62 Rohtabakproduktion der Welt
GBruppe von deutschen Tabakindustriellen im Gebiete von Deutsch—
südwestafrika unternommen. Die Qualität des daselbst gezoge—
nen Gewächses war aber in ihrer Eignung für Sigarrendeckblatt
so gering, daß die Versuche nicht fortgesetzt wurden. Im Jahre
1907 wurden von derselben Gruppe auf Veranlassung des da—
maligen Gouverneurs von Kamerun, dem einer am badischen
Tabakbau beteiligten Familie entstammenden Dr. Seitz, neue Ver—
suche in Kamerun angestellt, welche Erfolg versprachen. Eine
weitere Ausdehnung erhielten diese Versuche erst im herbst des
Jahres 1909 durch Gründung der Tabakbaugesellschaft Kamerun
G. m. b. h. Im selbigen Jahre baute der in Kamerun ansässige
Pflanzer Rathke Cabak an; das von ihm im Jahre 1010 in
Bremen an den Markt gebrachte Produkt, 57 Ballen, wurde von
den Fachleuten sehr gut beurteilt und erzielte einen hohen Preis;
der Tabak hatte ühnlichkeit mit den feinsten Gewächsen von
Borneo. Die Unternehmung des herrn Rathke wurde in die
Tabakbaugesellschaft Bakossi m. b. h. mit einem Stammkapital
bon 270 000 Mark umgewandelt. Die Tabakbaugesellschaft Ua—
merun sandte im herbst des Jahres 1910 einen bis dahin auf
Ssumatra beschäftigten Tabakpflanzer nach Kamerun, welcher
bereits zu Beginn des Jahres 1913 eine Partie von 102 Ballen
Tabak an den Bremer Markt bringen konnte, die in ihrer Qua—
lität mit mittelmäßigem, in Brennfähigkeit und sorgfältiger
Behandlung und Sortierung mit feinstem Sumatra-Decktabak
in Wettbewerb treten konnte. Nachdem inzwischen auch die
wichtigste Frage, nämlich die Beschaffung genügender Arbeits—
kräfte, eine befriedigende Lösung gefunden hatte, wurde die
Gesellschaft im Mai des Jahres 1913 in eine Attiengesellschaft
mit einem Grundkapital von 2,6 Millionen Mark umgewandelt;
dieselbe hat sich rund 9300 ha Ackerland gesichert, welches nach
den vorgenommenen Analysen von vorzüglicher Qualität als
Tabakboden ist, und wird nunmehr der Tabakbau auf breitester
und finanziell gesicherter Grundlage ausgedehnt. Neben diesen
beiden Gesellschaften besteht noch die Hamburg-Aamerun-Cabak—
baugesellschaft m. b. h., deren anfängliches Stammkapital von
250 000 Martk im Jahre 1913 auf 400 000 Mark erhöht wurde;
dieselbe hat aber bisher noch keinen CTabak nach Europa gebracht,
sondern war noch mit vorbereitenden Arbeiten beschäftigt. Die