Die Anfertigung der Zigarren 71
Sorten wird in vielen Ländern noch der daselbst angebaute
Tabak verarbeitet, so in Deutschland der Pfälzer und Ucker⸗
märker, in Nordamerika Florida und Spanish Simmer. Der in
Britisch-Indien zu Zigarren von sehr geringer Qualität ver—⸗
arbeitete ostindische Tabak sei wegen seiner nur lokalen Be—
deutung nur nebenbei exwähnt. Ebenfalls von fast nur örtlicher
Bedeutung als Zigarrenmaterial sind die Gewächse von Porto—-riko,
 Jamaika u. a. m. In Nordamerika werden infolge des
Hochschutzzolles von fremdländischen Sorten nur Sumatra, Java
(nur als Deckblatt) und havanna verarbeitet. (Also nur hoch—
wertige Gewächse, welche durch das heimische Produkt, nicht er—⸗
setzt werden können) Die Prüfung des Rohmaterials behufs
Feststellung der Mischungen geschieht durch Kauchen von Probe⸗
zigarren. hHierbei ist in der Zigarrenfabrikation besondere Sorg⸗
falt und Fachkenntnis erforderlich. Die Technik der Sigarren—
fabrikation ist ziemlich einfach, erfordert aber in manchen Teilen
eine große Handfertigkeit der Arbeiter. Die Arbeitsteilung be—
steht nach folgenden Porgängen; Anfeuchten und Aufbereiten
des Tabaks. wie vorher beschrieben. Entrippen des zur Cin—
lage bestimmten Tabaks: Nachdem die Blätter von der Feuchtig⸗
keit gleichmäßig durchzogen sind, wird der Stengel unterhalb der
Blattispitze mit einer hand durchgebrochen und von demselben
die mit der anderen hand festgehaltenen beiden Blattseiten ab—
gestreift. Die hierbei entfallenden Stengel werden nur in Uusnahmefällen
 als Einlage zu ganz billigen Zigarren verarbeitet;
in der Kegel gehen sie an Rauchtabakfabriken behufs Verarbei—
tung zu billigem Pfeifentabak. Der entrippte Tabak wird in
dünnen Schichten zum Trocknen aͤusgestreut, da die Einlage in
feuchtem Zustande nicht weiter verarbeitet werden kann. Vor
der Weiterverarbeitung werden die verschiedenen Sorten Ein—
lagetabak zu der beabsichtigten Mischung vereinigt, indem man
dieselben aufeinander schichtet und dann den haufen mehrmals
durcheinanderschüttelt. Wicke lmachen: Aus der Einlage und
dem Umblatt (die hierzu dienenden Tabakblätter werden nicht
weiter aufbereitet) werden die Wickel angefertigt. Das für einen
halben Arbeitstag erforderliche Rohmaterial wird dem Wickel⸗
macher zugewogen. Die Anfertigung der Wickel erfolgt fast
ausschließlich mit der Hand, da die nach verschiedenen Systemen