Anfertigung der Zigarettenhülsen 79
betriebenen Maschinen beträgt je nach ihrer Größe 1—-I/P. 8.,
die Tourenzahl je nach Bedarf 50, 100, 200 oder 300 pro
Minute. Die Arbeitsleistung einer mittlern Maschine beträgt
bei einem Kraftbedarf von 1P. 8. und 100 Touren pro Minute
90 kg Tabak in 1mmm sschnittbreite pro Stunde. Der geschnittene
Tabak, welcher die Maschine in leichtgepreßten Schnittlagen ver—
läßt, wird nun aufgelockert. Dies geschieht in kleineren Betrieben
mit der hand, in größeren mittels der Siebmaschine. Diese
besteht aus einem horizontal um seine Achse drehbaren Kasten,
dessen Wände mit feinen Drahtsieben verkleidet sind und innen
eine Reihe von hakenförmigen Rechen tragen. Der Kasten ist
mit einem Blechmantel umkleidet. Der Tabak wird an einem
oben seitlich angebrachten Trichter eingeschüttet und durch die
rotierende Bewegung von den Rechen aufgelockert, wobei der
Tabakstaub, die zu sogenanntem Tabakmehl zerriebenen Teilchen,
durch die Siebwände ausgeschieden werden. Dieser etwa 200
betragende Abfall ist für die Fabrikation wertlos und wird zu
ganz billigem Preise für andre 3wecke, meist zur herstellung
von Schnupftabak oder als Gartendünger, verkauft. Das Ziga—
rettenpapier wird den Fabriken entweder in Bogen (für hand—
arbeit) oder in schmalen „Bobinen“ genannten Rollen (für
maschinelle Verarbeitung) geliefert. Die für handarbeit be—
stimmten Bogen werden zuerst mit dem Namen der anzufer—
tigenden Zigarettensorte bedruckt und dann auf der Papier—
schneidemaschine in kleine Blättchen zerschnitten, welche in Länge
und Breite für die hieraus herzustellende Form von Sigaretten—
hülsen passen; das zu Zigaretten mit Kork- oder Goldmundstück
dienende Papier erhält vorher den entsprechenden Belag. Die
Anfertigung der hülsen mit der hand erfolgt in der Weise, daß
das Papierblättchen um ein der Dicke der Sigarette entsprechen—
des rundes holzstäbchen gelegt wird, und dann die Längskanten
des Blättchens aufeinander geleimt werden. Die Anfertigung
von 1000 Hülsen erfordert im Durchschnitt zwei Stunden. In—
dessen werden die hülsen jetzt meistens auf Spezialmaschinen an—
gefertigt, welche das Papier gleichzeitig bedrucken, auch nach
Bedarf mit Kork- oder Goldbelag versehen und sowohl mit
Leimkante als auch durch Falznaht befestigen. Die Maschinen
liefern je nach der Bauart 6000 - 10 000 hülsen stündlich. Eine