34 Der Tabakbau
schein kommen.“ Dies entspricht dem bekannten Gesetze der
natürlichen Vererbung. Es muß aber berücksichtigt werden, daß
dieses Gesetz unter deänderten Voraussetzungen seine Gültigkeit
verlieren kann. Demzufolge wird die auf einer bestimmten
Bodensorte gezogene Pflanze sich gleichartigen Böden und Anbau⸗
oerhältnissen in ihrer Entwicklung wohl anpassen; dagegen ent⸗
steht bei ihrer Umpflanzung auf andersgeartete Böden oder
n andersgeartete Umgebung die Gefahr, daß sie ihrer guten
tigenschaften verlustig geht.
In Widerspruch damit ist es häufig gebräuchlich, die Saat
zwischen hoch und tief gelegenen Unternehmungen auszuwech⸗
feln, obgleich der gckerboͤden nicht nur bezüglich der höhenlage,
sondern auch bezüglich der chemischen Zusammensetzung und
andrer Eigenschaften, wie 3. B. Absorptionsfähigkeit des Wassers,
verschieden ist. Zieht man seine Saat nicht selbst und beschafft
sie von andern Unternehmungen, so ist darauf zu achten, daß
die zu verwendende Sadat aus annähernd gleichen Verhältnissen
kommt; man kann sonst leicht eine Enttäuschung erleben, wenn
die Bodenbeschaffenheit und die klimatischen berhältnisse des
ehemaligen und zukünftigen Standplatzes verschieden vonein⸗
ander sind.
Pielfach verwenden die Unternehmungen nicht ihre eigne Saat;
sie wechseln mit anderen, und zwar aus Furcht vor Degenera—
lion, teilweise, weil sie ihr Produkt verbessern wollen. Der
borsichtige Pflanzer wird jedoch niemals die Produktion seiner
ganzen Unternehmung auf einmal von dem Glücken einer neuen
Zaat abhängig machen, sondern zuerst nur einen Teil mit der
deuen Saat bepflanzen und nur bei guten Erfahrungen zum
oollständigen Wechsel übergehen.
Aber selbst wenn die im vorstehenden geschilderten Umstände
volle Berücksichtigung finden, begegnet die Gewinnung und Er—⸗
haltung einer für gut befundenen Zamenart manchen Schwierig—
keiten, insofern ungünstige witterungsverhältnisse während der
Wachstumsperiode die Entwicklung der Pflanzen beeinträchtigen
und dadurch die Gewinnung schönen Saatgutes erschweren. In
diesem Salle kommt nun der Umstand zur hilfe, daß der Samen
sehr lange, vielfach zehn Jahre keimfähig bleibt, so daß auf
die in guüten Erntejahren gewonnenen Bestände zurückgegriffen