Vergärungsarbeiten 41

klebrig und noch geschmeidig sind. In diesem Zustande wird der
Tabak zur Fermentation (Gärung) gebracht. In Deutschland, wo
die Sermentationsarbeiten auf dem Lager des Tabakhändlers
bzw. -käufers verrichtet werden, werden zu diesem Behufe die
Tabakbüschel gleichmäßig und eng beieinander zu haufen von
etwa B14m nach jeder Kichtung geschichtet, und zwar so, daß
die unteren dicken Enden der Blattrippen an der Außenseite
liegen. In diesen „Stöcke“ genannten haufen von etwa 5000 kg
Gewicht erhitzt sich der Tabak allmählich, und die bis dahin
grünlichgelbe Farbe der Blätter wird dunkler. Um eine zu starke
Erhitzung zu verhüten, welche die Tabakblätter morsch machen
würde, werden die haufen nach Verlauf von 6512 Tagen „um—
geschlagen“, d. h. auseinandergenommen und in umgekehrter
Reihenfolge wieder neu geschichtet, wobei die bis dahin an der
Außenseite liegenden Büschel in die Innenlagen gelegt werden.
Den genauen Seitpunkt für das Umschlagen bestimmt der Lager—
aufsehes nach dem Grad der Wärme, welche in den Haufen durch
das Sermentieren entsteht. Als Thermometer dient ihm hierbei
seine hand, welche er in den Haufen hineinsteckt. Der um—
geschlagene haufen erhitzt sich nun aufs neue, und die gleiche
Arbeit wird in gleichem Zeitabstande noch einmal wiederholt,
wobei die Farbe der Blätter immer mehr nachdunkelt. Ist der
Tabak „Schneidegut“, d. h. als Rohmaterial für Pfeifentabak vor—
gesehen, so wird er in kleinen haufen von nur 1im höhe und
etwa 2500 k8 Gewicht geschichtet, um durch die damit verbundene
weniger intensive Wärmeentwicklung eine möglichst helle Blatt—
färbung zu erhalten. Nach dem dritten Umschlagen wird der
Tabak zur Abkühlung in lange, aber nur etwa 80 cm hohe
haufen („Bänke“) in der Breite von zwei Büscheln behufs Ab—
kühlung geschichtet; hier verbleibt er bis zur zweiten, im Mai
beginnenden Sermentation, welche genau wie die erste Fermen—
tation erfolgt. Nach deren Beendigung wird er wieder auf Bänke
gesetzt, woselbst er abtrocknet. Der bei der Gesamtfermentation
entsftehende Gewichtsverlust beträgt je nach dem Wassergehalt
des Gewächses 20—3000. In den meisten andern tabakbauenden
Ländern erfolgt die Fermentation in gleicher Weise. Während
bzw. nach den Fermentationsarbeiten wird der Tabak nach Blatt—
größe und andern, die Bewertung bestimmenden Merkmalen fortiert.