Großbetriebe und Kleinbetriebe

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arbeit, sondern in Maschinenarbeit herstellen ließ. Es gibt heute
nur noch vereinzelte und dann kleine Betriebe, welche Zigaretten
zum Kleinverkaufspreise von 2-53 Pfennig pro Stück in handarbeit
herstellen, dagegen werden vielfach auch FSabrikate in den nächst—
höheren Preislagen auf Maschinen angefertigt. Der Arbeits—
lohn für handarbeit schwankt für die gangbaren Sorten zwischen
21/3-4 Mark pro 1000 Stück, während er bei Maschinenarbeit
2-3 Mark pro 1000 Stück, während er bei Maschinenarbeit
selbst unter Berücksichtigung der Verluste für Ausschuß, d. h.
technisch mangelhafte Ware, den Satz von 70 Pfennig kaum
übersteigen dürfte. Die auf Massenproduktion eingerichteten
kostspieligen Maschinen können nur im Großbetriebe rationell
ausgenutzt werden, und weiter gestattet nur die Massenproduk—
tion die Einstellung der zahlreichen Maschinen zur Anfertigung
von Schachteln und Packungen, welche einen großen Anteil an
den gesamten Selbstkosten erfordern. Die Sigarrenindu—
strie wurde früher mit Recht als das ausgeprägteste Mittel—
standsgewerbe bezeichnet, und dies veranlaßte u. a. den sächsi—
schen Nationalökonomen Böhmert bei einer Bekämpfung hoch—
zehender Tabaksteuerpläne zu dem Ausspruche, daß die Sigarren—
fabrikation in sozialgewerblichem Interesse erfunden werden
müßte, wenn sie noch nicht existierte. Der mehr handwerksmäßige
Charakter, welcher der Zigarrenfabrikation ehemals noch in viel
höherent Maße als in der neueren Zeit eigen war, und der Fort—
fall kostspieliger Maschinen und ähnlicher Einrichtungen erleich—
terte es, eine Zigarrenfabrik mit verhältnismäßig sehr geringem
Kapital zu errichten, und so läßt gn denn auch sehr leicht nach—
weisen, daß die meisten der jetzt bestehenden älteren Zigarren—
fabriken von Sigarrenarbeitern in der Seit von 1880—1875 mit
zgeringen Mitteln gegründet wurden. Die Veränderung der Exi—
stenzbedingungen begann mit dem Jahr 1879, als die Erhöhung
des Eingangszolles für ausländischen Cabak von 24 Mark auf
85 Mark pro da größere Anforderungen an die Kapitalkraft der
Unternehmer stellte; indessen wurde auch in der Folgezeit die
Prosperität der Unternehmungen viel weniger von der Kapital—
kraft als von den individuellen Fähigkeiten der Unternehmer
bedingt. Dieser Umstand erklärt es auch, daß die Betriebsform
der Aktiengesellschaft in der deutschen Sigarrenindustrie nur
äußerst selten anzutreffen ist; sie beträgt noch nicht J von 1000