Erntearbeiten. Krankheiten der Pflanzen 39
standteilen im Blatt abhängig sei von der Lichtmenge, der Tem—
peratur und dem Wasserquantum im Blatt, so daß es sehr wohl
möglich sei, daß den genannten Faktoren auch der Gehalt an
jenen Bestandteilen unterworfen sei, welche im Produkt — dem
getrockneten und fermentierten Tabak — die Farbe und vielleicht
noch andre nennenswerte Eigenschaften bestimmen, daß man
demnnach wohl deutliche Unterschiede zwischen morgens, mittags
oder abends gepflücktem Tabak erwarten könne. In dieser Kich—
tung angestellte Versuche haben denn auch ergeben, daß am
Morgen oder Abend gepflückte Blätter wohl dunkler, aber fahler
antrocknen, während die mittags gepflückten Blätter vornehmlich
lichten, roten und bunten Tabak liefern. Da ,Fahl' die am besten
bezahlte Farbe ist, richtet sich das Streben der Pflanzer danach,
durch Pflücken am Morgen die Farbenentwicklung zu beeinflussen.
Anfänglich war man besorgt, nassen Tabak in die Scheune zu
bringen, da man fürchtete, die Blätter möchten Flecken bekommen,
unstark und schimmlig werden; doch hat die Praxis gelehrt, daß,
wenn die Blätter rasch aufgehängt werden und wenn für gute
Cuftzirkulation gesorqt wird, die befürchteten Nachteile nicht ein—
treten.“
Tierische und pflanzliche Schädlinge und Krankheiten an
Tabakpflanzen. Von den dieren, welche als Feinde der Tabak—
pflanzen in Betracht kommen, sind in erster Linie zu erwähnen
der Maulwurf und der Regenwurm, welche durch Unterwühlen
des Ackerbodens die Wurzeln der Pflanzen bloßlegen und damit
diese zum Absterben bringen. Andre Tiere, wie Nacktschnecken,
Werre, heuschrecke und die Raupen der Nachtschmetterlinge,
fressen Löcher in die jungen Tabäkblätter. Außer diesen kommen
namentlich in den Tropenländern noch viele andre Tierarten
vor, welche die Tabakpflanzen beschädigen; selbst die vielfältige
weitere Behandlung des Tabaks wird von einigen Arten ohne
Gefahr ertragen. So finden sich in manchen Fällen noch lebendige
Würmchen in den Tabakballen vor, wenn diese zur Verarbeitung
in die Tabakfabrik gelangen.
Die Erforschung der durch Mikroorganismen und andre Ein—
flüsse verursachten mannigfachen Krankheiten der Tabakpflanzen
wurde mit besonderem ECifer in den holländischen Kolonien Java
und Sumatra betrieben, da der daselbst gezogene hochbezahlte