Seldarbeiten und Fruchtfolge 37
zember werden die Saatbeete, meist in der Größe von 32012 Fuß,
angelegt; zur Bepflanzung der normalen Fläche von jährlich
etwa 400 FSeldern sind 36 Saatbeete erforderlich. Da die Be—
pflanzung dieser Zahl von Feldern teils wegen der beschränkten
Arbeiterzahl, vornehmlich aber wegen ihrer meist verschiedenen
örtlichen (höhen- usw.) CLage etwa 50—-60 Urbeitstage be—
ansprucht, und anderseits die Pflänzlinge in den wärmeren tiefen
Cagen nach etwa 45 Tagen, in den namentlich während der Nacht
kälteren höher gelegenen Pflanzungen etwa 55 Tage, auf den
Saatbeten heranwachsen müssen, niemals aber länger als 60 Tage
nach der Aussaat darin verbleiben sollen, so werden die Saat—
beete, je nach Bedarf in Zwischenräumen von 445 Tagen be—
pflanzt. Die Pflänzlinge (bibits) sind in dem dortigen Klima
viel mehr als in gemäßigten Zonen durch pflanzliche und tierische
Parasiten gefährdet; man verwendet deshalb zum Begießen
der Saatbeete nicht allein absolut keimfreies, je nach Bedarf durch
Kupfervitriol desinfiziertes Wasser, sondern besprengt dieselben
auch während des Wachstums mittels eines Zerstäubers mit
Bordelaiser Brühe, der bekannten Mischung von Kalkmilch und
Kupfervitriol, welche zu gleichem Zwecke auch im deutschen Wein—
bau gebraucht wird. Außerdem wird zur Vertilgung von Würmern
und der Eier von Nachtschmetterlingen mit einer Lösung von
Schweinfurter Grün (1: 1000 Teilen Wasser) gespritzt.
Von der ersten hälfte des Monats Februar ab bis Anfang
April, je nach der höhenlage der Pflanzungen, werden die Bibits
auf die Felder ausgepflanzt. Die Pflanzreihen werden durch
Stöcke in Abständen von drei Suß markiert; in diesen Reihen
schlägt der Tandil in Abständen vön 112 Fuß so viele Löcher ein,
als während der nächsten Arbeitsstunden besetzt werden, und zwar
in einer Tiefe von 526 Soll, um jede Beschädigung oder Ver—
krümmung der Wurzeln zu verhindern. Die Bepflanzung erfolgt
am Spätnachmittag. Während der Wachstumsperiode wird das
Seld in der früher beschriebenen Weise bearbeitet; nur wird viele
Arbeit dadurch verursacht, daß die Felder regelmäßig nach den
massenhaft auftretenden Würmern abgesucht werden müssen,
welche die jungen Blätten anfressen und fomit beschädigen. Etwa
5—6 Wochen nach dem Auspflanzen treibt die Pflanze Blüten—
knospen; diese werden im Gegensatze zu der in Deutschland und