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fast ausnahmslos mißlangen, so mag dies aus der Verschieden—
artigkeit des Klimas usw. erklärlich sein; indessen wurden ähn—
liche Ergebnisse sogar innerhalb ganz eng begrenzter Gebiete
festgestellt. Hierüber wird folgende interessante Tatsache be—
richtet.) Die Tabakpflanzer der Gemeinde Friedrichsthal (Hardt—
gebiet), deren Ackererzeugnis als das beste Rollendeck des badi—
schen Landes allgemein geschätzt wird, haben seit Jahren in
jedem Frühjahr einen großen Verkauf von Tabaksetzlingen
(Ppflänzlingen) eingerichtet, der ihnen eine reichliche CEinnahme
bringt. Die Tabakpflanzer einer viele Stunden weiten Umgebung
sind die Abnehmer. So gehen u. a. die Setzlinge auch in viele
Gemeinden des Bruhrainer Gebiets. Trotz alledem ist es den
Bruhrainer Pflanzern der Friedrichsthaler Setzlinge noch nie—
mals gelungen, ein Produkt zu erzielen, das dem Friedrichsthaler
in Güte und Verwendungsmöglichkeit irgendwie ähnlich geworden
wäre. Die gleichen Setzlinge ergeben vielmehr im Bruhrain ein
meist recht mäßiges Erzeugnis. Es verdient Beachtung, daß in
den vorerwähnten Fällen nicht einmal nur der Samen, sondern
die zum Aussetzen auf das Feld fertigen Setzlinge verwendet
wurden und daß trotzdem die Pflanzen so grundverschieden
ausfielen. Aus dieser Tatsache ergibt sich die Notwendigkeit,
für die Samenzucht diejenige Sorte zu wählen, welche sich für
das betreffende Anbaugebiet am besten eignet, und einen Wechsel
der Sorten nur mit äußerster Vorsicht auf Grund vorheriger
praktischer Versuche eintreten zu lassen. Zu diesem Ergebnis ist
man auch beim Sumatra-Tabak gekommen, trotzdem daselbst
der Anbau von Beginn an in plantagenmäßigem Großbetriebe
streng methodisch gehandhabt wurde. In seiner ausgezeichneten
Arbeit über den dortigen Tabakbau schreibt Weigand?): „Wird
auf einer Unternehmung ein in allen Hinsichten gutes und wert—
volles Produkt gezüchtet, dann wird es die Sorge des Admini—
strators sein, sich durch Saatgewinnung auch in den folgenden
Jahren desselben Tabaks zu versichern. Geschieht dann die
Uultur unter gleichen Verhältnissen und Umständen, so werden
verschiedene Eigenschaften der Saatpflanzen wieder zum Vor—

Auswahl des Samens

1) Straus, Der Tabakbau im Großherzogtum Baden. Halle a. s. 1909.
2) Weigand, Der Tabakbau in Niederl.-Indien. Jena 1911.
Anus 416: Wolf. Der Tchak. 2. AAufl.