Organe der deutschen Kriegswirtschaft —115
tabak untersagt und durch Bundesrats-Perordnung die gesamte
Bewirtschaftung des Verkehrs in RKohtabak der „Deutschen
Tabakhandelsgesellschaft von 1916 m. b. h. in
Bremen“ bzw. für inländischen Rohtabak deren Tochtergesell—
schaft in Mannheim übertragen wurde. In diesen Gesell—
schaften, welche durch Vertreter des Cabakbaues, Tabakimportes,
Tabakhandels und der Tabakverarbeiter geleitet werden, ist auch
die vorher genannte Zentrale für Kriegslieferungen, ferner die
Reichsbehörde durch Kommissare des Reichsamtes des Innern
und des Reichsschatzamtes vertreten. Unmittelbar nach ihrer
GHründung forderte die Gesellschaft von allen Tabakhändlern
und -verarbeitern statistische Nachweisungen über ihre Tabak—
vorräte sowie über die von ihnen während einer genau bezeich—
neten früheren Periode bearbeiteten Mengen ein. Diese Nach—
weise, welche später geprüft wurden, dienten als Maßstab für
diejenigen Mengen, die dem einzelnen Gewerbetreibenden in
der Folge als Bedarf anerkannt und durch Vermittlung des
Tabakhandels zugewiesen wurden. Als die Zufuhren aus über—
seeischen Ländern infolge mangelnden Schiffsraumes immer ge—
ringer wurden, und gleichzeitig der Druck der feindlichen Mächte
auf das neutrale Ausland zwecks Verhinderung der Ausfuhr
nach Deutschland sich mit Erfolg verstärkte, war man zu einer
Verminderung der kontingentmäßigen Verarbeitungsmengen ge—
zwungen. Diese wurden in kurzen zeitlichen 3wischenräumen bis
auf 40 v. h. der ursprünglichen Kontingentmengen herabgesetzt.
Ferner wurde in stetig steigendem Umfange der Ersatz von aus—
ländischem Tabak durch deutschen Cabak vorgeschrieben. Für die
herstellung von Rauchtaback und Sigaretten wurden ferner
Hhopfen und andere Pflanzenblätter als Streckungsmittel zuge—
lassen. Nach den neueren Berichten kann erwartet werden, daß
die herstellung von Tabakwaren in dem jetzigen Umfange bis
mindestens Ende des Jahres 1918 durch die noch zur Verfügung
stehenden Tabakvorräte gedeckt ist.

XI. DdDie hygiene des Tabakgenusses.
Die beruhigende Wirkung des Tabakgenusses, speziell des
Tabakrauchens wurde schon sehr früh erkannt; dies geht u. a.
aus einem Berichte des Spaniers Ovbiedo hervor, welcher als