Der Tabakbau

deriode der Pflanzen von dem UAufbringen auf den Acker bis
zur Ernte 3524 Monate. Da namentlich in Deutschland und
in Gegenden mit ähnlichem Klima die wärmere Jahreszeit zum
Hedeihen der Pflanzen sowie zum Trocknen des Ernteproduktes
die größten Vorteile bietet, so werden die Pflänzlinge möglichst
frühzeitig, bei entsprechend vorgeschrittenen Temperaturverhält—
tissen schon Mitte Mai, ausgepflanzt.
Bodenbearbeitung und Düngung. Da die Tabak—
pflanze ihre Wurzeln nicht stark entwickelt, so muß durch ent—
sprechende Bearbeitung des Bodens bewirkt werden, daß dessen
Hährstoffe leicht von den Wurzeln aufgenommen werden können;
dies geschieht am besten durch gartenmäßige Vorbearbeitung.
Für die deutschen Tabakbaugebiete wird empfohlen, den Acker
nach der im Spätherbste aufzubringenden Düngung tief durch—
zupflügen, damit die organischen Bestandteile sich während des
Winters an der Luft möglichst vollkommen zersetzen. Im Früh—
jahr sollen die leichteren Böden zwei-, die schwereren Böden
mindestens dreimal umgepflügt werden. Alsdann bearbeitet
man den Boden mit der Walze und unmittelbar vor dem UHus—
setzen der Pflanzen leicht mit der Egge. Selbstverständlich ist die
Bodenbearbeitung in andern Anbaugebieten je nach der Boden—
beschaffenheit und dem Klima verschieden und muß auch inner—
halb desselben Gebietes in Einzelheiten gemäß den momentanen
Witterungsverhältnissen zweckdienlich geändert werden. Als
Dünger soll hauptsächlich Stallmist verwendet werden. Jauche
und Latrinenpfuhl ist wegen des starken Chlorgehaltes als Dün—
ger zu vermeiden; diese Materialien fördern zwar die Menge
des Erntegewichts, schädigen aber ungemein die Qualität des
Produktes. Betreffs der Beigabe von künstlichen Düngstoffen
war man lange Seit innerhalb der Fachkreise geteilter Ansicht.
Erst seit etwa 10 Jahren fördern die Arbeiten der wissenschaft—
lichen Versuchsstationen bestimmte Ergebnisse, welche in der
Praxis allgemeine Anerkennung finden. Als Grundlage für diese
Dersuche dient die Feststellung der Art und Menge derjenigen
anorganischen Stoffe, welche der Tabak dem Boden entzieht.
Diese werden u. a. von Liercke!) wie folgt angegeben: Eine Ernte

1)4. von Babo, Tabakbau. 4. Auflage. Verlag Paul Parey, Berlin 1911.