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Zigarrenfabrikation

die Einlage 88 entfallen; das Gewichtsverhältnis zwischen dem
Deckblatt und dem nicht sichtbaren Wickel ist demnach 1: 21 und
erhöht sich zugunsten des Deckblattes, selbst wenn hierzu schwe—
rere Sorten, wie 3. B. Brasil-Tabak, verarbeitet wurden, nur
auf 1: 19. Demnach würde die Qualität des Deckblattes kaum
von Belang für die Qualität der Zigarre sein, wenn nicht dessen
Cinwirkung durch andre Umstände verstärkt würde. Diese find
aber tatsächlich vorhanden. Wie in einem früheren Abschnitte
berichtet wurde, befinden sich auf der Oberseite des Tabakblattes
kleine warzenförmige Blasen, welche als Sammelbehälter der
aromatischen Stoffe zu betrachten sind. Beim Verglimmen ist
die Wirkung dieser Stoffe beim Deckblatte stärker als bei den
übrigen Teilen, da dieses in seiner ganzen Ausdehnung von der
Luft bestrichen und dadurch infolge der größeren Zufuhr von
Sauerstoff eine intensivere Verbrennung verursacht wird. Trotzdem
 aber ist der Einfluß des Deckblattes auf die Beschaffenheit
der Gesamtmischung verhältnismäßig bescheiden und wird von
Laien meist erheblich überschätzt. Dazu kommt noch, daß die
hauptproduzenten von Decktabak (Sumatra und Java) sich die
Dorliebe der Raucher für hellfarbige Zigarren dadurch zunutze
machen, daß sie häufig die Tabakblätter vor vollendeter Reife
abernten, weil sich alsdann bei der Sermentation hellere, ins
Fahle gehende Farben ergeben; die so behandelten Blätter sind
aber in Geschmack und Geruch schwerer und gegen braune aus—
gereifte Blätter sehr minderwertig. Demnach gibt die Farbe
einer Sigarre dem Raucher keinen Maßstab für die Beurteilung
der Qualität.
Die Zigarettenfabrikation. Die primitivste Form der Ziga—
retten stellen die zumeist nur in Mittelamerika und Spanien
hergestellten Zigaretten aus grobkörnig zerriebenem Tabak dar;
dieser wird in ein entsprechend großes Blättchen Papier (seltner
in ein Blättchen von Mais) eingewickelt, welches nach der Fül—
lung an beiden Enden zugefaltet wird. Der Raucher dieser Art
von Sigaretten löst die Falten des Papiers, befeuchtet dessen
Längskante mit der Zunge, heftet das Papier aufeinander und
kann erst dann die Sigarette rauchen. Die meist übliche Form
von Sigaretten besteht aus feingeschnittenem Tabak mit einer
Umhüllung von Papier, dessen Längskanten entweder aufein—