Auswahl der Samenpflanzen 31
„Veilchentabak“ sowie die Grumpen werden auch in der FSolge—
jeit überhaupt nicht fermentiert, sondern kommen in nur getrock—
netem Zustande zur Verarbeitung.
Samenzucht und Sortenwahl. An denjenigen Pflanzen, welche
den Samen zur Aufzucht der Pflänzlinge liefern sollen, werden
keine Blätter gepflückt, bevor sie vollständig reif geworden sind;
um die zweckdienliche Entwicklung der Samenkapseln bzw. der
darin enthaltenen Samenkörner nicht zu beeinträchtigen, muß
man die Pflanze in allen ihren Bestandteilen ausreifen lassen.
Selbstverständlich wählt man für die Gewinnung des Samens
nur solche Pflanzen, welche am besten entwickelt sind. Über die
Gesichtspunkte, welche bei der Auswahl der Samenpflanzen maß—
gebend sind, wird in dem bereits erwähnten Buche von v. Babo
folgendes berichtet: „Unsere Tabakzucht geht von den möglichst
scharf fixierten Forderungen der Tabakfabrikation aus und trifft
an hand dieser die Wahl der Mutter- oder Samenstöcke. Sie
legt vor allem Gewicht darauf, nur ganz gesunde Tabakpflanzen
in möglichst gesunder Umgebung als Samenträger zu bestimmen,
so vor allem im Auge behaltend, daß mit aller Verbesserung der
Leistungsfähigkeit die Erhaltung der Widerstandsfähigkeit gleiche
aAufmerksamkeit des Züchters beansprucht. Weiter wird sie dar—
auf achten, daß Kippen und Blattmasse in gutem Verhältnis
für die Fabrikation stehen, daß die Blattmasse die entsprechende
Beschaffenheit hat, daß die Seitenrippen mehr wagrecht als schräg
aufwärts zur Mittelrippe verlaufen, daß der Abstand zwischen
der 1. und 2. Seitenrippe am Grunde des Blattes und der 7.
und 8. ein möglichst großer ist.“ In letzterer Beziehung fanden
wir bei dahingehenden Untersuchungen an tunlichst in der Ent—
wicklung gleich vorgeschrittenen Stöcken derselben Sorte des
gleichen Bestandes recht nennenswerte Unterschiede; es ergaben
fich Abstände von 17524 cm. Die Unterschiede in der Blatt—
länge schwankten hierbei von 37-553 cm. Es fand sich bei diesen
mehrjährigen Messungen in Ausübung der Tabakzucht, daß größte
Blattlänge und jene Rippenentfernung keineswegs parallel lau—
fen, nicht einmali bei derselben Sorte. Beispielsweise fanden sich
bei 53 resp. 4bß cm Blattlänge Rippenabstände von 23 und 24 cm,
bei 37 cmnm Blattlänge von 21,65 cm. Die TCabakzucht achtet dar—⸗
auf, Mutterpflanzen mit möglichst nahe beieinander stehenden