Der Tabakmarkt in Holland
nate im voraus planmäßig festgestellt und veröffentlicht. Die
Verkaufstermine sind wöchentlich auf den Freitag gelegt. Von
dem vorhergehenden Montag ab werden die von beeidigten
Maklern (Makelaars van het kantoor) gezogenen Proben im
Verkaufslokale zur Besichtigung der Kaufreflektanten ausgelegt.
Jede Sortierung jeder Partie wird bemustert. Die Seit vom
Besichtigungs- bis zum Derkaufstage wird von den Reflektanten
zur Prüfung der Muster und zur Taxierung der Ware benutzt,
eine bei dem großen Angebot sehr wertvoller Ware äußerst
anstrengende Arbeit. Der Verkauf erfolgt nach dem „Einschrei—
bungssystem“, d. h. der Reflektant gibt für die Partie, welche
er kaufen möchte, ein Preisgebot in geschlossenem Kuvert durch
Vermittlung eines Maklers an den Importeur ab; dieser öffnet
zur festgesetzten Zeit die Kuverts und erteilt dem höchstbieten—
den den Zuschlag. Das sSystem gleicht also dem Submissions—
verfahren. Die einzelnen Partien werden in Abständen von
einer Viertelstunde verkauft; innerhalb dieser Pause finden
eifrige Kaufverhandlungen zwischen dem Käufer der gesamten
Partie und den als Reflektanten für einzelne Sortierungen auf—
tretenden „Zweite-Hands-Käufern“ statt. Die Käufer geschlosse—
ner Partien sind fast ausnahmslos Großhändler, da die am
Markte erscheinenden Fabrikanten nicht für alle, nach Farbe und
Blattgröße sehr verschiedenartigen Sortierungen einer Partie
Verwendung haben. Diese sowie die weniger kapitalkräftigen
händler kaufen von den Groß- „Erste-Hands-Händlern“ einzelne
Sortierungen. Die Verkaufsbedingungen sind: Siel 31 Monat
oder sofortige Barzahlung mit Poo Skonto, nach Wahl des Ver—
käufers. Der überwiegende Teil der Fabrikanten deckt seinen
Bedarf bei den Tabakhändlern in ähnlicher Weise und unter
den gleichen Bedingungen, wie vorher beim hanseatischen Cabak—
handel berichtet wurde. Die größten Tabakhandlungen sind in
Amsterdam und Rotterdam ansässig, indessen sind an dem
handel in Java- und Sumatra-Tabak auch viele hanseatische
händler sowie solche in Neuyork, London, Antwerpen, Mann—
heim und Frankfurt a. M. lebhaft beteiligt. Die an den haupt—
handelsplätzen für türkischen bzw. orientalischen Tabak über—
haupt ansässigen handelshäuser, meistens von Griechen betrieben,
unterhalten vielfach in Dresden Zweigniederlassungen zur Ver—

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