36 Rohtabakproduktion der Welt
Der in den nördlichen Gebieten erzeugte Tabak ist großblättrig,
aber von schlechter und scharfer Qualität und dient fast aus—
schließlich dem Eigengebrauch des Landes. Bessere Erfolge hat
der Tabakbau in den südöstlichen Gegenden am Schwarzen Meere,
wo ein dem türkischen Tabak ähnliches kleinblättriges Gewächs
produziert wird. Die Türkei hat als Tabakerzeuger in den
letzten drei Jahrzehnten mit dem steigenden Verbrauche von
zigaretten an Bedeutung ganz erheblich zugenommen, da sie hier—
für die edelsten Gewächse liefert. Die Blätter sind im Gegensatze
zu Zigarren- und Pfeifentabak ziemlich dick und klebrig; ihre
Farbe geht vom Gelb bis zum Rötlichbraun. Die Blätter der
feinsten Sorten zeigen eine eigelbe Farbe und sind sehr klein;
ihre Größe schwankt zwischen 10 und 20 cm. Der türkische Tabak
wird in den europäischen Gebieten von Saloniki, Mazedonien,
Albanien und Adrianopel mit den Hhauptsorten Nenidze, Drama,
Kavalla, Seres und Xanthi angebaut. Die feinsten Sortierungen von
Kavalla, Dubek oder Ghiobek genannt, werden bis zu 70 Mark
pro Oka — 25 kg bezahlt. In der asiatischen Türkei sind die
Dilajets Smyrna und Trapezunt die hauptproduzenten. Der aus
dem letzteren stammende Tabak, meist unter dem Namen Samsun
in handel, wird wegen seiner zwar feinen, aber etwas schweren
Qualität heute weniger geschätzt als der Smyrna-Tabak. Ein der
gleichen Berwendung dienenden Gewächs wird in Syrien im
Dilajet Beirut und in der Gegend des Libanon angebaut, von
welchem vorwiegend der nach dem gleichnamigen Orte Latakieh
im handel bekannte Tabak ausgeführt wird.)
Von türkischem Tabak werden nach äußeren Merkmalen zwei
Arten unterschieden: . Bas ma (zusammengedrückt). Die Pflanze
wird 50— 80 cm hoch; die Blätter sind sehr feinrippig und wer—
den 15—520 cm lang. 2. Baschibagli (am Kopf zusammen
gebunden). höhe der Pflanze 70-120 cm; Blatt größer, aber
grob, gestielt und mit dicken Rippen. Qualität schwerer und
weniger aromatisch als Basma. Hus beiden Arten sind durch
natürliche Kreuzung viele Spielarten entstanden. Beim türkischen
Tabak haben die obersten Blätter der Pflanzen die beste Qualität.

) vgl. Mitteilungen aus dem Reichsamte des Innern. Carl heymanns
Verlag, Breslau 1912.