erfetzt werden
müssen, so rechnet man vorsichtshalber 208 Samen pro ha,
welche demnach insgesamt Saatbeete von 40 qm Släche erfordern.
Da zur Erzielung guter Pflänzlinge eine äußerft gleichmäßige
Verteilung der Samenkörner auf die ganze Beetfläche erforder—