50 Rohtabakproduktion der Welt
Ernten ergaben im Durchschnitt jährlich 13625 Ballen im Ver—
kaufswerte von 2166000 Gulden. Die Produkte dieser drei
Inseln werden in Ballen von zirka 80 kg in s„chilfmatten ge—
packt, welche mit dem Namen der Pflanzung und der Sortierklasse
des Inhaltes genau signiert werden.
Die Philippinen erzeugen den unter dem Namen Manila
am Weltmarkte bekannten Cabak. Derselbe kommt in Ballen
von zirka 120 kg zur Ausfuhr; er wird in vier Klassen — Prima
bis Quarta — nur nach der Blattgröße sortiert. Persien er—
zeugt in den Provinzen Isfahan, Täbris, Schiras u. a. nur für
den Eigenbedarf dienenden, nur in Wasserpfeifen (Nargileh) ge—
rauchten Tabak, während in der Gegend des Urmiasees ein dem
türkischen Sigarettentabak ähnliches Gewächs angebaut wird.
Wichtiger, und zwar als Produzenten von Sigarettentabak, sind
Syrien und die asiatische Türkei, über deren Erzeugnisse
weiter in Verbindung mit den ähnlichen Produkten des süd—
östlichen Curopas berichtet wird.
Amerika bildet das älteste, größte und wichtigste Tabakbau—
gebiet der Erde. Allein die Vereinigten Staaten von
Nordamerika produzieren gewaltige Mengen Tabak, welche
allerdings großen jährlichen Schwankungen unterworfen sind. So
3. B. brachte das Jahr 1908 rund 326000, das Jahr 1970 rund
447 500 Tonnen. Den größten Ertrag, etwa ein Drittel der
Gesamtmenge, bringt unter den etwa 22 tabakbauenden Staaten
Kentucky. Der daselbst angebaute Tabak dient zum größten
Teile als Rohmaterial für Kautabak und Rauchtabak, zum klei—
neren Teile für Spezialfabrikate von Zigarren. Das Gewächs,
durchgängig ein großes, üppiges Blatt, welches bis zu 90 cm
Länge erreicht, wird in etwa 30 Klassen sortiert, wobei der Fett—
gehalt, die Farbe und die Blattgröße sowie selbstverständlich
die Qualität bzw. der Verwendungszweck maßgebend sind.
Ähnlichen Zwecken sowie außerdem zur Fabrikation von feinen
Sorten Schnupftabat dient der auch äußerlich ähnliche Vir—
ginia-Tabak, in dem gleichnamigen Staate angebaut, welcher
nach den gleichen Gesichtspunkten in etwa 40 Klassen sortiert
wird. Die Farbe dieser beiden Gewächse geht von hellgelb bis
zum tiefen Schwarz, die Qualität ist dementsprechend unter—
einander grundverschieden.