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und Leinen abgenommen und nochmals, aber in umgekehrter
Richtung umgewickelt. Nachdem die Karotte nunmehr etwa sechs
Wochen lang gehangen, hat sich der Inhalt zu einer festen Masse
zusammengesetzt. Seil und Tuch werden abgenommen, und die
Narotte in ihrer ganzen Ausdehnung eng mit einem Bindfaden
umwickelt; sie wird „filiert“. hierbei sei erwähnt, daß die
meisten technischen Ausdrücke aus der franzöfischen Sprache über—
nommen wurden, da die Sabrikation von Schnupftabak anfänglich
in Frankreich und französischen Kolonien die höchste Ausbildung
erfuhr. Die ehemals in den Fabriken von St. Omer, Dunkerque
und St. Dincent erzeugten Karottentabake waren so berühmt,
daß sich diese Namen noch heute allerwärts als die Bezeichnung
für Schnupftabaksorten erhalten haben. Die filierten Karotten
werden nun in einem dunkeln, zugfreien Lager auf Gestellen auf—
geschichtet, wo sie allmählich durchfermentieren und mindestens
drei, je nach der Qualität aber bis zu zehn Jahren in gewöhn—
licher Zimmertemperatur lagern. Nach vollendeter Reife wird
die Karotte nach Entfernung des Bindfadenwickels gemahlen oder
auf der Kapiermaschine, deren wesentlicher Teil ein unten mit
Messern versehener drehender Stempel ist, zerkleinert (rapiert)
und gesiebt. So wird er noch etwa einen Monat in Fässern
abgelagert, nachdem man ihn vorher noch mit Salzwasser leicht
befeuchtet hat. Das Salzwafser wird bei manchen Sorten durch
reinen vollständig ausgegorenen Essig mit Zusätzen von Rum
oder Wein ersetzt. Der aus einer Mischung von Mangotes und
deutschem Rohtabak hergestellte Schmälz Ler erhältnach dem
Mahlen einen Susatz von 60/0 Butter, welche in geschmolzenem
zustande auf den Tabak gegossen und mit diesem innig vermengt
wird. Das geringwertigste Fabrikat sind die sogenannten wo h l⸗
riechenden Schnupftabake. Zu diesen Sorten werden Tabak—
blätter überhaupt nicht verarbeitet, da ihr Geruch ohnehin durch
die mannigfachen später zugesetzten Ingredienzien unterdrückt
würde. Man benutzt daher hierzu nur gemahlene Tabakrippen,
welche keinen anderen 3weck haben, als den Ingredienzien zur
Unterlage zu dienen. Diese werden dem Mahlgute in pulveri—
sierter Form (als „Tabakersatzstoff“) beigemischt. Als solche be—
zeichnet das deutsche Tabaksteuergesetz außer den bereits früher
erwähnten: gesalzene Rosenblätter, Veilchenwurzel, Steinklee—

kKarottentabak. Schmaälzler