Fabritkation von Rauchtabat
sätze sind heute fast unbekannt. Man bereitet den Kauchtabak
nur noch aus Kohtabak, welcher mit reinem Wasser in früher
beschriebener Weise angefeuchtet wird. Nur vereinzelt finden
folgende Ausnahmen statt: Bei einigen der billigsten Fabrikate
wird dem Tabak, dem Geschmacke der vornehmlich in Betracht
kommenden Raucher entsprechend, ein geringer Zusatz von KRirsch—
oder Weichselkirschblättern beigemischt. Cinige Sorten von Fein—
schnitt erhalten zur Erzeugung eines eigenartigen, nur selten
gewünschten Parfüms einen geringen Zusatz von „Vanilleroots“
(Blätter und Stengel von Liatris odoratissima). Das Menge—
verhältnis aller dieser Beimischungen ist aber verschwindend
gering. Außerdem werden Feinschnitte mit einer dünnen
Lösung von Zucker oder Glyzerin bespritzt, aber nur zu dem
Zwecke, dem im feingeschnittenen Zustande sehr leicht brüchig
und zu Staub zerbröckelnden Fabrikat eine größere Elastizität
zu geben. Von den zur Bereitung von Rauchtabak früher ver—
wendeten Sorten Rohtabak werden heute manche gar nicht mehr
angebaut (St-James-Cabak usw.), andere nicht mehr zu Kauch—
tabak verarbeitet. Üüber das engere Pflanzungsgebiet hinaus,
also eine mehr internationale Bedeutung haben heute für die
Rauchtabakindustrie die Sorten Maryland, Ohio, Virginia, Ken—
tuckn, Portoriko, Varinas, Maturin, Paraguay, Java (die
Krofsokgewächse), weniger der Tabak von Algier, China, Ruß—
land und Ungarn. Neben diesen kommen für einige Sorten
noch die Gewächse der Türkei und der Balkanländer in Betracht,
sowie für die Industrie anderer Ursprungsländer Geutschland,
holland, Frankreich u. a. m.) der daselbst gebaute Tabak. Außer
dem Blättertabak werden die aus der Sigarren- und Kautabak—
fabrikation entfallenden Tabakrippen (Stengel) verarbeitet. Nach
der Art der technischen herstellung sind drei Sorten von Rauch—
tabak zu unterscheiden, nämlich geschnittener, gesponnener und
gepreßter Rauchtabak, von welchen die erste weitaus am meisten
perbraucht wird. In der Regel werden mehrere Sorten Roh—
tabak gemischt. Die Mischung wird geprüft, indem man sie
aus weißen Tonpfeifen raucht; vorsichtige Fabrikanten prüfen
die Mischung außer dem noch durch Rauchen aus derjenigen
Art von Pfeifen, welche für den Verbrauch des Fabrikates meist
verwendet werden, also grobgeschnittenen Tabak aus Porzellans,

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