66

weisen Verkaufe in Konsignation überwiesen. Im letzteren Falle
erhält der Importeur für den Verkauf einschließlich Delkredere
eine Kommission von 300. häufig zahlt der Importeur den
Versendern von Konsignationsware einen Vorschuß. Der Im—
porteur (erste hand) verkauft nur geschlossene, d. h. alle Sortier—
klassen enthaltende Partien, und zwar nur an hanseatische Tabak—
händler (zweite Hand). Nur an Monopolverwaltungen verkauft
der Importeur auch direkt und nötigenfalls unter Ausschließung
der für deren Bedarf ungeeigneten Sortierklassen. Das Geschäft
zwischen Importeur und händler wird durch Makler vermittelt;
die den letzteren hierfür zustehende Courtage ist für jede Art
von Geschäften einheitlich festgesetzt und beträgt zwischen J und
2000. Die händler bieten den Tabak durch Reisende oder Agenten
an, welche die Fabrikanten des In- und Auslandes besuchen und
ihnen Proben der angebotenen Ware vorlegen. Der Verkauf
seitens der Importeure an die händler erfolgt freihändig, im
Gegenfatze zu dem noch zu beschreibenden System des hollän—
dischen Marktes, wobei einige Ballen aus jeder Partie dem
Kaufreflektanten zur Besichtigung vorgeführt werden; in man—
chen Fällen verkauft der Importeur dem händler auch die Ware
„schwimmend“, d. h. vor der Ankunft im Einfuhrhafen, also ohne
vorherige Besichtigung und ohne jede Garantie für den Ausfall
der Partie, was für den Käufer bei einem qualitativ so sehr
differenzierten Produkt immerhin ein sehr riskantes Geschäft ist—
Die Verkaufsbedingungen am Markt sind: Zahlung durch Bank—
akzept mit 6 Monaten Siel, diejenigen für Verkäufe der händler
an die Fabrikanten: 6 Monate offenes Siel, bei Vorauszahlung
1/200 Skontoabzug pro Monat. In holland ist der Markt von
Amsterdam gegenüber demjenigen von Rotterdam von über—
ragender Bedeutung, wie aus folgenden ZSahlen ersichtlich ist.
Im Jahre 1912 wurden verkauft in:
Amsterdam: Rotterdam:
Wert Gulden Ballen Wert Gulden
130000 145919 9120000
65 000 29087 5085 000
2000000

Rohtabakhandel

ne

Die Verkaufstermine werden nach Verhältnis der zu er—
wartenden oder bereits eingetroffenen Sendungen mehrere Mo—