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Der Tabakbau

Als musterhaft ist wiederum das Verfahren auf Sumatra zu
bezeichnen. In den zum Trocknen dienenden Scheunen, welche in
baulicher Einrichtung den früher beschriebenen Scheunen ähnlich
sind, wird jedem Kuli eine Abteilung angewiesen, in welcher er
seine Tabakblätter zum Trocknen aufhängt. Nach etwa 20 Tagen
ist der Tabak „handtrocken“, d. h. die Blätter sind weich und
elastisch. In diesem Zustande werden je 40-50 Blätter locker zu
Rohbündeln zusammengebunden und in die Fermentierscheunen
gebracht, woselbst sie in der üblichen Weise, durch die Art des
Erntens bereits nach Sorten getrennt, in Hhaufen gestapelt
werden. In die Mitte des Stapels wird eine Bambusröhre zur
Aufnahme eines Thermometers gelegt; die bis zu 600 C steigen—
den Temperaturen werden täglich auf einem am Stapel hängen—
den Täfelchen notiert. Ist die je nach der Beschaffenheit des
Tabaks verschiedene zweckdienliche Temperatur erreicht, so werden
nach Bedarf je 2 kleinere Stapel (A-Stapel) zu einem größeren
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mal, bis schließlich die Gesamternte in wenigen großen Stapeln
von 2000-3000 k8 vereinigt ist. Während des ganzen Ver—
laufes der Fermentation wird die Temperatur sorgfältig beob—
achtet. Steigt diese innerhalb einer Periode nicht mehr, so wird
der Stapel sofort umgesetzt, da eine langsame Abkühlung vor
beendeter Fermentation sich als sehr nachteilig erwiesen hat.
Aus der bereits erwähnten Art des Ernteverfahrens ergibt
sich, daß in den Kohbündeln schon die Blätter nach Klasse gleich—
mäßig sortiert sind. Am Schlusse der Fermentation werden nun
die RKohbündel geöffnet und die einzelnen Blätter nach der Farbe
und ähnlichen Merkmalen in 15—20 Klassen sortiert; außer—
dem werden die beschädigten „Stückblätter“ in vier Klassen aus—
geschieden. Jedem Sortierkuli sind zwei Bündlerkulis beigegeben,
welche je 3040 Blätter einer Klasse ausstrecken und mittels
schmaler Bastbinden etwa Zoll oberhalb der Stielenden zu „Fein⸗—
bündeln“ zusammenbinden. Die Feinbündel jeder Klasse werden
nun wieder in nicht zu große haufen gestapelt, worin sie noch—
mals leicht nachfermentieren. Die wiederum sorgfältig beob—
achtete Temperatur in den Stapeln steigt nach kurzer Seit nicht
mehr oder nur sehr wenig. Alsdann werden die Bündel nach
der Blattlänge gemessen, und in nier Klassen geteilt: 1. Länge