70 Die Herstellung von Tabakfabrikaten
muß. Es gilt dann, die neue Mischung so zusammenzusetzen, daß
dem Verbraucher die Veränderung der Beschaffenheit des Fabri—
kates wenig oder gar nicht merkbar ist. Für die Fabrikation von
Kautabak und Schnupftabak ist diese Frage von geringerer Be—
deutung, da deren Geschmack bzw. Geruch durch die hierbei ver—
wendeten Saucen wesentlich beeinflußt wird.
Der Arbeitsvorgang beginnt mit dem Anfeuchten des
Tabaks; hierzu wird nur reines, möglichst weiches Wasser ver—
wendet. Da durch zu starkes Befeuchten die begehrte helle
Farbe der Blätter leicht nachdunkelt, so gibt man nur so viel
Feuchtigkeit, als erforderlich ist, um den Tabak geschmeidig zu
machen und die Blätter vor dem Zerbrechen bei den weiteren
Manipulationen zu bewahren. Nur in Ausnahmefällen, wenn
der Tabak zu schwer in Qualität und wenig glimmfähig ist, wird
derselbe behufs Entziehung überflüssiger Säfte ausgelaugt. Zum
Anfeuchten bedient man sich eines Wasserzerstäubers oder soge—
nannter Nebelpumpen, mittels welcher die auf den Boden reihen—
weise gelegten Tabakbüschel bespritzt werden. Teilweise wird
das weniger zeitraubende, aber auch weniger zweckmäßige Ver—
fahren geübt, die Büschel auf etwa ihrer Länge in einen
Wasserbottich zu tauchen und sie dann senkrecht aufzustellen,
wobei das ablaufende Wasser die nicht getauchten Teile der
Blätter befeuchtet. Ist der Cabak gleichmäßig weich geworden,
was bei kalter Temperatur etwa 24, bei warmer Temperatur
etwan6 Stunden dauert, so werden die Büschel gelöst und die
jetzt lose voneinander liegenden Blätter haufenweise durchein—
ander geschüttelt, damit sich die Feuchtigkeit möglichst gleich—
mäßig verteilt. Die weitere Bearbeitung ist je nach der Gat—
tung der Fabrikate verschieden.
Die Zigarrenfabrikation: Als Rohmaterial werden haupt—
sächlich folgende Sorten Rohtabak verarbeitet: Sumatra, Java,
Borneo, Brasil, havanna, Hara, Kuba, Carmen, Ambalema,
Domingo, Meriko, Seedleaf, Manila; außer diesen werden für
einige Spezialitäten namentlich in Ofterreich (Dirginier), Italien
(Toskani) und der Schweiz (Brissago und Schweizer Stumpen)
die Sorten Dirginia und Kentucky verarbeitet, nachdem ihnen
vorher durch Entlaugen der die Glimmfähigkeit behindernde
überschüssige Fettgehalt entzogen worden ist. Neben diesen