Gesponnener Tabak
bekannten großen Varinasrollen, wird gesponnener Rauchtabak
noch in Westdeutschland, speziell am Mittel- und Niederrhein,
sowie in Westfalen verbraucht. Derselbe wird aus gewissen
sorten von hellfarbigem Pfälzer und holländischem Tabak unter
zusatz von Tabakrippen hergestellt. Die technische Arbeit ist
sehr einfach. Nachdem der Tabak von der Feuchtigkeit durch—
zogen und die Büschel gelöst sind, werden die großen hellen
Blätter als Deckblatt ausgelesen; die übrigen Blätter werden,
eventuell mit Beigabe von Rippen zu länglichen sogenannten
Puppen spindelförmig zusammengedreht, deren Dicke dem Durch—
messer des anzufertigenden Stranges entspricht. hierauf wird
eine Puppe schräg mit dem Deckblatt umwickelt und eine zweite
Puppe unmittelbar an die erste in gleicher Weise angeschlossen,
wobei nach Bedarf schon die Spitze eines zweiten Deckblattes
in das Ende des ersten eingewickelt wird. Der so gebildete An—
fang des Seiles wird an einer Hhaspel (wie beim Spinnen von
Bindfaden) befestigt, welche durch eine Kurbel in Drehung ge—
bracht wird; durch Anfügen weiterer Puppen und Deckblätter
wird so ein beliebig langes Seil gebildet. Dieses wird in gleiche,
der herzustellenden Gewichtseinheit entsprechend lange Stücke
geschnitten, deren Enden mit einem Bindfaden zugebunden wer—
den. Die einzelnen Stücke werden dann in Form einer Rolle,
Wurst oder Brezel zusammengelegt und die Enden mit Bind—
faden aufeinandergeknüpft.

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Kautabak. Während unter den zum Tabakrauchen dienenden
Fabrikaten die Sigarette den älteren Produkten, Zigarren und
Kauchtabak, einen fortwährend steigenden Kreis von Ver—
brauchern abnimmt, zeigt der Kautabak eine im Verhältnis zur
Bevölkerungszahl ziemlich konstante Hhöhe des Verbrauches, und
zwar sind es ganz bestimmte Kategorien von Berufsarten, welche
dem Tabakgenusse in der Form des Kauens huldigen. Nament—
lich die Fabrik- und Bauarbeiter, Soldaten und insbesondere die
in der Schiffahrt Beschäftigten bedienen sich des Kautabaks, an—
scheinend weil sie bei dieser Art des Tabakgenusses die hände
mehr zum Arbeiten frei haben, vielfach auch, weil hierbei im
Gegensatze zum Rauchen jede Feuersgefahr ausgeschlossen ist.
Als Rohmaterial zum Kautabak dienen die schwersten Gewächse