36 Der Tabakbau
März bis August: Bearbeitung und Entsauern des Bodens;
August bis Dezember: Tabak; damit ist ein Kreislauf ge—
schlossen. Nicht alle Unternehmungen sind so reich mit Wasser
bersehen. Während des trocknen Ostmonsums ist es ihnen dann
unmöglich, das Terrain mit Wasser zu versorgen; sie sind also
gezwungen, Reis auf trocknem Boden zu bauen oder andre trockne
ewächfe, wie Mais, Bohnen usw., zu pflanzen. Die Reihen—
folge der Uulturen ist dann: Januar bis Mai: trockner Reis
oder andres; Juni bis Oktober: trockner Reis oder andres; No—
vember bis März: nasser Keis; März bis Dezember: Tabak.“
Methode des Tabakbaues in Niederländisch⸗Indien. Da der
Anbau von Tabak in fast allen Produktionsländern nach den
bisher beschriebenen allgemeinen Grundsätzen geübt wird (eine
Ausnahme ist nur beim Anbau des zur Zigarettenfabrikation
verwendeten türkischen Tabaks zu verzeichnen, welcher in der
Folge noch dargestellt werden soll), so erübrigt es sich, an dieser
Zteue die kleinen Unterschiede zu besprechen, welche in den
übrigen Ländern im Tabakbau vorkommen. Indessen dürfte die
eingehende Darstellung des Tabakbaues in Niederländisch-Indien
größerem Interesse begegnen, da die dort gewonnenen Produkte,
Java- und noch mehr Sumatra-Cabak, infolge der aufs höchste
verfeinerten Methoden des Anbaues eine unbestrittene Monopol⸗
stellung auf dem Weltmarkte errungen haben. Die auf Sumatra
bestehenden Tabakpflanzungen umfassen in der Regel 4000 bis
5000 Felder in der Größe von je J houw (1 bouw- 7096 qm),
welche planmäßig in Perioden von 2-53 Jahren bebaut werden.
Nach Ablauf der Bauperiode läßt man die Felder 7-58 Jahre
unberührt, und es bildet sich dann auf denselben unter dem CEin⸗
flusse des tropischen Klimas sehr bald eine starke Buschvegetation,
welche nach Ablauf der Ruhezeit abgebrannt wird. So ergibt
jedes Feld innerhalb zehn Jahren zwei, höchstens drei Tabak—
ernten. Jede Pflanzung wird von einem Administrator ver—
waltet, welchem je nach deren Umfang 426 Assistenten unter⸗
stellt sind. Als Urbeiter dienen fast ausschließlich chinesische
Kulis; zu den gröberen Arbeiten, wie z. B. Ausroden der Felder,
werden auch javanische Kulis verwendet. Je 30— 40 Rulis bilden
unter dem Befehl eines chinesischen (Tandil) bzw. javanischen
(Mandoer) Aufsehers eine Rotte (Congsie). Gegen Mitte De—