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Decktabak durch diese Krankheiten am stärksten entwertet wird.
Im Jahre 1892 wurde in Sumatra eine epidemisch auftretende
„Bibitkrankheit“ beobachtet, gegen welche sich alle auf
Grund praktischer Erfahrung der Pflanzer angewendeten Mittel
machtlos zeigten. Die Blättchen der Bibits wurden über Nacht
schmutziggrau, erschlafften bald und zerfielen in eine dunkelgrüne
schleimige Masse. Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben als
Krankheitserreger einen mikroskopischen Pilz aus der Familie
des Kartoffelpilzes (Phytophthera).
Die Infektion geschieht durch schwärmende Sporen, die Weiter—
verbreitung der Krankheit erfolgt meist durch unmittelbare über—
tragung von Personen, die mit den kranken Pflanzen in Be—
rührung kommen, oder mittels infizierter Werkzeuge.
Ahnliche Folgeerscheinungen hat die durch einen Bazillus er—
regte Schleimkrankheit. Diese beiden Krankheiten zerstören
die ganze Pflanze. Von Krankheiten, welche nur die Blätter be—
fallen, ist zu nennen die Mosaikkrankheit. Die damit be—
hafteten Blätter zeigen anfänglich an den Seitenadern dunkel—
grüne Stellen, welche sich allmählich ausdehnen und dem Blatte
ein mosaikartiges Aussehen geben, welches nach der Fermentation
noch stärker sichtbar ist; die kranken Blätter bleiben schmal und
runzlig. Speziell bei Java-Cabak tritt der die Oberseite der
älteren Blätter mit einer grauen Schicht bedeckende Feld—
schimmel auf, welcher durch einen zur Familie der Erysipheen!)
gehörenden Pilz erzeugt wird. Ebenfalls auf einen Pilz (CCercosPora
 nicotiana!) zurückzuführen sind die bekannten kleinen,
gelben Fleckchen auf Tabakblättern, Spickel genannt. Diese trifft
man in der Größe von 2512mm Durchmesser. ähnliche, aber
größere Flecken hinterläßt die Rostkrankheit (auf den Ein—
fluß von Bakterien zurückzuführen); die kranken Stellen find
spröde und leicht zerbrechlich. Alle diese Krankheiten beeinträch—
tigen nicht so sehr die Güte des Tabaks, wohl aber dessen Be—
arbeitungsfähigkeit und Aussehen, und bedeuten daher eine er—
hebliche Wertverminderung.
Die Fermentation des Tabaks. Die bereits früher be—
schriebene Trocknung des Tabaks wird beendet, wenn die Blätter

1) Val. Reukauf, Die Pflanzenwelt des Mikroskops (Anuc Bd. 1819.