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sorgung der deutschen Zigarettenindustrie. Ein geringerer Teil
türkischer Tabake wird auch von handlungen in Bremen und
hamburg importiert, welche Vertreter zum Einkauf in die Pro—
duktionsgebiete schicken.
Der Sitz des handels in deutschem Rohtabak befindet sich
fast ausschließlich in den engeren Produktionsgegenden, für die
Gewächse der Mark und des Oderbruches in den Städten Gartz
und Schwedt, für den unter dem Sammelnamen „pfälzer“ be—
kannten, in Baden, hessen, Württemberg und Rheinbayern er—
zeugten Tabak vornehmlich in den Städten Mannheim, Bruchsal
und Speyer, zum geringeren Teile in heidelberg, Lahr und
Emmendingen. Der handelsverkehr vollzieht sich in folgender
Weise. Nachdem der Tabak geerntet und in den hängescheunen
abgetrocknet (dachreif) ist, besuchen die Händler selbst oder durch
Angestellte die tabakbauenden Orte behufs Besichtigung und
Einkauf des Tabaks; da sie selbst bei der großen Zahl von Pro—
duzenten über die Einzelheiten nicht unterrichtet sein können,
so bedienen sie sich der Vermittlung von Landmaklern, welche
neben ihrem hauptberufe (Diehhändler, handwerker usw.) die
Vermittlung von Tabakkäufen als Nebengeschäft betreiben. Die
Preise werden unter Berücksichtigung der Beschaffenheit des
Cabaks und der allgemeinen Konjunkturverhältnisse zwischen
den Parteien vereinbart. Die gekaufte Ware wird nach Ver—
lauf einiger Wochen, wenn sie weiter abgetrocknet ist, unter
steueramtlicher Aufsicht gewogen, wobei der Kaufpreis bar
bezahlt wird, und in das Lager des Käufers verbracht. Nach—
dem dort die Fermentation des Tabaks vollzogen ist, häufig
auch schon vorher, verkauft der händler ihn den Fabrikanten
durch Reisende oder Agenten. Bei diesem Einkaufssystem haben
sich Mißstände verschiedenster Art herausgebildet; als deren
schlimmster ist zu erwähnen, daß bei der Preisbildung die
qualitativen Unterschiede der Ernteprodukte kaum oder doch
nur höchst ungenügend berücksichtigt werden, so daß für die
Tabakbauern jeder Anreiz zu sorgfältiger Behandlung und da—
mit zur Erzeugung wertvollerer Qualitäten fehlt. Die Zahl der
händler, welche sich ausschließlich mit deutschem Rohtabak be—
schäftigen, ist in stetem Rückgang begriffen. So bestanden an
dem haupthandelsplatze Mannheim im Jahre 1895 49, im

Rohtabakhandel