Tabakbau in Java 47
Decktabak vollständig verdrängte, hauptsächlich infolge der auf
Java geübten größeren Sorgfalt und der reellen, für jeden Ver—
arbeitungszweck gesonderte Klassen unterscheidenden Sortierungs—
methode. Der Java-Tabak dient vorwiegend als Zigarren—
material, das Gewächs der Vorernte, Scrubs genannt, auch für
Pfeifentabak. Man unterscheidet die nach den Pflanzungsdistrikten
benannten Unterklassen Semarang, Preanger, Malang, Rembang,
Kedirie, Loemadjang, Kedoe, Banjoemas, Bezoeki und Vorsten—
landen. Die geringen Klassen von Tabak werden vielfach von
kleineren Privatunternehmern, unter denen sich auch viele ein—
gewanderte Chinesen befinden, angebaut und diesen von Expor—
teuren abgekauft, während die besseren Klassen und namentlich
Deckblatt plantagenmäßig von größeren Gesellschaften angebaut
werden. In der Sortierung werden folgende Klafsen unterschieden:
Aerste, B zweite, C drittle Qualität; D dickes, grobes,
E übermäßig leichtes, substanzloses Blatt; M teilweise zu
stark fermentierter und dadurch weniger ergiebiger Tabak,
2 S saftarmes Blatt von geringerem Qualitätsgehallte. Die zer⸗
rissenen oder durch Schneckenfraß beschädigten Blätter (Stückblatt)
der Uassen A und B werden mit K, der übrigen Klassen mit õ
bezeichnet. Bei Deckblatt werden die hellgelb gefleckten (gespickelten)
 Blätter mit S, die fahlfarbigen Blätter mit Vbezeichnet.
Außerdem wird der Tabak nach der Blattgröße in vier mit den
Zahlen 124 bezeichnete Klassen sortiert, wobei die größte Sorte
mit !bezeichnet wird. Die Verbindung von zwei Sortierzeichen
bedeutet eine Mischung der Eigenschaften, die häufung des gleichen
Zeichens die stärkere Ausprägung der betreffenden Klafsenari.
sls Unternehmer — die Länder werden nur in Pacht gegeben —
werden in Java und Sumatra nur Personen bzw. Gefellschaften
zugelassen, welche in Holland oder einer holländischen Kolonie
als Bürger ansässig sind oder daselbst eine Handelsniederlassung
haben. Die Anfuhr von Java-Tabakam holländischen Markte
begann im Jahre 1845 mit 16989 Ballen. Der höchste Durch—
schnittspreis wurde für die Ernte von 1874 mit 7854 Cents holl.
per 12kg erzielt, und zwar betrug die Anfuhr 178888 Ballen
mit einem Gesamterlös von rund 23 Millionen Gulden. Von
diesem Jahre ab trat der Java-Tabak als Zigarrendecklatt
immer mehr gegen Sumatra-Tabak zurück. Die letzten zehn