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        <title>Der Tabak</title>
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            <forname>Jacob</forname>
            <surname>Wolf</surname>
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        </author>
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            <idno>1962469778</idno>
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  </teiHeader>
  <text>
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J. Wolf
Der Tabak

Zweite Auflage

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Die Sammlung
Aus Natur und Geisteswelt'

aunmehr schon ũber ooo Bändchen umfassend, sucht seit ihrem Entstehen dem
Bedanken zu dienen, der heute in das Wort: FFreie Bahn dem Tüch—
igen!' geprägt ist. Sie will die Errungenschaften von Wissenschaft, Kunst
ind Technik einem jeden zugänglich machen, ihn dabel zugleich unmittel⸗
zar im Beruf fördern, den Gesichtskreis erweiternd, die Einsicht
in die Bedingungen der Berufsarbeit vertiefend.
Sie bietet wirkliche Einführungen“' in die Hauptwissensgeblete füt
den Unterricht odet Selbstunterricht des Laien, wie sie den heutigen
nethodischen Anfordetungen entsprechen. So erfüllt sie ein Bedürfnis, dem
Stizzen, die den Chatakter von, Nuszügen“ aus großen Lehrbüchern tragen,
ale entsprechen können; denn solche sehen vielmehr eine Verttautheit mit dem
Stoffe schon voraus.
Sie bietet aber auch dem Fachmann eine rasche zuverlässige Uber⸗
jsicht über die sich heute von Tag zu Tag weitenden Gebiete des geistigen
Lebens in weitestem Umfang und vermag so vor allem auch dem immer
stärker werdenden Bedürfnis des Forschers zu dienen, sich auf den
Nachbargebieten auf dem lausenden zu erhallen.
In den Dienst dieser Nufgabe haben sich darum auch in dankenswerter
Weise von NAnfang an die besten Namen gestellt, gern die Gelegenheit
benutzend, sich an weiteste Kreise zu wenden, an ihrem Teil bestrebt, der
BHesahr der „Spezialisierung“ unserer Kultur entgegenzuarbeiten.
So konnte der Sammlung auch der Erfolg nicht sehlen. Mehr als die
Hälfte der Bändchen liegen, bei jeder Auflage durchaus neu bearbeitet,
bereits in 2. bis 0. Auflage vor, insgesamt hat die Sammlung bis jetzt eine
Verbteitung von weit ũüber 4 Millionen Exemplaren gefunden.
Alles in allem sind die schmucken, gehaltvollen Bände besonders geeignet,
die Freude am Buche zu wecken und daran zu gewöhnen, einen kleinen Betrag,
den man für Erfüllung körpetlicher Bedürfnisse nicht anzusehen pflegt, auch
sür die Beftiedigung geistiger anzuwenden. Durch den billigen Preis ermög⸗
lichen sie es tatsächlich jedem, auch dem wenig Begüterten, sich eine Bücherei
u schaffen, die das füt ihn Wertvollste, Nus Natur und Geisteswelt“ vereinigt
Jedes der meist reich illustrlerten Bändchen
ist in sich abgeschlossen und einzeln käuflich
Jedes Bändchen geheftet M. 1.20, gebunden M. 3.50
Teuerunaszuschläge 200, einschließl. )096 Zuschlag der Buchhandlung
B. G. Teubner

Leipzig. im Juni 1018
        <pb n="3" />
        Jedes Bändchen geheftet M.3.20, gebunden M. 5. 80

Zur Biologie, Botanik und Zoologie
sind bisher erschienen:

Einführung in die Biologie.

Allgemeine Biologie. Cinführung in die Hauptptobleme der organischen Natut. Von
Pros. Dr. H. Miehe. 2. Aufl. Mit 52 Figuren. (Bd. 330.)
Experimentelle Biologie. Regenetation, Transplantation und verwandte Gebiete. Von
Dr. C. Thesing. Mit Tasfel und 69 Textabbildungen. (Bd. 307.)
Die Beziehungen der Tiere und Pflanzen zueinander. Von weil. Ptof. Dr. K.
Kraepelin. 2. Aufl. 2 Bände, auch in) Band gebunden. J. Bd.: Die Beziehungen
der Tiere zueinandet. Mit 04 Abbildungen. (Bd. 420.) II. Bd.: Die Beziehungen der
Pflanzen zueinander und zu den Tieren. Mit os Abbildungen. (Bd. 427.)
Lebensbedingungen und Verbreitung der Tiere. Von weil. Prof. Dr. O. Maas.
Mit 1) Karten und Abbildungen. (Bd. 199.)
Die Schädlinge im Tier- und Pflanzenreich und ihre Bekämpfung. Von Geh.
Res.Rat Ptof. Dr. K. Edstein. 3. Aufl. Mit 30 Figuten im Text. (GGd. 18.)
Die Welt der Organismen. In Entwicklung und Zusammenhang dartgestellt. Von
weil. Oberstudientat Prof. Hr. K. Fampett. Mit 82 Abbildungen. GBGd. 236.)
Einführung in die Biochemie in elementarer Darftellung. Von weil. Prof. Dr.
W. Löb. 2. Aufl. von Pros. DBr. H. Friedenthal. (Bd. 352.)

Abstammungs⸗ und Vererbungslehre, vergl. Anatomie.
Experimentelle Abstammungs⸗ u. Vererbunaslehre. Von Prof. De. E. Sehmann.
Mit 20 Abb. Gd. 379.)
Abstammungslehre und Darwinismus. Von Prof. Dr. R. Hefse. 5. Aufl. Mit
40 Textabbisldungen. (GBd. 49.)
Die Tiere der Vorwelt. Von Proj. Dr. O. Abel. Mit ) Abb. GBd. 309.)
Die Stammesgeschichte unserer Haustiere. Von Pioj. Dt. C. Keller. 2. Aufl.
Mit Figuren, (Bd. 252.)
Vergleichende Anatomie der Sinnesorgane der Wirbeltiere. Von Ptof. Dr.
W. Lubosch. Mit 107 Abb. (Bd. 282.)

Fortpflanzung.
Der Befruchtungsvorgang, jein Wesen und jseine Bedeutung. Von Ur. C.
Teichmann. 2. Aufl. Mit 9 Abbildungen und 4 Doppeltafeln. (Bd. 70.)
Fortpjlanzung und Geschlechtsunterschiede des Menschen. Eine Einführung in
die Sexualbiologie. Von Prof. Dr. H. Boruttau. 2.. verb. HAuilage. 6. 10. Taufend
Mit 39 Abbildungen im Text. (Bd. 340.)
Die Fortpjlanzung der Tiere. Von Prof. Dr. R. Goldschmidt. Mit 77 Abb. Gdod.250.)
Zwiegestalt der Geschlechter in der Tierwelt. (Dimorphismus.) Von Dr. 5F.
Knauer. Mit 37 Fiauten. (Be. 145.)

Mikroorganismen.
Die Baklerien im Haushalt der Natur und des Menschen. Von Prof. Dr. E.
Gutzeit. 2. Aufl. Mit 18 Abb. (Bd. 242.)
Die krankheiterregenden Bakterien. Von Prof. Dr. M. LEöhlein. Mit as Abhildungen.
 (Bd. 202

ANusGü 12: Bioloaie. Botanik und Zoolodie. VI. 18
        <pb n="4" />
        Jedes Bändchen geheftet M..20. gebunden M.. 50

Mikroorganismen.

Die Urtiere. Eine Einführung in die Missenschaft oom Leben. Von Professor Dr. R.
Goldschmidt. 2. Aufl. Mit 44 Abb. (BGd. 360.)
Das Süßwasser⸗Plankton. Von weil. Prof. Dr. O. Zacharias. 2. Nufl. Mit
57 RAbb. (Bd. 156.)
Das Meer, seine Erforschung und jein Leben. Von Pros. Dr. O. Janson—
J. Auil. Mit 40 Figuren. (Bod. 30.)

Botanik, insbesondere angewandte Botanik.
Wrterbuch der Botanik. Von Dr. O. Gerke. GBd. 070/77.)
Pflanzenphysiologie. Von Prof. Dr. B. Molisch. Mit os Fig. Gd— 800.)
Bokanik des praktischen Lebens. Von Prof. Dr. P. Gisevius. Mit 24 Abb
(Bd. 173.)
Die Pilze. Von Dr. A. Eichinger, Mit 60 Abb. GBd. 384.)
Die fleischfrejjenden Pflanzen. Von Prof. Dr. N. Wagner. Mit se Abb. (Bd. 944.)
Unßere Blumen und Pflanzen im Zimmer. Von Prof. Dr. U. Dammec. Mit
o5 Abb. (Bd. 3850.)
Unsere Blumen und Pflanzen im Garten. Von Prof. DOr. U. Dammer. Mit
o0 Abb. Gd. 8600.)
Der deutsche Wald. Voan Prof. Dr. H. Gausrath. 2. Aufsl. Min; Bildetanhanga
aund 2 Karten. (Bd. 150.)
MDer Hausgarten. Von Gartenarchitekt W. Schubert. Mit Abb. (Bd. s02.)
Der Kleingarten. Von Redakteur J. Schneider. Mit so Abb. Gd. 408.)
Weinbau u. Weinbereitung. Von Dr. F. Shhmitthenner. Mit 34 Abb. (Bd. 232..
Rolonialbotani?. Von Ptof. Dr. F. Toblet. Mit 23) Abb. GBd. 184.)
Der Tabak. Anbau, Handel und Verarbeitung. Von Jac. Wolf. Mit 37 Abb
Bd. 416

Zoologie, insbesondere angewandte Joologie.
Worterbuch der Zoologie. Von De. phil. Knottnetus-Mehet. (Bd. 640/45.)
Zlerkunde. Cine Cinssihtung in die Zoolbaie. Von weil. Prinatdoꝛent Dr. K. Henuiinas.
Mit 34 Abb. (GBGd. 132.)
Tierzüchtung. Von Dr. G. Wilsdors. 2. Aufl. Mit Abb. (Bd. 3609.
Die Kleintierzucht. Von Redalteur Joh. Schhneider. Mit 50 Flauren im Tert
und auf 0 Tafeln. (Bd. 604.)
Deutsches Vogelleben, zugleich als Exkursionsbuch für Vogelfreunde. Von
Prof. Dr. A. Voigt. 2. Aufl. (Bd.223.)
Vogelzug und Vogelsichutz. Von Dr. W. R. Eckardt. Mit 6 Abb. (Bd. 218.)
x*Die NAmeijen. Von Dr. med. R. Brun. GBd. 601.)
Das NRquarium. Von E. W. Schmidt. Mit 15 Fiquten. Gd. 308.)
Korallen und andere gesteinbildende Tiere. Von Pros. Dc. W. Mag. Mit
15 Ahb. (Bd. 2315)

Die mit * bezeichneten und weitere Bände befinden sich in Vorbereitung.
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        Aus Vatur und Geisteswelt
Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen

416. Bändchen

Der Taba—

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Anbau, Handel und Verarbeitung

Von

Jacob Wolf

Zweite, verbesserte un

Auflage

Mit 17 Abbildungen im Text

Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 1918
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        Schutzformel für die Vereinigten Staaten von Amerika:
Copyright 1918 by B. G. Teubner in Leipzig.

Alle Rechte, einschließlich des Übersetzungsrechts, vorbehalten.

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Vorwort.

Wenige Gegenstände des täglichen Verbrauches dürften in
gleichem Maße wie der Tabak so häufig allgemein besprochen
und beurteilt werden, ohne daß dem eine genauere Sachkenntnis
zugrunde liegt. Dieses Mißverhältnis zwischen der Neigung und
der Befähigung zum Urteilen befteht aber nicht nur bezüglich
der genußfertigen Tabakfabrikate, sondern auch betreffs aller
volkswirtschaftlichen und finanztechnischen SFragen, welche mit
dem Tabak in irgendwelcher Verbindung stehen. Daß nament—
lich Fragen der letzterwähnten Art so häufig im großen Publi—
kum erörtert werden, findet eine Erklärung darin, daß der Tabak
von fast allen Staaten als ein hervorragendes Steuerobjekt
chon von der Seit ab betrachtet wurde, als sein Verbrauch einen
irgendwie bemerkenswerten Umfang erxreichte.
Trotz der in so mannigfacher Beziehung großen Bedeutung,
welche der Tabak für den einzelnen wie auch für die Staatswirtschaft
 hat, ist die hierüber bestehende Literatur ziemlich
gering. Die Anerkennung, welche das von mir im Jahre 1912
herausgegebene, vorwiegend für Fachleute bestimmte Werk
CTabak und Tabakfabrikate“ fand, gab mir die Anregung, den
zesamten Stoff in einer kurzgefaßten Darstellung zu bearbeiten.
Für die zweite Auflage wurde entsprechend der inzwischen
erfolgten steuergesetzlichen ünderung der Abschnitt über die
deutsche Tabakbesteuerung geändert. Ferner wurde in einem
besonderen Kapitel „Der Tabak in der deutschen Kriegswirtschaft“
kurz dargestellt und entsprechend den Wünschen vieler Leser der
Abschnitt „Die Hygiene des Tabakgenusses“ ausführlicher be—
zandelt.
Mannheim, im September 1918.

Jacob Wolf.

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        Inhalt.

J. Tabak und Tabakgenuß. Historisches
II. Botanik und Chemie des Tabaks
III. Der Tabakbauu....
IV. Die Rohtabatproduktion in den verschiedenen Ländern
V. Der Rohtabakhandel.......
VI. Die herstellung von Tabakfabrikaten
Zigarren ..
Zigaretten.
Rauchtabak
Kautabake.
Schnupftabak.
Tabaklauge
VII. Der handel in Tabakfabrikaten.
VIII. Der Tabakgenuß als Steuerobjektt.... —
IX. Wirtschaftliche und sozialpolitische Verhältnisse des deutschen
Tabakgewerbes.. *
X. Der Tabak in der deutschen Kriegswirtschaft
XI. Die Hygiene des Tabakgenusses ..

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        J. Tabak und Tabakgenuß. hHistorisches.
Schon Tiedemann, dem wir eine der interessantesten hiftori⸗
schen Darstellungen über Tabak und Tabakgenuß) verdanken,
erwähnt in dem Vorworte zu seinem Buche, daß die Entdeckung
des Tabaks und insbesondere die Ursachen seiner ersten Be—
nutzung durch die Naturvölker seines Ursprunggebietes in
Dunkel gehüllt sind. Die nächstliegende Frage, was wohl der
erste Anlaß zum Tabakgenusse gewesen sein mag, läßt sich
nicht beantworten. Tiedemann äußert hierüber die Vermutung,
daß die Indianer die großen Blätter und dicken Stengel der
Tabakpflanze auf ihren Streifzügen als Brennmaterial zum
Uochen der Speisen, vielleicht auch zum Vertreiben der in den
Sümpfen häufig vorkommenden Moskitos benutzt hätten. Der
beim berbrennen der Pflanze entstehende Duft reizte zum Ge—
nusse. Das Bestreben, die quantitative Erzeugung des Duftes
bzw. die Rauchentwicklung zu regeln, führte in der Folge dazu,
die Tabakblätter zu Kollen zu formen und nach dem Entzünden
durch Saugen mit dem Munde glimmend zu erhalten; so mag
wohl das Tabakrauchen entstanden sein. Sehr bald wurde die
Erfahrung gemacht, daß durch das Rauchen das Gefühl des
hungers, eines häufigen Begleiters der umherstreifenden Völker,
erheblich abgestumpft, das Gefühl der Ermüdung durch die an⸗
regende Wirkung gemildert wurde, anderseits aber auch Gemüts—⸗
aufregungen einem Zustande der Beruhigung wichen. Als Sym⸗
bol in letzterem Sinne könnte man auch die „Friedenspfeife“
auffassen. Die ersten authentischen Nachrichten finden sich in
den Berichten über die Entdeckung Amerikas. Als am 12. Oktober
1492 Christoph Columbus mit seinen Leuten die von Indianern
bewohnte Insel Guanahani betrat, fanden sie die friedlich bei—
sammensitzenden Bewohner RKauchwolken aus Mund und Nase
ausstoßend; diese. wurden aus z3ylindrischen Rollen erzeugt,

I1). Tiedemann, Geschichte des Tabaks und ähnlicher Genußmittel.
Frankfurt a. Main 18654.
        <pb n="10" />
        Tabak und Tabakgenuß. Historisches
welche in einem als Hülle dienenden Maisblatte ein trocknes
Kraut enthielten. Das eine Ende dieser von den Eingeborenen
Tabaco genannten Kolle wurde entzündet und aus dem anderen
Ende der Kauch mit dem Munde gesogen und ausgeblasen. Wir
ersehen aus diesem Berichte, daß das Rauchen als die erste
Form des Tabakgenusses bekannt wurde und daß ursprünglich
nicht die Pflanze, sondern die F̊orm des Genußmittels als
„Tabak“ bezeichnet worden ist. Letzteres wird auch durch den
Bericht des Eremiten Sray Romano Pane bestätigt, welcher
Tolumbus auf seiner zweiten Reise in die neue Welt begleitete
und dort zurückblieb, um die Indianer zum Christentum zu
bekehren. Pane berichtet, daß die Indianer die getrockneten
Blätter einer Pflanze, ein von ihnen Cohobba genanntes „be—
rauschendes Kraut“ auf glühende Kohlen legten und den beim
Derbrennen aufsteigenden Rauch durch ein daraufgehaltenes
Kohr durch die Nase einzogen, indem sie das andere, gabel—⸗
förmige Ende des Kohres in die Nase einführten. Auch dieses
Rohr wurde Tabaco genannt. Serner bezeichnet Pane die grünen
Blätter der Cohobba als ein vortreffliches, von den Indianern
hochgeschätztes Wundkraut. Aus den Berichten der meisten For—
schungsreifenden der damaligen Zeit kann geschlossen werden,
daß die letzterwähnte Art des Cabakgenusses fast die allgemein
übliche war. Demnach beruhte die physiologische Wirkung auf
einer Reizung der Geruchs- nicht aber der Geschmacksnerven
und erinnert damit an den Rultus der Kauchopfer, welcher im
alten Tempeldienste bei den Griechen und Juden üblich war,
wobei Weihrauch- Ambra- und ähnliche Düfte eine große Kolle
spielten. Auch die Indianer hielten die Träume, welche bei dem
durch den Tabaco erzeugten Kausche eintraten, für Nachrichten
aus einer andern Welt. Nach den Berichten von Walther Kaleigh
(16595 1506) soll der Tabak zur Zeil der Entdeckung Amerikas
schon im ganzen Antillenarchipel gepflanzt worden sein. Auch
in Zentralamerika und Mexiko war das Tabakrauchen im Jahre
1519, zur Zeit der Eroberuͤng durch Cortez, schon allgemein in
Ubung, wobei der Tabak, mit Rosenblättern, Ambra usw. ge—⸗
mischt, in schön verzierte Schilfrohre gefüllt wurde. Später
borgenommene Husgrabungen zeigten, daß schon früher die
Azteken Tabakpfeifen aus Ton brannten, welche die verschieden—

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        <pb n="11" />
        Anfänge des Tabakgenusses in Euror

sten Menschen- und Tierfiguren darstellten. Dz iger
Spanier fanden sehr bald Gefallen an dem Tabkraun, und
im Jahre 1764 führte die spanische en Zentrale
amerika das Tabakmonopol ein. Die ersten Naͤchr r i
Tabakgenuß in Brasilien stammen von dem Rarmt kirAh
André Thevet, welcher im Jahre 1555 im Gefolge eines Mal—
teserritters daselbst an dem Flusse Santo Januario eine Nieder—
lassung, das heutige Rio de Janeiro, gründete. Dagegen liegen
aus dem sfüdlichen Teile und von der Westküste Südamerikas
keine Berichte vor, welche den Tabakgenuß zu dieser Zeit er—
wähnen. In Nordamerika war hinauf bis zu den kanadischen
Sseen das Tabakrauchen lange vor der Entdeckung Amerikas
bekannt. Dies ist durch die Ausgrabungen uralter Grab- und
Altarhügel nachgewiesen worden, in welchen neben Waffen und
schmucksachen auch CTabakpfeifen gefunden wurden. Als Material
zu diesen dienten neben Ton die verschiedensten Steinarten,
welche künstlerisch schön in den mannigfachsten Modellen ver—
arbeitet wurden. Von den daselbst lebenden Indianern wurden
auch Tabakopfer gebracht, indem sie die getrockneten Blätter auf
einem Kohlenfeuer verbrannten. Bekannter ist die Sitte, Ver—
träge nach ihrem Abschlusse durch gemeinsames Rauchen aus
der großen reichgeschmückten Friedenspfeife zu bestätigen, ähn⸗
lich wie heute diplomatische Abmachungen bei einem öffiziellen
Diner mit Wein bekräftigt werden.
Nach Europa gelangte der Tabak zuerst durch Gonzalo
hernandez de Oviedo, welcher den Samen aus Amerika im
Jahre 1519 bei seiner Rückkehr nach Spanien mitbrachte. Die
Pflanze wurde zuerst wegen ihrer schönen Blüte als Zier—
gewächs, später auch zu medizinischen Zwecken angebaut. Jean
sicot, im Jahre 1560 französischer Gesandter in Portugal,
sandte Tabakblätter, deren Wert als Heilmittel er kennen ge
lernt hatte, nach Frankreich als Heilmittel gegen Brustkrebs,
an welchem eine hochgeftellte Dame litt. Gleichzeitig sandte
licot Samen und Anweisungen für den Anbau der Tabak—
pflanzen, welche man ihm zu Ehren Herbe Nicotiane nannte.
Das Kraut wurde zuerst nur als heilmittel verwendet, u. a.
von König Franz II. als Schnupftabak, gegen Kopfweh, während
das Rauchen noch unbekannt blieb. Um diese Zeit enutstand in

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        3

Tabak und Tabakgenuß. hHistorisches

sevilla die erste Schnupftabakfabrik in Europa. Im letzten
Diertel des 16. Jahrhunderts wurde die Tabakpflanze von
Frankreich aus in der Schweiz, Deutschland und Italien bekannt,
und zwar zuerst als Medikament, später als Genußmittei
(Schnupftabak). Der betriebsame Kat von Venedig erklärte die
Sabrikation und den Verkauf von Tabak bereits im Jahre 1657
als Staatsmonopol, dessen Ausübung er verpachtete, womit schon
in den ersten fünf Jahren 46000 Dukaten erzielt wurden.
Diesem Beispiele folgte bald die päpstliche Regierung in Rom.
Das Tabakrauchen wurde in Europa zuerft auf der Iberi—
schen Halbinsel um das Jahr 1550 durch heimkehrende Seeleute
bekannt, welche zerschnittene Tabakblätter aus trichterförmigen
Röhren von Schilf oder Palmblättern rauchten. Auch hier wurde
bald ein Tabakmonopol errichtet, da der Tabakgenuß in jeder
Form schnelle Verbreitung fand. Ein besonderer Liebhaber
zuter Sigarren war König Serdinand VII., dem zu Ehren die
feinste Sorte „Kegalia“ genannt wurde. In England fand das
Tabakrauchen seinen Eingang durch Kolonisten, welche nach der
fehlgeschlagenen Niederlassung in Virginia (Nordamerika) im
Jahre 1586 in die heimat zurückkehrten und das Pfeifenrauchen
von den Indianern angenommen hatten. Schon innerhalb eines
Jahrzehnts wurde das Rauchen zur allgemeinen Sitte und der
Tabak ein wichtiger Handelsartikel. Aus dieser Zeit stammt
auch die noch heute bekannte Figur eines neben einer Tabak—
rolle sitzenden Negers, welche als Wahrzeichen vor den Tabak—
läden stand. König Jakob J. machte den erfolgreichen Versuch,
durch eine Steuer von 6 Schilling 10 Pence auf den Zentner
Tabak dessen rapide ECinbürgerung als Genußmittel zu hemmen.
Nachdem Karl J. durch eine hohe Lizenzgebühr für den Verkauf
von Tabak den zerrütteten Finanzen eine Einnahmequelle
schaffte, wurde im Jahre 1625 das Tabakmonopol eingeführt,
während des Bürgerkrieges im Jahre 1643 aber vom parla—
ment wieder abgeschafft und durch eine geringe Abgabe auf
Tabak ersetzt. Inzwischen hatte man in England den Tabakbau
begonnen. Dieser wurde aber im Jahre 1652 wieder verboten,
um den amerikanischen VRolonien, welche durch den mit dem
Monopol verbundenen Zwang zum Verkaufe ihres Tabaks sehr
verstimmt waren, keine Konkurrenz zu machen. Der Tabakgenuß
        <pb n="13" />
        Ausdehnung des Tabakgenusses in Curopa 9
und der Tabakhandel machten in der Solge riesige Fortschritte
trotz der mehrmaligen Erhöhung der Abgaben. Von England
gelangte die Rauchsitte nach Holland und Belgien, und
zwar nicht allein durch die Seeleute, sondern auch durch englische
Studenten, welche in großer Sahl die damals berühmte Univer—
sität Leiden besuchten. Schon im Jahre 1610 bestand in holland
ein ausgedehnter handel in Tabak, welcher aus Mittel- und
Nordamerika eingeführt wurde. In Frankreich wurde das
Tabakrauchen zu Beginn des 17. Jahrhunderts unter Cud—
wig XIII. bekannt. Nach der Eroberung der Antillen wurde
der Tabak von dort bezogen. Im Jahre 1629 erhob die Re—
zierung eine Abgabe von 30 Sous pro Pfund, und im Jahre
1635 wurde der öffentliche Verkauf verboten, um den Tabak—
genuß zu unterbinden. Nur die Apotheken durften Tabak verab—
reichen, und zwar auch nur auf ärztliche Verordnung. Als unter
Cudwig XIV. das Verbot wieder aufgehoben wurde, nahm der
Derbrauch, besonders unter den Matrosen und Soldaten, schnell
zu, und in der Folgezeit wurde während der Feldzüge den
soldaten Tabak geliefert, um sie bei guter Stimmung zu er—
halten. Unter Colbert wurde 1674 das Tabakmonopol einge—
führt, welches den Staatskassen bald einen jährlichen Pacht—
schilling von einer halben Million Livres einbrachte. Nachdem
das Tabakmonopol im Jahre 1789 aufgehoben, wurde es unter
Napoleon J. im Jahre 1811 aufs neue eingeführt, in eigener
Staatsregie hetrieben und dabei auch die Herstellung von Si—
garren aufgenommen.
Während des Dreißigjährigen KUrieges wurde in Deutsch—
land das Tabakrauchen durch englische Soldaten bekannt, welche
im Jahre 1620 dem König Friedrich von Böhmen als hilfs—
truppen dienten. Nach dem Westfälischen Frieden wurde eine
Zeitlang von weltlichen und geistlichen Regierungen gegen das
Tabakrauchen geeifert und dieses teilweise mit hohen Strafen
—B
einem Berichte an das Konsistorium im Jahre 1667: „Wenn
die Bauern in der kleinen Kirche vor dem Pfarrer sitzen und
atmen, geht ihm von ihrem Tabaksaufen ein solcher Gestank
entgegen, daß er meint, er müsse davongehen.“ Von Deutschland
 gelangte das Tabakrauchen in die Schweiz. Im Jahre
        <pb n="14" />
        10 Tabak und Tabakgenuß. Historisches
1656 wurden die Raucher im Kanton Appenzell vor den Rat
zitiert und bestraft. Der Rat von Bern errichtete im Jahre
1665 ein eigenes Tabakgericht (chambre du tabac), wo für
das Tabakrauchen die gleichen Strafen wie für Ehebruch ver—
zdängt wurden. Die in den verschiedensten Gebieten erfolgten
Anfeindungen konnten aber auf die Dauer dem Tabakgenusse
nicht Einhalt tun, und die Tabakgesellschaften des Rurfürsten
Friedrich III. von Brandenburg sowie das Tabakkollegium des
preußischen Königs Friedrich Wilhelm J. haben historijschen Ruf
erlangt. Das Tabakschnupfen wurde in Deutschland gegen Ende
des 17. Jahrhunderts durch eingewanderte Hugenotten einge⸗
führt und fand viele Verehrer, zu denen auch Friedrich der
Große zählte. Der erste VDersuch, Tabak in Deutschland anzu⸗
bauen, wurde im Jahre 1620 von einem Kaufmann in Straß—
burg beabsichtigt, welcher den Samen aus Hholland mitgebracht
hatte. Der Rat der Stadt widersetzte sich anfänglich diesem
Dersuche, aus Besorgnis, damit dem Getreidebau zu schaden.
Indessen wurde im Jahre 1660 schon viel Tabak im Elsaß
und den angrenzenden Gebieten von Baden, der Pfalz und der
schweiz angebaut. Sriedrich der Große führte im Jahre 1766
das Tabakmonopol ein und förderte den Tabakbau in Branden—
burg durch Prämien. Die ersten Tabakpfeifen auf dem Kon—
tinent wurden aus weißem Ton in Gouda (Holland) hergestellt,
alsdann auch in Hessen und Röln. Später kamen Pfeifen aus
holz, Metall, Glas und Porzellan sowie die kostbaren reich⸗
geschnitzten Meerschaumpfeifen in Aufnahme. Der zu Anfang
des 17. Jahrhunderts in Schweden und Norwegen durch
englische Seeleute eingeführte Tabakgenuß fand dafelbst trotz
eines von Gustav Adolf erlassenen Rauchverbots bald große
Verbreitung. Man verkaufte dort im Jahre 1616 eine Elie
Rollentabak zu einer Mark. Auf die gleiche Weise kam die
Sitte nach Rußland. Auch dort wurde don Zar Michael Fedo—
rowitsch ein Rauchverbot erlassen, weil man die in Moskau
häufig auftretenden Seuersbrünste dem Tabakrauchen zuschrieb,
trotzdem sie durch die Bauart der fast nur aus holz errichteten
häuser leichter erklärlich waren. Peter der Große hob das mit
Anute und Verbannung nach Sibirien belegte Rauchverbot wieder
auf und errichtete ein Tabakmonopol, welches er seinem Günst—
        <pb n="15" />
        Tabakgenuß in Afrika und Asien 11
ling Mentschikoff verpachtete. Unter Katharina 11. wurde der
Tabakbau durch deutsche Kolonisten in Rußland eingeführt.
Ebenfalls durch englische Seeleute wurde das Tabakrauchen im
Jahre 1605 in der Türkei bekannt. Daß sich dieses sowie
das Kaffeetrinken dort so ungewöhnlich schnell und in allen
Volksschichten verbreitete, mag seine Erklärung darin finden,
daß der Islam ein ähnliches vielbenutztes Reizmittel, den
Alkoholgenuß, verbietet. Murad IV. hielt die Kaffeehäuser
für die Sammelpunkte der politisch Unzufriedenen; er ließ
deshalb diese Hhäuser zerstören und verbot gleichzeitig das
Kauchen unter Todesstrafe. Dieses Verbot wurde unter der
Regierung von Mohammed 1V. aber wieder aufgehoben.
Die vereinzelt aufgestellte Behauptung, daß der Tabakgenuß
in Afrika schon früher als in Europa bekannt gewesen sei,
läßt sich kaum aufrechterhalten; denn in den ältesten Forschungs—
berichten über Afrika wird Tabak nirgend erwähnt. Man kann
daher wohl mit Sicherheit annehmen, daß derselbe durch die
Seefahrer von Portugal, Spanien, England und holland aus
in den verschiedenen Teilen dieses Kontinents eingeführt wurde.
Die Neger an der Westküsfte sahen die portugiesischen und spani—
schen Sklavenhändler Tabak rauchen und ahmten dies nach.
Hach Berichten des Engländers William Finch, welcher im
Jahre 1607 Sierra Leone besuchte, wurde damals schon von
den Negern Tabak in der Nähe der hütten angepflanzt. Um
diesen milder zu machen, pressen die Neger den Saft aus den
frischen Blättern, und erft dann wurden letztere geschnitten
und am Seuer getrocknet. Besonders leidenschaftlich betrieben
die hottentotten das Rauchen; hatten sie keinen Tabak, so dienten
ihnen hanf oder trockene Kräuter als Ersatz. Auf dem früher
beschriebenen Wege gelangte der Tabakgenuß auch in die Länder
an der Nord- und Ostküfte Afrikas. Auch Asien wurde erst
von Europa aus mit dem Tabakgenuß bekannt gemacht. Der—
selbe verbreitete sich zu Beginn des siebzehnten Jahrhunderts
von der europäischen Türkei aus in alle unter osmanischer
herrschaft stehenden Länder. Man rauchte den Tabak aus der
„Tschibuk“ genannten Pfeife, deren Kopf aus rotem geschlämmten
Ton gebrannt war, in dessen Seitenöffnung ein langes Schilf—
rohr gesteckt wurde. Die Pfeifen wurden in der Folge sehr luxu—
        <pb n="16" />
        12 Tabak und Tabakgenuß. historisches
riös mit Verzierungen aus Gold und Cdelsteinen ausgestattet.
Bereits im Jahre 1680 wurde in Berichten die Tabakkultur von
syrien erwähnt. In Persien wurde neben dem Tschibuk auch
die Wasserpfeife benutzt. Diese besteht aus einer zur Hälfte
mit Wasser gefüllten Flasche, deren Verschluß zwei Offnungen
hat; durch die obere Offnung wird ein bis in das Wasser reichen—
des Glasrohr gesteckt, welches an seiner Spitze den tönernen
Pfeifenkopf trägt, während in der seitlichen Offnung mittels
eines Glasrohres, welches in der Flasche oberhalb des Wassers
endet, ein innen durch eine Drahtspirale verstärkter Lederschlauch
mit dem Mundstück angebracht ist. Der Tabakdampf wird beim
Passieren des Wassers abgekühlt und gleichzeitig in seiner
Schärfe gemildert. Von Persien aus wurde der Tabak durch die
Narawanenzüge in die angrenzenden Länder Zentralasiens ver—
hreitet, während Indien, China und Japan durch europäische
seefahrer denselben kennen lernten. In einigen dieser Länder
setzte man dem Tabak mannigfache Ingredienzen zum Parfü—
mieren zu, so z. B. Kosenwasser, einige Gewürze und Rügelchen,
welche aus dem verdickten Safte der Blätter und Spitzen von
hanf hergestellt waren. (Der indische hanf (Canabis indica]
wird heute noch wegen seines scharfen stechenden Geruches und
ätzenden Geschmacks zu den bekannten Asthmazigaretten ver—
arbeitet.) Schon in der ersten hälfte des 17. Jahrhunderts
wurde in Vorder- und hinterindien viel Tabak angebaut, und
bald darauf nahmen auch China und Japan die Tabakkultur auf.
Die im Jahre 1602 gegründete Holländisch-Oftindische Kompag—
nie brachte den Tabakgebrauch auf die Sundainseln, und zwar
zuerst nach Java, wo sich auch bald der Tabakbau entwickelte.
Auf den Philippinen gründeten die Spanier im Jahre 1560
die erste Niederlassung; sie führten neben dem Tabakgenusse
auch bald den Anbau von Tabak ein, wozu sie den Samen aus
Mexiko mitbrachten. Viel später wurde der CTabak in Austra—
lien bekannt, fand aber auch dort bald sehr viele Liebhaber.
Es muß noch erwähnt werden, daß fast überall die Frauen
dem Tabakgenusse in gleicher Weise wie die Männer frönten.
Der Schriftsteller S. M. Moscherosch schrieb im Jahre 1642,
daß am Rhein und in Baden auch viele Frauen aller Stände
Pfeifen rauchten, und Otto v. Kotzebue berichtet in seiner Schrift
        <pb n="17" />
        Das Wachstum der Tabakpflanze 13
über eine Entdeckungsreise nach den Philippinen, daß die Frauen
sich mit den gewöhnlichen kleinen Sigarren nicht begnügen,
sondern sich etwa 1 Fuß lange und entsprechend dicke sogenannte
Weiberzigarren anfertigen ließen.

II. Botanik und Chemie des Tabaks.
A.Botanisches.

8

Die Pflanze Tabak (Nicotiana) ist ein Glied der großen Fa—
steilie der Nachtschattengewächse (Solanazeen), welcher von be—
kannteren, teilweise auch in der Medizin verwendeten Pflanzen
der Stechapfel, die Tollkirsche, Bilsenkraut und Bittersüß u. a. m.
angehören. Mit dem nüzzlichsten Gliede dieser Familie, der
Kartoffel (Solanum tuberosum) hat die Tabakpflanze die nur
einjährige Lebensdauer gemein. Die Pflanzen erreichen je nach
Art und Klima eine höhe von 75 cm bis zu 3m. Die von der
Wurzelkrone ausgehenden 628 Nebenwurzeln dringen nicht tief
in den Boden, sondern teilen sich sehr bald in ein dichtes Netz
von Fasern und verlaufen in leicht geneigter Richtung; die
doldenförmig stehenden Blüten erscheinen an der Spitze des
Stengels und sind je nach der Spielart von roter, weißer, gelber
oder grüner Farbe. Die aus dem fünfteilig gekerbten, glocken—
förmigen UKelche aufsteigende Blütenkrone ist meist trichter—
förmig und endet oben in fünf schrägstehende Lappen. Der den
fadenförmigen sStengel tragende Fruchtknoten ist von fünf leicht
nach außen gebogenen Staubgefäßen umgeben. Zuerst blüht
die an der höchsten Stelle stehende Blüte auf; ihr folgen sehr
schnell nacheinander in der Reihenfolge die weiter unten stehen—
den Blüten. Nach 260—34 Tagen sind die Pflanzen verblüht,
nachdem die Befruchtung, welche sowohl durch Selbstbefruchtung
als auch durch Fremdbefruchtung erfolgt, schon vorher stattge—
funden hat. Die danach sich aus dem Fruchtknoten entwickelnde
Samenkapfel enthält eine sehr große Sahl brauner Samenkörner,
von welchen eine einzige Pflanze bis zu 40 000 Rörner liefert.
Der anfangs weiche, krautartige Stengel ist grün, rund und mit
Drüsenhaaren besetzt, wird aber später holzig und dadurch wider—
sftandsfähig gegen Winddruck usw. Die Pflanze trägt 8-22
Blätter, welche am Stengel wechselständig angeordnet sind;
        <pb n="18" />
        14 Botanik und Chemie des Tabaks
die Unterseite der Blätter ist hellgrün. Die dunkelgrüne Ober—
seite ist dicht mit Haaren besetzt, die am Grunde zu Drüsen
zusammengeschlossen sind, welche einen braunfarbigen Stoff
enthalten und sich klebrig, etwa wie Wachs, anfühlen. Die
Blätter wachsen an der Pflanze ohne Seitenblätter, indessen
bilden sich bei vorgeschrittener Vegetation aus den Blattwinkeln
sehr häufig Schößlinge, welche das Wachstum der Blätter beein—
trächtigen. Die Größe der Blätter nimmt von dem Fuße des
Stengels bis zu dessen Spitze ab, indessen sind die unmittelbar
am Boden wachsenden Blätter nicht ganz so groß wie die nächst
höher stehenden.
Man unterscheidet drei Arten: n. tabacum, n. macrophylla,
a. rustica, von welchen im ganzen etwa 40 Spielarten bekannt
sind. Infolge der starken Neigung zur Kreuzbefruchtung ent—
stehen sehr häufig neue Spielarten. Wir beschränken uns des—
halb auf die Beschreibung derjenigen, welche als Typen für
handelsgewächse zu betrachten find.
1. Nicotiana tabacum (rrginischer Tabak, auch gemeiner
Tabak genannt, Abb. 1 8. 15). Als die heimat dieser ärt wird
Dirginia (Dereinigte Staaten von Nordamerika) angesehen. Die
Blüte ist fleischfarbig. Der Stengel verzweigt sich in der oberen
hälfte. Die Blätter stehen dicht am Stengel; deren obere hälfte
ist meist in spitzem Winkel nach unten gebogen. Die Blattform
ist eis oder lanzettförmig. Die Blattsubstanz ist dick; die Seiten—
rippen des Blattes stehen ziemlich spitzwinklig an der Mittel—
rippe. Von den beiden Unterarten: 1. ungeftielter virgini—
scher Tabak, bei welchem die Blätter gleich am Stengel sitzen, und
2. gestielter virginischer Tabak, mit gestielten Blättern, kann
die letztere außer Betracht bleiben, da dieselbe wegen des für
die industrielle Perwendung ungünstigen Verhältnifses zwischen
stiel bzw. Rippe zum Blatte (zu schweres Gewicht der Rippe)
als handelsgewächs nicht mehr angebaut wird. Von unge;
stieltem virginischen Tabak unterscheidet man folgende Spiel—
arten: a) Schmalblättriger virginischer Tabak. Die Blätter
stehen dicht am Stengel, hängen von der Mitte abwärts, so daß
die Spitzen oft den Boden berühren; sie sind sehr schmal (Breite:
Cänge — 1: 6). Die Blattfubstanz ist dick und ohne Blasen. Diese
früher in der Pfalz und Elsaß meistverbreitete Art wird heute
        <pb n="19" />
        Abb. I. Nicotiana tabacum.

Abb. 2. Nicotiana macrophyisa.

Abb. 3. Tabakversuchsfeld Bellheim.*
        <pb n="20" />
        16 Botanik und Chemie des Tabaks
nur noch selten angebaut, da das Rippenverhältnis zu ungünstig
ist. b) Gewöhnlicher virginischer Tabak. ähnlich der vor—
hergehenden Art, zeigt er gegen diese folgende Unterschiede:
Die Blattsubstanz ist etwas blasig. Die Breite ist ein Viertel
— DD
virginischer Tabak. ühnlich dem gewöhnlichen virginischen Tabak.
Die Blätter sind aber nicht abgebogen, sondern stehen gerade
und haben weiße Rippen, weshalb er auch weißrippiger virgi—
nischer Tabak genannt wird. Auch diese Sorte wird nur noch
wenig angebaut, so in Ostpreußen, Schlesien und Thüringen.
d) Steifblättriger virginischer, auch Vinzer-Tabak genannt
nach einem Lehrer Vinzer, welcher den Samen zuerst nach Baden
brachte. Diese Sorte ist auf dem Felde leicht zu erkennen; denn
die Blätter sind nicht herabgebogen, sondern stehen spitzwinklig
am Stengel steif aufrecht. Die Blattsubstanz ist nicht blafig, aber
sehr dick. Breite: Cänge — 1:3. Auch diese Sorte wird nicht
mehr viel angebaut. e) Breitblättriger, auch wegen seiner
Blattform breitlanzettförmiger virginischer Tabak genannt. Die
Blätter stehen ziemlich entfernt voneinander am Stengel und
sind von dünner Substanz, wenig blasig. Die Mittelrippe ist
ziemlich dick, die in weniger spitzem Winkel verlaufenden Seiten—
rippen dünn. Breite: änge — 1: 225. Eine Unterart dieser
Sorte wird in Baden sehr viel angebaut und ist dort bekannt
unter dem Namen Goundie (sprich: Gundi), eines Konsuls,
welcher im Jahre 1848 den Samen aus Umerika einem ver—
wandten badischen Tabakpflanzer sandte. 5)) Dickrippiger
virginischer, auch Friedrichsthaler (Dorf in Baden) Tabak
genannt. Die Blätter von blasiger, dünner Substanz stehen eng
beisammen am Stengel und haben in der Mitte die größte Breite.
Die Nebenrippen verlaufen in spitzem Winkel zur hauptrippe,
welche sehr stark ist. Diese Sorte wurde wegen des hohen Ge—
wichtsertrages früher in der Pfalz viel angebaut, fand aber
später wegen des ungünstigen Rippenverhältnisses geringere
Aufnahme. 8) Dickrippiger blasiger virginischer, auch
Amersforter Gorf in holland) Tabak genannt. Der vorher—
gehenden Sorte ähnlich, von dünner, faltiger, sehr blasiger Sub—
stanz. Das in der Mitte breiteste Blatt verjüngt sich nach unten
sehr schnell und bildet am Stiel Flügel. Dieser Sorte entftammt
        <pb n="21" />
        Hauptarten der Tabakpflanze
der in Baden und Elsaß wegen feiner guten Qualität sehr be—
liebte Geudertheimer (Dorf in Elsaß) Tabak. Die Blattlänge
ist nur wenig größer als die doppelte Blattbreite.
2. Nicotiana macrophylla (n. latissima,. Marnland-Tabak,
Abb.2 s8. 15). Der runde Stengel ist mit Mark gefüllt und
verzweigt sich in der oberen hälfte. Die Blüten, rosa bis rot—
farbig, stehen in Rispen oder Trugdolden; die enge walzen⸗
förmige Blumenröhre ist oben glockenförmig, und der Squm
verlängert sich in fünf Sipfel. Die Pflanze erreicht eine höhe
bis zu 3m. Die fast rechtwinklig am Stengel stehenden Blätter
sind in weiten Abständen voneinander entfernt und sind nicht
von blasiger Substanz. Die Adern des Blattes stehen in großem,
spitzem, fast rechtem Winkel zur Mittelrippe. Diese Art wird
meist nur in den füdlicheren Teilen der gemäßigten Zone an—
gebaut, welche, wie ihre Hheimat Marnyland, einen sehr heißen
Sommer haben. Wie bei m. tabacum unterscheidet man auch
hier nach der Stielung zwei Unterarten: 1. Ungestielter
Maryland-Cabak; dessen Blätter sind ungestielt und am unteren
Ende ohrenförmig ausgewachsen. Spielarten: a) Länglich—
blättriger Maryland-Tabak. Das Plaut ist lanzettförmig,
von dünner, blasenloser Substanz. Die Mittelrippe und die weit
auseinanderstehenden Seitenrippen sind dünn. Blattlänge: Breite
—2164 (bis 3): 1. Der reinste Typus dieser Spielart findet sich
außer dem in Maryland gebauten Tabak bei den Gewächsen aus
Brasilien, Portoriko, Kuba und Denezuela Marinas). uch im
deutschen Tabakbau ist diese Art vielfach vertreten. 0) Breit—
blättriger Maryland-Tabak. Die Pflanze wird sehr hoch,
Die am Stengel weit voneinander entfernten Plätter stehen auf—
recht; sie sind glatt, dick und fühlen sich fettig an. Die Blatt
länge ist gleich der doppelten Breite. Die in der Pfalz be—
triebenen Anbauversuche hatten ein ungünstiges Ergebnis, da
das Klima anscheinend unzuträglich war. Diese Art wird teil—
weise in Amersfort angebaut. ) Großblättriger Mary⸗
land-Tabak. Auch unter dem Namen Ohio⸗Tabak bekannt, ist
der vorhergehenden Art ähnlich. Die wenig blasigen rundlichen
Blätter sind fast ebenso breit wie lang. Die Blattform in
Derbindung mit der düuneren Blattsubstanz verurfacht, daß die
Blätter leicht durch Windstöße verletzt werden. d) Ovales
AnuG 416: Wolf, Der Tabak. 2 Aufl.

17
        <pb n="22" />
        18 Botanik und Chemie des Tabaks: Analysen
sehr breites Blatt von ziemlich dicker, wenig blasiger
Ssubstanz, dessen Nebenrippen rechtwinklig zur hauptrippe stehen.
Länge: Breite — 3: 2. Wird teilweise auch in Ungarn und
Hriechenland angebaut, ist aber im allgemeinen nur wenig
verbreitet. 2. Gestielter Maryland-Tabak. Die an dem
dünnen hohen Stengel weit auseinanderstehenden Blätter sind
breit oval, klein, von dicker, blasenloser Substanz. Die Neben—
rippen stehen rechtwinklig an dem mit Flügeln besetzten Stiel.
Wird in China sowie teilweise in der Türkei angebaut.
3. Nicotiana rustica (Bauern- oder Veilchentabak). Der
harte, glatte Stengel erreicht eine höhe von höchstens 1m und
perzweigt sich gleich am Boden. Die Blüte ist grünlichgelb, mit
verkehrt eiförmiger Blumenröhre, welche sich oben zu einem
faltigen Saume mit abgerundeten Lappen verbreitert. Die ovalen
oder rundlichen Blätter sind langgeftielt, von dicker, blasiger,
glatter Substanz und stehen fast rechtwinklig am Stengel; ihre
Mittelrippe ist sehr dick, mit rechtwintlig stehenden Seitenrippen.
Von den beiden bekannten Spielarten wird der kleinblättrige
Deilchentabak nicht angebaut; der großblättrige Deilchentabak
(O. rustida cordata), mit schwach herzfoͤrmigem Ausschnitt am
Sstielansatz, wird vielfach in Syrien als Sigarettentabak sowie
in Deutschland, in Westpreußen, unter dem Hamen „Rundblatt“
und in der Gegend von Nürnberg als „veilchentabat“ angebaut.
Der letztere ist kenntlich an dem an Veilchen erinnernden Ge—
ruche. Er wird für die Verarbeitung nicht fermentiert, sondern
nur getrocknet und dient zur herstellung von Pfeifeniabak.
B. die chemischen Bestandteile des Tabaks.
Die für die praktische Verwertung wichtigsten Ergebnisse der
chemischen Untersuchung des Tabaks richten sich auf die Unter—
suchung der Verbrennungsprodukte, von welchen namentlich die
zusammensetzung der Asche dem Pflanzer einen gewissen Rück—
schluß auf die Eignung des Ackerbodens und dessen Düngung
gestattet, während die Untersuchung der verbrennlichen Bestand—
teile sowie des Cabakrauchs mehr den Physiologen und hogieniker
interessiert. Da die überwiegende Menge des Tabaks in Form
des Rauchens verbraucht wird und deshalb eine moöglichst große
Glimmfähigkeit haben muß, so sind die hierauf gerichteten
        <pb n="23" />
        Nikotingehalt verschiedener Tabaksorten 19
Untersuchungen von besonderer Wichtigkeit. Die Analysen er—
gaben je nach der Derschiedenheit der untersuchten Gewächse be—
deutende Schwankungen in der Zusammensetzung folgender Be—
standteile der RKeinafche: Nali, Natron, Kalk, Magnesia, Phos—-phorsfäure,
 Schwefelfäure, Eisenoxyd, Kieselsäure und Chlor.
Der badische Agrikulturchemiker Neßler stellte auf Grund vieler
Dersuche folgende Tabelle zusammen;:

Zahl der Proben

Glimmdauer in Sekunden

Gehalt des Tabaks an
CThlor in Kali in o4

25 und mehr 04
13 24 022
8412 067
127 3.73

4
3,5
28
22

Ueßler schließt daraus, daß die Glimmfähigkeit von starkem
Gehalt an Kali, aber geringerem Gehalt an Chlor abhängig ist,
und diese Behauptung wurde auch von allen andern Seiten
bestätigt. UÜber die praktischen Folgen dieser Feststellung wird
in einem späteren Abschnitte noch berichtet. Von den verbrenn—
lichen Bestandteilen des Tabaks sind als wichtigste zu nennen:
Apfelsäure, harz, Sitronensäure, Oxalsäure und das den Falen
am meisten interessierende Nikotin, eine in chemisch reiner
Sorm farblose, leicht bewegliche Flüssigkeit, welche sich an der
Cuft und im Sonnenlicht bald braun färbt und allmählich zu
harz verdickt. Der Chemiker Dr. Kißling hat den Nikotingehalt
vieler Tabaksorten festgestellt, wobei sich Unterschiede von 4,8
bis 0,6800 der Trockensubstanz des fermentierten Tabak— er⸗
gaben. hierbei zeigte fich, daß bei ein und derselben Sorte der
Nikotingehalt je nach der Beschaffenheit des Gewächses erheblich
verschieden war; so fand Kißling 3. B. bei havanna 1,9- 390
bei Elsässer 0,921,9100, bei Brasil-Tabak 1,142, 78060 Nitfo.
tin. hierbei ist bemerkenswert, daß von den beiden erstgenannten
Sotten die untersuchten Blätter einem einzigen Ballen entnom—
men wurden. Dieselben wurden nur nach ihren äußeren Merk
nalen sortiert und getrennt untersucht, und damit wurde be—
stätigt, daß der Nikotingehalt nicht so sehr von der Sorte al⸗—
von der individuellen Beschaffenheit des Blattes abhängt, inso—
        <pb n="24" />
        20

Der Tabakbau

fern als saftige dicke Blätter viel nikotinreicher sind als dünne,
trockne Blätter. Cbensowenig kann der Nikotingehalt als Maß—
stab für die gute oder geringere Qualität von Tabak gelten,
was schon aus den vorher angeführten Verhältniszahlen der im
Qualitätswerte grundverschiedenen Tabaksorten ersichtlich ist.
III. Der Tabakbau.

Bodenbeschaffenheit und Klima. Die weitaus überwiegende
Menge des Kohtabaks dient dem Rauchgenusse, während eine
nur verhältnismäßig sehr geringe Teilmenge zu Kau- und
schnupftabak verarbeitet wird. Außerdem wird in neuerer
Zeit ein allerdings verschwindend geringer Teil zur herstellung
von Tabakertrakt verwendet, der entweder ungemischt oder in
Verbindung mit chemischen Stoffen als Mittel zur Vertilgung
von pflanzlichen oder tierischen Parasiten (Schädlingen an Weim
reben, Ungeziefer bei Schafen usw.) verbraucht wird. Die Er—
wähnung der verschiedenartigen Verwendungszwecke des Tabaks
ist insofern wichtig, als jeder derselben andere Ansprüche an die
Beschaffenheit des Rohmaterials stellt, welche bei dessen Auf—
zucht in Betracht zu ziehen sind.
Derjenige Tabak, welcher zu Vertilgungsmitteln von Parasiten
verarbeitet wird, soll schweres, möglichst nikotinreiches Blatt
haben, während irgendwelche andere Ansprüche an dessen Quali—
tät nicht gestellt werden. Soll der Tabak zur Herstellung von
au⸗ oder Schnupftabak dienen, so soll das Blatt kräftig und
fett, aber dabei von guter Qualität sein. Im Gegensatze hierzu
verlangt man von Tabak als Rohmaterial für die zum Rauchen
dienenden Fabrikate neben guter Qualität ein leichtes, üppigesBlatt
mit möglichst dünnem Stengel und dünnen Kippen, eine sichere
Glimmfähigkeit sowie gleichmäßig reine Farbe. Die Beschaffenheit
des Acker bodens ist von erheblichem Einflusse auf die Artung
des darauf gepflanzten Tabaks. Wenig durchläffige Oberschichten
von toniger Erde oder sumpfige Böden, weiche ein leichtes Ver—
sickern der Feuchtigkeit verhindern oder gar selbst zu naß sind,
eignen sich deshalb nicht zum Anbau von Tabak, welcher zum
Kauchgenusse bestimmt ist; derartige Böden geben der Pflanze
zu starken Gehalt an Chlor ab, und dieses beeinträchtigt gleicher—
        <pb n="25" />
        kKlimatische Vorbedingungen
weise die Qualität und die Glimmfähigkeit des Tabaks. Für den
Anbau von Tabak kommen deshalb entsprechend dessen vornehm—
licher Verwendung als Rauchmaterial, nur leichte, aus Sand
und Lehm gemischte Ackerböden in Betracht. Diese sollen mit
einer starken humusdecke versehen sein, damit die Pflanzen in
der kurzen Wachstumsperiode sich schnell und kräftig bewurzeln
können. Das zum Tabakbau am besten geeignete Klimad ist
die heiße, sowie die wärmeren Breiten der gemäßigten Zone;
zwar findet man den Tabakbau auch in höheren Breitengraden,
so z. B. in Dänemark und Skandinavien bis zu 620 nördl. Breite,
aber weder die Menge noch die Qualität des Produktes sind von
irgendwelcher Bedeutung.
Ein wirtschaftlich ersprießlicher Tabakbau ist auch innerhalb
der gemäßigten Zonen nur da möglich, wo die mittlere Jahres—
temperatur nicht unter 16C sinkt. Wenn trotzdem in kälteren
Hegenden teilweise ein beachtenswerter Tabakbau angetroffen
wird, so erklärt sich dies durch die Tatsache, daß häufig in eng
begrenzten örtlichen Gebieten die meteorologischen Verhältnisse
infolge eigenartiger Bodengestaltung, Bewaldung usw. eine starke
Abweichung von der Umgebung zeigen. Betreffs der Vorbedin—
zungen des zum Tabakbau geeigneten Klimas ist weiter zu er—
vähnen, daß genügende Niederschläge, und zwar eine Regen⸗
menge von durchschnittlich zirka 6650 min, zum Tabakbau erforder—
lich sind. Ferner behindern zu heftige CLuftströmungen während
der Wachstumsperiode den Tabakbau, da die verhältnismäßig
schweren und nur von einem dünnen Stengel getragenen Blätter
durch heftige Windstöße abgebrochen oder verletzt werden, wo—
durch das Wachstum und die spätere Verarbeitungsfähigkeit
stark beeinträchtigt werden.
Die Technik des Tabakbaues. Der Tabak wird nicht wie die
meifsten übrigen handelsgewächse, z. B. Getreide, Leinsamen u. a. m.,
sogleich auf das Feld gesät, sondern man zieht aus dem Samen
in besonders angelegten Saatbeeten die Pflänzlinge, welche
später auf das Feld ausgesetzt werden. Die Aufzucht der Pflänz⸗
linge beginnt in Deutschland je nach der Witterung zwischen
Mitte und Ende März. Die Anlage der Saatbeete erfordert
besondere Sorgfalt, da der Samen zu seiner Keimfähigkeit einer
großen Wärme bedarf und das Eindringen von tierischen Schäd—
        <pb n="26" />
        22 Der Tabakbau

lingen, wie Schnecken usw., streng vermieden werden muß. Man
hat deshalb die frühere übung, Sgatbeete auf Freiland anzu—
legen, meistens aufgegeben. Es werden vielmehr heute Tiefbeete
angelegt, indem man einen aus alten holzschwellen oder ähn⸗
lichem Material erstellten Kasten von 60cm lichter Tiefe in
den Boden eingräbt. Der Standort des Beetes ist gegen Nord—
und Ostwind zu schützen und soll der Sonnenbestrahlung mög—
lichst zugänglich fein. In den so untergebrachten Kasten wird
eine Lage Pferdemist in höhe von 302 35 cm eingestampft, auf
welche in höhe von etwa 20-256 em gesiebte Komposterde auf—
getragen wird. Die Ränder des Saatbeetes werden mit einer
starken Kalkschicht bedeckt, um das Eindringen von tierischen
Schädlingen zu verhindern. Nachdem das so vorgerichtete Beet
324 Tage gestanden hat, kann der Samen in dasselbe einge—
bracht werden; dieser wird zur Förderung des Wachstums häufig
vorher gekeimt, indem man ihn einen Tag lang in lauwarmem
Wafser erweicht und nach Ablaufen des Wassers, mit feiner
Asche gemischt, in einem durchlässigen Beutel an einem warmen
Orte in geschlossenem Raume aufhängt. Die durch Verdunsten
schwindende Feuchtigkeit ist durch Bespritzen mit lauwarmem
Wasser regelmäßig zu ersetzen. Das Ueimen des so behandelten
Samens beginnt in der Regel am fünften Tage und ist an weißen
Pünktchent auf den Samenkörnchen erkennbar. Die Samenkörner
find leicht und klein; je nach der Art wiegen 900015 000 Kör—
ner 18. Für die Bemessung der Slächengröße der Saatbeete
dient-folgende Berechnung. Die Pflanzen werden auf dem Selde
in Abftänden von zirka 40 cm gesetzt; in neuerer Seit läßt man
vielfach zwischen je zwei Reihen einen Abstand von 50-60 cm,
um eine Verletzung der Blätter während der späteren Feldbe—
handlung zu vermeiden. Mithin sind zu 100 qm etwa 5000,
also zu 1ha 50 000 pflanzen nötig. Man pflanzt in der Regel
0,5g Samen auf 1qm Samenbeet. Da nun viele Samenkörner
nicht rechtzeitig aufkeimen, ferner manche Pflänzlinge auf dem
Felde eingehen und deshalb später durch andre erfetzt werden
müssen, so rechnet man vorsichtshalber 208 Samen pro ha,
welche demnach insgesamt Saatbeete von 40 qm Släche erfordern.
Da zur Erzielung guter Pflänzlinge eine äußerft gleichmäßige
Verteilung der Samenkörner auf die ganze Beetfläche erforder—
        <pb n="27" />
        23
lich ist, so vermischt man dieselben mit, ungefähr der vierfachen
Gewichtsmenge weißer feiner Asche oder Gips und streut die
Mischung gleichmäßig auf das Samenbeet. Alsdann wird das
Beet mit fein gesiebter Komposterde bestreut und mit einer
kleinen Walze oder flachen Holzpritsche leicht festgedrückt. Das
Beet wird hierauf mit Beetfenstern, Matten oder ähnlichem
Deckmaterial bedeckt; nach Verlauf von zwei Tagen wird die
Deckung leicht gelüftet und während der folgenden Woche zur
Zeit der Sonnenbestrahlung entfernt und das Beet nach Bedarf
leicht mit lauwarmem Wasser bespritzt. Bald zeigen sich auf
der Oberfläche kleine, spitz herzförmige Blättchen, welche flach
auf dem Boden liegen. Das Beet ist während des Anwachsens
der Pflänzlinge sorgfältig von Unkraut und tierischen Schäd—
lingen zu reinigen und zum Schutze der Wurzeln nach der Keini—
gung wieder mit gesiebter Komposterde leicht zu bedecken. In
vielen Fällen wird dem Beete auch während dieser ZSeit künst—
liche pflanzennahrung, wie Kali oder Holzasche, entweder fein
gepulvert oder in Wasser gelöst zugeführt. Wenn etwa infolge
zu reichlichen Säens an einzelnen Stellen die Pflänzchen zu dicht
beieinander stehen, so werden die überschüssigen Pflänzchen mit
einer Gabel vorsichtig ausgestochen oder bei vorgeschrittenem
Wachstum ausgerupft.
Zur Erzielung möglichst kräftiger widerstandsfähiger Pflänz—
linge ist vor deren Verpflanzung auf den Acker immer mehr
eine Zwischenarbeit in Ubung gekommen, welche Pikieren
genannt wird. Diese besteht darin, daß man die Pflänzchen
schon in offene, sorgfältig bearbeitete Gartenbeete in Abständen
von 3 em versetzi, wenn die Blättchen 1 cm groß sind. Abgesehen
davon, daß die zum pikieren bestimmten Pflänzchen in den
ziemlich kostspieligen Saatbeeten dichter gesät werden können,
entwickeln sich dieselben viel kräftiger und können leichter auf
das Feld versetzt werden, weil jedes Pflänzchen leicht, mit einem
Erdballen an den Wurzeln belegt, ausgezogen werden kann.
Indessen ist der Entfernung tierischer Schädlinge (maulwurf,
Regenwürmer, Schnecken) von den Beeten besondere Sorgfalt
zu widmen. Haben die Blättchen der Pflänzlinge eine Größe
pon 6—-8em erreicht, so werden sie auf das Ackerfeld versetzt.
Die Aufzucht der Pflänzlinge dauert 2 Monate; die Wachstums—

Samenbeete
        <pb n="28" />
        Der Tabakbau

deriode der Pflanzen von dem UAufbringen auf den Acker bis
zur Ernte 3524 Monate. Da namentlich in Deutschland und
in Gegenden mit ähnlichem Klima die wärmere Jahreszeit zum
Hedeihen der Pflanzen sowie zum Trocknen des Ernteproduktes
die größten Vorteile bietet, so werden die Pflänzlinge möglichst
frühzeitig, bei entsprechend vorgeschrittenen Temperaturverhält—
tissen schon Mitte Mai, ausgepflanzt.
Bodenbearbeitung und Düngung. Da die Tabak—
pflanze ihre Wurzeln nicht stark entwickelt, so muß durch ent—
sprechende Bearbeitung des Bodens bewirkt werden, daß dessen
Hährstoffe leicht von den Wurzeln aufgenommen werden können;
dies geschieht am besten durch gartenmäßige Vorbearbeitung.
Für die deutschen Tabakbaugebiete wird empfohlen, den Acker
nach der im Spätherbste aufzubringenden Düngung tief durch—
zupflügen, damit die organischen Bestandteile sich während des
Winters an der Luft möglichst vollkommen zersetzen. Im Früh—
jahr sollen die leichteren Böden zwei-, die schwereren Böden
mindestens dreimal umgepflügt werden. Alsdann bearbeitet
man den Boden mit der Walze und unmittelbar vor dem UHus—
setzen der Pflanzen leicht mit der Egge. Selbstverständlich ist die
Bodenbearbeitung in andern Anbaugebieten je nach der Boden—
beschaffenheit und dem Klima verschieden und muß auch inner—
halb desselben Gebietes in Einzelheiten gemäß den momentanen
Witterungsverhältnissen zweckdienlich geändert werden. Als
Dünger soll hauptsächlich Stallmist verwendet werden. Jauche
und Latrinenpfuhl ist wegen des starken Chlorgehaltes als Dün—
ger zu vermeiden; diese Materialien fördern zwar die Menge
des Erntegewichts, schädigen aber ungemein die Qualität des
Produktes. Betreffs der Beigabe von künstlichen Düngstoffen
war man lange Seit innerhalb der Fachkreise geteilter Ansicht.
Erst seit etwa 10 Jahren fördern die Arbeiten der wissenschaft—
lichen Versuchsstationen bestimmte Ergebnisse, welche in der
Praxis allgemeine Anerkennung finden. Als Grundlage für diese
Dersuche dient die Feststellung der Art und Menge derjenigen
anorganischen Stoffe, welche der Tabak dem Boden entzieht.
Diese werden u. a. von Liercke!) wie folgt angegeben: Eine Ernte

1)4. von Babo, Tabakbau. 4. Auflage. Verlag Paul Parey, Berlin 1911.
        <pb n="29" />
        Düngstoffe 25
von 1600 k8 Tabak (Blätter mit Stengel) entzieht dem Boden
56,57 kg Kali, 12,35 kg Phosphorsäure, 54,25 kg Kalk und
48,54 Kg Stickstoff, indessen wird reichlich die Hälfte dieser Stoffe
dem Boden durch die nicht geernteten Stengel usw. zurückgegeben.
Von diesen dem Boden entzogenen Nährstoffen muß namentlich
das Kali durch Zusatzstoffe ergänzt werden. Die in Deutschland
in großen Mengen gewonnenen anorganischen Kalisalze eignen
sich wegen ihres starken Chlorgehaltes nicht; vielfach angestellte
Versuche mit einem „Martellin“ genannten kieselsauren Kali—
präparat haben sehr gute Erfolge gehabt. Die Versuche mit
andern anorganischen Düngstoffen, wie Phosphat und Chilisal—
peter, haben bisher negative Resultate gehabt; die Beigabe des
letztern erbringt zwar ein viel größeres Erntegewicht, aber das
Blatt wird schwammig, fault sehr leicht bei der Trocknung und
zeigt als fertiges Produkt sehr schlechte Qualität und geringe
Glimmfähigkeit. Die schlechten Eigenschaften des salpeterhal—
tigen Tabaks machen sich auch dem Laien beim Rauchen in der
Pfeife und Zigarre bemerkbar, insofern derartiger Tabak, mit
zischendem Geräusche kleine Funken sprühend, verbrennt und
sehr schnell verlöscht, wenn nicht behutsam geraucht wird.
Die Bepflanzung des Ta—
bakfeldes (Abb. 3 8. 15). Wie
bereits erwähnt wurde, werden
die Pflanzen in Abständen von et— 45
wa 40 em gesetzt und der Abstand
zwischen je zwei Reihen auf etwa,
50 -60 cm vergrößett. Dement⸗ *
sprechend werden auf dem Selde
mittels eines, Marqueur“ genann—
ten kräftigen hölzernen Tabak—
rechens die Pflanzstellen angezeigt
(Abb. 4). Nachdem die Oberschicht
des Saat⸗-bzw. Freilandbeetes durch
Begießen locker gemacht wurde, werden die Pflänzchen aus dem—
selben herausgezogen; hierbei ist sehr vorsichtig zu verfahren,
damit die Wurzelfasern, welche kurze Zeit vorher aufgelockert und
begossen wurden, nicht zerrissen werden. Die markierten Pflanz—
stellen des Feldes werden dann mit den Pflänzchen befetzt, indem

4
        <pb n="30" />
        26

Der Tabakbau

man mit einer hand eine leichte Vertiefung macht, in diese mit
der andern hand die Wurzel und einen Teil des Stengels ein—
bringt und daran die nasse Ackererde leicht andrückt. Um die
Bildung einer festen Kruste bei der nassen Erde zu verhindern,
wird diese mit feiner trockner Erde bedeckt, wobei aber ver—
mieden werden muß, daß Erdkrumen auf den Blättchen oder deren
Stengelansatz liegen bleiben. Das Setzen der Pflänzchen soll mög—
lichst bei feuchter Witterung und an trocknen Tagen erst gegen
Abend erfolgen; es erfordert große Sorgfalt und einige Übung.
Während der ersten beiden Wochen nach dem Auspflanzen ist
genau zu beobachten, ob die Pflanzen im Wachstum voranschreiten,
und müssen solche, welche durch Schädlinge angegriffen wurden
oder sich aus einem andern Grunde nicht entwickeln, entfernt und
durch neue Pflanzen ersetzt werden; das Feld wird also sozusagen
geflickt.
Weitere Feldarbeit. Das FSeld wird in der dritten
Woche nach dem Aussetzen der Pflanzen zum ersten Male behackt.
hierbei faßt der Arbeiter die Pflanze samt den Blättern mit
einer hand zusammen und lockert mittels einer kleinen, nicht
zu lang gestielten Hacke die Erde um den Stengel, so daß die
Pflanze in einer kleinen Vertiefung steht. Nach weiteren drei
Wochen wird diese Arbeit wiederholt und die gelockerte Erde
um die Pflanzen angehäufelt, welche letztere dann ziemlich er—
höht stehen. Diese Arbeit wird im weiteren Verlaufe nochmals
wiederholt und namentlich dann, wenn infolge starken Regen—
zusses die Erdkrume einsinkt und hart zu werden droht.
Wenn die Blüten der Tabakpflanzen so weit entwickelt sind,
daß sie sich öffnen, so werden die Pflanzen geköpft, d. h.
der Gipfel der Pflanze wird abgebrochen. Diese Arbeit bezweckt,
eine üppige Entwicklung der Blätter zu fördern. Der Zeitpunkt
des Köpfens und die höhe des zu entfernenden Gipfeltriebes
richtet sich nach den Witterungsverhältnissen, nach der Be—
schaffenheit des Ackerbodens und dem Verwendungszwecke des
Ernteproduktes. hierbei leitet der Grundgedanke, daß durch die
Entfernung des Gipfels den an der Pflanze verbleibenden Blät—
tern größere Nahrungsmengen aus dem Boden zugeführt werden
und deren Sonnenbestrahlung erleichtert wird. Man wird also
auf kräftigerem Boden und bei nasser Witterung höher köpfen,
        <pb n="31" />
        Behandlung auf dem Felde 27
d. h. mehr Blätter an der Pflanze stehen lassen, auf leichtem
Boden und bei trockner Witterung dagegen niedriger köpfen.
hierüber wurden u. a. von Gkonomierat hoffmann in Speyer
eingehende Versuche angestellt.) Die Zahl der am Stengel zu
belassenden Blätter schwankt je nach der Art des Köpfens zwi—
schen 10 und 22 Blättern.
Nach dem Köpfen entwickeln sich in den Augen der Blatt—
ansätze Seitentriebe, sogenannte Geizen (Abb. 5 5. 29). Auch
diese müssen zur Förderung des Wachstums der Blätter entfernt
werden, indem man sie möglichst nahe am Blattansatze vor—
sichtig ausbricht. Sowohl die Köpfe als auch die Geizen müssen
auf den Boden geworfen werden und dürfen nicht auf den
Blättern liegen, weil sonst diese an der Auflagestelle unent—
wickelt bleiben.
Die für das Gedeihen einer Tabakernte zuträglichste Witte—
rung ist reichlicher Wechsel von Regen und Sonnenbestrahlung.
Das im größten Tabakbaugebiete Deutschlands, nämlich der
Pfalz, bekannte Wort: „Ein gutes Weinjahr ist ein schlechtes
Tabakjahr“ trifft in dieser hinsicht das Richtige und hat sich
3. B. im Jahre 1911 wieder im vollsten Umfange bestätigt,
insofern, als der in den Monaten Juli und August eingetretene
vollständige Regenmangel verschuldet hat, daß die 1911er Pfälzer
Tabakernte sowohl nach Menge als auch nach Qualität des
Produktes ungewöhnlich schlechte Ergebnisse brachte.
Die Ernte. Die beginnende Keife der Tabakblätter ist daran
zu erkennen, daß die zwischen den Seitenrippen stehende dunkel—
grüne Blattsubstanz kleine hellgrüne Stellen zeigt, welche im
weiteren Verlaufe des Wachstums sich vergrößern und sich gelb—
grün, noch später hellgelb färben. Die an einer Pflanze stehen—⸗
den Blätter reifen nicht gleichzeitig, sondern stets von unten
nach oben, so daß die dem Boden zunächst angewachsenen Blätter
zuerst reif werden. In früheren Zeiten wurde die ganze Pflanze
mit allen daran haftenden Blättern abgeschnitten und geerntet,
und diese Art des Erntens findet auch heute noch in manchen
rückständigen Tabakbaugebieten Anwendung. Es ist aber erklär—

) Berichte über Versuche auf dem Gebiete des Tabakbaues, ausgeführt
in den Jahren 1903—51908 von Ph. hoffmann. Paul parey, Berlin.
        <pb n="32" />
        28 Der Tabakbau
lich, daß diese Methode überall verlassen wurde, wo der Quali—
tätsbau sich Geltung verschafft hat. Auch in Deutschland werden
heute in den besseren tabakbauenden Gegenden die Blätter ge—
mäß ihrer verschiedenen Zeit der Keife in mehreren Perioden
geerntet. Nur bei der selten angebauten Varietät nicotiana
rustica (Deilchentabak) ift die alte Methode durchgängig noch
beibehalten worden. Bei den andern Sorten werden die Blätter
in nachstehender Keihenfolge, und zwar möglichst in zeitlichen
Abständen von 2253 Wochen, vom Stengel abgepflückt: Boden⸗—
blatt, Grumpen genannt; dies sind die unmittelbar am
Boden stehenden Blätter, welche meist schon vertrocknet sind.
Sandblätt sind die nächst höher stehenden Blätter, welche
auch schon teilweise eingetrocknet sind. mittel-und Ober—
gutt. Diese beiden Sorten werden meist hierzulande zusammen
geerntet. Das Mittelgut enthält die am besten entwickelten
Zlätter und bildet den hauptteil der Erntemenge. Es dient
vorwiegend als Material zur Zigarrenfabrikation, ist also ein
hochwertiges Produkt. Das Obergut, d. h. die obersten, meist
nicht so reifen und daher fettigen Blätter, wird beim Ernten
gesondert sortiert und hauptsächlich zu Schnupftabak und ordi—
Järem Kautabak verarbeitet. Wenn nicht in mehreren Perioden
geerntet wird, dann werden die Blätter beim Pflücken nach den
dorher bezeichneten Klassen sortiert; sie bleiben bis zum Abend
liegen und werden dann eingesammelt, mittels weicher Stroh—
seile locker in Büschel zusammengebunden und in die Trocken—
scheunen eingefahren. Die frühere Ert, die Blätter im Freien
au den Wänden der Gebäude oder in sonst üungeeigneten Räumen
zum Trocknen aufzuhängen, hatte den schweren Nachteil, daß
ein großer Teil der stark, beim Pflücken zu etwa 9000, wasser⸗
haltigen Blätter in Fäulnis geriet. Man hat deshalb in neuerer
Zeit für das Trocknen eigens konstruierte Scheunen errichtet.
Deren Wände bestehen aus Brettern, welche horizontal wie
Jalousien drehbar sind; im Dache sind verschließbare Cuft—
flappen angelegt. Diese Einrichtung gestattet die verschieden—
artigste, jeder Witterung anzupassende Durchlüftung. Im In—
nern der sScheune (Abb. 6 5. 29) sind bis zum Dache hinauf
wagerecht in Abständen von je Vm liegende leichte Balken an—
gebracht. Die vom Felde eingefahrenen Tabakbüschel werden
        <pb n="33" />
        Abb. 8
Seitentrieb beim Tabak (Geize)

—

Abb.“. Tabakbande

Abb. 8. Ein Tabakbandelier aus Nordamerika.
        <pb n="34" />
        30 Der Tabakbau
aufgebunden und dann die Blätter einzeln auf weiche, etwa
2cm dicke hanfschnüre (sogenanntes Tabaksgarn) aufgereiht,
wobei man die Mittelrippe mittels einer dicken Nadel etwa
5 cm vom unteren Ende ab durchbohrt (Abb. 7 8. 29). Die
Schnüre werden dann zwischen den Balken in der Scheune frei—
schwebend aufgehängt. Sowohl die Abstände der Schnüre von—
einander als auch der Blätter an denselben dürfen nicht zu
enge sein, um Fäulnis der Blätter zu verhüten. Namentlich
waͤhrend der ersten beiden Wochen nach dem Aufhängen müssen
die Abstände zwischen den einzelnen „Bandelieren“ Bezeichnung
für die behängten Schnüre) ziemlich groß sein, um einen mög—
iichst starken Cuftzutritt an die beim Einheimsen noch über
8000 Wasser enthaltenden Tabakblätter zu bewirken. Während
dieser Zeit sind die Bandeliere häufiger zu prüfen und faulende
Blätter zu entfernen, damit das Umsichgreifen der Fäulnis ver—
hindert wird. Namentlich bei anhaltend ruhigem Regenwetter
ist diese „Dachbrand“ genannte Gefahr sehr groß. Mit dem
vorschreitenden Trocknen der Bandeliere können dieselben enger
zueinander gehängt und kann damit Platz für die später geern—
leten Blätter geschaffen werden. Nach Verlauf von 628 Wochen
ist der Tabak dachre if geworden. Die Mittelrippe des Blattes
ist dann nicht mehr weich und fleischig, sondern ziemlich trocken,
die Blätter haben eine bräunlichgelbe Farbe angenommen, und
der Wassergehalt ist erheblich, bei günstiger Witterung bis auf
etwa 12660, zurückgegangen. Hunmehr wird der Tabak abgehängt
und gebüschelt. In den meisten Tabakbaugegenden Deutschlands
benußt man zum Büscheln offene holzkasten von 36 cm Länge,
36 cm Breite und 12 cin höhe; eine Schmal- bzw. Kopfseite des
Büschelkastens ist offen. Heuerdings benutzt man gern höhere,
aber schmälere Büschelkaften mit Klappdeckel. Nachdem die
Blätter glatt gestreckt und angefaulte Blätter entfernt sind, faltet
man die Bandeliere auf die Breite des Büschelkastens, legt 2253
derselben hinein und bindet das Büschel mit Tabakgarn in der
Mitte zusammen. In Deutschland wird im Gegensatz zu vielen
andern Anbaugebieten der Tabak nicht von den Bauern selbst
zur Fermentation (Gärung) gebracht, sondern in dachreifem
Zustande verkauft, so daß der Käufer die Sermentation selbst
bornehmen muß. Die allerdings nur sehr wenig angebaute Sorte
        <pb n="35" />
        Auswahl der Samenpflanzen 31
„Veilchentabak“ sowie die Grumpen werden auch in der FSolge—
jeit überhaupt nicht fermentiert, sondern kommen in nur getrock—
netem Zustande zur Verarbeitung.
Samenzucht und Sortenwahl. An denjenigen Pflanzen, welche
den Samen zur Aufzucht der Pflänzlinge liefern sollen, werden
keine Blätter gepflückt, bevor sie vollständig reif geworden sind;
um die zweckdienliche Entwicklung der Samenkapseln bzw. der
darin enthaltenen Samenkörner nicht zu beeinträchtigen, muß
man die Pflanze in allen ihren Bestandteilen ausreifen lassen.
Selbstverständlich wählt man für die Gewinnung des Samens
nur solche Pflanzen, welche am besten entwickelt sind. Über die
Gesichtspunkte, welche bei der Auswahl der Samenpflanzen maß—
gebend sind, wird in dem bereits erwähnten Buche von v. Babo
folgendes berichtet: „Unsere Tabakzucht geht von den möglichst
scharf fixierten Forderungen der Tabakfabrikation aus und trifft
an hand dieser die Wahl der Mutter- oder Samenstöcke. Sie
legt vor allem Gewicht darauf, nur ganz gesunde Tabakpflanzen
in möglichst gesunder Umgebung als Samenträger zu bestimmen,
so vor allem im Auge behaltend, daß mit aller Verbesserung der
Leistungsfähigkeit die Erhaltung der Widerstandsfähigkeit gleiche
aAufmerksamkeit des Züchters beansprucht. Weiter wird sie dar—
auf achten, daß Kippen und Blattmasse in gutem Verhältnis
für die Fabrikation stehen, daß die Blattmasse die entsprechende
Beschaffenheit hat, daß die Seitenrippen mehr wagrecht als schräg
aufwärts zur Mittelrippe verlaufen, daß der Abstand zwischen
der 1. und 2. Seitenrippe am Grunde des Blattes und der 7.
und 8. ein möglichst großer ist.“ In letzterer Beziehung fanden
wir bei dahingehenden Untersuchungen an tunlichst in der Ent—
wicklung gleich vorgeschrittenen Stöcken derselben Sorte des
gleichen Bestandes recht nennenswerte Unterschiede; es ergaben
fich Abstände von 17524 cm. Die Unterschiede in der Blatt—
länge schwankten hierbei von 37-553 cm. Es fand sich bei diesen
mehrjährigen Messungen in Ausübung der Tabakzucht, daß größte
Blattlänge und jene Rippenentfernung keineswegs parallel lau—
fen, nicht einmali bei derselben Sorte. Beispielsweise fanden sich
bei 53 resp. 4bß cm Blattlänge Rippenabstände von 23 und 24 cm,
bei 37 cmnm Blattlänge von 21,65 cm. Die TCabakzucht achtet dar—⸗
auf, Mutterpflanzen mit möglichst nahe beieinander stehenden
        <pb n="36" />
        32 Der Tabakbau
Blättern herauszufinden. Es wurden bei dahingehenden Mes—
sungen zwischen dem untersten und dem 9. Tabakblatte, bei der
gleichen Sorte, Abstände von 1055157 cm nachgewiesen. Die
engere Blattstellung bewirkt raschere Beschattung des Bodens,
bessere Beschattung der weiter unten stehenden Blätter und
früheren Wachstumsabschluß ohne Gewichtsausfall. Die Zucht
wählt aber nicht bloß die Mutterstöcke aus, sondern an
diesen die Blüten oder später Samenkapseln. Zu diesem 3wecke
werden am besten Ende Juli die Mutterpflanzen besichtigt,
und wird ein Ausschneiden in der Weise vorgenommen, daß nur
die am weitesten vorgeschrittenen Blüten stehen bleiben, häufig
dur 7510 auf einem Samenstocke. Das immerhin damit ver—
bundene Kisiko wird gemildert, wenn man mit dem Aus—
schneiden bis nach dem Verblühen wartet.
Ist die Pflanze und damit auch der Samen gut ausgereift, so
werden die Samenkörner aus den Samenkapseln herausgenom—
men und nach Größe und Schwere sortiert. hierzu bedient man
sich einer mit einem sehr feinmaschigen Siebe versehenen Ma—
schine von der Urt, wie solche zum Reinigen von Sämereien
allgemein benutzt werden.
Her Tabakbau wird in den meisten Cändern nur von Klein—
bauern betrieben, und so ist es erklärlich, daß früher der Samen—
zucht und der Sortenwahl wenig Beachtung zuteil wurde. Da
sun zwischen den beiden Arten nicotiana tabacum und n. macrophylia
 trotz der im allgemeinen stattfindenden Selbstbefruchtung
der Pflanzen sehr häufig Kreuzungen festgestellt worden sind
—nur die wenig angebaute EUrt n. rustica kreuzt sich nicht mit
andern Arten —, so entstand eine Unmenge von Darietäten,
welche selbstverständlich die für die Tabakverarbeitung unbedingt
erwünschte Gleichartigkeit des Ernteproduktes in empfindlichster
Weise beeinträchtigten. Erst in neuerer Zeit, nachdem staatlich
betriebene wissenschaftliche Versuchsstationen für Tabakbau sich
auch mit dieser Frage beschäftigt haben, wird die Samenzucht
und die sSortenwahl mehr systematisch betrieben. Die hierauf
bezüglichen Untersuchungen haben nun ergeben, daß aus dem
gleichen Samen in den verschiedenen Gegenden ganz verschiedene
Gewuchse entstehen. Wenn die in Deutschland vorgenommenen
Anbauversuche mit Samen aus havanna⸗ und Sumatra⸗Tabak
        <pb n="37" />
        33
fast ausnahmslos mißlangen, so mag dies aus der Verschieden—
artigkeit des Klimas usw. erklärlich sein; indessen wurden ähn—
liche Ergebnisse sogar innerhalb ganz eng begrenzter Gebiete
festgestellt. Hierüber wird folgende interessante Tatsache be—
richtet.) Die Tabakpflanzer der Gemeinde Friedrichsthal (Hardt—
gebiet), deren Ackererzeugnis als das beste Rollendeck des badi—
schen Landes allgemein geschätzt wird, haben seit Jahren in
jedem Frühjahr einen großen Verkauf von Tabaksetzlingen
(Ppflänzlingen) eingerichtet, der ihnen eine reichliche CEinnahme
bringt. Die Tabakpflanzer einer viele Stunden weiten Umgebung
sind die Abnehmer. So gehen u. a. die Setzlinge auch in viele
Gemeinden des Bruhrainer Gebiets. Trotz alledem ist es den
Bruhrainer Pflanzern der Friedrichsthaler Setzlinge noch nie—
mals gelungen, ein Produkt zu erzielen, das dem Friedrichsthaler
in Güte und Verwendungsmöglichkeit irgendwie ähnlich geworden
wäre. Die gleichen Setzlinge ergeben vielmehr im Bruhrain ein
meist recht mäßiges Erzeugnis. Es verdient Beachtung, daß in
den vorerwähnten Fällen nicht einmal nur der Samen, sondern
die zum Aussetzen auf das Feld fertigen Setzlinge verwendet
wurden und daß trotzdem die Pflanzen so grundverschieden
ausfielen. Aus dieser Tatsache ergibt sich die Notwendigkeit,
für die Samenzucht diejenige Sorte zu wählen, welche sich für
das betreffende Anbaugebiet am besten eignet, und einen Wechsel
der Sorten nur mit äußerster Vorsicht auf Grund vorheriger
praktischer Versuche eintreten zu lassen. Zu diesem Ergebnis ist
man auch beim Sumatra-Tabak gekommen, trotzdem daselbst
der Anbau von Beginn an in plantagenmäßigem Großbetriebe
streng methodisch gehandhabt wurde. In seiner ausgezeichneten
Arbeit über den dortigen Tabakbau schreibt Weigand?): „Wird
auf einer Unternehmung ein in allen Hinsichten gutes und wert—
volles Produkt gezüchtet, dann wird es die Sorge des Admini—
strators sein, sich durch Saatgewinnung auch in den folgenden
Jahren desselben Tabaks zu versichern. Geschieht dann die
Uultur unter gleichen Verhältnissen und Umständen, so werden
verschiedene Eigenschaften der Saatpflanzen wieder zum Vor—

Auswahl des Samens

1) Straus, Der Tabakbau im Großherzogtum Baden. Halle a. s. 1909.
2) Weigand, Der Tabakbau in Niederl.-Indien. Jena 1911.
Anus 416: Wolf. Der Tchak. 2. AAufl.
        <pb n="38" />
        34 Der Tabakbau
schein kommen.“ Dies entspricht dem bekannten Gesetze der
natürlichen Vererbung. Es muß aber berücksichtigt werden, daß
dieses Gesetz unter deänderten Voraussetzungen seine Gültigkeit
verlieren kann. Demzufolge wird die auf einer bestimmten
Bodensorte gezogene Pflanze sich gleichartigen Böden und Anbau⸗
oerhältnissen in ihrer Entwicklung wohl anpassen; dagegen ent⸗
steht bei ihrer Umpflanzung auf andersgeartete Böden oder
n andersgeartete Umgebung die Gefahr, daß sie ihrer guten
tigenschaften verlustig geht.
In Widerspruch damit ist es häufig gebräuchlich, die Saat
zwischen hoch und tief gelegenen Unternehmungen auszuwech⸗
feln, obgleich der gckerboͤden nicht nur bezüglich der höhenlage,
sondern auch bezüglich der chemischen Zusammensetzung und
andrer Eigenschaften, wie 3. B. Absorptionsfähigkeit des Wassers,
verschieden ist. Zieht man seine Saat nicht selbst und beschafft
sie von andern Unternehmungen, so ist darauf zu achten, daß
die zu verwendende Sadat aus annähernd gleichen Verhältnissen
kommt; man kann sonst leicht eine Enttäuschung erleben, wenn
die Bodenbeschaffenheit und die klimatischen berhältnisse des
ehemaligen und zukünftigen Standplatzes verschieden vonein⸗
ander sind.
Pielfach verwenden die Unternehmungen nicht ihre eigne Saat;
sie wechseln mit anderen, und zwar aus Furcht vor Degenera—
lion, teilweise, weil sie ihr Produkt verbessern wollen. Der
borsichtige Pflanzer wird jedoch niemals die Produktion seiner
ganzen Unternehmung auf einmal von dem Glücken einer neuen
Zaat abhängig machen, sondern zuerst nur einen Teil mit der
deuen Saat bepflanzen und nur bei guten Erfahrungen zum
oollständigen Wechsel übergehen.
Aber selbst wenn die im vorstehenden geschilderten Umstände
volle Berücksichtigung finden, begegnet die Gewinnung und Er—⸗
haltung einer für gut befundenen Zamenart manchen Schwierig—
keiten, insofern ungünstige witterungsverhältnisse während der
Wachstumsperiode die Entwicklung der Pflanzen beeinträchtigen
und dadurch die Gewinnung schönen Saatgutes erschweren. In
diesem Salle kommt nun der Umstand zur hilfe, daß der Samen
sehr lange, vielfach zehn Jahre keimfähig bleibt, so daß auf
die in guüten Erntejahren gewonnenen Bestände zurückgegriffen
        <pb n="39" />
        Erhaltung des Saatgutes

35

werden kann. Betreffs der zweckdienlichen Erhaltung des Samens
gibt Weigand in seinem vorerwähnten Buche folgende Vor—
schriften; „Die beste Sorte, mit der zu pflanzen beabsichtigt
wird, bewahrt man gut verschlossen in blechernen Büchsen auf,
die darauf eingerichtet sind, eine mit ungelöschtem Kalk gefüllte
Vorrichtung aufzunehmen, um alle Feuchtigkeit in der Büchse zu
absorbieren. Die Beurteilung und Auswahl der zu verwenden—
den Sorten geschieht dann nach Farbe, Gleichmäßigkeit, Reinheit,
Feruch, Größe und Gewicht der Saatkörner; ein weiteres wich—
tiges Moment ist das Keimvermögen und die UKeimenergie.“
Unter Keimvermögen versteht man jenen Prozentsatz von
Rörnern, der bis zu einem bestimmten Zeitpunkt (14 Tage)
entkeimen kann; hingegen bezeichnet man mit Keimenergie die
—
zZeitpunkt (7 Tage) entkeimt sind. Wenn also ein „Reimvermögen
von 90“ bedeutet, daß von 100 Körnern während eines Seit—
raumes von beispielsweise 14 Tagen 90 Körner, wenn auch nur
nach und nach aufkommen, so bedeutet eine „Keimenergie von
50“, daß von 100 Körnern nach beispielsweise 7 Tagen schon
50 entkeimt sind.
Fruchtfolge. In Deutschland war es früher vielfach üblich,
den Tabak abwechselnd mit Luzernen anzubauen, da bei dieser
Fruchtfolge quantitativ sehr gute Ergebnisse erzielt wurden.
Indessen war dann die Qualität und Brennfähigkeit des Tabaks
höchst mangelhaft, weil die CLuzerne eine große Ansammlung
von Stickstoff im Boden verursachte. v. Babo empfiehlt des—
halb die Fruchtfolge: Winterroggen, Stoppelrüben, Tabak, da
die Stoppelrübe dem Boden eine Menge von Chlorverbindungen
entzieht und durch das erforderliche Behacken des Bodens dieser
von Unkraut befreit und locker wird. Die besten Qualitäten
wurden aber erzielt, wenn Tabak mehrmals auf Tabak folgte,
d. h. das Feld nur zum Tabakbau benutzt wurde unter der Vor—
aussetzung, daß die zweckentsprechende Düngung geschah. In den
tropischen Tabakbaugebieten gestattet das Klima eine intensivere
Ausnutzung des Bodens. So berichtet Weigand über die Kultur
in Java: „Auf Unternehmungen mit genügender Bewässerung
ist die Reihenfolge der Bepflanzung für 2 Jahre: Januar bis
Mai: Reis; Juni bis Oktober: Reis; November bis März: Reis;
        <pb n="40" />
        36 Der Tabakbau
März bis August: Bearbeitung und Entsauern des Bodens;
August bis Dezember: Tabak; damit ist ein Kreislauf ge—
schlossen. Nicht alle Unternehmungen sind so reich mit Wasser
bersehen. Während des trocknen Ostmonsums ist es ihnen dann
unmöglich, das Terrain mit Wasser zu versorgen; sie sind also
gezwungen, Reis auf trocknem Boden zu bauen oder andre trockne
ewächfe, wie Mais, Bohnen usw., zu pflanzen. Die Reihen—
folge der Uulturen ist dann: Januar bis Mai: trockner Reis
oder andres; Juni bis Oktober: trockner Reis oder andres; No—
vember bis März: nasser Keis; März bis Dezember: Tabak.“
Methode des Tabakbaues in Niederländisch⸗Indien. Da der
Anbau von Tabak in fast allen Produktionsländern nach den
bisher beschriebenen allgemeinen Grundsätzen geübt wird (eine
Ausnahme ist nur beim Anbau des zur Zigarettenfabrikation
verwendeten türkischen Tabaks zu verzeichnen, welcher in der
Folge noch dargestellt werden soll), so erübrigt es sich, an dieser
Zteue die kleinen Unterschiede zu besprechen, welche in den
übrigen Ländern im Tabakbau vorkommen. Indessen dürfte die
eingehende Darstellung des Tabakbaues in Niederländisch-Indien
größerem Interesse begegnen, da die dort gewonnenen Produkte,
Java- und noch mehr Sumatra-Cabak, infolge der aufs höchste
verfeinerten Methoden des Anbaues eine unbestrittene Monopol⸗
stellung auf dem Weltmarkte errungen haben. Die auf Sumatra
bestehenden Tabakpflanzungen umfassen in der Regel 4000 bis
5000 Felder in der Größe von je J houw (1 bouw- 7096 qm),
welche planmäßig in Perioden von 2-53 Jahren bebaut werden.
Nach Ablauf der Bauperiode läßt man die Felder 7-58 Jahre
unberührt, und es bildet sich dann auf denselben unter dem CEin⸗
flusse des tropischen Klimas sehr bald eine starke Buschvegetation,
welche nach Ablauf der Ruhezeit abgebrannt wird. So ergibt
jedes Feld innerhalb zehn Jahren zwei, höchstens drei Tabak—
ernten. Jede Pflanzung wird von einem Administrator ver—
waltet, welchem je nach deren Umfang 426 Assistenten unter⸗
stellt sind. Als Urbeiter dienen fast ausschließlich chinesische
Kulis; zu den gröberen Arbeiten, wie z. B. Ausroden der Felder,
werden auch javanische Kulis verwendet. Je 30— 40 Rulis bilden
unter dem Befehl eines chinesischen (Tandil) bzw. javanischen
(Mandoer) Aufsehers eine Rotte (Congsie). Gegen Mitte De—
        <pb n="41" />
        Seldarbeiten und Fruchtfolge 37
zember werden die Saatbeete, meist in der Größe von 32012 Fuß,
angelegt; zur Bepflanzung der normalen Fläche von jährlich
etwa 400 FSeldern sind 36 Saatbeete erforderlich. Da die Be—
pflanzung dieser Zahl von Feldern teils wegen der beschränkten
Arbeiterzahl, vornehmlich aber wegen ihrer meist verschiedenen
örtlichen (höhen- usw.) CLage etwa 50—-60 Urbeitstage be—
ansprucht, und anderseits die Pflänzlinge in den wärmeren tiefen
Cagen nach etwa 45 Tagen, in den namentlich während der Nacht
kälteren höher gelegenen Pflanzungen etwa 55 Tage, auf den
Saatbeten heranwachsen müssen, niemals aber länger als 60 Tage
nach der Aussaat darin verbleiben sollen, so werden die Saat—
beete, je nach Bedarf in Zwischenräumen von 445 Tagen be—
pflanzt. Die Pflänzlinge (bibits) sind in dem dortigen Klima
viel mehr als in gemäßigten Zonen durch pflanzliche und tierische
Parasiten gefährdet; man verwendet deshalb zum Begießen
der Saatbeete nicht allein absolut keimfreies, je nach Bedarf durch
Kupfervitriol desinfiziertes Wasser, sondern besprengt dieselben
auch während des Wachstums mittels eines Zerstäubers mit
Bordelaiser Brühe, der bekannten Mischung von Kalkmilch und
Kupfervitriol, welche zu gleichem Zwecke auch im deutschen Wein—
bau gebraucht wird. Außerdem wird zur Vertilgung von Würmern
und der Eier von Nachtschmetterlingen mit einer Lösung von
Schweinfurter Grün (1: 1000 Teilen Wasser) gespritzt.
Von der ersten hälfte des Monats Februar ab bis Anfang
April, je nach der höhenlage der Pflanzungen, werden die Bibits
auf die Felder ausgepflanzt. Die Pflanzreihen werden durch
Stöcke in Abständen von drei Suß markiert; in diesen Reihen
schlägt der Tandil in Abständen vön 112 Fuß so viele Löcher ein,
als während der nächsten Arbeitsstunden besetzt werden, und zwar
in einer Tiefe von 526 Soll, um jede Beschädigung oder Ver—
krümmung der Wurzeln zu verhindern. Die Bepflanzung erfolgt
am Spätnachmittag. Während der Wachstumsperiode wird das
Seld in der früher beschriebenen Weise bearbeitet; nur wird viele
Arbeit dadurch verursacht, daß die Felder regelmäßig nach den
massenhaft auftretenden Würmern abgesucht werden müssen,
welche die jungen Blätten anfressen und fomit beschädigen. Etwa
5—6 Wochen nach dem Auspflanzen treibt die Pflanze Blüten—
knospen; diese werden im Gegensatze zu der in Deutschland und
        <pb n="42" />
        Der Tabakbau
den meisten andern Ländern bestehenden Übung nicht voll—
ständig geköpft, sondern man läßt die Blüten je nach der Witte—
rung und Lage der Pflanzungen entweder ganz stehen oder aber
man bricht wohl die Blüten aus, läßt aber die beiden oberen
Seitentriebe mit je zwei Blättern stehen. Der Grund für diese
Anderung wird aus dem folgenden ersichtlich sein. Die Kultur
von Sumatra-Tabak wird ausschließlich auf Qualitätsbau ge—
richtet, d. h. auf die Erzielung möglichst leichter und zarter
Blätter von der jetzt beliebten hellen Farbe. Rücksichten auf die
Gewinnung großer Gewichtsmengen bleiben hierbei außer Be—
tracht, wenn darunter die Qualität des Produktes leiden könnte.
Da nun auch die Blütenknospen und deren Triebe die beim Wachs—
tum sich entwickelnden Säfte aufnehmen, so läßt man einzelne
Teile derselben an der Pflanze stehen, damit nicht die Blätter
allein die Säfte aufnehmen müssen und dadurch zu kräftig bzw.
zu schwer auch in Qualität würden..
Jede Pflanze ergibt 20224 Blätter. Die unteren 254 Blätter,
das Sandblatt, werden auf einmal abgepflückt; die nächsten 10
bis 12, Fußblatt genannten Blätter werden zeitlich verschieden
nach vorschreitender Keife abgepflückt, der Kuli darf beim täg—
lichen Pflücken höchstens zwei Blätter von jeder Pflanze ein—
sammeln. Die weiter oben stehenden sechs Blätter, das Mittel—
oder Stammblatt sowie die obersten vier Topblätter werden zu—
sammen geerntet. Ist das Topblatt zu dick und zu ölig oder
kleiner als 13 Zoll, so wird es gar nicht geerntet. Das Pflücken
der Blätter erfolgt am Morgen. Betreffs der Wahl dieser Tages—
zeit berichtet Weigand: „Früher wurde die Ernte nur vor—
genommen, wenn die morgens durch den Tau stark befeuchteten
Plätter abgetrocknet waren; dann aber — auch über die heiße
Mittagszeit — so lange fortgesetzt, bis der Abendtau einfiel. Im
Gegenfatz hierzu wird jetzt von vielen Pflanzern am frühen
Morgen das noch nasse Tabaksblatt abgenommen, die Ernte über
die Mittagszeit ausgesetzt und am Spätnachmittag wieder be—
gonnen. Zu diesem Modus ging man über, nachdem Unter—
fuchungen von Dr. Mohr im Jahre 1900 ergeben haben, daß die
jeweilige Pflückzeit Cinfluß besitze auf die spätere Farbenentwick—
lung der Blätter. Er stellte dabei die Hypothese auf, daß die
Assimilation, Umsetzung von Stoffen und Ablagerung von Be—
        <pb n="43" />
        Erntearbeiten. Krankheiten der Pflanzen 39
standteilen im Blatt abhängig sei von der Lichtmenge, der Tem—
peratur und dem Wasserquantum im Blatt, so daß es sehr wohl
möglich sei, daß den genannten Faktoren auch der Gehalt an
jenen Bestandteilen unterworfen sei, welche im Produkt — dem
getrockneten und fermentierten Tabak — die Farbe und vielleicht
noch andre nennenswerte Eigenschaften bestimmen, daß man
demnnach wohl deutliche Unterschiede zwischen morgens, mittags
oder abends gepflücktem Tabak erwarten könne. In dieser Kich—
tung angestellte Versuche haben denn auch ergeben, daß am
Morgen oder Abend gepflückte Blätter wohl dunkler, aber fahler
antrocknen, während die mittags gepflückten Blätter vornehmlich
lichten, roten und bunten Tabak liefern. Da ,Fahl' die am besten
bezahlte Farbe ist, richtet sich das Streben der Pflanzer danach,
durch Pflücken am Morgen die Farbenentwicklung zu beeinflussen.
Anfänglich war man besorgt, nassen Tabak in die Scheune zu
bringen, da man fürchtete, die Blätter möchten Flecken bekommen,
unstark und schimmlig werden; doch hat die Praxis gelehrt, daß,
wenn die Blätter rasch aufgehängt werden und wenn für gute
Cuftzirkulation gesorqt wird, die befürchteten Nachteile nicht ein—
treten.“
Tierische und pflanzliche Schädlinge und Krankheiten an
Tabakpflanzen. Von den dieren, welche als Feinde der Tabak—
pflanzen in Betracht kommen, sind in erster Linie zu erwähnen
der Maulwurf und der Regenwurm, welche durch Unterwühlen
des Ackerbodens die Wurzeln der Pflanzen bloßlegen und damit
diese zum Absterben bringen. Andre Tiere, wie Nacktschnecken,
Werre, heuschrecke und die Raupen der Nachtschmetterlinge,
fressen Löcher in die jungen Tabäkblätter. Außer diesen kommen
namentlich in den Tropenländern noch viele andre Tierarten
vor, welche die Tabakpflanzen beschädigen; selbst die vielfältige
weitere Behandlung des Tabaks wird von einigen Arten ohne
Gefahr ertragen. So finden sich in manchen Fällen noch lebendige
Würmchen in den Tabakballen vor, wenn diese zur Verarbeitung
in die Tabakfabrik gelangen.
Die Erforschung der durch Mikroorganismen und andre Ein—
flüsse verursachten mannigfachen Krankheiten der Tabakpflanzen
wurde mit besonderem ECifer in den holländischen Kolonien Java
und Sumatra betrieben, da der daselbst gezogene hochbezahlte
        <pb n="44" />
        10
Decktabak durch diese Krankheiten am stärksten entwertet wird.
Im Jahre 1892 wurde in Sumatra eine epidemisch auftretende
„Bibitkrankheit“ beobachtet, gegen welche sich alle auf
Grund praktischer Erfahrung der Pflanzer angewendeten Mittel
machtlos zeigten. Die Blättchen der Bibits wurden über Nacht
schmutziggrau, erschlafften bald und zerfielen in eine dunkelgrüne
schleimige Masse. Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben als
Krankheitserreger einen mikroskopischen Pilz aus der Familie
des Kartoffelpilzes (Phytophthera).
Die Infektion geschieht durch schwärmende Sporen, die Weiter—
verbreitung der Krankheit erfolgt meist durch unmittelbare über—
tragung von Personen, die mit den kranken Pflanzen in Be—
rührung kommen, oder mittels infizierter Werkzeuge.
Ahnliche Folgeerscheinungen hat die durch einen Bazillus er—
regte Schleimkrankheit. Diese beiden Krankheiten zerstören
die ganze Pflanze. Von Krankheiten, welche nur die Blätter be—
fallen, ist zu nennen die Mosaikkrankheit. Die damit be—
hafteten Blätter zeigen anfänglich an den Seitenadern dunkel—
grüne Stellen, welche sich allmählich ausdehnen und dem Blatte
ein mosaikartiges Aussehen geben, welches nach der Fermentation
noch stärker sichtbar ist; die kranken Blätter bleiben schmal und
runzlig. Speziell bei Java-Cabak tritt der die Oberseite der
älteren Blätter mit einer grauen Schicht bedeckende Feld—
schimmel auf, welcher durch einen zur Familie der Erysipheen!)
gehörenden Pilz erzeugt wird. Ebenfalls auf einen Pilz (CCercosPora
 nicotiana!) zurückzuführen sind die bekannten kleinen,
gelben Fleckchen auf Tabakblättern, Spickel genannt. Diese trifft
man in der Größe von 2512mm Durchmesser. ähnliche, aber
größere Flecken hinterläßt die Rostkrankheit (auf den Ein—
fluß von Bakterien zurückzuführen); die kranken Stellen find
spröde und leicht zerbrechlich. Alle diese Krankheiten beeinträch—
tigen nicht so sehr die Güte des Tabaks, wohl aber dessen Be—
arbeitungsfähigkeit und Aussehen, und bedeuten daher eine er—
hebliche Wertverminderung.
Die Fermentation des Tabaks. Die bereits früher be—
schriebene Trocknung des Tabaks wird beendet, wenn die Blätter

1) Val. Reukauf, Die Pflanzenwelt des Mikroskops (Anuc Bd. 1819.
        <pb n="45" />
        Vergärungsarbeiten 41

klebrig und noch geschmeidig sind. In diesem Zustande wird der
Tabak zur Fermentation (Gärung) gebracht. In Deutschland, wo
die Sermentationsarbeiten auf dem Lager des Tabakhändlers
bzw. -käufers verrichtet werden, werden zu diesem Behufe die
Tabakbüschel gleichmäßig und eng beieinander zu haufen von
etwa B14m nach jeder Kichtung geschichtet, und zwar so, daß
die unteren dicken Enden der Blattrippen an der Außenseite
liegen. In diesen „Stöcke“ genannten haufen von etwa 5000 kg
Gewicht erhitzt sich der Tabak allmählich, und die bis dahin
grünlichgelbe Farbe der Blätter wird dunkler. Um eine zu starke
Erhitzung zu verhüten, welche die Tabakblätter morsch machen
würde, werden die haufen nach Verlauf von 6512 Tagen „um—
geschlagen“, d. h. auseinandergenommen und in umgekehrter
Reihenfolge wieder neu geschichtet, wobei die bis dahin an der
Außenseite liegenden Büschel in die Innenlagen gelegt werden.
Den genauen Seitpunkt für das Umschlagen bestimmt der Lager—
aufsehes nach dem Grad der Wärme, welche in den Haufen durch
das Sermentieren entsteht. Als Thermometer dient ihm hierbei
seine hand, welche er in den Haufen hineinsteckt. Der um—
geschlagene haufen erhitzt sich nun aufs neue, und die gleiche
Arbeit wird in gleichem Zeitabstande noch einmal wiederholt,
wobei die Farbe der Blätter immer mehr nachdunkelt. Ist der
Tabak „Schneidegut“, d. h. als Rohmaterial für Pfeifentabak vor—
gesehen, so wird er in kleinen haufen von nur 1im höhe und
etwa 2500 k8 Gewicht geschichtet, um durch die damit verbundene
weniger intensive Wärmeentwicklung eine möglichst helle Blatt—
färbung zu erhalten. Nach dem dritten Umschlagen wird der
Tabak zur Abkühlung in lange, aber nur etwa 80 cm hohe
haufen („Bänke“) in der Breite von zwei Büscheln behufs Ab—
kühlung geschichtet; hier verbleibt er bis zur zweiten, im Mai
beginnenden Sermentation, welche genau wie die erste Fermen—
tation erfolgt. Nach deren Beendigung wird er wieder auf Bänke
gesetzt, woselbst er abtrocknet. Der bei der Gesamtfermentation
entsftehende Gewichtsverlust beträgt je nach dem Wassergehalt
des Gewächses 20—3000. In den meisten andern tabakbauenden
Ländern erfolgt die Fermentation in gleicher Weise. Während
bzw. nach den Fermentationsarbeiten wird der Tabak nach Blatt—
größe und andern, die Bewertung bestimmenden Merkmalen fortiert.
        <pb n="46" />
        2

Der Tabakbau

Als musterhaft ist wiederum das Verfahren auf Sumatra zu
bezeichnen. In den zum Trocknen dienenden Scheunen, welche in
baulicher Einrichtung den früher beschriebenen Scheunen ähnlich
sind, wird jedem Kuli eine Abteilung angewiesen, in welcher er
seine Tabakblätter zum Trocknen aufhängt. Nach etwa 20 Tagen
ist der Tabak „handtrocken“, d. h. die Blätter sind weich und
elastisch. In diesem Zustande werden je 40-50 Blätter locker zu
Rohbündeln zusammengebunden und in die Fermentierscheunen
gebracht, woselbst sie in der üblichen Weise, durch die Art des
Erntens bereits nach Sorten getrennt, in Hhaufen gestapelt
werden. In die Mitte des Stapels wird eine Bambusröhre zur
Aufnahme eines Thermometers gelegt; die bis zu 600 C steigen—
den Temperaturen werden täglich auf einem am Stapel hängen—
den Täfelchen notiert. Ist die je nach der Beschaffenheit des
Tabaks verschiedene zweckdienliche Temperatur erreicht, so werden
nach Bedarf je 2 kleinere Stapel (A-Stapel) zu einem größeren
— 0
mal, bis schließlich die Gesamternte in wenigen großen Stapeln
von 2000-3000 k8 vereinigt ist. Während des ganzen Ver—
laufes der Fermentation wird die Temperatur sorgfältig beob—
achtet. Steigt diese innerhalb einer Periode nicht mehr, so wird
der Stapel sofort umgesetzt, da eine langsame Abkühlung vor
beendeter Fermentation sich als sehr nachteilig erwiesen hat.
Aus der bereits erwähnten Art des Ernteverfahrens ergibt
sich, daß in den Kohbündeln schon die Blätter nach Klasse gleich—
mäßig sortiert sind. Am Schlusse der Fermentation werden nun
die RKohbündel geöffnet und die einzelnen Blätter nach der Farbe
und ähnlichen Merkmalen in 15—20 Klassen sortiert; außer—
dem werden die beschädigten „Stückblätter“ in vier Klassen aus—
geschieden. Jedem Sortierkuli sind zwei Bündlerkulis beigegeben,
welche je 3040 Blätter einer Klasse ausstrecken und mittels
schmaler Bastbinden etwa Zoll oberhalb der Stielenden zu „Fein⸗—
bündeln“ zusammenbinden. Die Feinbündel jeder Klasse werden
nun wieder in nicht zu große haufen gestapelt, worin sie noch—
mals leicht nachfermentieren. Die wiederum sorgfältig beob—
achtete Temperatur in den Stapeln steigt nach kurzer Seit nicht
mehr oder nur sehr wenig. Alsdann werden die Bündel nach
der Blattlänge gemessen, und in nier Klassen geteilt: 1. Länge
        <pb n="47" />
        43
z8em und mehr, 2. Länge 322538 em, 3. Länge 25—32 cm,
4. Länge 17—5-25 cm. Aus der Tatsache, daß Blätter unter
13 Zoll — zirka 35cm Länge in grünem Zustande überhaupt
nicht geerntet werden, ist ersichtlich, wie stark die Blattgröße
pom Ernten bis nach der Fermentation einschrumpft. Die fertig
sortierten Bündel jeder Sortierklasse werden nun in Schilfmatten
zu Ballen von 80k8 mittels hydraulischer Presse gepackt und
die Ballen nach herkunft und Sortierklasse signiert.
In vielen Bezirken von Nordamerika, wo nach einem andern
Ernteverfahren die Blätter nicht einzeln abgepflückt werden, son—
dern die ganze Pflanze mit der Sichel am Boden abgeschnitten
wird, vereinigt man die Trocknung mit der Fermentation in
folgender Weise: Nachdem der Stiel der Pflanzen durchbohrt ist,
wird ein dünner Stab durchgesteckt und auf diese Weise etwa
acht Pflanzen an dem Stabe befestigt, dessen unteres Ende in die
Erde gestohen wird (Abb. 8 8. 293. Später werden die behängten
Stäbe gesammelt, auf besonders gebauten Transportwagen eng
beieinander aufgehängt, und so in die Trockenkammer gefahren.
Vielfach auch werden die Pflanzen erst bei Ankunft in der Trocken—
kammer in dieser Weise oder mittels Nägeln oder Bindfaden an
Stäbe gehängt. Die Trockenkammer ist mit einer Vorrichtung
zum Heizen und Lüften versehen und enthält Balkengerüste, auf
welche die Stäbe horizontal so dicht zusammen aufgelegt werden,
daß sich die herabhängenden Blätter der Pflanzen leicht be—
rühren. hierauf wird die durch Thermometer fortwährend zu
beobachtende Temperatur in der Trockenkammer durch energisches
heizen auf etwa 3000 ebrach und allmählich, etwa stündlich
um 0, auf 400 gesteigert. Diese Temperatur wird 10 bis
12 Stunden beibehalten, je nach der Art des Gewächses, insofern,
als trockne Gewächse kurzer, großblättrige und „fette“ Gewächse
längerer Zeit zur Trocknung bedürfen, so daß also die Gesamtzeit
dieser ersten Periode der Trocknung zwischen 25 und 35 Stunden
beansprucht.
Diese Art der Fermentation erfordert nicht allein sehr gut
ventilierbare Räume, sondern auch sehr große Sachkenntnis und
Sorgfalt des diesen Vorgang leitenden Aufsehers. Der einmal
begonnene Fermentationsprozeß darf nicht unterbrochen werden;
man muß deshalb während desselben die Temperatur und

Eine besondere Art der Vergärung
        <pb n="48" />
        14

Rohtabakproduktion der Welt

namentlich den Feuchtigkeitsgehalt der Luft in der Trocken—
kammer sorgfältig beobachten und die Deutilation sachgemäß
regulieren. hat der Tabakt die richtige gelbliche Färbung und
Derfeinerung des Blattes angenommen, so daß letzteres an der
spitze sich elastisch rollen läßt, so wird die Temperatur schnell
auf 50 und später auf 600 S gesteigert, und wird so lange bei—
behalten, bis die Blätter ausgetrocknet sind. Alsdann sind aber
die Mittelrippen derselben noch feucht und bringen damit die
GBefahr, faulig zu werden und die Fäulnis auf die Blattsubstanz
zu übertragen. Man steigert deshalb bei starkrippigem Tabak
die Temperatur weiter auf 70—75, in Ausnahmefällen sogar
auf 900 C. Indessen leidet unter diesen hohen Temperaturen so—
wohl die Elastizität als auch die Qualität des Tabaks, so daß bei
sorgfältiger Arbeit eine Temperatur von 650 selten überschritten
wird. Der ganze Vorgang nimmt gewöhnlich 4—65 Tage in Anspruch.
In den füdlichen Staaten wird die künstliche Trocknung (kire
zuring) teilweise durch Trocknen an der Sonne (Sun curing) er⸗
setzt; vielfach wird auch zuerst an der Sonne und daran an—
schließend in der Trockenkammer am Feuer getrocknet.
Die Trockenkammern haben in der Regel eine Grundfläche von
327m. Der Unterbau besteht aus Mauerwerk, auf welchem
die etwa 7m hohen jalousieart'gen Hholzwände aufgerichtet werden;
auf diesen ruht d-s ungesähr Zm bohe, mit Lustklappen versehene
Dach. Am Boden der Kammern sind mehrere heizrohre angelegt,
welche die hitze aus dem von außen heizbaren Ofen verteilen.
Die in Fachkreisen viel erörlerte Srage, ob diese Fermen—
tationsmethode den Vorzug vor der sonst üblichen Art des
Fermentierens verdient, ist heute noch als unentschieden zu be—
trachten, insbesondere wird die Ansicht, daß die Qualitaäͤt des
Produktes dadurch verbessert werde, von den meisten Fachleuten
hestritten.

IV. die Rohtabakproduktion in den verschiedenen
Ländern.

Die Geschichte des Tabakbaus zeigt, daß manche ehemals für
den Weltbedarf hochwichtige Länder mit der Zeit ihre Bedeutung
als Lieferanten für den internationalen Markt verloren, teilweise
sogar den Tabakbau ganz eingestellt haben, während wiederum
        <pb n="49" />
        Weltproduktion von Rohtabak 465
andre Länder, so in erster Linie die holländisch-ostindischen Kolo—
nien, innerhalb der letzten 50 Jahre eine herrschende Stellung auf
dem Weltmarkte erlangten. Die nächstliegende Frage, wieviel
Tabak auf der Erde produziert wird, kann aus manchen Gründen
eine uuch nur annähernd genaue Antwort nicht finden, denn große
Mengen werden in staatlich wenig oder gar nicht geordneten
Cändern erzeugt, wo die Produktion nicht statistisch ermittelt
wird. Auch unterliegt in vielen Ländern die Größe des Anbau—
areals infolge zeitweiser Aufnahme andrer Bodenkulturen er—
heblichen Schwankungen, und ferner ist der jährliche Ernteertrag
je nach den Witterungsverhältnissen sehr verschieden. Beispiels—
weise wurden in der Pfalz im Jahre 1908 auf 1 Morgen- ha
im Durchschnitt 600 kg, im Jahre 1909 dagegen nur 400 kg Roh⸗
tabak geerntet. Die nachstehende Schätzung der Weltproduktion
ist deshalb mit Vorsicht aufzunehmen:

Tonnen
*1000 kg

Anbau—⸗
läche in
000 ha

Vereinigte
Staaten ..
Indien ..
Kußland ..
Osterr.«Ung.
Niederl.⸗Ind.
Japan . ..
Türkei..
Brasilien .
Deutsch. Reich
Kuba.
Frankreich
Philippinen
kkuador, Ko—
sumbien..10994 27

325
296
67
6bb6
16
37
39
—8
—16
23
16
18

Mexiko. ..
Argentinien.
Thina ...
St. Domingo
Griechenland
Italien. ..
Algerien ..
Kumänien
Aanada ..
Belgien ..
Portorifkoe
Britisch⸗Bor⸗
neo....
Andre Länder

Tonnen
*1000kg

Anbau—⸗
fläche in
1000 ha

10363
—10160
9296
7547
7500
6690
5902
3509
5131
4927
2800

13
19
32
4,5
86
68
4
82
6
252*
55

26411 3,8
89568815

Zusammen: 1059605 Tonnen und 11561 000 ha Anbaufläche.

Noch weniger zuverlässigsfind die Schätzungen des gesamten
Produktionswertes, da eine Reihe von Länderm mit bedeutendem
Tabakbau ihr Produkt fast ausschließlich für den heimischen
Konsum verbrauchen. Infolgedessen gibt die Statistik des inter—
nationalen handels keine Auskunft über den Wert dieser Pro—
        <pb n="50" />
        Rohtabakproduktion der Welt
dukte, und in vielen dieser Länder wird eine Statistik über die
innere Güterbewegung nicht erhoben; somit fehlt hier jeder
sichere Anhaltspunkt für die Wertangabe. Man kann aber an—
nehmen, daß der Wert der jährlichen Weltproduktion von Roh—
tabak etwa 1100 Millionen Mark beträgt; von diesem Betrage
entfallen auf die vier zumeist beteiligten Länder annähernd 7009
nämlich: Vereinigte Staaten von Hordamerika 3222, Niederlän—
disch-Indien 152,3, Kuba 142,2, Indien 116,1 Millionen Mark.
Eine eingehende Darstellung der wirtschaftlichen Verhältnisse
des Tabakbaues kann selbstverständlich nur für diejenigen Länder
gegeben werden, aus welchen ausreichende statistische Unter—
lagen vorhanden sind. Bei den übrigen tabakbauenden Ländern
sind die Produktionsangaben nach Maßgabe der zugänglichen Fest
stellungen nur schätzengsweise anzugeben. Ordnet man den Taba'“—
bau nach den Erdteilen, so kann man Australien als Produktions—
land übergehen, denn daselbst wird nur eine ganz unbeträchtliche
Nenge Tabak von untergeordneter Beschaffenheit angebaut.
In Asien sind folgende Tabakbaugebiete zu erwähnen:
Britisch-Indien erzeugt große Mengen Tabak, welche aber
fast ausschließlich im eignen LCande verwendet werden. Die Quali—
tät des Gewächses ist schlecht und sehr schwer. ähnlich verhält
es sich mit Japan, Ceylon und China, indessen kommt aus
dem letzteren Lande zeitweise Tabak an den Weltmarkt, welcher
zwar gering in Qualität ist, aber wegen seiner hellgelben Farbe
und des billigen Preises als Ersatzmittel für türkischen Tabak
in der Fabrikation von Zigaretten und feingeschnittenem Rauch—
tabak Aufnahme findet. Um so wichtiger find die Sunda—
inseln als Tabakproduzenten, wo der für die Ausfuhr be—
stimmte Tabak zuerst auf der Insel Java angebaut wurde. Die
ersten Versuche wurden im Jahre 1835 durch das holländische
Gouvernement, allerdings mit geringem Erfolge, unternommen.
GHrößeren Erfolg hatte die gegen das Jahr 1854 von privater
Seite aufgenommene Tabakkultur, welche im Jahre 1862 be—
reits 62000 Ballen Tabak ergab. Mit diesem Jahre begann
auch der Java-Tabak als Zigarrendeckblatt auf dem europäischen
Markte als Konkurrent gegen die bis dahin hierfür allein maß—
gebenden nord- und südamerikanischen Gewächse aufzutreten,
welche er im Laufe der Seit allmählich in der Versorgung mit
        <pb n="51" />
        Tabakbau in Java 47
Decktabak vollständig verdrängte, hauptsächlich infolge der auf
Java geübten größeren Sorgfalt und der reellen, für jeden Ver—
arbeitungszweck gesonderte Klassen unterscheidenden Sortierungs—
methode. Der Java-Tabak dient vorwiegend als Zigarren—
material, das Gewächs der Vorernte, Scrubs genannt, auch für
Pfeifentabak. Man unterscheidet die nach den Pflanzungsdistrikten
benannten Unterklassen Semarang, Preanger, Malang, Rembang,
Kedirie, Loemadjang, Kedoe, Banjoemas, Bezoeki und Vorsten—
landen. Die geringen Klassen von Tabak werden vielfach von
kleineren Privatunternehmern, unter denen sich auch viele ein—
gewanderte Chinesen befinden, angebaut und diesen von Expor—
teuren abgekauft, während die besseren Klassen und namentlich
Deckblatt plantagenmäßig von größeren Gesellschaften angebaut
werden. In der Sortierung werden folgende Klafsen unterschieden:
Aerste, B zweite, C drittle Qualität; D dickes, grobes,
E übermäßig leichtes, substanzloses Blatt; M teilweise zu
stark fermentierter und dadurch weniger ergiebiger Tabak,
2 S saftarmes Blatt von geringerem Qualitätsgehallte. Die zer⸗
rissenen oder durch Schneckenfraß beschädigten Blätter (Stückblatt)
der Uassen A und B werden mit K, der übrigen Klassen mit õ
bezeichnet. Bei Deckblatt werden die hellgelb gefleckten (gespickelten)
 Blätter mit S, die fahlfarbigen Blätter mit Vbezeichnet.
Außerdem wird der Tabak nach der Blattgröße in vier mit den
Zahlen 124 bezeichnete Klassen sortiert, wobei die größte Sorte
mit !bezeichnet wird. Die Verbindung von zwei Sortierzeichen
bedeutet eine Mischung der Eigenschaften, die häufung des gleichen
Zeichens die stärkere Ausprägung der betreffenden Klafsenari.
sls Unternehmer — die Länder werden nur in Pacht gegeben —
werden in Java und Sumatra nur Personen bzw. Gefellschaften
zugelassen, welche in Holland oder einer holländischen Kolonie
als Bürger ansässig sind oder daselbst eine Handelsniederlassung
haben. Die Anfuhr von Java-Tabakam holländischen Markte
begann im Jahre 1845 mit 16989 Ballen. Der höchste Durch—
schnittspreis wurde für die Ernte von 1874 mit 7854 Cents holl.
per 12kg erzielt, und zwar betrug die Anfuhr 178888 Ballen
mit einem Gesamterlös von rund 23 Millionen Gulden. Von
diesem Jahre ab trat der Java-Tabak als Zigarrendecklatt
immer mehr gegen Sumatra-Tabak zurück. Die letzten zehn
        <pb n="52" />
        Rohtabakproduktion der Welt
Ernten ergaben im Durchschnitt einen jährlichen Ertrag von
154 400 Ballen mit einem Erlös von 23640000 6ulden.
Der Tabakbau auf Sumatra zeigt ein glänzendes Bild der
Entwicklung; er steht heute auf einer unerreichten höhe und dient
allen Ländern als Dorbild, welche die Erzeugung bon Zigarren—
deckblatt, dem höchstbezahlten Produkt, beireiben“ Der Pater des
Tabakbaues auf Sumatra ist der J. Nienhuis, welcher
die Insel Sumatra im Jahre 18631besuchte, um deren Eignung
für den Tabakbau zu prüfen. Nienhuis begann sogleich den
Anbauversuch mit finanzieller Unterstützung von Rotterdamer
Finanziers und brachte im Jahre 1865 die ersten 50 Ballen
Sumatra-Tabak in Rotterdam an den Markt, welche von den
Fachleuten sehr gut beurteilt und entsprechend bezahlt wurden.
Der auch im nächsten Jahre befriedigende Erfolg brachte Nien—
huis die finanzielle Unterstützung eines in Amsterdam als Ge—
treidehändler tätigen Deutschen P. W. Janssen, und beide
gründeten gemeinsam behufs Ausdehnung des Tabakbaues die
Aktiengesellfchaft, Deli Matschappij“ mit dam Sitze in Amsterdam,
welche sich verhältnismäßig schnell zu einem Unternehmen von
größtem Umfange und einem finanziellen Erfolge entwickelte,
dessen Höhe und Dauerhaftigkeit in der Geschichte der Kolonial—
wirtschaft fast ohnegleichen ist. Die Tabakbaugebiete befinden
sich an der Ostküste der Insel und umfassen die Distrikte Deli,
Lankat, Serdang, Asahan, Padang, Batoe-Bahra, nach welchen
auch die verschiedenen hauptsorten benannt werden. Die besten
Hewächse werden in den Distrikten Deli und Lankat erzeugt.
Neuere, an der Südküste der Insel versuchsweise angelegte Tabaͤk—
oflanzungen haben bisher befriedigende Erfolge noch nicht er—
zielt. Die Pflanzungen sind meist im Besitze von Aktiengesell—⸗
schaften. Außer der bereits im vorigen Abschnitte erwähnten
scheidung des Ernteproduktes in vier Klassen nach den Stadien
der Reife werden die einzelnen Blätter wieder nach ihren ver—⸗
schiedenen Merkmalen in sehr viele, oft bis zu 40 Unterklassen
sortiert, für welche fast allgemein die gleichen Bezeichnungen ge—
braucht werden, so daß die Räufer schon aus dem Sortierzeichen
allgemeine Schlüsse auf die Beschaffenheit der Ware ziehen koͤnnen.
Hach der Blattgröße werden wie bei Java-CTabak vier Klassen
Ur. 24 sortiert. Weitere Sortierzeichen sind: D Sdunkle, fast

18
        <pb n="53" />
        Tabak in Sumatra. Sortierung. Geldwert 49
schwarze Farbe, B— braun, L hell, gelb und rötlich, V— fahl,
C hell, aber dünn und saftarm, teils mit grünen Adern,
I grobes, sprödes Blatt mit groben Seitenrippen, 85— braun
bis dunkel mit kleinen „Spickel“Flecken, R mit Kost (große
Flecken ähnlich dem Spickel), X— Stückblatt, H— teils durch⸗
löchertes Blatt. Die häufung eines oder die Verbindung mehrerer
zeichen hat die gleiche Bedeutung wie bei Java-Tabak. Die Ge—
samtbezeichnung XLV2 zeigt also ein hellfahles Stückblatt zweit⸗
zrößter Blattlänge, LV3 ein gleichfarbiges unverletztes (ODoll⸗)
Blatt dritter Länge an. Die Gesamtanfuhren von 1864 bis 1911
ergaben 6524281 Ballen, welche durchschnittlich zu 114 Cents
einen Ertrag von rund 1,14 Milliarden Gulden brachten. Die
letzten zehn Ernten lieferten im Jahresdurchschnitt 253688 Ballen
mit einem Erlös von 44 870000 Gulden. die bereits genannte
Deli Matschappij wurde im Jahre 1869 gegründet mit einem
Aktienkapital von fl. 300 000, weliches allmählich, teils auch durch
Ausgabe von Gratisaktien, auf 8,3 Millionen Gulden erhöht
wurde,; sie verteilte mehrere Jahre über 10000 Dividende. Diese
schwankte in den letzten 10 Jahren zwischen 6,2 und 85, 900, ein
beredtes Zeichen des überaus wechselvollen Ertrages des Tabak—
baues. Diese Tatsache erklärt ferner, daß neben manchen sehr gut
prosperierenden Pflanzgesellschaften auch viele mit großen Ver—
lusten gearbeitet haben und mangels genügender Mittel zugrunde
gingen. Der Buchwert der LCandkonzessionen ist bei der Deli
Matschappij vollständig abgeschrieben; der Reservefonds enthielt
am 31. Dezember 1911 4 Millionen Gulden, also annähernd die
hälfte des Aktienkapitals. Neben einer kleinen Sahl von Privat⸗
unternehmungen waren im Jahre 1912 am Tabakbau in
Sumatra 44 Aktiengesellschaften mit einem Kapital von nominal
59631 000 Gulden beteiligt. Der durchschnittliche Selbstkosten
preis für den Tabak betrug anfänglich einschließlich der Fracht
und Marktkosten bis zum Verkaufe in holland im Durchschnitt
zirka 70 Cents pro Pfund, stieg aber allmählich auf 92 Cents.
Borneo erzeugt sowohl in dem unter holländischer als auch
in deni unter englischer herrschaft stehenden Teile auf ähnlicher
wirtschaftlicher Grundlage ein dem Sumatra-Tabak ähnliches und
ebenso sortiertes Gewächs. Der Umfang des Tabakbaues daselbst
zeigt aber keine Tendenz zur Ausdehnung. Die letzten fünf
Anuc 416: Wolf, Der Tabak. 2. Aufl.
        <pb n="54" />
        50 Rohtabakproduktion der Welt
Ernten ergaben im Durchschnitt jährlich 13625 Ballen im Ver—
kaufswerte von 2166000 Gulden. Die Produkte dieser drei
Inseln werden in Ballen von zirka 80 kg in s„chilfmatten ge—
packt, welche mit dem Namen der Pflanzung und der Sortierklasse
des Inhaltes genau signiert werden.
Die Philippinen erzeugen den unter dem Namen Manila
am Weltmarkte bekannten Cabak. Derselbe kommt in Ballen
von zirka 120 kg zur Ausfuhr; er wird in vier Klassen — Prima
bis Quarta — nur nach der Blattgröße sortiert. Persien er—
zeugt in den Provinzen Isfahan, Täbris, Schiras u. a. nur für
den Eigenbedarf dienenden, nur in Wasserpfeifen (Nargileh) ge—
rauchten Tabak, während in der Gegend des Urmiasees ein dem
türkischen Sigarettentabak ähnliches Gewächs angebaut wird.
Wichtiger, und zwar als Produzenten von Sigarettentabak, sind
Syrien und die asiatische Türkei, über deren Erzeugnisse
weiter in Verbindung mit den ähnlichen Produkten des süd—
östlichen Curopas berichtet wird.
Amerika bildet das älteste, größte und wichtigste Tabakbau—
gebiet der Erde. Allein die Vereinigten Staaten von
Nordamerika produzieren gewaltige Mengen Tabak, welche
allerdings großen jährlichen Schwankungen unterworfen sind. So
3. B. brachte das Jahr 1908 rund 326000, das Jahr 1970 rund
447 500 Tonnen. Den größten Ertrag, etwa ein Drittel der
Gesamtmenge, bringt unter den etwa 22 tabakbauenden Staaten
Kentucky. Der daselbst angebaute Tabak dient zum größten
Teile als Rohmaterial für Kautabak und Rauchtabak, zum klei—
neren Teile für Spezialfabrikate von Zigarren. Das Gewächs,
durchgängig ein großes, üppiges Blatt, welches bis zu 90 cm
Länge erreicht, wird in etwa 30 Klassen sortiert, wobei der Fett—
gehalt, die Farbe und die Blattgröße sowie selbstverständlich
die Qualität bzw. der Verwendungszweck maßgebend sind.
Ähnlichen Zwecken sowie außerdem zur Fabrikation von feinen
Sorten Schnupftabat dient der auch äußerlich ähnliche Vir—
ginia-Tabak, in dem gleichnamigen Staate angebaut, welcher
nach den gleichen Gesichtspunkten in etwa 40 Klassen sortiert
wird. Die Farbe dieser beiden Gewächse geht von hellgelb bis
zum tiefen Schwarz, die Qualität ist dementsprechend unter—
einander grundverschieden.
        <pb n="55" />
        51
Maryland und O hio erzeugen ein wertvolles Rohmaterial
für die Fabrikation von Rauchtabak. Man sortiert das Hhaupt—
blatt je nach der von Feingelb bis Braun schwankenden FSarbe in
acht, das Sandblatt (Scrubs) in zwei Klassen. Seedleaf, das
hauptsächliche Kohmaterial für die nordamerikanische Sigarren—
fabrikation, wird in den Staaten Ohio, Connecticut, Pennsyl⸗
vanien, Neuyork und Wisconsin angebaut (und nach dem Namen
ihres Ursprungslandes werden auch die einzelnen Sorten im
handel unterschieden). Die Sortierung ist meist nur auf die
Unterscheidung nach der Blattgröße gerichtet, welche auch für
die Verarbeitung des Tabaks als Deckblatt, Umblatt oder Ein—
lage (vrapper, binder, filler) maßgebend ist. Der Seedleaf-Tabak
wird in Kisten von 250—5300 Pfund, die früher genannten
Sorten in Fässer von 800—1200 Pfund Nettogewicht verpackt,
auf den Markt gebracht. ECine andre Sorte Spanish-Simmer,
so genannt nach einem aus Deutschland stammenden Tabakbauern
Zimmer, wird nur im Lande selbst verarbeitet; dieselbe ist ein
Einlagetabak für Sigarren und in Qualität sehr gut. Außerdem
wird im Staate Florida ein meist aus havannasamen gezogener
Tabak angebaut, welcher indessen vorwiegend nur in den daselbst
bestehenden Zigarrenfabriken verarbeitet wird. Der Tabak ist
pielfach gut in Qualität, aber häufig mangelhaft im Brande.
Eine amtliche Statistik über die Tabakproduktion der Vereinigten
Staaten von Nordamerika für die Erntejahre 1903/07 ergab fol—
gende Zahlen:

Jahr

1903
904
905
1906
—1907

Anbaufläche in
Acres (1 Acre
— 40,467 am)

1037 735
806 409
776112
796099
320800

Gewichtsertrag
in Pfund
Pfund 453 8)

815972 425
bbO 460 739
633033719
682428530
998 126 000

Gesamtwert
Dollar

55514627
53582959
53519068
38232647
756 234000

Gewichts⸗
erirag pro
gere

786,3
X
815,6
36
351.

Wertertrag
pro Acre
Dollor

63.50
62
*ö
»3571
—8

Wert für
1000 Pfund

68,05
80,83
—**
9998
109. 20

Zur Ausfuhr, von welcher England fast ein Drittel aufnimmt,
kamen im Jahre 1911,12 (1. Juli-30. Juni)
unbearbeiteter Tabak: 375873131 Pfund im Werte von 4314613 Dollar
Tabakstengel u. Abfälle: 4472 180 . 105 844
        <pb n="56" />
        32 Rohtabakproduktion der Welt
In Nordamerika besteht weiter ein ansehnlicher Tabakbau in
der Republik Mexiko; die sowohl im Osten wie an der Pazifik⸗
küste gelegenen Tabakbaubezirke sind durch Gebirgszüge getrennt
und liegen sehr verstreut. Man unterscheidet nach den Produk—
tionsbezirken die Sorten San Andres sowie Santa Rosa, vValle
Nacional und Acayucan. Die sehr ungenau durchgeführte Sor—
tierung unterscheidet nach der Blattgröße meist fünf Klassen.
Das Produkt dient zum größten Teile dem heimischen Bedarfe
zur Anfertigung von Sigaretlen; zum kleineren Teile, und zwar
vorwiegend aus der beften Sorte San Andres, werden groͤßere
Posten nach Europa ausgeführt. Uber die Produktion liegen
statistische Angaben nicht vor, sie wird schätzungsweise mit jähr⸗
lich 126 000 Ballen (zu etwa 80 k8) angegeben. hiervon kommen
zirka 25 000 Ballen im Werte von 4 missionen Mark zur Aus⸗
fuhr. In. Mittelamerika bzw. den Antillen haben wir in der
Insel Kuba das Land, welches den qualitativ feinsten Sigarren—
tabak der Welt, den hHavanna-Tabak erzeugt. Derselbe wird
in den Provinzen Pinar del Rio und havanna angebaut. Die
Vuelta abajo (d. i. untere SFlußwindung), ein Tal am Rio Hondo,
bringt den nach ihr benannten feinsten Tabak, von welchem die
besten Deckblattsortierungen zeitweise einen Preis von 10 Dollar
pro Pfund erreichen. Es folgen dann, in der Reihenfolge nach
Qualitäten bzw. Anbaudistrikten geordnet, die Sorten Semi Vuelta,
Remedio und Partido. Die Blätter werden nach der Größe in
10-12 Klassen sortiert, welche mit 10, 20 usw. bezeichnet wer—
den. Die groben, weniger ausgereiften Blätter werden als
Quebrado⸗Sortierung ausgesondert. Der Tabak wird, nachdem er
sortiert ist, in Büschel zusammengebunden, und je vier Büschel
zu einer Malotte vereinigt, indem man sie mit einer Bastschnur
umwickelt. Ein Ballen Tabak enthält 80 Malotten und wird
in Bastplatten gepackt, welche mittels Baststricken umschnürt
werden; die Basthülle wird dann in Packleinen eingenäht, auf
welches die Sortierungsklasse signiert wird Außer havanna—
Tabak werden auf der Insel Unba noch angebaut die Sorten
Kuba sowie Nara, welche nach der Blattgröße in drei Klassen
sortiert werden. Es werden jährlich rund 600 000 Ballen (zu
zirka 50 k8) erzeugt; hiervon werden annähernd 250000 Ballen
nach Nordamerika und rund 100000 Ballen nach Europa aus—
        <pb n="57" />
        Tabakproduktion in Mittel- und Südamerika 53
geführt. Der Rest dient zur herstellung von Zigarren, ein ge—
ringer Teil von Zigaretten, in einheimischen Fabriken. Von
Zigarren wurden im Jahre 1911 reichlich 188 Millionen Stück
ausgeführt. Der Gesamtwert der Ausfuhr von Tabak und Tabak—
fabrikaten betrug im Jahre 1911 rund 180 Millionen Mark.
Die Insel Portoriko baut zwar nur eine Jahresmenge von
etwa 3000 Tonnen Tabak, aber in sehr brauchbarer Beschaffen—
heit, welcher teils in der Zigarrenfabrikation, teils zur her—⸗
stellung von Kauchtabak verarbeitet wird. Von besserem Zigarren⸗
tabak kommen nur selten Anfuhren nach Curopa. Man sortiert
nach Blattgröße und Qualität vier Klassen.
Die auf der Insel Haiti gelegene Rupublik San Domingo,
woselbst der Tabakbau schon sehr früh durch die Spanier ein—
geführt wurde, müßte hinsichtlich des Ulimas und der Boden—
beschaffenheit unter den tabakbauenden Ländern mit an erster
Stelle genannt werden. Indessen die unsicheren politischen Ver—
hältnisse dieses Staates verhindern die Erzeugung eines wert—
vollen Gewächses. Der Domingo⸗-Tabak bietet ein Schulbeispiel
dafür, wie der Tabakbau nicht betrieben werden soll. Die Sor—
tierung des Tabaks ist sehr ungenau. Man scheidet nach der
Blattgröße vier Klassen, welche 8 (größte), Ff, Feund A be—
zeichnet werden. Der Tabak wird in Ballen aus Schilfgeflecht
oder Leinen mit einer inneren hülle aus Bastplatten gepackt. Die
jährliche Produktion zeigt außerordentlich große Schwankungen.
Sie betrug im Jahre 1911 rund 300000 Baällen (zu 50 Kg),
von denen 210000 Ballen nach Bremen und Hhamburg, den ein⸗
zigen hierfür bestehenden Auslandsmärkten, ausgeführt wurden.
Jamaika brachte vor etwa 25 Jahren einen Tabak nach
Deutschland, welcher wegen seiner guten, dem havanna ähnlichen
Qualität bei den Zigarrenfabrikanten großes Interesse erregte.
Die steigende Aufnahmefähigkeit des heimischen Konsums bewitkte
indessen, daß der Tabak nur noch sehr selten und dann nur in
kleinsten Mengen ausgeführt wird.
In Südamerika war es die Kepublik Kolumbia, welche
bis gegen das Jahr 1865 der hauptlieferant von Zigarren—
deckblatt für Curopa war. Die daselbst angebauten Sorten
Tarmen, Ambalema, Giron und Palmyra waren damals
ein wichtiger Handelsartikel des Bremer Tabakmarktes. Sie wurden
        <pb n="58" />
        54 Rohtabakproduktion der Welt

aber von dem mit größerer Sorgfalt angebauten Java-Tabak
allmählich als Zigarrendeckblatt vollständig verdrängt. Jetzt
kommen nennenswerte Mengen nur noch von Carmen⸗-Cabak nach
uropa, welche als Umblatt, mehr noch als Einlagetabak in der
Zigarrenindustrie recht beliebt sind. Die Sortierung erfolgt nach
der Blattgröße in drei Klassen, welche 1ä Pa oder Finos, ha
oder Superior, 2a oder Segundo signiert werden. Der Tabak
wird in kreuzweise übereinander liegenden Schichten, in welchen
die Blätter gestreckt liegen, in würfelförmige Ballen zu 50 bis
50kg gepackt, welche teils in Ochsenhäuten (Seronen), teils in
—V
Deutschland rund 66 000 Ballen kolumbischer Tabak verarbeitet.
Denezuela führt zwei Sorten Tabak nach Europa aus, nämlich
Maturin, in zwei Klassen, Retorno und Mediamento, sortiert,
sowie den als Pfeifentabak hochgeschätzten Varinas. Dieser
wird entweder in Büscheln (so Kanaster genannt) gebunden oder
in etwa 5 cm dicken Strängen gesponnen, welche zu Rollen von
zirka 25 cm Durchmesser und 60cm höhe geformt sind. Beide
sorten werden in Körbe aus hartem Bastgeflecht von etwa 60 kg
Hettogewicht verpackt. Der im letzten Jahrzehnt zurückgegangene
Tabakbau von Paraguan zeigt neuerdings einen Aufschwung.
Die leichteren Sorten, wie Pito, Media und Regular, werden nach
Turopa versandt, wo sie zu Rauchtabak, teilweise auch als
Zzigarreneinlage verarbeitet werden. Die schweren, wie Doble,
Pinton u. aim., werden im Lande selbst und in angrenzenden
Ländern verbraucht. Argentinien ist in jüngster Zeit auch be—
strebt, den Cabakbau zu erweitern; daselbst stehen etwa 22000 ha
unter Kultur. Die Ausfuhr ist belanglos. Brasilien ist das
für den Weltmarkt wichtigste Tabakbaugebiet in Südamerika.
Die Ausfuhr begann gegen das Jahr 1840 und erreichte gegen
Ende des 19. Jahrhunderts die höhe von rund 650000 Ballen;
indessen zeigte seitdem der Umfang des Tabakbaues daselbst
einen beträchtlichen Rückgang. Die Jahresproduktion beträgt in
neuerer Zeit etwa 350000 Ballen (zu 75 kg); von den im
Jahre 1911 erzeugten 322000 Ballen wurden 250000 nach
Bremen und hamburg ausgeführt. Die Produkte der Provinzen
Rio Grande und Sao Paolo werden im Handel getrennt von
Brasil-Tabak klassifiziert. Der meist zur Ausfuhr kommende
        <pb n="59" />
        Brasilianischer Tabak 55
Brasil-Tabak wächst in der Provinz Bahia; man unterscheidet
von diesem je nach dem engeren Anbaugebiete die Sorten San
Felix, deren beste Gewächse in dem Bezirke Cruz das Almas
angebaut werden, ferner Nazareth, auch San Antonio
genannt, Cachdeira, San Amaro und Alagoinhas. Der
Tabak dient zur Zigarrenfabrikation und ist wegen seiner im
Durchschnitt guten Qualität sehr beliebt, trotzdem der fast nur
von Kleinbauern betriebene Anbau und die weitere Behandlung
sowie Sortierung auf recht tiefer Stufe stehen. Man sortiert vor—
wiegend nur nach der Blattgröße sechs bis zehn Klassen, welche
(bei den größten Blättern beginnend) signiert werden: PP oder
PEF (Patent Patent oder Patent Sino), P (Patent), Ba, 2a, 34,
z3a Z'a, Fs (Solhas — lose Blätter); die ganz groben Blätter
werden ausgesondert und G signiert. An Stelle der Siffern tritt
häufig eine Anzahl Sternzeichen (4), so daß 3. B. Za , T0 — α
bedeulet. Die Ballen von ca. 76 kg Gewicht haben Verpackung von
Jute.

Außer dem Zigarrengut wird von Brasil-Cabak noch das Koh—
material für eine Spezialität von Schnupftabak hergestellt. Dieser
Tabak, Mangotes genannt, wird fest zusammengepreßt und
mit einer Sauce getränkt. Er wird in Ochsenhäute verpackt und
findet in Deutschland zur Fabrikation des sogenannten Brasil—
»der Schmälzler-⸗Schnupftabaks einen beschränkten aber regel—
mäßigen Absatz. Die in der Provinz Santa Catarina gelegene,
überwiegend von Deutschen bewohnte Kolonie Blumenau
wendet jetzt auch dem Tabakbau erhöhte Beachtung zu.
Der in den füdlichen Provinzen angebaute Rio-Grande—
Tabak ist größer in Blatt, aber geringer in Qualität. Er wird
in nur drei Klassen, Patent, Prima, Secunda (P, 1a, 242), nach
Blattgröße sortiert; die Za-Sortierung wird vielfach auch zu
Kauchtabak verarbeitet.
der Tabakbau in Europa. Unter den europäischen Ländern
nimmt Rußland hinsichtlich der Erntemengen von Tabak die
erste Stelle ein. Die ersten Anfänge des russischen Tabakbaues
reichen bis gegen das Jahr 1650 zurück. Etwa drei Viertel der
Gesamtproduktion wird in den Gouvernements Tschernigow,
Samara und Poltawa erzeugt, während der Rest aus Bessarabien,
Therson, Saratow und einigen andern Gouvernements stammt.
        <pb n="60" />
        36 Rohtabakproduktion der Welt
Der in den nördlichen Gebieten erzeugte Tabak ist großblättrig,
aber von schlechter und scharfer Qualität und dient fast aus—
schließlich dem Eigengebrauch des Landes. Bessere Erfolge hat
der Tabakbau in den südöstlichen Gegenden am Schwarzen Meere,
wo ein dem türkischen Tabak ähnliches kleinblättriges Gewächs
produziert wird. Die Türkei hat als Tabakerzeuger in den
letzten drei Jahrzehnten mit dem steigenden Verbrauche von
zigaretten an Bedeutung ganz erheblich zugenommen, da sie hier—
für die edelsten Gewächse liefert. Die Blätter sind im Gegensatze
zu Zigarren- und Pfeifentabak ziemlich dick und klebrig; ihre
Farbe geht vom Gelb bis zum Rötlichbraun. Die Blätter der
feinsten Sorten zeigen eine eigelbe Farbe und sind sehr klein;
ihre Größe schwankt zwischen 10 und 20 cm. Der türkische Tabak
wird in den europäischen Gebieten von Saloniki, Mazedonien,
Albanien und Adrianopel mit den Hhauptsorten Nenidze, Drama,
Kavalla, Seres und Xanthi angebaut. Die feinsten Sortierungen von
Kavalla, Dubek oder Ghiobek genannt, werden bis zu 70 Mark
pro Oka — 25 kg bezahlt. In der asiatischen Türkei sind die
Dilajets Smyrna und Trapezunt die hauptproduzenten. Der aus
dem letzteren stammende Tabak, meist unter dem Namen Samsun
in handel, wird wegen seiner zwar feinen, aber etwas schweren
Qualität heute weniger geschätzt als der Smyrna-Tabak. Ein der
gleichen Berwendung dienenden Gewächs wird in Syrien im
Dilajet Beirut und in der Gegend des Libanon angebaut, von
welchem vorwiegend der nach dem gleichnamigen Orte Latakieh
im handel bekannte Tabak ausgeführt wird.)
Von türkischem Tabak werden nach äußeren Merkmalen zwei
Arten unterschieden: . Bas ma (zusammengedrückt). Die Pflanze
wird 50— 80 cm hoch; die Blätter sind sehr feinrippig und wer—
den 15—520 cm lang. 2. Baschibagli (am Kopf zusammen
gebunden). höhe der Pflanze 70-120 cm; Blatt größer, aber
grob, gestielt und mit dicken Rippen. Qualität schwerer und
weniger aromatisch als Basma. Hus beiden Arten sind durch
natürliche Kreuzung viele Spielarten entstanden. Beim türkischen
Tabak haben die obersten Blätter der Pflanzen die beste Qualität.

) vgl. Mitteilungen aus dem Reichsamte des Innern. Carl heymanns
Verlag, Breslau 1912.
        <pb n="61" />
        Tabak in Osteuropa und Deutschland 57
Der Pflanzer sortiert die Blätter in drei Klassen: a) Machful
(damit bezeichnet er auch die Gesamternte) — unverletzte rein—
farbige obere Blätter, b) Sirapastal — größere, verletzte,
weniger reinfarbige obere Blätter, c) Kotra oder Refusen
— Sandblätter und andre geringere Blätter. Die Produktion
stieg von 18873 Tonnen im Jahre 1902 auf 31737 Tonnen im
Jahre 1910. Der Durchschnitt der Jahre 190721911 ergibt rund
28 000 Tonnen, wovon 17000 Tonnen auf die europäische Türkei
entfallen.
serbien, Griechenland, Bulgarien und Rumänien erzeugen
ebenfalls ein dem türkischen Tabak ähnliches Gewächs, welches
in Qualität geringer ist, aber wegen des billigeren Preises
dennoch, teils sogar in größeren Mengen, zur Ausfuhr gelangt.
In Osterreich-Ungarn wird Tabak in Südtirol, der Buko—
wina, Bosnien, herzegowina und dem östlichen Galizien sowie
im Alföld angebaut. Zur Ausfuhr kommt nur der ungarische
Tabak, welcher zum größten Teil allerdings auch von den
Monopolverwaltungen der Monarchie, sowohl zu Rauchtabak als
auch zu Sigarren, verarbeitet wird.
In Deutschland ist der Tabakbau seit dem Jahre 1880 er—
heblich zurückgegangen, und zwar in der Anbaufläche von rund
30 000 ha auf rund 16500 ha. Die Ursachen dieses Rückgangs
sind in der veränderten Richtung des Tabakkonsums zu suchen,
insofern das Pfeifenrauchen seit dieser Zeit beträchtlich dem
Zigarrenrauchen gewichen ist. Der Rückgang hat denn auch nur
diejenigen Gebiete betroffen, welche vorwiegend Tabak für die
Rauchtabakfabrikation bauen. Die Hauptgebiete des deutschen
Tabakbaues sind Baden, die angrenzenden Teile von hessen
Bergstraße) und Württemberg, die linksrheinische bayrische Pfalz
und das nördliche Elsaß bis in die Gegend von Kolmar. Dazu
kommen in Norddeutschland die Uckermark und der Oderbruch.
Ferner wird in geringerem Umfange noch am Niederrhein nächft
der holländischen Grenze, in der Gegend von Nürnberg sowie in
den Provinzen Schlesien, Westpreußen, Hannover und Hessen
Tabak angebaut, welche meist nur für die lokale Tabakindustrie
in Betracht kommen. Die amtliche Statistik zeigt für den Durch—
schnitt der Erntejahre 1907-1911 folgendes Bild (die Gewichtsmengen
 beziehen sich auf dachreifen, also noch nicht fermentierten
        <pb n="62" />
        58 Rohtabakproduktion der Welt
Tabak; die Wertbeträge sind ausschließlich der Tabaksteuer be—
rechnet):

Ertrag

bebaute Släche
ha Tonnen

Preußen . ..4240
8Zayern. ... 2494
Württemberge. 303
Bbaden..6611
hessen .... 443
Mecklenburg. 79
Thüringen. .. 76
Braunschweige. *
Anhalt. 50
Elsaß-Cothringen 1402
18709 31

8101
4641
670
13696
757
146
51
24
83
5586

55

Wert in
1000

4119
2506
418
1151

auf wha
Gewicht des Wert

auf 1 dz
Wert M

102
18,8
24
Id

50,84
54
62,38
5958
55.48
45,89
4751
3750
5542
57.19
D.ä αöο σ,,

J

In der amtlichen Statistik wird der durch die Fermentation ent—
stehende Gewichtsverlust mit 2000 berechnet. Demnach ergibt
sich für den deutschen Anbau eine jährliche Durchschnittsmenge
oon 81e — 25 484 Tonnen — 254 840 de fermentierten
Tabaks mit einem Ertragswerte von 17 883 000 Mark. Die Pro—
duktionskosten werden in dem bereits erwähnten Buche von
o. Babo für 14 ha (S1 Morgen) für die Pfalz auf 212 Mark
berechnet. Bei Verwendung von Kali als Zusatz zum Dünger er—
höhen sich die Kosten auf 230 Mark. In der Pfalz wurden im
Durchschnitt der beiden Jahre 1908, 1909 — ersteres lieferte
einen reichen, das letztere einen sehr geringen Ernteertrag —
auf A ha 150 kg Sandblatt und 375 k8 haupttabak geerntet,
zusammen 525 kg, welche bei dem in dem untersuchten Bezirke
erzielten Preise von 57 Mark für 100kg einen Erlös von
288,75 Mark und nach Abzug der Selbstkosten einen Gewinn von
annähernd 69 Mark pro Morgen erbrachten. Der deutsche Tabak—
bau eignet sich in erster Linie für den kleinbäuerlichen Betrieb,
in welchem alle Arbeiten möglichst ohne fremde Arbeitskräfte
verrichtet werden können, nicht aber für den Großgrundbesitz. So
sind denn am deutschen Tabakbau auch mehr als 90000 selb—
ständige Pflanzer beteiligt, wovon allein 38000 auf Baden
        <pb n="63" />
        Die hauptgebiete des deutschen Tabakbaues 59
entfallen. über die Betriebsverhältnisse in Oberbaden gibt
Dr. hassinger) nach einer Statistik der Jahre 1906,09 folgende
Auskunft: Weniger als 5 ar bebauten 324 Pflanzer, 5210 ar
3897, 10- 25 ar 8692, 25 ar bis 1ha 3305, 1ha und mehr
17 pflanzer. Nach demselben Verfasser zeigt der Wert der
Grundstücke innerhalb der letzten Jahre in denjenigen Amts—
bezirken die größte Zunahme, welche den größten Tabakbau be—
tkreiben, und zwar am meisten für die zum Tabakbau geeigneten
Bodenklassen. Diese Tatsache ist besonders erfreulich, weil in
diesen Bezirken der kleinbäuerliche Besitz vorherrschend und Lati—
fundienbefitz sehr selten ist. Ferner stellt hassinger auf Grund
eingehender Untersuchungen fest, daß daselbst sowohl das Ein—
kommen als auch die Lebenshaltung der Bevölkerung seit dem
Jahre 1885 (Dergleichsperiode 1888521909) ganz erheblich ge—
stiegen ist. Die in sozialpolitischer Beziehung erfreuliche Tatsache,
daß der deutsche Cabakbau dem bäuerlichen Kleinbetriebe vor—
behalten ist, hat aber andererseits den Nachteil, daß neue Kultur—
methoden zur qualitativen Verbesserung des Produktes nur sehr
langsam Eingang finden können, teils wegen des Mißtrauens
der jeder Neuerung wenig zugänglichen Kleinbauern, teils wegen
des Mangels an Geldmitteln.
Von seiten der staatlichen Behörden wird versucht, diese
schwierigkeiten durch Landwirtschaftslehrer, staatliche Saatzucht—
und Versuchsanstalten sowie Gründung von örtlichen Tabakbau—
vereinen zu beheben. Ein nennenswerter Erfolg ist hiermit in—
dessen bisher nur im Elsaß zu verzeichnen, und so muß mit Be—
dauern festgestellt werden, daß eine Verbesserung der Qualität
des deutschen Tabaks noch lange nicht in dem vielfach trotz der Un—
gunst des Klimas wohl erreichbaren Umfange erzielt worden ist.
JItalien erzeugt eine Jahresmenge von etwa 7000 Tonnen
Tabak von geringer Güte, welcher nur von der dortigen Monopol—⸗
berwaltung verarbeitet wird. Ebenfalls nur für den heimischen
Derbrauch erzeugt Frankreich in sehr zerstreut liegenden
Anbaugebieten jährlich etwa 20000 Tonnen. Spanien und
Portugal haben keinen irgendwie nennenswerten Tabakbau.
pleichfalls von geringer und nur für den heimischen Verbrauch

1) Hassinger, Der oberbadische Tabakbau. Karlsruhe 1912.
        <pb n="64" />
        50 Rohtabakproduktion der Welt

in Betracht kommender Bedeutung ist derselbe in der Schweiz.
Von größerer Bedeutung, allerdings auch nur für die heimische
Industrie, ist der Tabakbau in Beĩgien, und zwar vorwiegend
derjenige der vlämischen Gegenden, welche einen Jahresdurch⸗
schnitt von rund 5000 Tonnen erzielen. Holland ist wohl als
die Wiege des europäischen, sicherlich des weste und mittel—
europäischen Tabakbaues anzusprechen, denn bereits gegen das
Jahr 1610 wurden in der Gegend von Amersfort Tabakbau—
versuche mit größerem Erfolge unternommen, und der Amers—
forter Tabak lieferte auch den Samen für den Tabakbau in
Deutschland. Indessen sind die jetzt angebauten Erntemengen
ziemlich gering; das Produkt wird zum kleineren Teile zu Zi⸗
garren, zum größeren Teile zu Rauchtabak verarbeitet; es kommen
auch, allerdings nur geringe Mengen zur Ausfuhr. In Großbritannien
 findet Tabakbau nicht ftatt; er ist in England
fogar seit dem Jahre 1652 durch Gesetz verboten.
Afrika: Es ist zwar aus Schriften von Forschungsreisenden
bekannt, daß die eingeborene Negerbevölkerung zum Teil dem
Tabakgenusse frönt und den hierzu erforderlichen Rohtabak an—
baut. Indessen konnte bis in die neuere Zeit nur Algier einen
planmäßig betriebenen Tabakbau aufweisen. Der daselbst an—
gebaute Tabak in einer jährlichen Produktionsmenge von rund
11500 Tonnen wird zum größeren Teile im Lande selbst zu
Rauchtabak und Zigaretten verarbeitet. Der Überschuß wird als
Rohmaterial für billige Sorten Rauchtabak, und zwar zum
größten Teile an die französische Monopolverwaltung ausgeführt.
Es verdient noch erwähnt zu werden, daß Agypten, welches
doch bekanntlich große Mengen meisit hochpreisiger Zigaretten
ausführt, keinen RKohtabak anbaut, fondern nur Rohtabak aus
der Türkei und den Balkanstaaten verarbeitet. Neuerdings wer—
den in den unter englischem und deutschem Protektorat stehenden
Kolonialländern vielversprechende Versuche im Tabakbau be—
trieben, welche eine eingehende Darstellung verdienen. In der
südafrikanischen Republik richten sich diese Versuche auf die Er—
zeugung eines Ersatzes für Kohmaterial zu Pfeifentabak und
szigaretten, die dort und im Mutterlande meist konsumierten
Tababfabrikate; die Konkurrenz richtet sich also gegen die Pro—
dukte von Nordamerika (Dirginia) und der Türkei über den
        <pb n="65" />
        Deutsche Kolonien im Tabakbau 61
Tabakbau in den deutschen Kolonien wird im folgenden Abschnitt
noch ausführlich berichtet.
Der Tabakbau in den deutschen Kolonien.) Die Versuche
zu planmäßigem Tabakbau in den deutschen Kolonien begannen
bereits im Jahre 1887. Sie wurden zuerst in dem in Kamerun
belegenen Bezirke Bibundi betrieben und richteten sich auf die
Erzeugung eines dem Sumatra-Cabak ähnlichen Gewächses. Von
dem daselbst angebauten Tabak kamen etwa 200 Ballen an den
Bremer Markt, welche sofort von einer dort ansässigen Zigarren⸗
fabrik angekauft wurden. Die aus diesem Tabak angefertigten
Zigarren fanden indessen trotz der damals herrschenden Kolonial—
begeisterung keine sonderlich gute Beurteilung, und die dann
folgenden pessimistischen Anschauungen über den Wert der deut—
schen Kolonien machten den Tabakbauversuchen in Kamerun vor—
läufig ein Ende. In gleicher Weise endeten die Versuche, welche
in der Gegend von Stephansort in Kaiser-Wilhelms-Cand Meu—
guinea) unternommen wurden. 3war versprach der daselbst er—
zeugte Tabak bei sachgemäßer Entwicklung des Anbaues ein
brauchbares Erzeugnis zu liefern, indessen boten die einer plan—
mäßig betriebenen Tabakkultur höchst ungünstigen Arbeiter—
derhältnisse ein in absehbarer Zeit unüberwindliches Hindernis.
Die in Ostafrika von der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft
auf Veranlassung des bekannten Kolonialforschers Dr. Karl Peters
auf der Station Lewa unternommenen Versuche kamen über
den ersten Anfang nicht hinaus. Zu allen diesen Mißerfolgen hat
wohl in erster Linie der Umstand beigetragen, daß die deutsche
Kolonialwirtschaft im Anfang unter dem Mangel genügend er—
fahrener Kräfte und nüchterner kaufmännischer Erwägung be—
trieben wurde, und daß die Unternehmer schnelle und große Er—
folge da erwarteten, wo ein dauernder Erfolg erst nach längerer
Zeit und selbst unter der Voraussetzung sachgemäßester Arbeit
erst nach vielen Enttäuschungen in Aussicht stand. Erst in
jüngerer Zeit mit dem Beginn einer besser geleiteten Kolonial—
wirtschaft wurden die Anbauversuche von Tabak erneuert und
im Jahre 1902 auf Anregung des Gouvberneurs von Lindequist
durch den Deutschen Tabakverein bzw. eine diesem angehörende

1) Vdl. heilborn. Die deutschen Kolonien (4NuG Bod. 98.
        <pb n="66" />
        62 Rohtabakproduktion der Welt
GBruppe von deutschen Tabakindustriellen im Gebiete von Deutsch—
südwestafrika unternommen. Die Qualität des daselbst gezoge—
nen Gewächses war aber in ihrer Eignung für Sigarrendeckblatt
so gering, daß die Versuche nicht fortgesetzt wurden. Im Jahre
1907 wurden von derselben Gruppe auf Veranlassung des da—
maligen Gouverneurs von Kamerun, dem einer am badischen
Tabakbau beteiligten Familie entstammenden Dr. Seitz, neue Ver—
suche in Kamerun angestellt, welche Erfolg versprachen. Eine
weitere Ausdehnung erhielten diese Versuche erst im herbst des
Jahres 1909 durch Gründung der Tabakbaugesellschaft Kamerun
G. m. b. h. Im selbigen Jahre baute der in Kamerun ansässige
Pflanzer Rathke Cabak an; das von ihm im Jahre 1010 in
Bremen an den Markt gebrachte Produkt, 57 Ballen, wurde von
den Fachleuten sehr gut beurteilt und erzielte einen hohen Preis;
der Tabak hatte ühnlichkeit mit den feinsten Gewächsen von
Borneo. Die Unternehmung des herrn Rathke wurde in die
Tabakbaugesellschaft Bakossi m. b. h. mit einem Stammkapital
bon 270 000 Mark umgewandelt. Die Tabakbaugesellschaft Ua—
merun sandte im herbst des Jahres 1910 einen bis dahin auf
Ssumatra beschäftigten Tabakpflanzer nach Kamerun, welcher
bereits zu Beginn des Jahres 1913 eine Partie von 102 Ballen
Tabak an den Bremer Markt bringen konnte, die in ihrer Qua—
lität mit mittelmäßigem, in Brennfähigkeit und sorgfältiger
Behandlung und Sortierung mit feinstem Sumatra-Decktabak
in Wettbewerb treten konnte. Nachdem inzwischen auch die
wichtigste Frage, nämlich die Beschaffung genügender Arbeits—
kräfte, eine befriedigende Lösung gefunden hatte, wurde die
Gesellschaft im Mai des Jahres 1913 in eine Attiengesellschaft
mit einem Grundkapital von 2,6 Millionen Mark umgewandelt;
dieselbe hat sich rund 9300 ha Ackerland gesichert, welches nach
den vorgenommenen Analysen von vorzüglicher Qualität als
Tabakboden ist, und wird nunmehr der Tabakbau auf breitester
und finanziell gesicherter Grundlage ausgedehnt. Neben diesen
beiden Gesellschaften besteht noch die Hamburg-Aamerun-Cabak—
baugesellschaft m. b. h., deren anfängliches Stammkapital von
250 000 Martk im Jahre 1913 auf 400 000 Mark erhöht wurde;
dieselbe hat aber bisher noch keinen CTabak nach Europa gebracht,
sondern war noch mit vorbereitenden Arbeiten beschäftigt. Die
        <pb n="67" />
        Hhandelsverkehr mit RKohtabak 63
rege Beteiligung deutscher Tabakgewerbetreibender an allen
diesen Unternehmungen gibt die Gewähr dafür, daß dieselben
in zweckmäßigster Weise geleitet und durchgeführt werden und
lassen in naher Zukunft auf Grund der bisherigen Ergebnisse
größere Mengen guter Gewächse erwarten, deren Verkauf den
hanseatischen Tabakmärkten gesichert ist und diesen neues Leben
zuführen wird. Soweit bekannt ist, bezwecken alle bisherigen
Unternehmungen die Erzeugung eines Konkurrenzproduktes gegen
den hochwertigen Sumatra-Decktabak. Einer weiteren Zukunft
bleibt es vorbehalten zu erwägen, ob neben dem plantagen—
mäßigen Anbau auch die für kleinbäuerliche Betriebe geeignete
Aufzucht von Umblatt- und Einlagetabak oder von Sigaretten—
tabak mit Vorteil einzuführen ist.

V. Der Kohtabakhandel.

In den meisten Produktionsländern wird der Tabak von den
Pflanzern an Händler verkauft, welche die Bauern selbst be—
suchen oder durch Angestellte oder durch Vermittlung von Kom—
missionären nach der Ernte besuchen lassen. Eine Ausnahme
von diesem Verfahren besteht nur bei Sumatra-, Borneo- und
demjenigen Java-Tabak, welcher von größeren Pflanzungsunter—
nehmungen erzeugt wird. Diese unterhalten an den hollän—
dischen Marktplätzen eigene Niederlassungen — dort ist auch
meist der Sitz der hauptverwaltung — und bringen das Ernte—
produkt selbst an den Markt. Die Räufer des Tabaks übernehmen
denselben vielfach lose, d. h. unverpackt, und verpacken ihn in
üblicher Weise für den Dersand, nachdem die Ware in ihre Lager—
häuser verbracht worden ist, woselbst auch häufig erst vorher
die Sortierung nach Qualität usw. erfolgt. Alsdann geht der
Tabak an die Stapelplätze des handels, wo er, wie 3. B. in
Nordamerika, in Auktion oder freihändig an Großhändler ver—
kauft wird. Diese letzteren vermitteln den Absatz an die in—
ländischen Fabrikanten oder zur Ausfuhr in die Verbrauchs—
länder. Vielfach unterhalten auch die europäischen Import—
häuser eigene Sweigniederlassungen an den überseeischen Stapel—
olätzen zum direkten Einkauf des für die Ausfuhr bestimmten
        <pb n="68" />
        ba
Tabaks. Als bedeutende Stapelplätze des Auslandes sind zu
nennen in Nordamerika: Couisville, Clarksville, Hopkinsville,
Hew Orleans, Baltimore und Neuyork; in Brasilien: Bahia und
Tachoeira; in Kuba: havanna; in der Türkei: Kavalla, Xanthi,
Saloniki und Smyrna. In Curopa sind die bedeutendsten Ein—
fuhrplätze: Bremen, hamburg, Liverpool, London, Antwerpen,
Amsterdam und Rotterdam. Die beiden letztgenannten Städte
besitzen den gesamten Weltmarkt für die Produkte von nNieder—
ländisch-Indien. Ferner ist noch Dresden als für Deutschland
wichtigster Handelsplatz für orientalischen (türkischen, griechi—
schen usw.) Rohtabak zu erwähnen. In Liverpool und London
werden hauptsächlich, dem britischen Verbrauche entsprechend, die
zur Herstellung von feingeschnittenem Pfeifentabak dienenden
Gewächse Nordamerikas eingeführt und gehandelt. hinsichtlich
der Mannigfaltigkeit der Tabaksorten steht der Import und
handel von Bremen an erster Stelle. Die Anfänge des Bremer
Tabakhandels gehen bis in die zweite hälfte des 18. Jahr—
hunderts zurück. Bis dahin hatten Amsterdam und Rotterdam
die ausschlaggebende Stellung im handel mit amerikanischem
Tabak und versorgten auf dem Wasserwege (Khein und Weser)
die deutschen Tabakfabriken, so auch diejenigen von Bremen, wo
die Tabakfabrikation schon um das Jahr 1663 nachweisbar ist.
Als durch den amerikanischen Befreiungskrieg der handel mit
dem Mutterlande England sowie auch mit holland eine gewaltige
Cinschränkung erfuhr, wurde durch ausgewanderte Bremer Kauf—
leute der direkte Import von Tabak aus Amerika in ihre Vater—
stadt begonnen. Dieser diente zuerst nur zur Versorgung der
bremischen Fabriken; bald aber schickten die Tabakhändler von
Bremen ihre Reisenden mit Tabakproben in ganz Deutschland
und den benachbarten Ländern umher und hatten nach einiger
zeit Holland überflügelt. Nach den ersten statistischen Angaben
betrug die Tabakeinfuhr Bremens im Jahre:
Tabakblätter Tabakstengel Karotten Uanaster
1821 58255 12252 5 — de
1825 54112 7414 220 — ,„
1835 120854 24 667 12 3028,

Rohtabakhandel

Im Jahre 1854 betrug der Gesamtimport 279 490 de im
Werte von 7500832 Goldtaler (1 Goldtaler — 3,32 Mark).
        <pb n="69" />
        Der hanseatische Tabakhandel 65
Die gewaltige Steigerung des Bremer Tabakhandels ist aus
nachstehender Statistik ersichtlich:
Einfuhr (in dæ):
Ursprungsland i. J.: 1907 1908 1909 —1910 —1911
Nordamerika (Faßtabak) 133490 103200 122287 137913 132968
„Gigarrentabat) 8081 13256 4038 14162 22388
Westindien u. Mexikoe 75735 100888 135768 86734 103500
südamerika. . .. 261106 144811 237510 245942 162 480
Dstindien, Thina, Australien Täö 648 127576 104086 93189 137471
Türkei u. europäischecänder 15788 10649 13208 18001 109757
Tabakstengel. ... 14526 5874 4756 13326 12889
Ausfuhr (in de):

Ursprungsland
Hordamerita (Faßtabat). 130910 123245 118326 123857 125175
(Sigarrentabak) 6328 8297 7277 8536 8717
Westindien u. mMexike. 75416 89606 91638 91736 88778
Ssüdamerika. . .. 227295 191172 215472 210135 197713
Ostindien, China, Australien 117 125 128470 1121753 91847 105774
Türkei u. europäischecänder 12666 13304 13574 13676 16367
Tabakstengel . . . 12866 10304 14666 13830 14649
Durchschnitt für die Jahre 1007,1912:
Einfuhr 597593 dz im Werte von 63306053 Mark
Ausfuhr 685 499 , „7TDOZSA7T86,

Etwas jüngern Ursprungs und von geringerem, aber stetig
steigendem Umfange ist der Tabakhandel in hamburg.
Die Einfuhr betrug:
Jahr 3 Wert Nort Dreijähriger Durchschnitt
1909 514885 56403 460
3 3 233338 ———
1911 448140 57317060)

über die Ausfuhr sind genaue statistische Sahlen nicht
erhältlich; sie betrug seewärts 1909: 270806 de, Wert
34 409 650 Mark; 1910: 267 529 dz, Wert 32890 150 Mark;
1911: 274 555 dz, Wert 32 658 120 Mark.
Die beiden Hansastädte versorgen nicht nur Deutschland, son—
dern fast alle europäischen und viele überseeische Länder. Der
Tabak wird durch die ansässigen Importeure entweder durch
Vermittlung von Z3weigniederlassungen oder durch Kommissio—
näre in den Ursprungsländern angekauft, oder den Impor—
teuren von daselbst ansässigen Exporteuren zum kommissions—
Anus 416: Wolf, Der Tabak. 2. Aufl.
        <pb n="70" />
        66

weisen Verkaufe in Konsignation überwiesen. Im letzteren Falle
erhält der Importeur für den Verkauf einschließlich Delkredere
eine Kommission von 300. häufig zahlt der Importeur den
Versendern von Konsignationsware einen Vorschuß. Der Im—
porteur (erste hand) verkauft nur geschlossene, d. h. alle Sortier—
klassen enthaltende Partien, und zwar nur an hanseatische Tabak—
händler (zweite Hand). Nur an Monopolverwaltungen verkauft
der Importeur auch direkt und nötigenfalls unter Ausschließung
der für deren Bedarf ungeeigneten Sortierklassen. Das Geschäft
zwischen Importeur und händler wird durch Makler vermittelt;
die den letzteren hierfür zustehende Courtage ist für jede Art
von Geschäften einheitlich festgesetzt und beträgt zwischen J und
2000. Die händler bieten den Tabak durch Reisende oder Agenten
an, welche die Fabrikanten des In- und Auslandes besuchen und
ihnen Proben der angebotenen Ware vorlegen. Der Verkauf
seitens der Importeure an die händler erfolgt freihändig, im
Gegenfatze zu dem noch zu beschreibenden System des hollän—
dischen Marktes, wobei einige Ballen aus jeder Partie dem
Kaufreflektanten zur Besichtigung vorgeführt werden; in man—
chen Fällen verkauft der Importeur dem händler auch die Ware
„schwimmend“, d. h. vor der Ankunft im Einfuhrhafen, also ohne
vorherige Besichtigung und ohne jede Garantie für den Ausfall
der Partie, was für den Käufer bei einem qualitativ so sehr
differenzierten Produkt immerhin ein sehr riskantes Geschäft ist—
Die Verkaufsbedingungen am Markt sind: Zahlung durch Bank—
akzept mit 6 Monaten Siel, diejenigen für Verkäufe der händler
an die Fabrikanten: 6 Monate offenes Siel, bei Vorauszahlung
1/200 Skontoabzug pro Monat. In holland ist der Markt von
Amsterdam gegenüber demjenigen von Rotterdam von über—
ragender Bedeutung, wie aus folgenden ZSahlen ersichtlich ist.
Im Jahre 1912 wurden verkauft in:
Amsterdam: Rotterdam:
Wert Gulden Ballen Wert Gulden
130000 145919 9120000
65 000 29087 5085 000
2000000

Rohtabakhandel

ne

Die Verkaufstermine werden nach Verhältnis der zu er—
wartenden oder bereits eingetroffenen Sendungen mehrere Mo—
        <pb n="71" />
        Der Tabakmarkt in Holland
nate im voraus planmäßig festgestellt und veröffentlicht. Die
Verkaufstermine sind wöchentlich auf den Freitag gelegt. Von
dem vorhergehenden Montag ab werden die von beeidigten
Maklern (Makelaars van het kantoor) gezogenen Proben im
Verkaufslokale zur Besichtigung der Kaufreflektanten ausgelegt.
Jede Sortierung jeder Partie wird bemustert. Die Seit vom
Besichtigungs- bis zum Derkaufstage wird von den Reflektanten
zur Prüfung der Muster und zur Taxierung der Ware benutzt,
eine bei dem großen Angebot sehr wertvoller Ware äußerst
anstrengende Arbeit. Der Verkauf erfolgt nach dem „Einschrei—
bungssystem“, d. h. der Reflektant gibt für die Partie, welche
er kaufen möchte, ein Preisgebot in geschlossenem Kuvert durch
Vermittlung eines Maklers an den Importeur ab; dieser öffnet
zur festgesetzten Zeit die Kuverts und erteilt dem höchstbieten—
den den Zuschlag. Das sSystem gleicht also dem Submissions—
verfahren. Die einzelnen Partien werden in Abständen von
einer Viertelstunde verkauft; innerhalb dieser Pause finden
eifrige Kaufverhandlungen zwischen dem Käufer der gesamten
Partie und den als Reflektanten für einzelne Sortierungen auf—
tretenden „Zweite-Hands-Käufern“ statt. Die Käufer geschlosse—
ner Partien sind fast ausnahmslos Großhändler, da die am
Markte erscheinenden Fabrikanten nicht für alle, nach Farbe und
Blattgröße sehr verschiedenartigen Sortierungen einer Partie
Verwendung haben. Diese sowie die weniger kapitalkräftigen
händler kaufen von den Groß- „Erste-Hands-Händlern“ einzelne
Sortierungen. Die Verkaufsbedingungen sind: Siel 31 Monat
oder sofortige Barzahlung mit Poo Skonto, nach Wahl des Ver—
käufers. Der überwiegende Teil der Fabrikanten deckt seinen
Bedarf bei den Tabakhändlern in ähnlicher Weise und unter
den gleichen Bedingungen, wie vorher beim hanseatischen Cabak—
handel berichtet wurde. Die größten Tabakhandlungen sind in
Amsterdam und Rotterdam ansässig, indessen sind an dem
handel in Java- und Sumatra-Tabak auch viele hanseatische
händler sowie solche in Neuyork, London, Antwerpen, Mann—
heim und Frankfurt a. M. lebhaft beteiligt. Die an den haupt—
handelsplätzen für türkischen bzw. orientalischen Tabak über—
haupt ansässigen handelshäuser, meistens von Griechen betrieben,
unterhalten vielfach in Dresden Zweigniederlassungen zur Ver—

67
        <pb n="72" />
        58
sorgung der deutschen Zigarettenindustrie. Ein geringerer Teil
türkischer Tabake wird auch von handlungen in Bremen und
hamburg importiert, welche Vertreter zum Einkauf in die Pro—
duktionsgebiete schicken.
Der Sitz des handels in deutschem Rohtabak befindet sich
fast ausschließlich in den engeren Produktionsgegenden, für die
Gewächse der Mark und des Oderbruches in den Städten Gartz
und Schwedt, für den unter dem Sammelnamen „pfälzer“ be—
kannten, in Baden, hessen, Württemberg und Rheinbayern er—
zeugten Tabak vornehmlich in den Städten Mannheim, Bruchsal
und Speyer, zum geringeren Teile in heidelberg, Lahr und
Emmendingen. Der handelsverkehr vollzieht sich in folgender
Weise. Nachdem der Tabak geerntet und in den hängescheunen
abgetrocknet (dachreif) ist, besuchen die Händler selbst oder durch
Angestellte die tabakbauenden Orte behufs Besichtigung und
Einkauf des Tabaks; da sie selbst bei der großen Zahl von Pro—
duzenten über die Einzelheiten nicht unterrichtet sein können,
so bedienen sie sich der Vermittlung von Landmaklern, welche
neben ihrem hauptberufe (Diehhändler, handwerker usw.) die
Vermittlung von Tabakkäufen als Nebengeschäft betreiben. Die
Preise werden unter Berücksichtigung der Beschaffenheit des
Cabaks und der allgemeinen Konjunkturverhältnisse zwischen
den Parteien vereinbart. Die gekaufte Ware wird nach Ver—
lauf einiger Wochen, wenn sie weiter abgetrocknet ist, unter
steueramtlicher Aufsicht gewogen, wobei der Kaufpreis bar
bezahlt wird, und in das Lager des Käufers verbracht. Nach—
dem dort die Fermentation des Tabaks vollzogen ist, häufig
auch schon vorher, verkauft der händler ihn den Fabrikanten
durch Reisende oder Agenten. Bei diesem Einkaufssystem haben
sich Mißstände verschiedenster Art herausgebildet; als deren
schlimmster ist zu erwähnen, daß bei der Preisbildung die
qualitativen Unterschiede der Ernteprodukte kaum oder doch
nur höchst ungenügend berücksichtigt werden, so daß für die
Tabakbauern jeder Anreiz zu sorgfältiger Behandlung und da—
mit zur Erzeugung wertvollerer Qualitäten fehlt. Die Zahl der
händler, welche sich ausschließlich mit deutschem Rohtabak be—
schäftigen, ist in stetem Rückgang begriffen. So bestanden an
dem haupthandelsplatze Mannheim im Jahre 1895 49, im

Rohtabakhandel
        <pb n="73" />
        Handel in deutschem RKohtabak 69
Jahre 1907 nur noch 25 Handlungen.)) Hierfür sind folgende
Urfachen anzuführen: der ehemals ziemlich bedeutende Export
von deutschem Rohtabak ist seit dem Jahre 1879 allmählich
nur noch in Ausnahmefällen möglich, da infolge des damals
dem deutschen Tabak eingeräumten Soll- bzw. Steuerschutzes
dessen Verkauf im Inland höhere Preise erzielt, als auf dem
Auslandsmarkte für gleichwertige Ware anderer herkunft be—
zahlt werden. Ferner aber sind viele Fabriken, welche große
Mengen von deutschem Tabak verarbeiten, dazu übergegangen,
diesen durch Makler direkt bei den Bauern unter Umgehung des
handels aufkaufen und selbst fermentieren zu lassen. Diese
Adusschaltung mußte auf den handel um so ungünstiger wirken,
als gerade der hauptverbrauch, nämlich die Fabrikation von
Rauchtabak und geringwertigen Zigarren, sich immer mehr zum
Großbetriebe herausgebildet hat, wodurch die mittleren und klei—
neren Konkurrenzbetriebe verdrängt wurden. UAußer den bisher
erwähnten, vorwiegend im Großhandel tätigen Betrieben be—
stehen an manchen Plätzen, wie 3. B. Berlin, Leipzig und
Breslau, Rohtabakhandlungen, deren Abnehmer vorwiegend die
KRleinindustrie der näheren Umgebung ist.

VI. die herstellung von Tabakfabrikaten.

Die erste und schwierigste Aufgabe der Tabakindustrie besteht
darin, aus den verschiedenen Arten von Rohtabak eine Mischung
herzustellen, welche in Geschmack und Geruch den Wünschen der
Verbraucher möglichst entspricht. Da in dieser Beziehung nicht
allein die Gewaächse der vielen' Produktionsgebiete grundver—
schieden sind, sondern auch die Produkte gleicher Herkunft je nach
dem Ausfall der Ernte ganz erheblich voneinander abweichen.
so sind theoretische Bestimmungen der Mischung ganz wertlos.
Vielmehr läßt sich diese nur auf Grund von praktischen Ver—
suchen feststellen, welche immer dann wieder anzustellen sind,
wenn auch nur eine der zur Mischung verwendeten Partien
Tabak aufgearbeitet ist und durch eine neue Partie ersetzt werden

) Dgl. Dr. Otto heymann, Die Entwicklung des Pfälzer Tabakhandels.
Karlsruhe 1909.
        <pb n="74" />
        70 Die Herstellung von Tabakfabrikaten
muß. Es gilt dann, die neue Mischung so zusammenzusetzen, daß
dem Verbraucher die Veränderung der Beschaffenheit des Fabri—
kates wenig oder gar nicht merkbar ist. Für die Fabrikation von
Kautabak und Schnupftabak ist diese Frage von geringerer Be—
deutung, da deren Geschmack bzw. Geruch durch die hierbei ver—
wendeten Saucen wesentlich beeinflußt wird.
Der Arbeitsvorgang beginnt mit dem Anfeuchten des
Tabaks; hierzu wird nur reines, möglichst weiches Wasser ver—
wendet. Da durch zu starkes Befeuchten die begehrte helle
Farbe der Blätter leicht nachdunkelt, so gibt man nur so viel
Feuchtigkeit, als erforderlich ist, um den Tabak geschmeidig zu
machen und die Blätter vor dem Zerbrechen bei den weiteren
Manipulationen zu bewahren. Nur in Ausnahmefällen, wenn
der Tabak zu schwer in Qualität und wenig glimmfähig ist, wird
derselbe behufs Entziehung überflüssiger Säfte ausgelaugt. Zum
Anfeuchten bedient man sich eines Wasserzerstäubers oder soge—
nannter Nebelpumpen, mittels welcher die auf den Boden reihen—
weise gelegten Tabakbüschel bespritzt werden. Teilweise wird
das weniger zeitraubende, aber auch weniger zweckmäßige Ver—
fahren geübt, die Büschel auf etwa ihrer Länge in einen
Wasserbottich zu tauchen und sie dann senkrecht aufzustellen,
wobei das ablaufende Wasser die nicht getauchten Teile der
Blätter befeuchtet. Ist der Cabak gleichmäßig weich geworden,
was bei kalter Temperatur etwa 24, bei warmer Temperatur
etwan6 Stunden dauert, so werden die Büschel gelöst und die
jetzt lose voneinander liegenden Blätter haufenweise durchein—
ander geschüttelt, damit sich die Feuchtigkeit möglichst gleich—
mäßig verteilt. Die weitere Bearbeitung ist je nach der Gat—
tung der Fabrikate verschieden.
Die Zigarrenfabrikation: Als Rohmaterial werden haupt—
sächlich folgende Sorten Rohtabak verarbeitet: Sumatra, Java,
Borneo, Brasil, havanna, Hara, Kuba, Carmen, Ambalema,
Domingo, Meriko, Seedleaf, Manila; außer diesen werden für
einige Spezialitäten namentlich in Ofterreich (Dirginier), Italien
(Toskani) und der Schweiz (Brissago und Schweizer Stumpen)
die Sorten Dirginia und Kentucky verarbeitet, nachdem ihnen
vorher durch Entlaugen der die Glimmfähigkeit behindernde
überschüssige Fettgehalt entzogen worden ist. Neben diesen
        <pb n="75" />
        Die Anfertigung der Zigarren 71
Sorten wird in vielen Ländern noch der daselbst angebaute
Tabak verarbeitet, so in Deutschland der Pfälzer und Ucker⸗
märker, in Nordamerika Florida und Spanish Simmer. Der in
Britisch-Indien zu Zigarren von sehr geringer Qualität ver—⸗
arbeitete ostindische Tabak sei wegen seiner nur lokalen Be—
deutung nur nebenbei exwähnt. Ebenfalls von fast nur örtlicher
Bedeutung als Zigarrenmaterial sind die Gewächse von Porto—-riko,
 Jamaika u. a. m. In Nordamerika werden infolge des
Hochschutzzolles von fremdländischen Sorten nur Sumatra, Java
(nur als Deckblatt) und havanna verarbeitet. (Also nur hoch—
wertige Gewächse, welche durch das heimische Produkt, nicht er—⸗
setzt werden können) Die Prüfung des Rohmaterials behufs
Feststellung der Mischungen geschieht durch Kauchen von Probe⸗
zigarren. hHierbei ist in der Zigarrenfabrikation besondere Sorg⸗
falt und Fachkenntnis erforderlich. Die Technik der Sigarren—
fabrikation ist ziemlich einfach, erfordert aber in manchen Teilen
eine große Handfertigkeit der Arbeiter. Die Arbeitsteilung be—
steht nach folgenden Porgängen; Anfeuchten und Aufbereiten
des Tabaks. wie vorher beschrieben. Entrippen des zur Cin—
lage bestimmten Tabaks: Nachdem die Blätter von der Feuchtig⸗
keit gleichmäßig durchzogen sind, wird der Stengel unterhalb der
Blattispitze mit einer hand durchgebrochen und von demselben
die mit der anderen hand festgehaltenen beiden Blattseiten ab—
gestreift. Die hierbei entfallenden Stengel werden nur in Uusnahmefällen
 als Einlage zu ganz billigen Zigarren verarbeitet;
in der Kegel gehen sie an Rauchtabakfabriken behufs Verarbei—
tung zu billigem Pfeifentabak. Der entrippte Tabak wird in
dünnen Schichten zum Trocknen aͤusgestreut, da die Einlage in
feuchtem Zustande nicht weiter verarbeitet werden kann. Vor
der Weiterverarbeitung werden die verschiedenen Sorten Ein—
lagetabak zu der beabsichtigten Mischung vereinigt, indem man
dieselben aufeinander schichtet und dann den haufen mehrmals
durcheinanderschüttelt. Wicke lmachen: Aus der Einlage und
dem Umblatt (die hierzu dienenden Tabakblätter werden nicht
weiter aufbereitet) werden die Wickel angefertigt. Das für einen
halben Arbeitstag erforderliche Rohmaterial wird dem Wickel⸗
macher zugewogen. Die Anfertigung der Wickel erfolgt fast
ausschließlich mit der Hand, da die nach verschiedenen Systemen
        <pb n="76" />
        72 Sigarrenfabrikation
konstruierten Maschinen sich im
allgemeinen nicht bewährt ha—
ben. Als Kuriosum sei noch er—
wähnt, daß die Eingeborenen
in Britisch-Indien die Wickel
auch mit den Füßen bzw. Zehen
anfertigen. Der Wickel wird
auf folgende Weise angefertigt:
Das Umblatt wird in Stücke,
der Größe des Wickels ent—
sprechend, zerrissen, der obere
Teil des Blattes auf dem
Arbeitstische ausgebreitet und
das unten vom Stengel ab—
gestreifte Blattstück zur Ver—
stärkung darauf glatt aufge—
legt. Alsdann nimmt der
Wickelmacher mit der einen
hand die Einlagestücke und
legt sie parallel und ausge—
—
hohl gebogene andere hand,
wobei die einzelnen Stücke
der Form und Größe des
Wickels entsprechend ange—
ordnet werden. Die so zu
einer Puppe geformte Einlage
wird nun auf das Umblatt
gelegt und mit beiden händen
in dasselbe eingewickelt; diese
Arbeit muß sehr gleichmäßig
geschehen, da sonst die Ein—⸗
aAbb. 9a. Abb.9 b. lage nicht parallel in der
Wichelform (Unterform). Wickelform Deckel). Cängsachse des Wickels liegt,
Conrad Deines ir. A.G. Hanau. sondern schraubenförmig ver
dreht wird. In diesem Falle würden die inneren CLuftkanäle
verstopft und die Zigarren ungleichmäßig abbrennen oder nicht
„ziehen“; dieser Fehler entsteht auch dann, wenn die Einlage
        <pb n="77" />
        handarbeit und Formenarbeit 73
nicht gerade gestreckt ist oder zu dicke Stücke nicht zerteilt werden.
Bis zum Jahre 1855 wurden die Wickel ohne weitere Zwischen—
behandlung in das Deckblatt eingerollt. Diese Arbeitsweise war
sehr zeitraubend und erforderte große Fertigkeit der Arbeiter,
namentlich als die Formen der ursprünglich einfach zylinder—
förmigen Zigarren komplizierter und die Ansprüche an das
gleichmäßige und glatte Aussehen derselben größer wurden.
Man findet deshalb jetzt diese an CLohn und Material teure
Arbeitsweise, die sogenannte „handarbeit“, nur noch bei Si—
garren, deren verhältnismäßig hoher Preis solche Mehrausgaben
 erlaubt. Um die vorher angegebene Zeit wurde nach
dielen Versuchen die „Formenarbeit“ eingeführt, welche in den
ersten zehn Jahren auf Schwierigkeiten stieß, in der Folge aber
die weitaus überwiegende Arbeitsweise wurde. hierzu wird die
aus Holz angefertigte Wickelform benutzt (Abb. 9a, 9b6). Der
untere Teil hat 20 der Gestalt der Zigarre entsprechend aus—
gefräste Höhlungen; ist die Unterform mit Wickeln gefüllt, so
stülpt der Wickelmacher die Oberform darauf, welche zu den
höhlungen passend gefräste „Schiffchen“ trägt. Die Formen
werden alsdann in einer handpresse zugepreßt und einige Zeit
unter Pressedruck gelassen. Da sich bei der Pressung an den bei—
den Längsseiten der Wickel die Kante der Schiffchen eindrückt
und dadurch zwei, das Aussehen der Sigarren beeinträchtigende
starke „Nähte“ entstehen, so werden die Wickel nach einiger Zeit
in der höhlung so umgewendet, daß die Nähte senkrecht über—
einander liegen. Alsdann werden die Sormen nochmals gepreßt
und die Wickel zeigen dann anstatt zweier grober vier kaum
sichtbare Nähte. Nach einigen veiteren Stunden werden die
gefüllten Formen dem Sigarrenmacher zugeteilt, welcher die
Wickel in das Deckblatt einrollt. Dieses bedarf einer vorherigen
Bearbeitung durch die Deckblattripper. Sie breiten die
einzelnen Blätter in ihrer vollen Größe aus und schichten sie
aufeinander. Alsdann wird der Stengel von den Blättern ab—
gestreift und die Blatthälften wiederum ausgebreitet und pa—
rallel aufeinander geschichtet. Das so vorbereitete Deckblatt wird
dem Zigarrenmacher in Mengen zugewogen, welche etwa
einen halben Arbeitstag ausreichen. Die Werkzeuge des Sigarren—
machers sind: ein Messer mit konver gebogener Schneide, ein
        <pb n="78" />
        Sigarrenfabrikation
Rollbrett aus glatt gehobeltem Buchenholz oder aus Zink, ein
kleines Schüsselchen zur Aufnahme des Kleifters (meist Tragant—
gummi), ein glatt gehobeltes 10: 15 cm großes Keibebrettchen
und ein feuchter Lappen oder ein Zinkkäftchen zur Aufnahme
des Deckblattes. Aus diesem entnimmt der Sigarrenmacher eine
Blatthälfte, welche er in schmale, der Form der Zigarre ange—
paßte Streifen zerschneidet. Alsdann entnimmt er der Wickel—
form einen Wickel, um welchen er, vom Brandende beginnend,
—B
halb der Spitze des Wickels angekommen, wird der noch frei ge—
bliebene Teil des Deckblattes rund ausgeschnitten, mit Kleister
bestrichen und zur Spitze der Zigarre umgerollt. Nachdem die
am Brandende überstehenden Teile des Dedckblattes abgeschnitten
wurden, wird die fertige Zigarre mit dem Reibebrettchen unter
leichtem handdrucke auf dem Rollbrette hin und her gerollt,
damit sich die Einlage gleichmäßig verteilt. Die Zigarren werden
alsdann abgeliefert und kommen in Partien von 3000-10 000
Stück in die Sortierstube. Der Sortierer, welcher seine
Arbeit an einem etwa 1m hohen Tische stehend verrichtet, scheidet
zuerst die mißfarbigen Zigarren (Ausschuß- oder Fehlfarben) aus
und trennt die übrigen Zigarren nach der Farbe. Diese Arbeit
erfordert großze Ubung, da die Farben bis in die feinsten Schat—
tierungen, bei feinen Fabrikaten in mehr als 60 verschiedene
Sarbenklassen sortiert werden. Die Zigarren werden alsdann
vom Sortierer entweder in Bündel von je 25, 50 oder 100 Stück
zusammengebunden (hierzu wird ein entsprechend geformter
Bündelblock benutzt) oder lose in die Kistchen eingelegt. Zu der
oberen Lage der Bündel bzw. Kistchen werden besonders rein—
— „Spiegel“ aus—
gesucht. Die gefüllten Kistchen werden dann in großen Pressen
zusammengestellt und zugepreßt. In den meisten Fabriken
werden die Bündel bzw. losen Zigarren in besonders konstru—
ierten Preßkasten auf das Innenmaß der Kisichen zusammen—
gepreßt und dann fertig gepreßt in letztere eingelegt. Diese
werden von Kistenmachern angefertigt. Die Brettchen
aus Erlen-, afrikanisch Mahagoni- (Gabun,) oder SZedernholz
aus Kuba und Mexiko beziehen die Zigarrenfabriken von
Spezial-Furniersägereien fertig auf das angegebene Maß zu—

74
        <pb n="79" />
        Arbeitsleistung in der Zigarrenherstellung 75
geschnitten. Vor dem Versand wird auf den Kistchen mittels
Schablonen die Farbe der Zigarren bezeichnet; hierzu hat man
die spanischen Bezeichnungen: claro — hell, colorado claro —
mittelhell, colorado — mittel, colorado maduro — mitteldunkel,
maduro — dunkel beibehalten, wie ja auch bei der Benennung
der Sorten noch häufig spanische Namen benutzt werden. Dies
mag damit begründet werden, daß in der Sigarrenindustrie
anfänglich die Fabrikation in Kuba bzw. havanna allein eine
internationale Bedeutung und Berühmtheit hatte. Eine ähn—
liche Erscheinung ist ja auch bei andern Warenbezeichnungen
für deutsche Produkte festzustellen. Für die hauptsächlichen
Arbeiten, Wickelmachen, Zigarrenmachen und Sortieren, häufig
auch für Entrippen des Einlagetabaks, Zurichten des Deckblattes
und Kistchenmachen wird der Lohn nach Akkordsätzen berechnet.
Die Arbeitsleistung unterliegt, wenn man die individuelle Ge—
schicklichkeit der Arbeiter auch außer Betracht läßt, je nach der
Art des Arbeitsmaterials, der Arbeitsmethode und der Form
der Zigarren großen Schwankungen. Dementsprechend sind auch
die Löhne sehr verschieden. Das tägliche Arbeitspensum ist
hiernach zu schätzen für: 1. handarbeit: Wickelmacher und
Zigarrenmacher je 250—450, 2. Formenarbeit: Wickelmacher
550-800, Zigarrenmacher 500- 700 Stück. Im allgemeinen
kann man annehmen, daß einschließlich der mit Nebenarbeiten
Beschäftigten auf jeden Arbeiter in der Fabrik eine jährliche
Durchschnittsleistung von 55 000 Sigarren entfällt, so daß eine
Zahl von 100 Arbeitern einer Jahresproduktion von rund
5,5 Millionen Zigarren entspricht. Die fertig gepackten Sigarren
bedürfen je nach der Qualität des Tabaks einer Lagerzeit von
drei bis sechs Monaten, bevor sie verbrauchsreif sind, damit
die durch das Anfeuchten dem Tabak zugeführte Feuchtigkeit
adlmählich verdunsten kann. Durch zu schnelle Trocknung würde
die Qualität leiden. Eine die Raucher besonders interessierende
Frage ist, welche Beziehungen zwischen der Qualität von Si—
garren und deren Farben bestehen, da die meisten Raucher
die helle Farbe einer Zigarre bzw. des Deckblattes als ein
Merkmal für leichte Qualität halten. hierzu ist zu bemerken,
daß von dem etwa 1u8 betragenden Gewicht einer Sigarre nor—
maler Größe auf das Deckblatt 0,5, auf das Umblatt 2,5, auf
        <pb n="80" />
        76

Zigarrenfabrikation

die Einlage 88 entfallen; das Gewichtsverhältnis zwischen dem
Deckblatt und dem nicht sichtbaren Wickel ist demnach 1: 21 und
erhöht sich zugunsten des Deckblattes, selbst wenn hierzu schwe—
rere Sorten, wie 3. B. Brasil-Tabak, verarbeitet wurden, nur
auf 1: 19. Demnach würde die Qualität des Deckblattes kaum
von Belang für die Qualität der Zigarre sein, wenn nicht dessen
Cinwirkung durch andre Umstände verstärkt würde. Diese find
aber tatsächlich vorhanden. Wie in einem früheren Abschnitte
berichtet wurde, befinden sich auf der Oberseite des Tabakblattes
kleine warzenförmige Blasen, welche als Sammelbehälter der
aromatischen Stoffe zu betrachten sind. Beim Verglimmen ist
die Wirkung dieser Stoffe beim Deckblatte stärker als bei den
übrigen Teilen, da dieses in seiner ganzen Ausdehnung von der
Luft bestrichen und dadurch infolge der größeren Zufuhr von
Sauerstoff eine intensivere Verbrennung verursacht wird. Trotzdem
 aber ist der Einfluß des Deckblattes auf die Beschaffenheit
der Gesamtmischung verhältnismäßig bescheiden und wird von
Laien meist erheblich überschätzt. Dazu kommt noch, daß die
hauptproduzenten von Decktabak (Sumatra und Java) sich die
Dorliebe der Raucher für hellfarbige Zigarren dadurch zunutze
machen, daß sie häufig die Tabakblätter vor vollendeter Reife
abernten, weil sich alsdann bei der Sermentation hellere, ins
Fahle gehende Farben ergeben; die so behandelten Blätter sind
aber in Geschmack und Geruch schwerer und gegen braune aus—
gereifte Blätter sehr minderwertig. Demnach gibt die Farbe
einer Sigarre dem Raucher keinen Maßstab für die Beurteilung
der Qualität.
Die Zigarettenfabrikation. Die primitivste Form der Ziga—
retten stellen die zumeist nur in Mittelamerika und Spanien
hergestellten Zigaretten aus grobkörnig zerriebenem Tabak dar;
dieser wird in ein entsprechend großes Blättchen Papier (seltner
in ein Blättchen von Mais) eingewickelt, welches nach der Fül—
lung an beiden Enden zugefaltet wird. Der Raucher dieser Art
von Sigaretten löst die Falten des Papiers, befeuchtet dessen
Längskante mit der Zunge, heftet das Papier aufeinander und
kann erst dann die Sigarette rauchen. Die meist übliche Form
von Sigaretten besteht aus feingeschnittenem Tabak mit einer
Umhüllung von Papier, dessen Längskanten entweder aufein—
        <pb n="81" />
        Rohtabaksorten für Zigaretten 77
andergeleimt oder maschinell aufeinandergefalzt werden. Als
Rohmaterial für Zigaretten wird hauptsächlich der in der euro—
päijchen und asiatischen Türkei gebaute Cabak verwendet, neben
welchem als Ersatzmittel griechischer und russischer, teilweise
auch chinesischer
Tabak verarbei—
tet wird. Außer⸗
dem werden für
engerbegrenzte
Gebiete Zigaret⸗
ten aus andern
Tabaksorten
hergestellt, so in
Ruba, wo die
Tinfuhr frem—
den Tabaks ver⸗
boten ist, solche
aus geringwer—
tigem havanna,
in Frankreich,
Italien und Al⸗
gier aus daselbst
gebautem Tabak,
welcher teilwei⸗
se mit andern
Sorten vermischt
wird. In Nord⸗
amerika und
England wurden — J
früher fast aus⸗ Abb. 10. Tabakschneidemaschine.
schließlich die Gewächse von Virginia und Kentucky verarbeitet, welche
aber in neuerer Zeit immer mehr dem türkischen Tabak weichen
mußten, da die hieraus gefertigten Sigaretten leichter in Qualität
sind und ferner dem amerikanischen Tabak der jetzt bei den Sigaretten—
rauchern beliebte süßliche Geruch abgeht. In Deutschland findet man
in Anlehnung an den französischen Geschmack noch in Elsaß⸗Coth—
ringen die stark konsumierte SZigarette aus — im Gegensatze zu
dem hellgelben türkischen — sogenanntem schwarzem Tabak,
        <pb n="82" />
        78

Zigarettenfabrikation

einem Gemisch, dessen hauptbestandteil der elsässische Tabak
bildet. Das Zigarettenpapier wird zum größten Teile in Frank—
reich und Osterreich fabriziert; die in Deutschland versuchte
Fabrikation desselben hat bisher namhaften Erfolg nicht gehabt.
Als Rohstoff hierzu dienen Pflanzenfaserstoffe (Ceinen, Hanf usw.),
denen im herstellungsprozesse Magnesium und andre Chemika—
lien beigesetzt werden zu dem 3wecke, die Glimmfähigkeit des
Papiers zu erhöhen und dessen Eigengeruch beim Verbrennen
möglichst zu beseitigen. Die Vorbearbeitung des Tabaks beginnt
bei den zumeist verwendeten türkischen Gewächsen mit dem
„Aufreißen“, d. h. die in Büschel zusammengebundenen flach
ausgebreiteten und aufeinanderklebenden Blätter werden von—
einander getrennt, wobei sie gleichzeitig nach der Farbe in
mehrere Klassen sortiert werden. Nachdem die zu einer Mischung
bestimmten verschiedenen Sorten zusammengehäuft wurden,
werden sie mittels der Nebelpumpe angefeuchtet. Vor der Weiter—
verarbeitung wird der Tabakhaufen behufs möglichst gleich—
mäßiger Vermischung mehrmals durcheinander geworfen. Ist der
Tabat von der Feuchtigkeit gleichmäßig durchzogen, so wird er auf
der Schneidemaschine geschnitten (A4bb. 10, 8. 77). Die aus Eisen
bestehende Maschine wird sowohl für hand- als auch für Kraft-—
betrieb gebaut; die hauptsächlichen, nur in Kleinigkeiten von—
einander abweichenden Konfstruktionsteile sind die Schneidelade
mit dem Mundstück, der Vorschub und die Messerführung.
Nachdem der Tabak von einem Arbeiter in die Schneidelade
so eingefüllt wurde, daß die Blattstengel möglichst parallel der
Längsrichtung der Lade liegen, wird derselbe durch einen mittels
des Vorschubs beweglichen, auf dem Boden der Lade laufenden
endlosen Transportgurt an ein System geriefter Walzen ge—
bracht. Diese bringen den Tabak unter allmählicher Pressung
vor das Mundstück, vor welchem das in Kulissfen (Caufnuten)
sich auf und ab bewegende Messer die aus dem Mundstück
heraustretenden Schichten Tabak abschneidet. Der Vorschub ist
mit der Messerführung zwangsläufig verbunden, und kann seine
Bahnlänge beliebig reguliert werden, so daß die Schnittbreite
des Tabaks von 5mm ab bis zu 6 und mehr mmgenau be—
stimmt werden kann. Alle Arbeitsvorgänge mit Ausnahme des
Füllens erfolgen automatisch. Der Kraftbedarf bei motorisch
        <pb n="83" />
        Anfertigung der Zigarettenhülsen 79
betriebenen Maschinen beträgt je nach ihrer Größe 1—-I/P. 8.,
die Tourenzahl je nach Bedarf 50, 100, 200 oder 300 pro
Minute. Die Arbeitsleistung einer mittlern Maschine beträgt
bei einem Kraftbedarf von 1P. 8. und 100 Touren pro Minute
90 kg Tabak in 1mmm sschnittbreite pro Stunde. Der geschnittene
Tabak, welcher die Maschine in leichtgepreßten Schnittlagen ver—
läßt, wird nun aufgelockert. Dies geschieht in kleineren Betrieben
mit der hand, in größeren mittels der Siebmaschine. Diese
besteht aus einem horizontal um seine Achse drehbaren Kasten,
dessen Wände mit feinen Drahtsieben verkleidet sind und innen
eine Reihe von hakenförmigen Rechen tragen. Der Kasten ist
mit einem Blechmantel umkleidet. Der Tabak wird an einem
oben seitlich angebrachten Trichter eingeschüttet und durch die
rotierende Bewegung von den Rechen aufgelockert, wobei der
Tabakstaub, die zu sogenanntem Tabakmehl zerriebenen Teilchen,
durch die Siebwände ausgeschieden werden. Dieser etwa 200
betragende Abfall ist für die Fabrikation wertlos und wird zu
ganz billigem Preise für andre 3wecke, meist zur herstellung
von Schnupftabak oder als Gartendünger, verkauft. Das Ziga—
rettenpapier wird den Fabriken entweder in Bogen (für hand—
arbeit) oder in schmalen „Bobinen“ genannten Rollen (für
maschinelle Verarbeitung) geliefert. Die für handarbeit be—
stimmten Bogen werden zuerst mit dem Namen der anzufer—
tigenden Zigarettensorte bedruckt und dann auf der Papier—
schneidemaschine in kleine Blättchen zerschnitten, welche in Länge
und Breite für die hieraus herzustellende Form von Sigaretten—
hülsen passen; das zu Zigaretten mit Kork- oder Goldmundstück
dienende Papier erhält vorher den entsprechenden Belag. Die
Anfertigung der hülsen mit der hand erfolgt in der Weise, daß
das Papierblättchen um ein der Dicke der Sigarette entsprechen—
des rundes holzstäbchen gelegt wird, und dann die Längskanten
des Blättchens aufeinander geleimt werden. Die Anfertigung
von 1000 Hülsen erfordert im Durchschnitt zwei Stunden. In—
dessen werden die hülsen jetzt meistens auf Spezialmaschinen an—
gefertigt, welche das Papier gleichzeitig bedrucken, auch nach
Bedarf mit Kork- oder Goldbelag versehen und sowohl mit
Leimkante als auch durch Falznaht befestigen. Die Maschinen
liefern je nach der Bauart 6000 - 10 000 hülsen stündlich. Eine
        <pb n="84" />
        30

Zigarettenfabrikation

Abb. 11. „Universal“-Zigarettenmaschine.
schilling &amp;amp; Brüning, Bremen.

besondere Konstruktion von hülsenmaschinen liefert auch hülsen
mit Kartonmundstück. Die besseren Sorten Sigaretten werden
ausschließlich in Handarbeit angefertigt. Das zumeist angewen—
dete Arbeitssystem ist die „Kärtel- oder Gürtelarbeit“. hierbei
wird der Tabak auf ein zähes rechteckiges Pergamentpapier
gelegt, dessen eine Schmalseite auf dem Arbeitstische befestigt
ist. In dieses Papier wird der Tabak eingerollt, alsdann die
hülse eingeschoben und in diese das Tabakröllchen mittels des
Stopfers hineingestoßen. Der aus der hülse hervorragende Tabak
wird mit einer Schere glatt abgeschnitten. Sollen Zigaretten mit
Kartonmundstück angefertigt werden, so wird nur ein Teil der
entsprechend längern Hälfte mit Tabak gefüllt und in den
verbleibenden Teil ein zusammengerolltes Stückchen Karton ge—
steckt. Die durchschnittliche Leistung einer Zigarettenmacherin
ist stündlich 120150 Stück. Den Bestrebungen, bei der Anfer—
        <pb n="85" />
        Sigarettenmaschinen 81
tigung von Zigaretten die Hhandarbeit durch Maschinenarbeit zu
ersetzen, ist das durch die Tabakschneidemaschine in einen ziem—
lich gleichmäßigen Zustand vorgearbeitete Rohmaterial erheblich
günstiger als bei der Zigarrenfabrikation. Bei den neueren
Maschinen wird die Papierhülse nicht aus einzelnen Blättchen
gebildet, sondern von sogenannten „Bobinen“; dies sind sehr
lange Streifen von Zigarettenpapier, deren Breite dem Um—
fange der anzufertigenden Sigaretten entspricht. Der Papier—
streifen ist ähnlich wie der Streifen an Telegraphenapparaten
aufgerollt. In dieser Form werden die Bobinen von den
Zigarettenpapierfabriken fertig, auf Bestellung auch mit Metall—
belag (Goldbobinen) geliefert. Die meisten Maschinen leisten
folgende Arbeit: Das Zigarettenpapier wird von der Haspel
abgezogen, mit dem Namen der Sigarette bedruckt, nach Be—
darf bronziert oder mit Kork— bzw. Goldmundftück beklebt und
dann mit Tabak belegt, welcher aus einem Ranal, entsprechend
als Strang geformt, darauf geführt wird. In der Folge wird
das den Tabakstrang enthaltende Papier röhrenförmig zu—
sammengelegt, die beiden Seiten aufeinandergeklebt oder gefalzt
und die gefüllte Röhre auf die Länge der zu fertigenden Zigä—
retten zerschnitten. Maschinen dieser Art werden meist von
deutschen (Dresden) oder amerikanischen Fabriken gebaut. Die
zrößte Verwendung finden die Maschinen der amerikanischen
Sabrik The United Cigarettes Machine Cy., welche den
Heneralvertrieb für Deutschland einer Firma in Bremen über—
tragen hat, und werden heute rund 8000 aller Maschinen⸗
zigaretten ohne Papiermundfstück auf Maschinen dieses Systems
hergestellt, von welchem hauptsächlich zwei Typen im Gebrauch
sind: 1. Die Universal⸗Zigarettenmaschine (Abb.11): Der mit
der Hhand in einen trichterförmigen Behälter eingefüllte Tabak
wird durch ein System von mit Stacheln versehenen Walzen
auf einem endlosen Transportgurt ausgebreitet und gleichmäßig
verteilt und gelangt von dort in einen Nanal, worin er auch
von oben durch eine rotierende Preßscheibe zusammengedrückt
wird. Beim Austritte aus dem Kanat legt sich der so gebildete
Tabakstrang auf den darunter hergeführten Zigarettenpapier—
streifen, welcher vorher von der Maschine bedruckt und nach
Bedarf bronziert wurde und gelangt in eine röhrenförmige
AnusG 416: Wolf, Der Tabak. 2. Auf!
        <pb n="86" />
        82 Zigarettenfabrikation
Garnitur, welche das Papier und den Tabakstrang faltet und
später an einer Anleimvorrichtung vorbeiführt. Hierauf werden
die beiden Papierkanten von der Maschine aufeinandergedrückt.
—B
der Majchine automatisch mittels eines kreisförmigen Messers
in einzelne Zigaretten zerschnitten, deren Länge genau einstell⸗
bar ist; diese werden durch einen mit der Maschine verbundenen
Transporteur in einen offenen Behälter gebracht und aufge—
schichtet. 2. U.N.⸗Zigarettenmaschine: Mit dieser Maschine kön⸗—
nen auch mittels des darin angebrachten Gold— bzw. Korkbelag⸗
apparates Zigaretten mit Gold- bzw. Rorkmundstück angefertigt
werden. Der Belag wird auf dem Bobinenstreifen in Abständen
in der Breite von zwei Mundstücklängen aufgetragen. Das
Kreismesser wird so eingestellt, daß es den SZigarettenstrang
genau in der Mitte des Belags durchschneidet. Mittels verän—
derter Maschinenteile können auch ovale oder scharfkantige Ziga—
retten (mit „Bügelfalte“) hergestellt werden. Die Leistung der
U.R.Maschine ist stündlich etwa 13000 einfache bzw. etwa
10 000 Zigaretten mit Kork- oder Goldmundstück, während die
Universalmaschine stündlich etwa 25 000 -30 000 Zigaretten her⸗
stellt. Der Kraftbedarf ist etwa 1,6 P. S. Zur Bedienung genügt
eine Arbeiterin sowie die Aufsicht eines Maschinenschlossers,
welcher aber fünf Maschinen gleichzeitig im Gang halten kann.
Trotz der vorzüglichen Konstruktion der Maschinen erreichen
diese auch nicht annähernd die technische Vollkommenheit der in
handarbeit angefertigten Sigaretten, und deshalb werden Siga—
retten in höherer Preislage trotz der um mehr als 2 Mark pro
1000 Stück höheren Lohntosten durchweg von hand angefertigt.
Bei der Maschinenarbeit ergibt sich stets ein Teil unbrauchbarer
Zigaretten, welche zu ungleichmäßig, meistens zu fest gefüllt
sind, und zwar in einem Maße, welches zur Konstruktion von
Aufreißmaschinen“ geführt hat. In diesen Maschinen wird die
Papierhülse durch Messer aufgeschnitten, das Papier von dem
Tabakstrang gesondert ausgeworfen und der letztere aufgelockert.
Mittels einer solchen Maschine können 300 000 Sigaretten täg—
lich aufgerissen werden. Die fertiggestellten Zigaretten werden
auf ihre technische Brauchbarkeit von dem Werkführer geprüft
und kurze Zeit offen an der Luft gelassen, damit die dem Tabar
        <pb n="87" />
        Rezepte in der Kauchtabatherstellung 83
noch anhaftende überschüssige Feuchtigkeit verdunsten kann. Auf
diefe Weise wird vermieden, daß sich an den Sigaretten später
in der dichten Verpackung Schimmel bildet. Hie Verpackung
der Zigaretten ist in Deutschland durch das im Jahre 1906 er—⸗
lassene Steuergesetz erheblich kompliziert worden, da die Siche—
rung der fiskalischen Gefälle mannigfache Vorschriften für die
Art der Derpackung erforderte. Das Aufkleben und die Ent—
wertung der Steuerzeichen erfolgt erst unmittelbar vor dem
VDersand. Zum Aufkleben derselben wird in größern Fabriken
eigens eine sogenannte Banderoliermaschine verwendet, welche
stündlich 20002400 Schachteln mit Banderolen automatisch
beklebt.
Die Fabrikation von Rauchtabak ist der älteste Zweig der
gesamten Tabakindustrie; in Deutschland kann sie jetzt ein 250
jähriges Bestehen nachweisen. Unier den mannigfachen Ver—
änderungen, welche innerhalb dieser Zeit in dieser Fabrikation
zu verzeichnen sind, ist eine besonders interessant, welche wir als
das Aufhören einer fast mystischen Künstelei zugunsten einer
Rückkehr zum reinen Naturprodukte bezeichnen möchten. Nachdem
man in der ersten Periode wohl den Rohtabak aliein in seinem
Haturzustande verarbeitet hatte, trat im 18. Jahrhundert in
Curopa mit der überfeinerten und vielfach auch wohl über—
sättigten Kultur aller Genüsse das Bestreben auf, die Natur
bzw. die von der Natur gegebenen Genußmittel durch fremd⸗
artige Beimischungen zu übertreffen. Die gleiche Richtung,
welche die Zubereitung von Speisen und alkoholischen Getränken
nahm, wurde auch in der herftellung von Rauchtabak und
Schnupftabak eingeschlagen. So wurde das „Rezeptbuch“ zum
wichtigsten Inventarstück des Tabakfabrikanten Jeder Fabrikant
hütete sorglich die Geheimhaltung der von ihm zusammengestell⸗
ten Rezepte zu Saucen, mit welchen der Tabak befeuchtet wurde,
und zu andern Beimischungen, welche in Pulverform beigegeben
wurden. Sehr beliebte Ingredienzen zu den Saucen waren:
Weißer Kandiszucker, Pekko— und anderer Tee, Muskatblüten,
Zimt, Mastix, Ambra und Vanille; trocken wurde gepulvertes
Paradiesholz oder Rosenholz beigemischt. Die Saucen wurden
gekocht und sehr umständlich, teilweise nach vorheriger Destil—
lierung der aromatischen Stoffe zubereitet. Alle derartigen Zu—
        <pb n="88" />
        Fabritkation von Rauchtabat
sätze sind heute fast unbekannt. Man bereitet den Kauchtabak
nur noch aus Kohtabak, welcher mit reinem Wasser in früher
beschriebener Weise angefeuchtet wird. Nur vereinzelt finden
folgende Ausnahmen statt: Bei einigen der billigsten Fabrikate
wird dem Tabak, dem Geschmacke der vornehmlich in Betracht
kommenden Raucher entsprechend, ein geringer Zusatz von KRirsch—
oder Weichselkirschblättern beigemischt. Cinige Sorten von Fein—
schnitt erhalten zur Erzeugung eines eigenartigen, nur selten
gewünschten Parfüms einen geringen Zusatz von „Vanilleroots“
(Blätter und Stengel von Liatris odoratissima). Das Menge—
verhältnis aller dieser Beimischungen ist aber verschwindend
gering. Außerdem werden Feinschnitte mit einer dünnen
Lösung von Zucker oder Glyzerin bespritzt, aber nur zu dem
Zwecke, dem im feingeschnittenen Zustande sehr leicht brüchig
und zu Staub zerbröckelnden Fabrikat eine größere Elastizität
zu geben. Von den zur Bereitung von Rauchtabak früher ver—
wendeten Sorten Rohtabak werden heute manche gar nicht mehr
angebaut (St-James-Cabak usw.), andere nicht mehr zu Kauch—
tabak verarbeitet. Üüber das engere Pflanzungsgebiet hinaus,
also eine mehr internationale Bedeutung haben heute für die
Rauchtabakindustrie die Sorten Maryland, Ohio, Virginia, Ken—
tuckn, Portoriko, Varinas, Maturin, Paraguay, Java (die
Krofsokgewächse), weniger der Tabak von Algier, China, Ruß—
land und Ungarn. Neben diesen kommen für einige Sorten
noch die Gewächse der Türkei und der Balkanländer in Betracht,
sowie für die Industrie anderer Ursprungsländer Geutschland,
holland, Frankreich u. a. m.) der daselbst gebaute Tabak. Außer
dem Blättertabak werden die aus der Sigarren- und Kautabak—
fabrikation entfallenden Tabakrippen (Stengel) verarbeitet. Nach
der Art der technischen herstellung sind drei Sorten von Rauch—
tabak zu unterscheiden, nämlich geschnittener, gesponnener und
gepreßter Rauchtabak, von welchen die erste weitaus am meisten
perbraucht wird. In der Regel werden mehrere Sorten Roh—
tabak gemischt. Die Mischung wird geprüft, indem man sie
aus weißen Tonpfeifen raucht; vorsichtige Fabrikanten prüfen
die Mischung außer dem noch durch Rauchen aus derjenigen
Art von Pfeifen, welche für den Verbrauch des Fabrikates meist
verwendet werden, also grobgeschnittenen Tabak aus Porzellans,

84
        <pb n="89" />
        2. Rästmaschine mit Seuerung.

Abb. 12h. Dampf-Röstmaschine
        <pb n="90" />
        36 Fabrikation von Rauchtabak
Feinschnitt aus kurzen Holzpfeifen. Bei der Fabrikation von
geschnittenem Tabak erfolgt die Mischung der einzelnen Sorten
entweder am schlusse des Fabrikationsverfahrens oder gleich
zu dessen Beginn, letzterenfalls in der Weise, daß der die Schneide—
maschine beschickende Arbeiter von jeder Sorte Rohtabak die
entsprechenden Mengen in der Maschine aufeinander schichtet.
Die Arbeitsweise der Schneidemaschinen wurde bereits beschrie—
ben. Je nach dem Verbrauchszwecke werden verschiedene Schnitt—
breiten hergestellt. Diese klassifiziert Rheinboldt) in seinem
Kommentar zum Sigarettensteuergesetz: 8—11/ mm Seinfchnitt,
11/2 mm halbfein- oder Krüllschnitt, —3 min Mittelschnitt,
3 und mehr min Grobschnitt. Diese Einteilung ist nicht ganz
zutreffend; so insbesondere beginnt der Grobschnitt in der Kegel
erst bei einer Breite von Amm. Dem Schneiden des Tabaks
folgt, und zwar möglichst unmittelbar, das Rösten, auch
Darren genannt. Bei diesem Vorgange wird dem Tabak die
zum Schneiden nötig gewesene Feuchtigkeit entzogen, damit er
in der Folge nicht dumpf im Geruche oder schimmlig wird.
hierzu dienen mechanisch betriebene Köstmaschinen (Abb. 124,
126); diese bestehen aus einer horizontalen, eisernen Trommel,
in welche der geschnittene Tabak eingefüllt und mittels innen
angebrachter hakenrechen gelockert wird. Die Trommel, welche
während des Arbeitsvorganges mittels Laufrollen in eine um
hre horizontalachse rotierende Bewegung gesetzt wird, ist von
einem eisernen Mantel umgeben, unter dessen Boden zwei
Feuerungen unterhalten werden, welche die Luft zwischen Mantel
und Trommel erhitzen. Die Zuführung von frischer Cuft zum
Mantel sowie die Absaugung der feuchten Luft aus der Crommel
erfolgt durch einen Exhaustor. Da der Röftprozeß je nach der
Blattstruktur von ungleicher Dauer ist, so kann die Umdrehungs—
geschwindigkeit der Crommel durch Stufenscheiben oder ähnliche
Horrichtungen reguliert werden. Das Rösten hat den weiteren
Dorteil, daß durch den kräftigen Luftstrom von dem Schneide—
gut viele noch anhaftende Derunreinigungen (Staub, Fasern
der Emballage usw.) abgesondert und durch den Exhaustor ent—
sernt werden. Die Trommel der Röstmaschine wird auf ein

) Rheinboldt. Kommentar zum Sigarettensteuergesetz. Parey, Berlin.
        <pb n="91" />
        Das Rösten des Tabaks 87

Abb. 13. Rippenwalzwerk. — Wilheim Quester, Koln-Sulz.

viertel ihres Rauminhaltes mit dem Schneidegute beschickt;
dieses verbleibt in der auf 80-900 C gesteigerten Temperatur
je nach den Umständen 15—520 Minuten; während dieser Zeit
können zur Prüfung des zu röstenden Tabaks kleine Mengen aus
einer im Trommelverschluß angebrachten Offnung entnommen
werden. Da indessen bei dieser Methode zeitweise Teile des
Röstgutes versengt wurden, auch durch die Seuerung erhöhte
Gefahr für Brandschäden bestand, so wurden in neuerer Zeit
Dampfröstmaschinen gebaut, deren bisher beste Konstruktion
im Innern der Trommel ein System von 8 bzw. 12 Reihen,
von gleichzeitig als Schaufeln wirkenden Dampfrohren birgt.
Die ebenfalls rotierende Trommel ist in leicht nach unten ge—
neigter Kichtung angeordnet. Der an dem höheren Ende einge—
führte Tabak, welcher durch die Dampfrohrsysteme gleichzeitig
getrocknet und gelockert wird, rutscht allmählich abwärts und
        <pb n="92" />
        38 Sabrikation von Rauchtabak
verläßt die Trommel an der unteren Offnung. Diese Maschine
ist hauptsächlich für kontinuierlichen Betrieb verwendbar, wäh—
rend alle übrigen Systeme auch für zeitweisen Betrieb benutzt
werden. Der geröstete Tabak gelangt unmittelbar darauf zur
Abkühlung in die Sieb- und Kühlmaschine. Diese Ma—
schine, äußerlich der Köstmaschine ähnlich, hat eine aus Draht—⸗
sieben gebildete rotierende Trommel, durch welche ein kräftiger
kalter Cuftstrom getrieben wird. hierbei wird der Rest von
Staub usw. durch die Siebwände in einen unter der Maschine
stehenden Behälter abgeschleudert. Die dem Blättertabak bei—
gemischten Tabakrippen müssen in getrennter Arbeit behandelt
werden, da deren mehr holzige Struktur schon eine viel stärkere
Anfeuchtung für die weitere Bearbeitung verlangt. Während bei
Blättertabak ein Wasserzusatz von 8251000 genůugt, sind für die
Kippen etwa 25—3500 nötig. Behufs Erhöhung der Glimm—
fähigkeit sowie namentlich, um die Rippen äußerlich dem Blätter—
tabak ähnlicher zu machen, werden dieselben nach dem An—
feuchten auf Rippenwalzwerken (Abb. 13) gewalzt. Diese be—
stehen im wesentlichen aus einem endlosen Transporteur, welcher
die auf denselben gelegten RKippen an ein System von zwei
eisernen Walzen befördert. Die Walzen werden durch einen
oberhalb angebrachten Wasserbehälter genäßt und die Rippen
beim Passieren der rotierenden Walzen breitgepreßt, wobei sie
so dünn werden, daß sie von Blättertabak kaum zu unterscheiden
sind. Verbesserte Konstruktionen dieser Maschinen haben 3 bzw.
MWalzen, welche paarweise in entgegengesetzter Richtung und
mit ungleicher Geschwindigkeit rotieren. Vermöge letzterer An—
ordnung werden die Kippen gleichzeitig in der Längsrichtung
ausgestreckt, so daß das Walzgut noch dunner und lockerer wird.
Die weitere Bearbeitung der gewalzten Rippen erfolgt genau
wie bei Blättertabak; indessen beansprucht deren Röstung wegen
des höheren Wassergehaltes eine annähernd um die hälfte län—
gere Zeit. Zum Schluß wird das gekühlte Material, Rippen und
Blättertabak, in einer Mischmaschine gemischt, welche im wesent—⸗
lichen ähnlich der Kühlmaschine, allerdings ohne Exhaustor,
konstruiert ist. Diese benutzt man auch zum Mischen verschie⸗
dener Sorten Blättertabak, wenn dies nicht schon vor dem
Schneiden erfolgt ist, sowie zum Beimischen etwaiger Surrogat-
        <pb n="93" />
        Derpacken des Rauchtabaks 89

stoffe. Alle diese Maschinen können somohl mit der hand als
auch motorisch, periodisch oder kontinuierlich betrieben werden,
soweit nicht vorher Ausnahmen erwähnt wurden. In großen
für kontinuierlichen Be—
trieb eingerichteten Fabri—
ken werden nur die Schnei—
demaschine und die Walz—
werke mit der hand be—
schickt, alle übrigen An—
und Abtransporte erfolgen
durch Becherwerke oder
ähnliche Vorrichtungen,
welche das Arbeitsgut von
einer Maschine aufnehmen
und in die folgende Ma—
schine automatisch einbrin—⸗
gen. Nach dem Mi—
schen kann der Ta—
bak in Pakete oder
sonstwie verpackt
werden, indessen
werden bei Fein—
schnitt vorher die
bereits erwähnten
Mittel zur Verstär—
kung der Elastizität
mittels einer Nebel⸗
pumpe (Serstäuber)
aufgespritzt. Die
Verpackung soll
möglichst wenig durchlässig für Luft und Feuchtigkeit und so beschaffen
sein, daß der Tabak gegen Zerkleinerung möglichst geschützt ist. Die
Tüten werden mittels Maschinen hergestellt; eine der bestkonstruierten
Maschinen liefert 20 —30 Tüten pro Minute. Der Tabak wird mit
der hand nach den entsprechenden Gewichtseinheiten abgewogen und
dann mittels der Paketiermaschine (Abb. 14) in die Tüten gefüllt.
Die Arbeit dieser Maschine geschieht in nachstehender Keihen—
folge: Ein blecherner Fülltrichter, dessen Schaft der Form des

—Abb. 14.
        <pb n="94" />
        90 Sabrikation von Rauchtabak

Paketes entspricht, wird in eine auf dem Maschinentische ange—
brachte, ebenfalls entsprechend gestaltete eiserne Hhohlform ge—
setzt, in welche vorher die an einem Ende offne Papiertüte ein—
gesetzt wurde. Nachdem der Tabak durch den Fülltrichter ein—
geschüttet wurde, wird das Triebwerk in Gang gesetzt, welches
den Tabak mittels eines Stempels in die Tüte preßt. hierauf
wird der Fülltrichter ausgehoben, die Tüte zugefaltet und ge—
schlossen und deren oberer Rand durch einen mechanisch nieder—
gehenden Schlagklotz eingedrückt (Kopfdruck) oder scharfkantig
zepreßt. Beim Aufgehen des Schlagklotzes wird das Paket auto—
matisch aus der Form gehoben. Hohlform, Fülltrichter, Stempel
und Schlagklotz sind nach der Form der Pakete auszuwechseln.
Die Maschine kann auch motorisch betrieben werden; zur Be—
dienung sind 3 Arbeiter erforderlich. Die Arbeitsleistung ist
im Durchschnitt stündlich 3900 Pakete. In Großbetrieben werden
Maschinen mit rotierendem Tisch verwendet, welche bei einer
Bedienung von 4 Arbeitern stündlich etwa 500 Pakete herstellen.
Der Tabak wird hier meist an einem entfernt stehenden Tisch
abgewogen, in ein Becherwerk entleert und von diesem an die
Paketiermaschine herangebracht.
Preß- oder Plattentabak: Diese meist nur in Nord—
amerika hergestellte Form von Rauchtabak ist im Verbrauche
sehr zurückgegangen. EAls Rohmaterial dient Kentucky- und Vir—
ginia-Tabak. Die angefeuchteten Blätter werden entrippt und
unter hydraulischem Drucke zu Platten von 4-510 mm Dicke und
15: 90 mrn Släche zusammengepreßt. Bei einigen Sorten wird
eine Sauce aus Tabaklauge mit Beigabe von Gummiarabikum
und einigen andern, von den Fabriken geheimgehaltenen Zu—
sätzen den Tabakblättern vor der Pressung aufgetragen. Die
Kaucher dieser Fabrikate schneiden jeweils 122 mm breite Strei—
sen von den Platten ab, welche durch Verreiben in der hand
aufgelockert werden. Da diese Arbeit den Kauchern vielfach zu
mühsam geworden ist, so schneiden manche Fabriken die Platten
selbst vor dem Versand. Dieses in Qualität außerordentlich
schwere Fabrikat wird von den Rauchern häufig mit Rauch—
tabak von leichter Qualität vermischt.
Gesponnener Tabak wird nur in relativ kleinen Mengen
verbraucht. Außer dem in Venezuela hergestellten Gespinst, den
        <pb n="95" />
        Gesponnener Tabak
bekannten großen Varinasrollen, wird gesponnener Rauchtabak
noch in Westdeutschland, speziell am Mittel- und Niederrhein,
sowie in Westfalen verbraucht. Derselbe wird aus gewissen
sorten von hellfarbigem Pfälzer und holländischem Tabak unter
zusatz von Tabakrippen hergestellt. Die technische Arbeit ist
sehr einfach. Nachdem der Tabak von der Feuchtigkeit durch—
zogen und die Büschel gelöst sind, werden die großen hellen
Blätter als Deckblatt ausgelesen; die übrigen Blätter werden,
eventuell mit Beigabe von Rippen zu länglichen sogenannten
Puppen spindelförmig zusammengedreht, deren Dicke dem Durch—
messer des anzufertigenden Stranges entspricht. hierauf wird
eine Puppe schräg mit dem Deckblatt umwickelt und eine zweite
Puppe unmittelbar an die erste in gleicher Weise angeschlossen,
wobei nach Bedarf schon die Spitze eines zweiten Deckblattes
in das Ende des ersten eingewickelt wird. Der so gebildete An—
fang des Seiles wird an einer Hhaspel (wie beim Spinnen von
Bindfaden) befestigt, welche durch eine Kurbel in Drehung ge—
bracht wird; durch Anfügen weiterer Puppen und Deckblätter
wird so ein beliebig langes Seil gebildet. Dieses wird in gleiche,
der herzustellenden Gewichtseinheit entsprechend lange Stücke
geschnitten, deren Enden mit einem Bindfaden zugebunden wer—
den. Die einzelnen Stücke werden dann in Form einer Rolle,
Wurst oder Brezel zusammengelegt und die Enden mit Bind—
faden aufeinandergeknüpft.

97

Kautabak. Während unter den zum Tabakrauchen dienenden
Fabrikaten die Sigarette den älteren Produkten, Zigarren und
Kauchtabak, einen fortwährend steigenden Kreis von Ver—
brauchern abnimmt, zeigt der Kautabak eine im Verhältnis zur
Bevölkerungszahl ziemlich konstante Hhöhe des Verbrauches, und
zwar sind es ganz bestimmte Kategorien von Berufsarten, welche
dem Tabakgenusse in der Form des Kauens huldigen. Nament—
lich die Fabrik- und Bauarbeiter, Soldaten und insbesondere die
in der Schiffahrt Beschäftigten bedienen sich des Kautabaks, an—
scheinend weil sie bei dieser Art des Tabakgenusses die hände
mehr zum Arbeiten frei haben, vielfach auch, weil hierbei im
Gegensatze zum Rauchen jede Feuersgefahr ausgeschlossen ist.
Als Rohmaterial zum Kautabak dienen die schwersten Gewächse
        <pb n="96" />
        92
von KRentucky- und Virginia-Tabak, für billigere Sorten auch
schwere europäische Gewächse. Aus dem Rohtabak werden nach
dessen Anfeuchtung die fettesten Blätter heraussortiert und diese
entrippt. Die übrigen Blätter werden zur Gewinnung von
Tabaklauge verwendet, über deren Herstellung in der Folge
noch zu berichten ist. Der Nikotingehalt der zu verarbeitenden
Blätter wird dadurch noch verstärkt, daß man sie in eine Sauce
taucht, deren hauptbestandteil die Tabaklauge ist. Diese wird
mit verschiedenen Ingredienzen gekocht, unter welchen vornehm—
lich Branntwein, Sirup, Cassia lignea und andere Drogen
zu nennen sind. Das
Rezept der Saucenher—
stellung wird von jeder
Fabrik geheimgehalten.
Der Kautabak kommt in
drei verschiedenen For—
men in den handel. Am
meisten verbraucht wird
gespponnener Kautabak. Dieser wird auf der Spinnmaschine
(Abb. 15) von dem Spinner angefertigt, welchem 4 bis 5 hilfsarbeiter
 beigegeben sind. Die Arbeitsweise ist die gleiche, welche
vorher für gesponnenen Rauchtabak beschrieben wurde. Die Ge—
spinste haben einen Durchmesser von 3512mm. Die dünnsten
Gespinste sind am teuersten, da in diesen am wenigsten Cinlage,
dagegen mehr von dem wertvolleren Deckblatt verbraucht wird.
Das von der haspel abgenommene TCabakseil wird nach den für
Verkauf üblichen Gewichtseinheiten in Stücke zerschnitten und
diese entweder in Stangen oder zu Röllchen geformt. hierauf
wird das Fabrikat nochmals in einem Bottich mit Sauce durch—
tränkt. Gepreßter Kautabak wird in gleichen Formen
und nach gleichem Verfahren wie gepreßter Kauchtabak herge—
stellt; derselbe wird meistens in Nordamerika fabriziert. Der
Ssauce wird daselbst mit Vorliebe Cakritzensaft beigemischt.
Feingeschnittener Kautabak, in den deutschen See—
küstengebieten als „schwarzer Krauser“ sehr beliebt, wird nach
der Saucierung auf Maschinen wie Rauchtabak feingeschnitten
und im handel meistens lose nach Gewicht verkauft. Der größte
Verbrauch von Kautabak findet in Nordamerika mit annähernd
        <pb n="97" />
        Verschiedene Methoden zur herstellung von Schnupftabak 93
1K8g pro Jahr und Kopf der Bevölkerung statt. Deutschland hat
knapp /, dieser Verbrauchshöhe.
Schnupftabak. Dieses ehemals so vielbegehrte und namentlich
auch in den höheren Gesellschaftskreisen weitverbreitete Genuß—
mittel hat einen ständig größeren Verbrauchsrückgang erfahren
und wird heute fast nur noch in den unteren Volksschichten ver—
braucht. Die in den Sschnupftabakfabriken ehemals noch viel
mehr als in der Kauchtabakfabrikation als wertvollstes Geheim—
nis gehüteten Rezepte für die Subereitung und namentlich für
Beimischung von Drogen aller Art spielen deshalb heute eine
mehr untergeordnete Rolle. Die Fabrikation hat darum auch
keine Veranlassung mehr, in der Auswahl des Rohtabaks dessen
qualitativer Beschaffenheit einen so großen Wert beizulegen, da
dieser fast nur als Unterlage für die beigemischten, einen starken
Reiz übenden oder ein dem Tabak ganz fremdartiges Aroma ge—
benden Zusätze in Betracht kommt. Die Grundbedingung für den
Kohtabak ist ein fettes, schweres Blatt. Neben Kentucky- und
Virginia-Tabak werden in den europäischen Ländern die schweren
heimischen Gewächse (in Deutschland schwerer Pfälzer, Ucker—
märker usw.) sowie Tabakrippen verarbeitet. Für den nament—
lich in Bayern viel verbrauchten „Schmälzler“ verarbeitet man
daneben die bereits früher erwähnten Mangotes. Dieses ziemlich
teure Material wird aber sehr stark mit deutschem RKohtabak in
den Fabriken gemischt. Die Verarbeitung des Tabaks beginnt
mit dem Aussortieren der mageren Blätter, welche zur Verar—
beitung als Schnupftabak nicht geeignet sind und entweder im
eigenen oder in fremden Betrieben zu Rauchtabak verarbeitet
werden. Im weiteren herstellungsverfahren sind verschiedene
Methoden zu unterscheiden; die heute meist angewendete Methode
ist die SchnellIfabrikation. Der trockne Tabak, rein oder
mit Rippen gemischt, wird gemahlen. hierzu dienen Maschinen,
welche nach dem System der Kaffeemühlen konstruiert sind,
oder Kugelmühlen. Das Mahlgut wird dann mit einer Sauce
angefeuchtet, für welche jede Fabrik ihre eigenen Rezepte hat;
dieselbe besteht aus einer Abkochung von verschiedenen Drogen
(Tamarinden, Mark von Cania pistula, Steinkleeblüten usw.)
unter Zusatz von Salz und Pottasche. Alsdann wird der Tabak
in Fässer verpackt und zur Fermentation in einen Raum ge—
        <pb n="98" />
        sSchnupftabak
bracht, dessen Temperatur auf annähernd 400 C gehalten wird.
Nach Verlauf von 4356 Wochen ist die Fermentation beendet.
Der Tabak wird nun auf einem sehr feinmaschigen, meist moto—
risch betriebenen Rüttelsieb gesiebt und die hierbei ausgeschie—
denen groben Stücke nochmals gemahlen. Man mischt dem
Tabak dann etwa 60/ fein gepulvertes Kochsalz bei, um unlieb—
same Zersetzungen zu verhindern, streut ihn auf großen Tischen
zur Abkühlung aus und verpackt ihn wiederum in Fässer, in
welchen er nach etwa einem Vierteljahr auf kühlem Lager ver—
kaufsreif wird. Nach der zumeist von der französischen Monopol—⸗
verwaltung geübten Pariser Methode wird der Tabak mit
Ssalzwasser angefeuchtet und dann auf Tabakschneidemaschinen
fein geschnitten. Der geschnittene Tabak wird in einen stark
geheizten Raum gebracht, wo er in große hölzerne Behälter
eingestampft wird, welche 12000-15 000 kg fassen. hier wird
die Temperatur des Arbeitsgutes, welche etwa 400 C nicht über—
steigen soll, fortwährend kontrolliert. Die Fermentation ist nach
b bis 10 Monaten beendet; man läßt dann den Tabak noch J bis
11/3 Jahr in den Behältern, wo er allmählich austrocknet und
reifer wird. Nunmehr wird der TCabak gemahlen, gesiebt und
je nach den Qualitäten noch längere Seit, oft 4ÿ56 Jahre, ab—
gelagert. Ist der Tabak zu trocken geworden, so wird er vor
dem Sertigmachen (Berpackung, Versand) mit Salzwasser leicht
befeuchtet. Ist schon diese Methode wegen des enormen Sins—
verlustes und viel aufzuwendenden Arbeitslohnes sehr kost—
spielig, so trifft dies in noch viel höherem Maße bei der
Karotten methode zu (carotte — Möhre, gelbe Rübe). Der
hierzu verarbeitete sehr fette Tabak wird trocken entrippt,
dann in die Sauce getaucht und auf einen großen Rost gelegt,
wo die Blätter gleichmäßig durchweichen und die überschüssige
Flüssigkeit abtropft. Die gut durchgeweichten Blätter werden
dann in Mengen von je 2kg abgewogen, welche jede für sich
eine Uarotte bildet. Man wickelt die Blätter der Karotte, lang—
gestreckt und fest in ein grobes Leinen in schräger Richtung ein
und zieht hierauf ein dünnes Seil in spiralförmigen Windungen
fest auf. Das Ganze erhält so die Form einer großen Möhre.
So wird die Karotte mittels einer in dem Seil am oberen Ende
geknüpften Schlinge aufgehängt. Am nächsten Tage wird Seil

34
        <pb n="99" />
        96
und Leinen abgenommen und nochmals, aber in umgekehrter
Richtung umgewickelt. Nachdem die Karotte nunmehr etwa sechs
Wochen lang gehangen, hat sich der Inhalt zu einer festen Masse
zusammengesetzt. Seil und Tuch werden abgenommen, und die
Narotte in ihrer ganzen Ausdehnung eng mit einem Bindfaden
umwickelt; sie wird „filiert“. hierbei sei erwähnt, daß die
meisten technischen Ausdrücke aus der franzöfischen Sprache über—
nommen wurden, da die Sabrikation von Schnupftabak anfänglich
in Frankreich und französischen Kolonien die höchste Ausbildung
erfuhr. Die ehemals in den Fabriken von St. Omer, Dunkerque
und St. Dincent erzeugten Karottentabake waren so berühmt,
daß sich diese Namen noch heute allerwärts als die Bezeichnung
für Schnupftabaksorten erhalten haben. Die filierten Karotten
werden nun in einem dunkeln, zugfreien Lager auf Gestellen auf—
geschichtet, wo sie allmählich durchfermentieren und mindestens
drei, je nach der Qualität aber bis zu zehn Jahren in gewöhn—
licher Zimmertemperatur lagern. Nach vollendeter Reife wird
die Karotte nach Entfernung des Bindfadenwickels gemahlen oder
auf der Kapiermaschine, deren wesentlicher Teil ein unten mit
Messern versehener drehender Stempel ist, zerkleinert (rapiert)
und gesiebt. So wird er noch etwa einen Monat in Fässern
abgelagert, nachdem man ihn vorher noch mit Salzwasser leicht
befeuchtet hat. Das Salzwafser wird bei manchen Sorten durch
reinen vollständig ausgegorenen Essig mit Zusätzen von Rum
oder Wein ersetzt. Der aus einer Mischung von Mangotes und
deutschem Rohtabak hergestellte Schmälz Ler erhältnach dem
Mahlen einen Susatz von 60/0 Butter, welche in geschmolzenem
zustande auf den Tabak gegossen und mit diesem innig vermengt
wird. Das geringwertigste Fabrikat sind die sogenannten wo h l⸗
riechenden Schnupftabake. Zu diesen Sorten werden Tabak—
blätter überhaupt nicht verarbeitet, da ihr Geruch ohnehin durch
die mannigfachen später zugesetzten Ingredienzien unterdrückt
würde. Man benutzt daher hierzu nur gemahlene Tabakrippen,
welche keinen anderen 3weck haben, als den Ingredienzien zur
Unterlage zu dienen. Diese werden dem Mahlgute in pulveri—
sierter Form (als „Tabakersatzstoff“) beigemischt. Als solche be—
zeichnet das deutsche Tabaksteuergesetz außer den bereits früher
erwähnten: gesalzene Rosenblätter, Veilchenwurzel, Steinklee—

kKarottentabak. Schmaälzler
        <pb n="100" />
        36 Der Handel in Tabakfabrikaten
blüten, Brennesseln, Vanilleroots, Baldrianwurzel, Altheeblätter.
Auch aromatische Auszüge: Rosenöl, Bergamottenöl u. a. m.
werden zugesetzt; für diese Mischungen hat jede Fabrik ihre
eigenen Rezepte.
Die Fabrikation von Tabaklauge. Die als Grundstoff für
autabaksauce dienende Lauge wird teilweise von den Kautabak—
fabriken im eigenen Betriebe hergestellt. Außerdem stellen die
Monopolverwaltungen von Osterreich und Italien sowie Zigarren—
fabriken in der Schweiz CLaugen als Nebenprodukt aus dem zu
Hirginia- und ähnlichen Zigarren verarbeiteten Kohtabak (Ken⸗
tucky und vVirginia) her. Ferner bestehen in Nordamerika
Spezialfabriken für die herstellung von Laugen. Im Jahre
1912 wurden in Deuschland eingeführt aus: Osterreich-Ungarn
1559, Schweiz 3266, Nordamerika 10 455 dz. Diese Cauge wird
nur in der Tabakindustrie verarbeitet. Eine andere Art von
Caugen, welche aus qualitativ ganz minderwertigem Tabak
hergestellt wird, um als Vertilgungsmittel von Parasiten zu
dienen, ist überall zollfrei und wird beim Eingang ins Be—
stimmungsland denaturiert. Die hauptabnehmer dieser Präpa—
rate sind die Weinbau und Schafzucht stark betreibenden Länder.
Alle CLaugen werden aus möglichst fettem, nikotinreichem Tabak
hergestellt, indem man diesen in großen Bottichen mit reinem
Wasser, häufig unter Zusatz von Salpeter oder ähnlichen scharf
ziehenden Stoffen, behandelt, ähnlich wie den Rüben in Zucker—
fabriken der Saft entzogen wird. Diese Lauge wird dann in
kleineren Betrieben durch Einkochen, in Großbetrieben mittels
eines Pakuumapparates eingedickt. Der Preis richtet sich nach
dem Nikotingehalt, welcher ähnlich wie beim Weinmost durch eine
sogenannte Wage nach der Skala von Beaumé festgestellt wird.

VII. der Bandel in Tabakfabrikaten.

Für die seit einigen Jahrzehnten im gewerblichen Verkehr
beobachtete Tendenz zur Ausschaltung von Z3wischenstellen der
Warenvermittlung einerseits, sowie anderseits zur Spezialisie—
rung der Geschäfte bietet das Tabakgewerbe ein bezeichnendes
Beispiel. Der ehemals ziemlich schwunghafte Großhandel als
Vermittler zwischen dem Fabrikanten und dem Kleinhändler ist
        <pb n="101" />
        Ausdehnung des Spezialhandels 97
heutzutage fast ganz ausgeschaltet worden. Diese Form der Ver—
mittlung hat nur noch einige Bedeutung für die Versorgung von
Betrieben, welche, wie 3. B. Gasthäuser, Friseure usw., Tabak—
fabrikate nur als Nebenartikel vertaufen. Infolgedessen ist auch
die Zahl, mehr aber noch der Umfang der reinen Großhandlungen
stark zurückgegangen, und sind diese meist von Detailhändlern
abgelöst worden, welche den Großhandel mit ihrem Haupt—⸗
geschäfte verbinden. Im Kleinverkaufe wiederum hat das Spe—
zialgeschäft in Tabakfabrikaten, namentlich in den Städten, die
Kolonialwaren- und andere Handlungen im Verkaufe von Zi—
garren zurückgedrängt. Nach hirschi) wurden in Deutschland
gezählt im Jahre: 1882 8113, 1805 12 471, 1907 13 121
Spezialgeschäfte sowie 10 442 Betriebe, welche Tabakfabrikate
als Nebenartikel verkauften. Die außerordentlich starke Der—
mehrung der Spezialgeschäfte ging hand in hand mit dem VvVor—
dringen der Sigarren und dem Rückgange des Pfeifenrauchens
und steht hiermit auch in ursächlichem Susammenhang. Der
Pfeifentabak ist ein sogenannter Markenartikel; die Ware trägt
den Namen ihres Produzenten; und somit trägt der letztere die
Bürgschaft für ihre Qualität; die Zigarre wird aber fast aus—
schließlich unter anonymer Bezeichnung verkauft, so daß der
händler dem Konsumenten gegenüber die alleinige Verantwor—
tung für deren Güte trägt. Die dadurch vom händler geforderte
größere Fachkenntnis und Sorgfalt beim Cinkaufe und der Be—
handlung der Ware kann aber in einem Spezialgeschäfte eher
erwartet werden als in einem Betriebe, der sich gleichzeitig mit
vielen Warengattungen beschäftigt. Innerhalb des Spezial⸗
handels besteht im Gegensatze zu vielen andern Branchen eine
verhältnismäßig nur geringe Zahl umfangreicher Betriebe; in
den vorerwähnten 13121 Betrieben wurden einschließlich des
Inhabers 37 907, also nur 2,83 beschäftigte Personen für jeden
Betrieb gezählt, was darauf schließen läßt, daß die weitaus
meisten Geschäfte ohne hinzuziehung bezahlter Arbeitskräfte ge—
führt werden, also von recht begrenztem Umfange sind. Auch das
Großfilialsystem hat hier nicht die Bedeutung und sicherlich
nicht den Anteil am Gesamtverschleiße, den man vielfach anzu—

) Dr. Julius Hirsch, Die Filialbetriebe im Detailhandel. Bonn 1913.
Anus 416: Wolf, Der Tabak. 2. dufl.
        <pb n="102" />
        38 Tabak als Steuerobjekt
nehmen geneigt ist. Der Silialbetrieb findet sich fast ausschließ—
lich in großen Städten und namentlich stark ausgedehnt in Berlin;
indessen beträgt selbst dort die Zahl der Filialbetriebe nur rund
/7 der gesamten rund 3500 Spezialhandlungen. Geht man von
der Tatsache aus, daß die Großbetriebe infolge ihrer meist stär—
keren Kapitalkraft und des größeren Umsatzes günstigere Ein—
kaufsgelegenheit haben als viele Alleinbetriebe, so erscheint diese
Feststellung verwunderlich. Es ist aber zu beachten, daß der
Konsument von dem Hhändler als Gegenleistung für das dem—
selben zu schenkende Vertrauen eine sehr weitgehende Befriedi—
gung seiner Wünsche in bezug auf die Ware und die Bedienung,
ja vielfach ein Cingehen auf mannigfache Launen erwartet. Der—
artigen imponderablen aber bedeutungsvollen Forderungen kann
der Einzelbetriebshändler viel eher und leichter gerecht werden
als der weniger elastische Großbetrieb, der im Interesse einer
zeordneten Geschäftsführung gezwungen ist, auch im Verkehr
mit der Kundschaft seinen Angestellten viele schematische Vor—
schriften zu geben, welche die Befriedigung individueller Wünsche
der Käufer erschweren. Dieser Vorsprung des Alleinbetriebes
wird allerdings in neuerer Seit durch das Vordringen der Siga—
rette, des ausgeprägtesten Markenartikels, wieder verringert.
Die Sunahme des Sigarettenverbrauches ist aber noch zu jungen
Datums, so daß sich jetzt eine Veränderung der beftehenden
Derhältnisse nach dieser Kichtung noch nicht feststellen läßt.

VIII. Der Tabakgenuß als Steuerobjiekt.

Es gibt wohl kaum ein nicht zu den notwendigen Lebens—
bedürfnissen zählendes Genußmittel, welches überall und in allen
Oolksschichten eine so schnelle und ausgedehnte Verbreitung fand
wie der Tabak. Diese Tatsache erklärt es, daß die Kegierungen
aller Länder schon frühzeitig den Tabak als ein sehr geeignetes
Objekt für die Erhebung von Steuern erkannten, und so wurde
dessen Besteuerung bald eine der wichtigsten Quellen für die
Staatseinkünfte. Man belegte ihn entweder mit hohen Zöllen
oder monopolisierte die Einfuhr, Verarbeitung und den Ver—
schleiß, gleichviel ob für eigene Staatsrechnung oder durch Ver—
pachtung des Monopols an einen Unternehmer. die älteste Art
der Besteuerung war der Eingangszoll, welcher von dem ur—
        <pb n="103" />
        siysteme der Besteuerung
sprünglich nur in Amerika angebauten und von dort eingeführten
Tabak nach dem Gewichte erhoben wurde. Als dann in der
Folge in vielen Ländern der Eigenbau von Tabak aufkam, wurde
auch dieser steuerlich erfaßt; die hierfür bestehende primitivste
Form ist die Flächensteuer, welche nach der Größe des mit Tabak
bepflanzten Ackers von dem Pflanzer erhoben wird. In einigen
südamerikanischen Staaten wird die Steuer nach der Zahl der aus—
zesetzten Tabakpflanzen erhoben. Diesen beiden Arten der Be—
steuerung haftet als schlimmster Fehler an, daß sie das Produkt
erfassen, bevor es noch erzeugt ist, und daß die Steuern auch dann
erhoben werden, wenn die Ernte durch natürliche Ursachen miß—
raten ist. Aus diesem Grunde ist es auch unmöglich, von diesen
Steuern größere Erträge zu erzielen, und heute wird der inlän—
dische Tabak deshalb auch meist nach dem Gewichtsertrage be—
steuert, wobei zwischen den Einheitssätzen der Inlandssteuer und
denjenigen der Zölle auf Auslandstabak eine mehr oder weniger
große Differenzierung zum Schutze des heimischen Tabakbaues
eingehalten wird. In gleicher Weise wurden auch die Zölle für
ausländische Tabakfabrikate bemessen. Es ist nicht zu verkennen,
daß eine den billigen wie den teuren Tabak gleicherweise treffende
Besteuerung nach dem Gewichte in sozialpolitischer Beziehung
manche Bedenken hat, und damit wird eine Besteuerung nach
dem Werte, also eine Qualitätsbesteuerung, theoretisch gerecht
fertigt. Diese finden wir als einzige oder hauptsächliche Besteue—
rungsart in einigen amerikanischen Staaten, welche ihr gesamtes
sollfystem auf Wertbesteuerung eingestellt haben, für den dort
aus den Auslande eingehenden Tabak bzw. für Fabrikate. Der
Finanzpolitiker darf aber nicht übersehen, daß die nach diesem
Ssystem erhobenen Einnahmen sehr schwaunkend sind; ihre höhe
ist in großem Maße abhängig von den Preiskonjunkturen des
Weltmarktes in Tabak und von der wirtschaftlichen Lage des
Derbrauchslandes, insofern, als die Verbraucher in schlechten
Seiten den Tabakgenuß weniger in der Menge als in der Qua—
lität einschränken. Eine vorsichtige Steuerpolitik wird deshalb
ein gemischtes System von Gewichts- (Quantitäts-) und Wert—
Qualitäts-) Steuer vorziehen, abgesehen auch davon, daß der
im Lande selbst gebaute Tabak nur unter den größten Schwierig—
keiten nach dem Werte steuerlich zu erfassen wäre. Eine andde

99
        <pb n="104" />
        100

Tabak als Steuerobjekt

Form der Besteuerung trifft nicht das Rohmaterial, sondern das
fertige Fabrikat bei seinem Übergange in den freien Verkehr.
Während also bei der Materialsteuer die Zahlung der
Steuergefälle zu Beginn der geschäftlichen Vorgänge erfolgen
muß, wird sie bei der Fabrikatsteuer erst an deren Ende
gelegt, und damit das Kapital der Betriebsunternehmer in
veit geringerem Maße festgelegt. Dieses System ist in seiner
reinsten Form in den Vereinigten Staaten von Nordamerika
ausgebildet, wo der inländische Rohtabak, abgesehen von einer
kleinen Verwaltungsgebühr, steuerfrei ist, und ausländischer
Rohtabak, nur in relativ geringen Mengen verbraucht, mit
einem zwar hohen Eingangszoll belegt ist, der aber nicht als
Finanzzoll, sondern als ein dem dort allgemein geübten Prohi—
bitivsystem entsprechender Schutzzoll zu betrachten ist. Auch die
in Nordamerika erhobene Betriebs- (Lizenz—)Steuer, deren
zsätze füc die tabakgewerblichen Betriebe nach ihrem Umfange
gestaffelt sind, hat weniger einen direkten finanziell erheblichen
Effekt, als den Zweck, die Kontrolle für die Erhebung der
Fabrikatsteuer zu erleichtern. Von europäischen Staaten haben
die Fabrikatsteuer eingeführt Rußland sowie Deutschland für
Zigaretten und Sigarettentabak. Die sehr vielgestaltete deutsche
Tabakbesteuerung wird noch weiter eingehend dargestellt. Die
Fabrikatsteuer wird mittels Steuerzeichen, „Banderolen“, er—
hoben, welche auf die Waren bzw. deren Verpackung vor dem
übergang in den Verkehr angeklebt und ähnlich wie eine
Stempelmarke durch Aufschrift oder Stempeldruck entwertet wer—
den. Alle vorerwähnten Arten der Besteuerung überlassen den
handel und die Erzeugung von Tabak und TCabakfabrikation der
freien gewerblichen Tätigkeit, während diese Funktionen unter
dem Tabakmonopol den Staatsverwaltungen vorbehalten sind.
In den Staaten, deren Finanzen in geordnetem Zustande sind,
wird das Tabakmonopol in der Regel für direkte Kechnung des
5taates von staatlich eingerichteten Verwaltungen betrieben, so
in Frankreich, Italien, OsterreichUngarn und Japan. In andern
Cändern mit weniger solider Finanzgebarung ist der staatliche
Monopolbetrieb, meist zur Sicherstellung von Anleihen, an eine
Finanzunternehmung verpachtet. Derartige Pachtmonopole be—
stehen in Spanien, Portugal, Türkei. hier zahlen die Pächter
        <pb n="105" />
        Tabakmonopole 101

an die Staatsverwaltung in der Regel außer einem festen Pachtschilling
 noch einen Anteil vom Reingewinn. Die Bestrebungen,
den Tabakgenuß durch Einführung von Voll- oder Teilmonopolen
in allen Phasen des Verkehrs oder einzelnen Teilen den Staatsfinanzen
 dienstbar zu machen, reichen mehrere Jahrhunderte zu—⸗
rück, wie bereits im ersten Abschnitte dieses Buches erwähnt
wurde. Auch das Königreich Preußen hatte unter Friedrich dem
Hroßen ein Tabakmonopol. Dasselbe wurde aber bereits nach
einigen Jahren seines Bestehens wegen mangelnder Erträge
wieder aufgehoben. Von den heute noch bestehenden Tabak—
monopolen ist dasjenige des Rönigsreichs Jtalien wohl des
ältesten Ursprungs; denn dieses entstand aus den Monopolen
der Kepublik Venedig (gegr. 1657), des Kirchenstaates (gegr.
1660), von Toskana und Sardinien (gegr. 1737). Will man die
Irt des Betriebes und die Qualität der Fabrikate als Maßstab
anlegen, so gebührt den Monopolverwaltungen von Oster—
reich und ÜUngarn unbedingt der Vorrang vor den Ver—
waltungen aller andern Monopolländer. Man hat es dort
berstanden, sich von der in den übrigen Staatsbetrieben meist
wahrnehmbaren bureaukratischen Starrheit möglichst frei zu
machen und den Betrieb, soweit eben angängig, nach den kauf⸗
männischen Grundsätzen privatwirtschaftlicher Betriebe zu leiten.
Nach einer dem Deutschen Reichstage im Jahre 1908 vom
Reichsschatzamte vorgelegten Zusammenstellung belief sich im
Jahre 1906 der Reinertrag aus dem Tabakmonopol in Frank—⸗
ceich auf 301579 606, Osterreich 135 547 109, Ungarn 64154110,
Italien 147 851 190, Spanien (Anteil an den Erträgen der
Pachtgesellschaft) rund 82 000 000 Mark. In demselben Jahre
erzielte das Deutsche Reich aus der Tabakbesteuerung eine Ge⸗
samteinnahme von 84579 714, England 273 274 381, Vereinigte
Ztaaten von Nordamerika 327 331 494 Mark. Diese Erträge er—
zeben, auf den Kopf der Bevölkerung berechnet, folgende Ver—
zleichszahlen: Jährliche Belastung: Italien 4,37 Mark — 79060
der Ausgaben für Tabakgenuß, Osterreich 4,.95 Mark — 685000,
Ungarn 3,21 Mark — 6790, Frankreich 7,66 Mark — 8200,
Spanien 6,16 Mark — 7000, Deutschland 1,49 Mark — 213800,
Tngland 6,43 Mark — 5900, Vereinigte Staaten von Nord⸗
amerika 3,67) Mark — 22,500. Dieses Ergebnis könnte den
        <pb n="106" />
        Tabak als Steuerobjekt
Sinanzpolitiker sehr leicht zu der Annahme verführen, daß auch
in Deutschland aus der Tabakbesteuerung noch viel höhere Ein—
nahmen für die Staatskasse unbedenklich zu erzielen seien, und
tatsächlich sind ja die Einkuͤnfte durch die Tabakfteuergesetze vom
16. Juli 1909 und 12. Juni 1916 ganz erheblich gesteigert worden,
wie in der Folge noch genauer nachgewiesen wird. Indessen be—
stehen gegen starke Erhöhungen der Tabakbesteuerung für Deutsch—
land sehr gewichtige volkswirtschaftliche Bedenken. Betrachtet man
aus der vorstehenden Zahlenreihe die beiden Extreme Deutschland
und Frankreich, so ist festzustellen, daß der Jahreskonsum pro
Ropf der Bevölkerung, auf Kohtabak berechnet, in Deutschland
im Jahre 1907 1,67 ẽg gegen 0,08 in Frankreich betragen hat.
Es unterliegt aber keinem S3weifel und wird auch von keiner
veite bestritten, daß die hansastädte Bremen und hamburg nur
dadurch in der Lage waren, eine überragende Stellung als Tabak—
handelsplätze im internationalen Derkehr zu erreichen, daß sie
im deutschen hinterlande einen ebenso sicheren wie bedeutenden
Abnehmer hatten. Mindestens ebenso wichtig für die volkswirt
schaftliche Beurteilung ist auch die Catsache, daß der Tabak je
nach der höhe der Besteuerung, in der Form des Genusses er⸗
heblich voneinander abweicht; mit andern Worten: Je höher
die Besteuerung, desto geringer ist der für die herstellung der
Tabakfabrikate aufgewendete Arbeitslohn und die Zahl der in
der Tabakfabrikation beschäftigten Arbeiter. hierfür liefern
folgende statistische Angaben einen schlagenden Beweis: Nach
der Gewichtsmenge des Gesamtverbrauches berechnet), wurden
im Jahre 1906 verbraucht in
Sigarren Sigaretten Rauch—-, Kau- u. SsSchnupftabak
Frankreich — —V 8900
Deutschland 6207 50 330/

102

In Frankreich wurde also von Sigarren, demjenigen Tabak—
fabrikat, welches nur in handarbeit mit einem Cohnaufwande
von rund 2000 seines Kleinhandelswertes hergestellt werden
kann, prozentual noch nicht ganz 110 des deutschen Verbrauches
erreicht, dagegen der Derbrauch in den ganz oder überwiegend

1) Denkschrift des deutschen Tabakvereins an den Reichstag, vom
1. November 1908.
        <pb n="107" />
        Geschichtliches zur deutschen Tabaksteuer 103

mit Maschinen hergestellten Fabrikaten um fast das Dreifache
übertroffen. Dementsprechend stellten sich die Arbeiterverhält—
stisse in:

Einwohnerzahl Arbeiterzahl CLohnsummen pro Jahr
Frankreich 39,2 Mill. 15 500 13,6 Mill. Mark
Deutschland 62 J 200000 110

20

Im Susammenhang mit der großen Tabakindustrie konnten sich
in Deutschland auch namhafte Hilfsindustrien für Maschinen,
Wickelformen, Zigarrenkisten, Band und namentlich für Etiketten
und ähnliche lithographische Erzeugnisse entwickeln, welche ver—
möge des großen Inlandbedarfes in der Lage sind, auch einen
bedeutenden Export ihrer Fabrikate in das Ausland mit Erfolg
zu betreiben.

die deutsche Tabakbesteuerung.
Es wurde schon erwähnt, daß die deutsche Tabaksteuergesetz—
gebung eine bunte Mischung der verschiedensten Systeme zeigt.
Für den inländischen Tabak besteht die Flächensteuer neben der
Gewichtssteuer; für den ausländischen Tabak und Tabakfabrikate
die Gewichtssteuer neben der Wertsteuer und schließlich besteht
neben diesen Materialsteuern auch noch für einzelne Arten von
Fabrikaten die Fabrikatsteuer. Bei der Gründung des Deutschen
Keiches übernahm dieses das Tabaksteuergesetz des Norddeutschen
Bundes, welches für den inländischen Kohtabak eine Flächen—
steüer von 6 Taler pro Morgen und für ausländischen Kohtabak
einen Gewichtszoll von 4 Taler pro Zentner vorschrieb; legt man
den damals noch geringen Gewichtsertrag des deutschen Tabak—
baues von 9 Zentner pro Morgen zugrunde, so war also der
deutsche Tabak mit einer Steuer von 2 Mark pro Zentner dach—
reifen, unfermentierten Tabaks belastet. Bereits nach knapp
drei Jahren nach der Gründung des Reiches setzte der Bundesrat
eine Kommission ein, welche eine Anderung der Tabaksteuergesetze
zwecks Erzielung höherer Einnahmen vorbereiten sollte; diese
UNommission trat am 26. Februar 1873 zusammen, und in der
Folge entwickelte sich eine sehr leidenschaftliche Polemik über
die verschiedenen Steuersystene. Am 22. Februar 1878 begann
im Reichstag die erste Tabaksteuerdebatte auf Grund einer Vor—
lage, welche eine Gewichtssteuer von 24 Mark pro Zentner deut—
        <pb n="108" />
        104 Tabak als Steuerobjekt
schen, einen Zoll von 42 Mark pro Zentner ausländischen Roh—
tabaks bezweckte. Während dieser Debatte erklärte Fürst Bis—
marck, daß er die Vorlage nur als eine Durchgangsstation für
die Erzielung höherer Cinnahmen aus dem Tabuk betrachte und
sich offen zum Tabakmonopol bekenne. Die Regierungsvorlage
wurde abgelehnt und kurz darauf eine Enquetekommission zum
Studium der Tabaksteuer eingefetzt. Nach langen heftigen Kämpfen,
 hervorgerufen nicht allein durch den Widerstand des Tabak—
gewerbes, sondern auch durch die divergierenden Interessen der
Bundesstaaten — Bayern, Baden und hefssen als Tabakbau trei—
bende, die hansastädte als fremden Tabak importierende Staaten
—, wurde am 16. Juli 1879 folgendes Gesetz angenommen:
Hewichtssteuer für inländischen Tabak 45 Mark pro de, an deren
Stelle tritt für Grundstücke von weniger als 4 ar eine Flächen—
steuer von 4,5 Pfennig pro Quadratmeter. Eingangszoll für
ausländischen Rohtabak 85 Mark, für Zigarren und Zigaretten
270 Mark, für andern bearbeiteten Tabak 180 Mark pro dae.
Schon kurze Zeit später, nämlich im Jahre 1882, wurde dem
Keichstag ein Gesetzentwurf auf Einführung des Cabakmonopols
von der Regierung vorgelegt. Als Abfindung, welche den Tabak—
gewerbeireibenden und Arbeitern für die Aufgabe ihres Berufes
zeleistet werden sollte, waren 257 Millionen Mark vorgesehen.
Dieser Betrag wurde aber selbst von den Anhängern als zu
niedrig bezeichnet, da bei den Arbeiten der 187861 Kommission
selbst der württembergische Bevollmächtigte v. Moser die Abfin⸗
dung auf 687 Millionen Mark berechnet hatte. Trotzdem sich
Fürst Bismarck mit seiner ganzen Uutorität für diese Vorlage
einsetzte und der berühmte Nationalökonom Adolf Wagner das
Tabakmonopol als das „Patrimonium der Enterbten“, d. h.
das befte Mittel zur Ausführung der durch die Botschaft des
Kaisers Wilhelms J. angekündigten ausgedehnten sozialen Gesetz⸗
gebung bezeichnete, wurde der Entwurf nach kurzen aber fehr
heftigen Debatten vom Reichstage abgelehnt. Im November 1893
ging dem Reichstage eine neue Cabaksteuervorlage zu, nach
welcher die Steuer auf inländischen Tabak aufgehoben, der Zoli
auf ausländischen Tabak von 88 Mark auf 45 Mark pro dae
herabgesetzt, dagegen eine Fabrikatwertsteuer eingeführt werden
sollte. Dieser erste Versuch, an Stelle der Materialfteuer eine
        <pb n="109" />
        Die Anfänge der Fabrikatsteuer 105
Fabrikatsteuer zur Hauptquelle der staatlichen Tabakbesteuerung
zu machen, bezweckte einen bei den Fabrikanten zu erhebenden
Wertzuschlag von deren Fakturenpreisen, und zwar 331/3 0/0 von
Zigarren und Sigaretten, 5000 von NRau- und Schnupftabak,
662/3000 von Rauchtabak. Für die Abstufung dieser Sätze war
die Absicht maßgebend, diejenigen Fabrikate niedriger zu be—
steuern, deren herstellungskosten den höchsten Anteil an Arbeits—
—V
Entwurf noch zwei in den beiden nächsten Jahren nach gleichen
Grundsätzen, aber mit erheblich modifizierten Tarifen vorge—
legte Entwürfe fanden die Zustimmung des Reichstags; ferner
wurde auch der in der Reichstagskommission aufgetauchte Vor—
schlag, eine Wertsteuer für Kohtabak an Stelle der Wertsteuer
für Fäbrikate zu setzen, abgelehnt. Am 28. November 1905, bei
Beratung der ersten jüngeren „Finanzreform“, erschien ein neuer
Tabaksteuergesetzentwurf, welcher lediglich eine Erhöhung der
Ssätze des bestehenden Gewichtssteuersystems bezweckte. Auch dieser
Entwurf fand keine Mehrheit im Reichstage, indessen wurde in
der Kommission, angeregt durch den steigenden Verbrauch von
Zigaretten, eine Sonderbelastung dieser Art von Fabrikaten be—
schlossen. Nachdem der erste Gedanke, eine Mehreinnahme durch
staatliche Monopolisierung des Verkaufs von Sigarettenpapier
(diese besteht in Bulgarien, Griechenland und Montenegro) sich
als fast unausführbar erwies, wurde unter starker Erhöhung der
Tingangszölle für ausländische Fabrikate eine mittels Banderole
zu erhebende Wertsteuer für Sigaretten und feingeschnittenen
Tabak höherer Preislagen beschloassen; die Steuersätze wurden
nach dem Kleinverkaufspreise der Fabrikate abgestuft. Die aus—
ländischen Fabrikate unterliegen neben dem Cingangszolle auch
der gleichen Wertbesteuerung. Die Wertsteuer, welche nach den
Verkaufspreisen auch relativ höher gestaffelt ist, beträgt 12 bis
1800 des Kleinverkaufspreises. Der unbefriedigende Erfolg der
ganzen 1906er FSinanzreformvorlage sowie die guten fiskalischen
Ergebnisse der neuen Sigarettensteuer führten im Jahre 1908
zu einer neuen Steuervorlage an den Reichstag, welche die Aus—
dehnung der Fabrikatsteuer GBanderolensteuer) auf alle Tabak—
fabrikate bezweckte. Nach sehr heftigen Kämpfen wurde dieser
Entwurf abgelehnt und das im Juli 1909 erlassene Tabaksteuer—
        <pb n="110" />
        106 Tabak als Steuerobjekt

zesetz angenommen. In diesem Gesetz ist für inländischen Roh—
tabak die Gewichtsteuer erhöht und für ausländischen Rohtabak
unter Beibehaltung des bisherigen Gewichtszolles ein Wertzu—
schlagszoll nach dem Fakturenwerte festgesetzt worden. Von
diesem Wertzuschlage sowie von dem höheren Satze für Inlands—
tabak ist der zu Zigaretten und Seinschnittabak verarbeitete Roh—
tabak befreit; dagegen wurden für diese Fabrikate die Steuer—
ätze der 1906er Fabrikatsteuer erhöht. Tine sinngemäße Er—
höhung erfuhren auch die Eingangszölle für Tabakfabrikate.
Am 12. Juni 1916 wurde angefichts des erheblich gestiegenen
Finanzbedarfs unter Beibehaltung der bisherigen Grundsätze für
die Tabakbesteuerung folgenbe Erhöhung der bis dahin geltenden
Tariffätze mit Wirtung vom 1J. Juli 1916 beschlossen, Sleuer
auf inländischen Cabak: Flächensteuer 8 Pfenuig fur e
Zuadratmeter. Gewichtsteuer 78 Mark, für Grumpen 45 Marf
für 1dz. Zoll auf ausländische Tabakblätter 130 mark Tarat
rippen 85 Mark, Tabaklauge 100 Mark, entrippte Tabakblaätter
und Abfälle von Rohtabak 280 Mark. Mangotes 300 Mark,
Sschnupf⸗, Rau⸗ oder Rauchtabat in Rollen oder Platten 600 Mark,
geschnittener Rauchtabak 1100 Mark, Zigarren 700 Mark, Ziga⸗
retten 1500 Mark für den dz. Der We rtzuschlagzoll wurde
für Tabakblätter und Zigarren ausländischer Herkunft von 40
auf 6590 des Fakturenwertes erhöht mit der Einschränkung, daß
der Bundesrat diesen Satz für Tabakblätter erst dann in Kraft
setzen darf, wenn in einem Ualendervierteljahre der der Ver—
zollung zugrunde gelegte Wert durchschnittlich weniger als
180 Mark für 1 de betragen haben wird. Die Verwendung von
Tabakersatzstoffen unterliegt der Genehmigung der Zollbehörde;
als solche sind zugelassen: Gewöhnliche Rirschblätter und Weichsel—
kirschblätter, Steinkleeblüten, eingesalzne Kosenblätter, Veilchen—
wurzelpulver, Panilleroots, Wegebreitblätter, Altheeblätter, Huf⸗
lattichblätter, Baldrianwurzeln, getrocknete Brennesseln. Hier—
von wird auch eine Steuer von 120 Mark pro de erhoben. Die
Fabrikat- GBanderolen-⸗) Steuer beträgt für 1000 Sigaretten:
Klasse 1a, Kleinverkaufspreis bis 15 Mark, pro 1000 Stück
2 Mark, 1b 15225 Mark — 3 Mark, 10 2535 Martk —
4,50 Mark, 1d 35-50 Mark — 6,50 Mark, we 50 -70 Mark
— 9,50 Mark, 11 mehr als 70 Mark — 15 Mark; für Zigaretten—
        <pb n="111" />
        Der deutsche Steuertarif

4

2*

tabak: Klasse 2a Preis über 325 Mark pro kg
2b über 5510 Mark — 1,60 Mark, 20 über 10220.Mark — *
z Mark, 2d über 20530 Mark — 4,80 Mark, 2e über 5 Marty
— 7 Mark. Für Sigarettenhülsen oder Zigarettenpapierblättcheu⸗
1 Mark pro 1000 stück. Ferner wird ein Kriegszuschlag nach
folgendem Tarife erhoben: Klasse PVa 3 Mark, 1b 5 Mark, 10—
7 Mark, 1d 12 Mark, we 18 Mark, uf 25 Mark; für Siga—
rettentabak im Preise von mehr als 8ÿ510 Mark — 3 Mark,
10-20 Mark — 5 Mark, 20-30 Mark — 8 Mark, mehr als
30 Mark — 12 Mark. Für Sigarettenpapier: 6 Mark. Zum
Schutze der bestehenden Sigarettenfabriken wurde ferner be—
stimmt, daß für Fabrikatmengen, welche die Versteuerung der
Periode vom 1. Oktober 1015 bis 31. März 1916 überschreiten,
der Kriegsaufschlag je nach der höhe der Überschreitung bis zum
vierfachen Satze erhöht wird. Das Tabaksteuergesetz hat für die
Staatsfinanzen im großen und ganzen den Erwartungen bisher
entsprochen, betreffs der Zigarettensteuer dieselbe sogar erheblich
übertroffen. Es wurden vereinnahmt vom 1. Juli 1911 bis
30. Juni 1912:
zteuer auf inländischen Tabak ... mt. 11443 885.
„Tabakersatzstofffe.. — 93 059. -
Gewichtszoll auf ausländischen Tabak u. Tabakfabrikate, 72935 720. -
Wertzuschlagszoll auf Tabakfabrikate 46400794. —
mt. 130873 458. —
1164 935. -
————

IL-Abzüglich

 Ausführvergütungen.

Die für das Rechnungsjahr (1. April bis 31. März) 1911/12
ausgewiesenen Cinnahmen aus der Sigaretten- Ganderolen-)
Steuer betragen

für Zigaretten
Feinschnittabak

mt. 33824036.53
295 7326
TTTIIsc—F—

Mithin wurde aus dem Tabakgenuß insgesamt eine Steuer—
einnahme von 163 828 292 Mark erzielt. Dieselbe ist inzwischen
erheblich gestiegen. Über die wirtschaftlichen Folgen, welche dieses
Gesetz auf die Tabakindustrie bisher geübt hat, wird im nächsten
Abschnitte berichtet.
        <pb n="112" />
        98 Wirtschaftliches aus dem deutschen Tabakgewerbe
IX. Wirtschaftliche und sozialpolitische Verhältnisse
des deutschen Tabakgewerbes.
Der jährliche Durchschnittsbedarf an Kohtabak beträgt in der
deutschen Tabakindustrie rund J1 Million dz im Werte von rund
——
in normalen Jahren rund 250 000 da auf inländischen Tabak.
Bei schlechten deutschen Ernteerträgen, wie z. B. im Jahre 1912
(Ernte 1911), verändert sich das Verhältnis zugunsten der aus—
ländischen Gewächse. Bezüglich der Produktionsmengen ist man
auf Schätzungen angewiesen, da nur für Zigaretten und bande—
rolesteuerpflichtigen Feinschnittabak genaue amtliche Angaben
infolge der steuerlichen Erhebungen vorliegen. Auf Grund einer
im Jahre 1903 vom deutschen Tabakverein veranstalteten Pro—
duktionserhebung hat das Reichsschatzamt im Jahre 1908 in
dem dem Reichstage vorgelegten Entwurfe zu einem Tabakver—
brauchssteuergesetz eine Schätzung der Produktion für das Jahr
1907 veröffentlicht; nach dieser ist die Jahresproduktion zu
schätzen auf rund 262 000 de Pfeifen- (Rauch-) Tabak, 40 000 d⸗
Schnupftabak, 55 000 dz Kautabak und 8 208 000 Mille — 8200
Millionen SZigarren. Die verhältnismäßig geringen Mengen,
welche von dieser Produktion in das Ausland ausgeführt werden,
können hier außer Betracht bleiben. Im Jahre 1907 wurden
ferner versteuert 5774 192 Mille — 5774 Millionen Sigaretten
und rund 4380 de Seinschnittabak; in diesen Mengen ist die
Cinfuhr ausländischer Fabrikate einbegriffen, welche abzüglich
der ausgeführten deutschen Fabrikate auf rund 450 Millionen
Sigaretten anzunehmen ist, so daß im Jahre 1907 die deutsche
Sigarettenindustrie rund 5300 Millionen Zigaretten produzierte.
Der durchschnittliche Rohtabakverbrauch beträgt für 100 kg:
Pfeifentabak 10848, Kautabak (einschließlich Tabaklauge) 115 «g,
Schnupftabak 70 kg, für 1000 Stück: Zigarren 8Kg, Zigaretten
LUkg. hierbei ist aber zu berücksichtigen, daß beträchtliche
Mengen von Abfällen (Tabakrippen usw.) aus dem einen Sabri—
kationszweige in dem andern verarbeitet werden. Seil den
beiden letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts hat sich
infolge veränderter Lebensgewohnheiten der Verbrauch inner—
halb der verschiedenen Arten von Tabakfabrikaten erheblich
        <pb n="113" />
        Betriebsverhältnisse in der deutschen Tabakverarbeitung 109
verschoben. Es wurde schon erwähnt, daß er schon vorher in
zchnupftabak einen konstanten Rückgang zeigte. Während nun
der Verbrauch von Kautabak relativ gleich geblieben, hat der—
jenige von Pfeifentabak seit dem Jahre 1880 nicht allein rela—
tiv, d. h. pro Kopf der Bevölkerung, sondern auch in der abso—
luten Verbrauchsmenge eine bedeutende und stetige Abnahme
erfahren, welche der Zigarrenindustrie zugute kam. Die Kaucher
wandten sich von dem umständlichen Gebrauche der Pfeife ab
und bevorzugten die bequemer zu genießende Zigarre. Infolge—
dessen hat sich der Derbrauch an Sigarren seit dieser Zeit fast
verdoppelt, zeigt aber in den letzten Jahren eine Stagnation,
da in neuerer Zeit die RKaucher die Sigaretten bevorzugen. Zur
Tabakberufsgenossenschaft waren im Jahre 1911 angemeldet
Zahl Zahl Lohnsumme
Betriebe der beschäftigten Personen Mmk.
5682 141341 8558 436
101 15 307 12261738
9 3960 2940760
3712 3024 750
1009 823370
2438 2178430
5757 5

der

46
6585

Die Gesamtzahl der Beschäftigten ist aber höher, da die zahl—
reichen Hausgewerbetreibenden nicht versicherungspflichtig und
daher in der Statistik nicht mitgezählt sind. Die Tabakindustrie,
weiche ursprünglich den iypischen Charakter eines Mittelstand—
gewerbes hatte, büßte diese von sozialpolitischem Standpunkte
fehr schätzbare Eigenschaft in einzelnen Zweigen allmählich ein.
Den Anfang machte die Schnupftabakinduftrie, in welcher der
stetige Rückgang des Verbrauches die kleineren Betriebe besei—
tigte und nur noch größere Betriebe existenzfähig erhielt, welche
oermöge ihrer Kapitalkraft eine ausgedehnte Verkaufsorgani—
sation zu unterhalten vermochten. Aus dem gleichen Grunde
hat sich in der Kauchtabakindustrie eine ähnliche Umwandlung
vollzogen, welche aber noch durch die Vervollkommnung der hier
berwendbaren Maschinen erheblich gefördert wurde. In dem
durch die Abnahme des Verbrauchs von Rauchtabak verschärften
Wettbewerb konnten nur diejenigen Fabriken Sieger bleiben,
deren RKapitalkraft neben einer großzügigen Verkaufsorganisation
        <pb n="114" />
        110 Wirtschaftliches aus dem deutschen Tabakgewerbe
die Anschaffung und volle Ausnutzung kostspieliger maschineller
Einrichtungen gestattete, welche ihnen nicht allein durch Erspar—
nis an Arbeitslohn, sondern auch durch bessere Ausnutzung des
Kohmaterials einen weiten Vorsprung vor den weniger kapital—
kräftigen Konkurrenzbetrieben sicherte. Ein ähnliches Bild zeigt
die Kautabakindustrie, trotzdem deren Erzeugnisse eine relativ
feststehende, aber absolut steigende höhe des Absatzes finden.
Diese Entwicklung wurde durch das Tabaksteuergesetz vom Juli
1909 noch gefördert, wie in der Folge noch nachgewiesen wird.
Das Übergewicht des Großbetriebes wird auch noch dadurch ver—
stärkt, daß Schnupfe, Kau- und Rauchtabak in immer steigendem
Maße zum Markenartikel geworden find; während früher große
Mengen von Schnupf- oder Rauchtabak vom Kleinhändler in
gzroßen Kisten oder Fässern bezogen und lose nach Gewicht an
den Käufer abgegeben wurden, zählt dies heute zu den seltenen
Ausnahmen. Die Fabrikate werden jetzt fast nur in der mit
dem Namen der Fabrikanten versehenen Packung verkauft,
welche die übliche Gewichtseinheit enthält. Die hierdurch zwi—
schen dem hersteller und dem Verbraucher entstandene direkte
Beziehung, welche den Einfluß des als Zwischenglied dienenden
händlers ausschaltet, erleichtert dem Fabrikanten eine intensive,
auf den Verbraucher direkt wirkende Propaganda, welcher sich
der Kleinfabrikant wegen ihrer Kostspieligkeit enthalten muß.
Die stärkste Ausnutzung der Propaganda, die sogenannte Re—
klame, findet sich in dem jüngsten Zweige der deutschen Tabak—
industrie, in der Zigarette nindustrie. Die Form des
GBroßbetriebes hat in der Zigarettenfabrikation so sehr zuge—
nommen, daß heute von den 401 bestehenden Fabriken die 12
zrößten annähernd die Hälfte der Gesamtproduktion liefern. Da
der Absatz von Sigaretten von rund 5,3 Millionen Mille im
Jahre 1907 sich auf rund 10,3 im Jahre 1912 und 27 Millionen
Mille im Jahre 1017 steigerte, so ist dieser enorme Zuwachs fast
vollständig den Großbetrieben zugute gekommen. Deren Vorzugs⸗
stellung wurde auch durch das Zigarettensteuergesetz vom Jahre
1906 bzw. 1909 mittelbar gefördert. Dieses Gesetz brachte den Zi—
garetten eine erhebliche steuerliche Belastung, welche die Großfabri—
kation dadurch ausgleichen konnte, daß sie die meistverbrauchten
rabrikate mittlerer und niederer Preislagen nicht mehr in hand—
        <pb n="115" />
        Großbetriebe und Kleinbetriebe

111

arbeit, sondern in Maschinenarbeit herstellen ließ. Es gibt heute
nur noch vereinzelte und dann kleine Betriebe, welche Zigaretten
zum Kleinverkaufspreise von 2-53 Pfennig pro Stück in handarbeit
herstellen, dagegen werden vielfach auch FSabrikate in den nächst—
höheren Preislagen auf Maschinen angefertigt. Der Arbeits—
lohn für handarbeit schwankt für die gangbaren Sorten zwischen
21/3-4 Mark pro 1000 Stück, während er bei Maschinenarbeit
2-3 Mark pro 1000 Stück, während er bei Maschinenarbeit
selbst unter Berücksichtigung der Verluste für Ausschuß, d. h.
technisch mangelhafte Ware, den Satz von 70 Pfennig kaum
übersteigen dürfte. Die auf Massenproduktion eingerichteten
kostspieligen Maschinen können nur im Großbetriebe rationell
ausgenutzt werden, und weiter gestattet nur die Massenproduk—
tion die Einstellung der zahlreichen Maschinen zur Anfertigung
von Schachteln und Packungen, welche einen großen Anteil an
den gesamten Selbstkosten erfordern. Die Sigarrenindu—
strie wurde früher mit Recht als das ausgeprägteste Mittel—
standsgewerbe bezeichnet, und dies veranlaßte u. a. den sächsi—
schen Nationalökonomen Böhmert bei einer Bekämpfung hoch—
zehender Tabaksteuerpläne zu dem Ausspruche, daß die Sigarren—
fabrikation in sozialgewerblichem Interesse erfunden werden
müßte, wenn sie noch nicht existierte. Der mehr handwerksmäßige
Charakter, welcher der Zigarrenfabrikation ehemals noch in viel
höherent Maße als in der neueren Zeit eigen war, und der Fort—
fall kostspieliger Maschinen und ähnlicher Einrichtungen erleich—
terte es, eine Zigarrenfabrik mit verhältnismäßig sehr geringem
Kapital zu errichten, und so läßt gn denn auch sehr leicht nach—
weisen, daß die meisten der jetzt bestehenden älteren Zigarren—
fabriken von Sigarrenarbeitern in der Seit von 1880—1875 mit
zgeringen Mitteln gegründet wurden. Die Veränderung der Exi—
stenzbedingungen begann mit dem Jahr 1879, als die Erhöhung
des Eingangszolles für ausländischen Cabak von 24 Mark auf
85 Mark pro da größere Anforderungen an die Kapitalkraft der
Unternehmer stellte; indessen wurde auch in der Folgezeit die
Prosperität der Unternehmungen viel weniger von der Kapital—
kraft als von den individuellen Fähigkeiten der Unternehmer
bedingt. Dieser Umstand erklärt es auch, daß die Betriebsform
der Aktiengesellschaft in der deutschen Sigarrenindustrie nur
äußerst selten anzutreffen ist; sie beträgt noch nicht J von 1000
        <pb n="116" />
        112 Wirtschaftliches aus dem deutschen Tabakgewerbe
Betrieben. Die seit den beiden letzten Jahrzehnten des 19. Jahr—
hunderts im Wirtschaftsleben allgemein bemerkbare Neigung
zur kapitalistischen Konzentration ließ allerdings auch die Si—
zarrenindustrie nicht unberührt; sie wird aber wesentlich ge—
fördert durch das im Tabaksteuergesetz vom 165. Juli 1909 ein—
zeführte System der Wertbesteuerung des ausländischen Roh—
tabaks. Der nach diesem Gesetze zur Erhebung gelangende
Wertzuschlagszoll von 4000 des Fakturenpreises erhöht für den
kapitalkräftigen Großbetrieb, welcher große Poften Rohtabatk
vielfach unter völliger Umgehung des 3wischenhandels gegen
Barzahlung einkaufen kann, die Vorteile des billigeren Ein—
kaufs in so beträchtlicher Weise, daß kleinere und weniger
kapitalkräftige Konkurrenten kaum noch in der Lage sind, diesen
an sich schon großen Vorsprung durch die im kleineren Betriebe
mögliche bessere Ausnutzung des Rohmaterials wettzumachen.
Die in sozialer hinsicht verderbliche Wirkung des Wertsteuer—
systems ist noch nicht abgeschlossen, aber schon jetzt aus der
Statistik der Tabakberufsgenossenschaft nachweisbar. Die mitt—
leren und kleineren Betriebe haben im Osten und Nordwesten
Deutschlands den größten Anteil an der Gesamtindustrie. Im
Bezirke J der Tabakberufsgenossenschaft (Ostdeutschland, ein—
schließlich Berlin) wurden gegen das Jahr 1910 im Jahre 1911
weniger nachgewiesen 40 versicherungspflichtige Betriebe, da—
gegen mehr 400 Arbeiter; im Bezirk ĩV (Westfalen, hannover,
Braunschweig und hansastädte) weniger 50 Betriebe, dagegen
nur 34 Arbeiter weniger als 1910; im Bezirke III (Rheinland,
hefsen) weniger 7 Betriebe, dagegen mehr 967 Arbeiter; im
Bezirke 11 (Königreich und Provinz Sachsen und Thüringen) und
im Bezirke V (Baden, Württemberg, Bayern) waren weniger
2 bzw. 14 Betriebe, dagegen 1784 bzw. 3339 Arbeiter mehr
vorhanden als im Jahre 1910. hand in hand mit dieser Um—
wälzung geht auch eine Verschiebung der Standorte der
Zigarrenindustrie vor sich. Da dieselbe kostspieliger Gebäude
oder sonstiger teurer Betriebseinrichtungen nicht bedarf und die
Transportverhältnisse (Frachten) bei dem hochwertigen Material
von untergeordneter Bedeutung sind, dagegen die Arbeitslöhne
2500 der Gestehungskosten betragen, so wurden schon seit einigen
Jahrzehnten die Betriebsstätten immer mehr in industriearme
        <pb n="117" />
        Cändliche Betriebsstätten für Zigarrenfabriken 113
Gegenden mit billigen Arbeitslöhnen verlegt. Das einzige be—
stehende Hindernis, die ziemlich kostspielige Schulung der Ar—
beiter, kann selbstredend von großen kapitalkräftigen Betrieben
leichter überwunden werden, und deshalb ist seit dem Jahre
1910 eine stetig stärkere Verschiebung der Industrie aus dem
hohe Löhne zahlenden nordwestdeutschen Gebiete sowie aus
den größeren Städten nach Thüringen und namentlich nach Süd—
deutschland festzustellen, wo billigere Löhne gezahlt werden.
Wenn der die niedrigsten Löhne zahlende Osten Deutschlands
bisher aus dieser Verschiebung noch keinen Nutzen zog, so liegt
dies wohl an den in andrer Beziehung ungünstigeren Verhält—
nissen. Der stärkste Zuzug findet bisher nach Süddeutschland,
insbesondere nach Baden und angrenzenden Teilen von Württem—
berg und der Pfalz, statt; in diesem Bezirke sind in 1516 Be—
trieben 57 295 versicherungspflichtige, also mehr als ein Drittel
aller Tabakarbeiter beschäftigt. Der Jahresdurchschnittslohn für
Tabakarbeiter stellte sich nach der Lohnstatistik der Tabakberufs—
genossenschaft auf 650 Mark im Jahre 1911, gegen 616 Mark
im Jahre 1910, für die Arbeiter der Sigarrenindustrie allein
auf 600 Mark gegen 587 Mark; er ist also niedriger als für
die meisten andern gewerblichen Arbeiter. Berücksichtigt man
aber, daß die Zigarrenindustrie nicht allein meist in industrie—
arme und auch landwirtschaftlich ungünstige Bezirke eine sonst
nicht vorhandene Quelle für Verdienst bringt, sondern auch keine
Forderungen an körperliche Kraft stellt und daher auch schwäch—
lichen und verkrüppelten Menschen eine Arbeitsgelegenheit schafft,
so ist es verständlich, daß deren Ansiedlung in Gegenden mit
ungünstigen Erwerbsverhältnissen gerne gesehen und gefördert
wird. Die in dieser hinsicht außerordentlich segensreiche Wirkung
der Tabakindustrie findet ihren besten Ausdruck in der Schrift
des badischen Fabrikinspektors Wörishoffer), welcher über die
badischen Bezirke schrieb: „Sie alle hatten einen wenig erträg—
lichen Boden, dabei relativ sehr zahlreiche uUnd dazu
sehr arme Bevölkerung, welche durch jährliche Aus—
wanderung einen dürftigen Gleichgewichtszustand herzustellen

1) Wörishoffer, Die soziale Lage der Zigarrenarbeiter im Großherzog—
tum Baden. Karlsruhe 1889.
Anus 416: Wolf, Der Tabak. 2. Hufl.
        <pb n="118" />
        114 Der Tabak in der deutschen Kriegswirtschaft
suchte, und bei ihren sandigen und kiesigen Feldern in jedem nur
etwas trocknen Jahre einer Mißernte und in Ermange—
lung jeder andern hilfsquelle der nackten Not
ausgesetzt war. Ein solcher Geldverdienst (wie ihn nämlich
die Zigarrenindustrie brachte) ist gerade in diesen Gegenden bei
der geringen Ertragsfähigkeit des Bodens für den landwirtschaft
lichen Betrieb selbst notwendig.“
X.Der Tabalin der deutschen Kriegswirtschaft.
Schon in den ersten Tagen nach Eintritt des Kriegszustandes,
im August 1914, wurde auf Anregung einiger Tabakindustriellen
in Vereinbarung mit dem Kriegsministerium die „Deutsche
Zentrale für Kriegslieferungen von Tabakfa—
brikaten“ mit dem Sitze in Minden i. Westf. gegründet.
Der Z3weck dieser Gesellschaft war, die Lieferung des gesamten
heeresbedarfs an Tabakwaren durch eine Stelle auszuführen
und an dieser Lieferung alle hersteller von Tabakwaren zu
beteiligen. Maßgebend für die höhe der Beteiligung der ein—
zelnen hersteller war deren Produktionsmenge während des
Jahres 1913. Eine straffe Organisation und strenge Vorschriften
hinsichtlich der Qualität der Fabrikate sowie deren Preisberech—
nung hatte den vorzüglichen Erfolg, daß unter UAusschaltung
jedes Swischengewinnes dem heere einwandfreie Tabakwaren zu
mäßigen Preisen zugeführt wurden. Die Kontrolle wurde ehren—
amtlich von Tabakindustriellen ausgeübt, und wurden die her—
vorragenden Leistungen der Organisation von der heeresver—
waltung in der Folge als mustergültig anerkannt. Von dem
Umfange der Lieferungen erhält man einen Begriff, wenn fest—
gestellt wird, daß im späteren Verlaufe des Krieges drei Viertel
der gesamten deutschen Produktion nur für heeresbedarf bereit—
gestellt wurden.
Mit der längeren Dauer des Krieges und insbesondere infolge
der durch die feindlichen Mächte bewirkten Sperrung der Zufuhr
von ausländischem Rohtabak machte sich allmählich eine Knapp—
heit im Rohmaterial mit allen üblen Begleiterscheinungen, wie
Kettenhandel und entsprechende wilde Preistreibereien bemerk—
bar. Dies führte dazu, daß im August 1916 die private Einfuhr
von ausländischem und der freie handel in inländischem Roh—
        <pb n="119" />
        Organe der deutschen Kriegswirtschaft —115
tabak untersagt und durch Bundesrats-Perordnung die gesamte
Bewirtschaftung des Verkehrs in RKohtabak der „Deutschen
Tabakhandelsgesellschaft von 1916 m. b. h. in
Bremen“ bzw. für inländischen Rohtabak deren Tochtergesell—
schaft in Mannheim übertragen wurde. In diesen Gesell—
schaften, welche durch Vertreter des Cabakbaues, Tabakimportes,
Tabakhandels und der Tabakverarbeiter geleitet werden, ist auch
die vorher genannte Zentrale für Kriegslieferungen, ferner die
Reichsbehörde durch Kommissare des Reichsamtes des Innern
und des Reichsschatzamtes vertreten. Unmittelbar nach ihrer
GHründung forderte die Gesellschaft von allen Tabakhändlern
und -verarbeitern statistische Nachweisungen über ihre Tabak—
vorräte sowie über die von ihnen während einer genau bezeich—
neten früheren Periode bearbeiteten Mengen ein. Diese Nach—
weise, welche später geprüft wurden, dienten als Maßstab für
diejenigen Mengen, die dem einzelnen Gewerbetreibenden in
der Folge als Bedarf anerkannt und durch Vermittlung des
Tabakhandels zugewiesen wurden. Als die Zufuhren aus über—
seeischen Ländern infolge mangelnden Schiffsraumes immer ge—
ringer wurden, und gleichzeitig der Druck der feindlichen Mächte
auf das neutrale Ausland zwecks Verhinderung der Ausfuhr
nach Deutschland sich mit Erfolg verstärkte, war man zu einer
Verminderung der kontingentmäßigen Verarbeitungsmengen ge—
zwungen. Diese wurden in kurzen zeitlichen 3wischenräumen bis
auf 40 v. h. der ursprünglichen Kontingentmengen herabgesetzt.
Ferner wurde in stetig steigendem Umfange der Ersatz von aus—
ländischem Tabak durch deutschen Cabak vorgeschrieben. Für die
herstellung von Rauchtaback und Sigaretten wurden ferner
Hhopfen und andere Pflanzenblätter als Streckungsmittel zuge—
lassen. Nach den neueren Berichten kann erwartet werden, daß
die herstellung von Tabakwaren in dem jetzigen Umfange bis
mindestens Ende des Jahres 1918 durch die noch zur Verfügung
stehenden Tabakvorräte gedeckt ist.

XI. DdDie hygiene des Tabakgenusses.
Die beruhigende Wirkung des Tabakgenusses, speziell des
Tabakrauchens wurde schon sehr früh erkannt; dies geht u. a.
aus einem Berichte des Spaniers Ovbiedo hervor, welcher als
        <pb n="120" />
        116 hngiene des Tabaks
Beamter von 1513-1519 in der Kolonie Terra firma tätig
war. Oviedo schreibt, daß viele spanische Cinwanderer Tabak
rauchen, um die Schmerzen zu betäuben, welche ihnen die Lust—
seuche verursache; er berichtet auch, daß die Indianer die grünen
Tabakblätter als Wundkraut schätzen. Als solches rühmt den
Tabak auch Nicolo Monardes, Lehrer der Medizin an der Uni—
versität Sevilla in einem medizinischen Werke (1566). Er emp—
fiehlt frische Tabakblätter als Wundkraut, Tabaksalben gegen
offene Geschwüre, Tabaksaft in kleinen Mengen gegen Würmer
und warm aufgelegte, frische Tabakblätter gegen Kopfweh,
Magenkrampf und Gicht. Heute erscheint der Wert der letztern
Verwendungsart wohl recht zweifelhaft, die Anwendung als
Wundkraut aber eher verständlich; denn die desinfizierende
Wirkung des Tabaks ist bekannt. Es ist notorisch, daß Tabak—
raucher und -kauer nur äußerst selten an Krankheiten der Sähne
und der Mundhöhle leiden, bei welchen Fäulniserreger als
Krankheitskeime in Frage kommen. Die einerseits stimulierende,
anderseits beruhigende Wirkung des Tabakgenusses wird auch von
der modernen Medizin anerkannt, wenngleich eine exakte Erklä—
rung für das Zustandekommen dieser Wirkung bisher noch nicht
gefunden wurde. Dr. Bresler, ein Arzt, der sich mit der hygiene
des Tabaks sehr eingehend beschäftigte, stellt folgende Theorie
auf. Während der Tätigkeit des Gehirns bilden sich in dem—
selben gewisse, als Schlacken zu bezeichnende Stoffe, deren An—
häufung ein Gefühl der Ermüdung verursacht. Diese Stoffe
gehen nun mit den wirksamen Substanzen des Tabaks eine
chemische Verbindung ein, deren Produkt schneller aus dem
Rörper ausgeschieden wird als die Urstoffe selbst. Daraus ließe
sich folgern, daß die Neigung zum Tabakgenusse aus dem Be—
ftreben entstehe, Gefühle der Ermüdung und Unlust zu beseitigen.
Die im gegenwärtigen Kriege gesammelten Erfahrungen geben
dieser Folgerung eine wirksame Stütze insofern, als die im
Felde stehenden Soldaten fast ausnahmslos leidenschaftliche
Raucher geworden sind. Diese Tatsache aber kann wohl aus—
reichend damit erklärt werden, daß die Soldaten den unbe—
wußten Drang fühlen, die infolge aller Erregungen gerade bei
ihnen wohl besonders starken Ansammlungen der Ermüdungs—
produkte baldigst zu beseitigen. In dieser Beziehung hat der Tabak—
        <pb n="121" />
        Wirkungen des Tabakgenusses 117
mit dem Alkoholgenuß manches gemeinsam, ist aber von dem
letztern in seiner Wirkung insofern grundverschieden, als der
Taͤbakgenuß niemals einen Rausch „bis zur Bewußtlosigkeit“
im Gefolge hat. Infolgedessen ist jeder in der Lage, die un—
mittelbare Wirkung zu kontrollieren und den Genuß einzustellen,
wenn unangenehme Folgen verspürt werden. Es erübrigt sich
wohl, im Kahmen dieser Darstellung auf die zahlreichen, von
Medizinern unternommenen Experimente zur Erforschung der
physiologischen und psychologischen Wirkungen des Tabakgenusses
im einzeinen einzugehen, um so eher, als alle Forschungsarbeiten
noch nicht zu einem von der Wissenschaft allgemein anerkannten
Kesultat geführt haben. Alle bisher angestellten Versuche be—
trafen ensweder die chemische Feststellung des gesamten Nikotin⸗
gehaltes von Tabakfabrikaten oder deren Verbrennungsprodukte,
Zder das Studium der phnsiologischen Wirkung des Nikotins,
welches Dersuchstieren (Fröschen, Kaninchen u. a. m.) in flüssiger
Form injiziert wurde. Die VDersuche der letzteren Art ergaben
die relativ brauchbarsten Resultate, insofern die Wirkung un—
mittelbar und mit ziemlicher Zuverlässigkeit festgestellt werden
konnte. Es erscheint fraglich, ob die beim Rauchen entstehenden
wirkungen auf den menschlichen Körper nur dem Nikotin zuzu⸗
schreiben sind, denn neben dem nikotin werden auch die übrigen
Verbrennungsprodukte, welche jedem Ppflanzenstoffe eigen sind,
in den Organismus eingeführt, also Kohlenoxyd, Schwefelwasser⸗
stoff und andre Gase. Diese Ansicht erhält eine Stütze durch die
Beobachtung, daß bei Leuten, welche regelmäßig Tabak kauen,
nur in seltenen Fällen hierguf zu begründende bedenkliche Stö—
rungen des Befindens festgestellt wurden, trotzdem der Kautabak
doch weitaus den größten Nikotingehalt hat. Allerdings ist hier
zu berücksichtigen, was bereits in dem Abschnitt über die Kau—
labakfabrikation erwähnt wurde, daß die. Konsumenten von
Kautabak zum weitaus überwiegenden Ceile Berufsklassen an—
gehören, welche sich meist im Sreien aufhalten und in ihrer
Arbeit eine intensive Körperbewegung entwickeln müssen, so
daß bei ihnen ein sehr reger Stoffwechsel stattfindet. Mit dieser
Erwägung ergeben sich auch diejenigen Bedingungen, unter
welchen ein selbst relativ stärkerer Tabakgenuß absolut nicht
schädlich ist, während anderseits veränderte Cebensbedingungen
        <pb n="122" />
        118 Hygiene des Tabaks
entsprechende ünderungen im Tabakgenusse erfordern. Die dem
letztern so häufig nachgesagten üblen Folgeerscheinungen haben
erfahrungsgemäß auch nur selten ihre einzige Ursache im Tabak—
zgenusse. Vielmehr geben andre Umstände, wie z. B. die mannig—
fachen Störungen des Organismus infolge andrer Krankheiten,
ferner starker Alkoholgenuß und unregelmäßige und unmäßige
Lebensweise, den Nährboden für die nachteiligen Folgen des
Tabakgenusses. Diese treten in verschiedenen Formen auf und
sind hinsichtlich der Ursache in zwei Klassen zu unterscheiden.
Die beim Rauchen entstehenden Verbrennungsprodukte, Kohlen—
oxyd, Ammoniak u. a. m. reizen die Schleimhäute der Mund—
höhle und verursachen bei übermäßigem Kauchen Rachenkatarrh
und ähnliche Erscheinungen. Das namentlich von Zigaretten—
rauchern vielfach geübte Inhalieren, d. h. das Einziehen des
Kauches in die inneren Atmungs- oder Verdauungsorgane, muß
vom hygienischen Standpunkte als Unfug bezeichnet werden,
denn abgesehen davon, daß die Rauchwirkung auf die einer
direkten Durchlüftung unzugänglichen Körperteile viel zu inten—
siv ist, werden häufig mit dem Rauche auch kleine Teilchen von
Tabak eingesogen, die nur allmählich wieder ausgeschieden wer—
den. Unabhängig von diesen sind die Wirkungen des Nikotins,
welches bei jeder Form des Tabakgenusses in den Körper aufge—
nommen wird. Dieses bewirkt chronische Vergiftungen der Art
wie die meisten Alkalodide. Am häufigsten werden bemerkt:
Störungen der herztätigkeit, unregelmäßige Verdauung und
bermindertes Sehvermögen bzw. Unterbrechungen desselben. In
akuten Fällen treten Erbrechen, Durchfall und Ohnmachten auf.)
Don verschiedenen Seiten wurde versucht, unerwünschte Folgen
dadurch zu vermindern, daß man dem Tabak das Nikotin zu
einem möglichst großen Teile entzog oder dasselbe durch Im—
prägnieren der Blätter mit anderen pflanzlichen Auszügen neu—
tralisierte oder den Tabakrauch durch präparierte Wattepfropfen,
in die Spitze der Zigarren oder in die Pfeifen eingesetzt, vor
dem Eintritte in die Mundhöhle hindurchgehen ließ. Alle diefe
Dersuche werden aber sowohl von den Fachleuten der Tabak—
ndustrie als auch von dem größten Teile der Tabakraucher für

1) Val. Schmiedeberg, Arzneimittel und Genußmittel (ANnuG Bd. 363).
        <pb n="123" />
        Regeln für den Tabakgenuß 119
unzulänglich gehalten, und die nach den verschiedenen Methoden
hergestellten Fabrikate finden eine verhältnismäßig geringe
Beachtung. Es dürfte demnach genügen, wenn folgende Kegefn
beobachtet werden: Der Tabakgenuß ist zu meiden von Jugend—
lichen, deren körperliche Entwicklung noch nicht vollendet ist,
sowie von schwächlichen Menschen oder solchen, deren organische
Funktionen durch Krankheit gestört sind. Gesunde Menschen
sollen den Tabakgenuß meiden, bevor eine genügende Aufnahme
von Nahrung stattgefunden hat, sowie unmittelbar vor der Nacht—
ruhe und bei lebhafter Körperbewegung (märschen, Schlittschuh—
laufen usw.). Von ärztlicher Seite wird auch empfohlen, in
Abständen von 4-55 Tagen einen rauchfreien Tag einzuschalten.
Das Maß des Tabakgenusses hat jeder seiner eigenen Körper—
beschaffenheit, der Cebensweise und seinem Befinden anzupassen.
Medizinische Mittel gegen die Wirkungen des Nikotins sind bis—
—00
nach oben angegebenen Regeln leicht vermeidlichen Nikotin—
vergiftung, wenn der Patient den Tabakgenuß für einige Zeit
einstellt und durch ausgiebigen Aufenthalt in freier Luft und
andere Mittel den organischen Stoffwechsel fördert, bei welchem
dann das Nikotin bald ausgeschieden wird.
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        ßng

 wissenschaftlic
n4

nemeino
——

Verzeichnis der bisher erschienenen Bände innerchalb der Wyjsenschaften alphabetisch georonet
Werke. die mehrere Bände umfassen, auch in einem Band gebunden erhältlich

F. Meligion, Philosophiet und Piycholagie.
üsthetit. Von Prof. Dr. R. Hamann.Jeiuiten, Die. Eine histor. Skizze. Von
2. Aufl. —
— Einsührung in die Geichichte der ã. Icus. Vrroe und Dichtung im Leben
——— —A— 4 — cheggarie an)
ünfaaben u. Ziest d. Renichenlebens. Von — Die Gleichnifsse Jsa. Zugleich An—
rof Dreg. ünbide t ä9 lestung zum duetteumäßigen Verstäud⸗
bergson Henri, der Philosoph mydernet Broß h. I;
—J I — J — hrüntche fiehe Relid 16
Badotja. Lrben u. Lehre d, Buddha. Von Kuant. — ———— und Wür⸗
2 Dr. 3 * * e ae gr e 95 —
ei bpon , Vrof. Dr.. O. Lüdegs Ausl. hrsg. d. Prof. Dr. A. e s.sex.
p u. ef vn 5 Fonie — GBd. 146.)
alvin, Jöhnun. Von, Pfarrer, DeeG. So⸗ dche s. Saat u Kirche,
deur. * 1.Bisduis. 2.Auff. GGB. 247.) Rriminalpnchalogie s. Bsiuchologie d. Ver⸗
n entan 8 dg Apetar oy
B. Broj. ODr. J. Gef en. 2. A. 3. 54.) Lebens ans geuns. Sütliche 8.
—, Vom Urchristentum 3. Katholizismus. egoe Beglelen, Hume. Die ghoßen engl.
V. Iergf. Dre v Fee v. Spahben, 699) Philos. Von Oberlehrer De.P. Thore
Shristentum und Weltgeschichte seit der ngueg, Bd. 481.)
Von We eet 8 rnndein d. L. Von e 9
Se. Bde. Bd. 2097. 298. rau. Bd. 637.
— iiehe Jesus. Mystik im ere uther. Martin L. u. d. deutsche nsor!
Elheft. Srindzuge der E Mit des Birück- matian. Von Prof. DBr. W. Köhler.
hinung bebnagog. Brobleuu VBon 2Amni wit Budnis Suthers Bo3155
n aeages. Boßgdi) xs'auch Vomn zu Biamarch Abit 1y.
— sA Nefg. u. Ziese, Serualethit, Siutl. Nechanit d, Geisteltbens. Die. V.Gehl
—— ——3 see t rat duitt i eaeh
Freimaurerei, Die. Ei ünführung ia iß Ve 24. — ig. d. 206.
atdit B— Missien, Die evangelsche. — Ar⸗
Heh. Rot Ar 8* I5— * —— Deeeeuder Stand. her
Goh. Archipvrat Dr. G. huster. 3 S. Bau — Bod. 446.
63 e ieß du a46⸗ Muystit in Ot dentum u. Curstentum V.Prof.
Grichische Retigion fiehe Neligion. n n de enzum n ur itpenz Feet
ogrnizriftenbrurtezlung. Die. Eine Ein- ourchges eren re 'n
ührung in die Kinchol, d. Handichreft. —6 Bo. z67.)
VB. P S — e A ANnba ———
— Mythotogie. Germanische. Von Ni Vr.
Piit 51 Handichriftennachbid. T. n. d ine n n. ge
de dednee hhed Auil. Gd. 314.) Naturphilosophie. Die moderne. BPrivi⸗
S doz. Brigi verwpepein:. Gd. 491)
Hellenistische Religion siehe Religion. palantina' dub jene Geschichte. 3 3857f
——— und Leben. Von Pastor hrs grih b. Soben. 3. Aufi. Mit
—8 2. Aufl. Mit e 2 Kart. 3 un n “ 6
Herbarts. 164.. — P. u. s. Kultur in 53 Jahrtansenden.
Hume siehe Locke, Berkeley, Hume. — Nach d. neuest. Ausgrabgn. u. Forschgn.
Hhpuotismus und Suaggrstion. Von De.! bargest. von Prof. Pr. F Thomen,
E. Trömnmer. 8. Aufl. Gd. 198.) 2. neubearb. Aufl. M. 87 Abb. (260.)
e) Hierzu Teuerungszuschläge des Verlaas und der Buchhaudlungen.
ARusß V. 18. 400 7

8
        <pb n="125" />
        Jeder Band geheftet m.120 Aus atur und Geisteswelt Jeder Band gebunden M. 150
derzeichnis der bisher erschienenen Bände innerhalb der Wissenschaften alphabetisch geordnet
ßaulus, Der Abpostel, u. sein Werk. Byn
Prof. Dr. E Bislcher. (Bdb. 309)
Bhitosorhie, Die. Einführ. in d. Wilsengschaft,
 ihr Wesen u. ihre Probleme, V.
Oberrealschuldir. H. Richert. 8. Aufl.
Bd. 186.)
— Einführung in die Ph. Von Prof.
Dr. R.Richter. 4.Aufl. von Vriy.
Doz. Dr. M. Brahn—; GBd. 1565,
— SFauhrende Denter. Geschichtl. Einleit.
in bie Philosophie. VBon Vrof, Dr, 5
E o n. . ANuft Nit JBildn. GBd. 176
—. Die Fo d. Segepm in Deutschland.
V. Prof. Dr. O Katpe; 6 Aufi. (41)
* Fnicherohes Wörterbuch. V. Ober⸗
lehrer Dr. P. Thormeyér. 2. Ausl,
Bd. 520.)
doetik. VBon Dr. R. Müller-Freitcen;
fels. Bd. 460.)
zsychologit. Finführ i. d. * Sroß De,
Ehvon Afster. Mit 4 Abb (Gd 402.)
— Pinrchologie d. Kindes. B. Prof Dr, R
Gaͤrn'g p. 4. Aufl,M, 17,Abb. 2183,214)
ABsrrhol⸗egiend. Berbrechers. Kriminaloscho.)
 V. Strafanffaltsdir. Dr. med. P.
g Alufl, Mb Diggr Bdo. 248
Einfuͤhrung in die exprriment. Psn cho⸗
odie. Von Prof. Dr. N. Brauns;
hausen. Mit 17Abb, i. T. (Bd. 434.)
.auch Handischristen beurteilg, Hypuo⸗
bomus u Sugg., Mechgnik d,Geistesleb.,
————
Vererb., Willensfrriheit; Panaa. Adt. II.
geformutien fiehe Calsin, Luther.
neligion, Die Stelluug der R. im Geistesieben.
 Von Kounfistotialrat Lic. Dr. B.
Ddalweit. 2. Aufl. (Bd. 225.)
Kiclig un. Philssophie im alten Oriçut.
Von wProf. BriE. vpon Astex. ud. 5214.
Einfahrung in dit algg. R. Geschichte.
Von, Prof. P. Dr. K. Beth. Bo. 638.)
—Die Religion der Sriechen, Bon Wrof,
DrE.S a mer. M. Bilderanh. Wd. 457.)
— HSelsenistischerom. Religiausges. Bon
Hospredig. Io. A. Jacobp· IBd, 384)
—Die Grundzutge der jsrael Neliginnsgeschichte.
 Von Brof, Dr. Fr. Giete,
brecht. 3. Aufl. Von Vrof. Ur. A.
Bertholet. (Bd. 52.)
—Reiiglon u. Naturwissensch. in Kaumpf
u. Frieden. Ein geschichtl. Rückbl. Von
Pfarrer De. A. Pfaunkuche. 2. Aufl.
Bd. 141.)
— Die relig. Strömungen der Gegen—
wart. Von Supeintendent D. AH.
Braagch. 3. Aufl, 6Gdo E6)
— j. a. 33 Buddha, Calvin, Christen⸗
tum, Luther.

Roufsean. Von Vrof. Dr. P. Hensfel,
2. Aufl. Mit Bildnis. 6Gso. 180)
—A00
s. Bedeuta. B, Oberrealschuldir. H. Ri—
chers. 3, Aufl. Mit 1Bildnis. Gd. 81.)
Serle des Venichen, Dir. Von Ech. Rat
Prof. Dr. J. Rehmke. 4. Aufl. Gd. 36)
AAfiehe auch Pigchologie.
sexualethil. Von Prof. Dr. H.E . Ta3
merdigg. Bd. 552.)
Sinne d. Menschen, D. Sinnesorgane und
Sinnesempfindungen. Von Hofrat Prof.
DAr. J. F. Kreibiag. 3. vexrbesserte
Aufl., Mit 30 Abb. Bd. 27.)
Sittl. Lebeusanschauungen d. Genenwart.
Von Geh. Kirchenrat Brof. D. O. Kirn.
Aufl. durchaes. von Prof. D, Dr, O,
Stephom— GBd. 177.1
7 s. a. Ethik, Serualechit.
Sbpenrer, Oerbert. Von Dr. K. Schwarze.
Mit 1Vildnis. Bd 245.)
Staut und Kirche in ihrem gegenseitigen
Verhältnis seit der Reformatinit. Son
astor Dr. A. Pfannfuche. GBd. 455.)
Sterruglaube und Sterudeutung. Die Ge—
schichte u. d. Wesen der Astrologie. Unter
Mitw. von Geh. Rat Vrof, Dr. K.
Zezold darsszstellt von Geh. Hofrat
Prof. Dr. Fr. Boll. Mit J Sterntacte
u. 20 Abh. Bdb. 638.)
Zuggestian s. Hypnotismus.
Taanient. Das Alte, seine Geschichte und
Bedeutung. Bon Prol. De. g Thonm,
seg. Boaos.)
— Neues. Der Text d. N. T. nach sener
geichichtl. Futwickt. Boun Div Pfarrcer
. Bott. Vit Taf. AAufl. B1343
Thestoagie. Einfüärung in die Trologie.
Von Pastor M. Cornils. Gd. 317.)
irchristentum siehe Ghristentum,
beranlagung u. Vererbung, Seistige. V.
Dr. in et med. G. SsSmmer. VBodo. 512.
Beltauschaunung, Griechtsche. Von Vcof.
Pr. M Wundt. 2. Aufs. GBd. 329)
Beltanischanungen, D. d. grotz. Philgianhen
der Reuüzeit. Von Prof. Dr. B. Busse.
z. Aufl. hrsg. v. Geh. Hofrat Prof. He.
R. Falckenberg. (Bd. 56)
Seltentstehung. Entsieh. d. W. u. d. Erde
nach Sage u. Wissenschaft. Bon Tyrh Dr.
M. B. Weinstein. 2. Aufl. (Bb. 223.)
Weltuntergang. Untergang der Velt und
der Erde ngch Sage und Wissenschaft. V.
Prof. Dr. M.B. Weinstein. (Bd. 470.)
Willensfreiheit. Das Problem der W. Von
Prof. Dr. G. F. Liphps. Gd, 333.)
DF. a. Ethik, Mechan. d. Geistesleb. Psychol.

IT. Pädegegike
Amerikanisches Bildungswesen siebe Techn.
Hochschulen, Universitäten.
ßcrufswahl. Degahnen u. Arbeitsleistung
in ihren gegenseitigen Beziehungen. Von
W. J. Ruttmann. M.7 Abb. 683833

49smesen.

dungswesen, D. deutsche, in J geschicht⸗
qheu Entwiclung. Von Prof. Ur. Fr.
Auhe n. 83 AuflBon Brof, Or, 8
Mt a n ch. M. Bildn VBaulfens. GBd. 100.
fs. auch Volisbildungswesen.
        <pb n="126" />
        5

7
55

]

Jeder Band geheftet m.1. 20 Aus aeeir und Geisteswelt Jeder Band gebunden M. 1.50
Keligion u. Philosophie, Pädagogik u. Bildungswesen, Sprache, Literatur, Bildende AUunst u. Mufit
erziehung. E. zur Arbeit. Von Prof. De.
Edo Lehmann. Bd. 459)
—. Deutiche E. in Haus u. Schule. Bon
—
A. iehe auch Grostadtpadagogit
Fortbildunge smulwesen, das deulsche. Von
Dir. Dc. F Schitting. —EA
Fröbel, Frirdrichh, Von De. Joh pron,
ker. Mit 1 Tafel. Bd. 82.)
Brostßadtpadagogit. V. Rektor J. Tewö.
Gd. 327.)
Aebe Erzieh Schulkämpfe d, Gegenw.
— — Die. Eine Ein⸗
vng in die d —————
rof. Pr. &amp;amp; Scbneidemu hlee Mif
51 Handschriftennachbildes Tu. 1Taf.
2., durchges. u. erw. dluft. Gd.314)
drbarts VLehren, unh Lerben, Von, Pandi
O. Flügel. 2. Auft. Rit 1Bildnis
Herbarts. Bd164)
bilss schulwesen. Vom. Von Rektor Dr s
Macunel. GBd. 73.)
de . Techn. Hochschulen u Unip
Jugenduftege. Von Fortbildungsschülseh—
zrer B.Wiemann. GBod. 434)
eibegübungen siehe Abt. V.
Vizochensch ie, D. höhere, in Deutichtand.
B. Oberlebrerin M. Martin (Bo65)
Nitteischuse . Volteu. Riilelschufe.
badagegik, Aligemeine. Von Wof. Dr.
Th Ziegler, A.Aufl, Bd. 33)
—.Szberimentelle B. mit bes. Ruafstchi
auf die Exzieh. durch die Tat. Von De W.
A. Lay. B3. verb. Aufs. Mit, Fet
abhildungen. (Bd. 224.)
scErzieh., Großstadtpäd., Handschrif—
tenbeurkteislung, Piychol, Veranlage u.
Vererb. Abt. I.

Vestalozat. Leben und Inen Von 95.
Reg. at Prof. Pr. P. Ratorde 3. Ausl.
Mit Bildn u. I Vietaltimitg GBbd. 250)
Anusecp Von, Prof. DPr. P. Senfsei.
2 Mit1 Sisdnis. Gd. 180)
s„chule sirhe Forthildungs⸗ Hilfsschulwefe
Techn. Hoch⸗ Mädch, Volksschule, üniv.
S„chulhgiene. Von Prof. Dr. S Bur—
gerstein. 8. —— M. 83818 Bd. 96.)
Schulkämofe der Gegeuwart. Von Rektor
J. Tew 3. 2. Aufl. Bd. 111.
Eiehe —— Großstadtpad.
Sstudent. Der singer von 1409 bis
909. Bon Dr. W. Bruchmüller.
Mit 25 Abb. Bd. 278)
Studenteutum Geschichte des dentschhen St.
Von Dr. B,Bruch mulfler. Go. 47731
Techn. Hochschulen in Nordamerista. VBon
Geh. Reg. RNat Prof. Dr. S. Mäülser.
M. Zahlx. Abb., Karte u- Sagepl. (190)
inivrrsitat, Uber Universitäten u. üni⸗
vperfitätgstud. B. Prof. Dr. Th. zieg
—
- Die amerstanische U. B. Prof Puebh.
E. D. Perry. Mit, 22 Abb. Bd. 206.
Iuterrichtzwestiu. Das dentsche, der Fegen⸗
murt. Von Geh. Studientat Oberreaischuldir.
 Dr. K. Knabe. Bd. 299.)
Bollisbildungzmesen. Das moderne. Won
Stadtbibl. De. G. Fritz. Mit 14 ANbb.e
Bd. 286)
Bolks⸗ uund Mittelschule, Die preutzsae.
Entwicklung und, Ziele. Von Geh Reg
u Schulrat Pr. Sachse. Bod. 432)
zZrichenknust. Der Weg zur 8. Ein Büch⸗
sein für theoretische u praktische Setbfibildung.
 Bon Dr. E Weher. 2Aüfl.
Mit 81 Abb. und 1 Farbtaf. Bd. 430)

7. Suvrache. Literatur, Blsdend
Architektur, fiehe Baukunst und Renaislancearchiteklur.

üithetik. Von Prof. Dr. N. Hamannn.
2. Aufl. GBod. 315.)
— siehe auch Poelik u. Abt. J.
Baukunst. Deutsche B. im Mittelolter.
Von Geh. Reg⸗tat Brof. Dr. A. Mat
thaei. J. Vou d. Auf. 6. 3. Ausgang d.
roman. Baukunst. 4. Aufl. Mit 42 Abb.
i. T.u. guf I1, Voppeltaset. I. Gotif u.
„Spätgotik“. 4. Aufl. Mit zahlr. Abb.
GBd. 859.)
Deutiche Baukunst seit d. Mittelalter
b. z. Ausgd. d. 18. Jahrh. Rengaifiguce,
Barock, Roͤkoko. Von Geh. Keg.Rat. Prof.
Ar. Matthaei. 2. Aufl. Mit Abb. u.
Tafeln. Bde 3826.)
— Deutsche B. im 18. Jahrh. Von Geh.
RegRat Prof. Dr. A. Matthaci. Mit
35 Abb. (Bd. 453.)
— siehe auch Renaissancearchiteltur.
beerthoven siehe Hahdn.

ä ιιν

Mirftꝑ.

Bildende Kunst, Bau und Leben der b. K.
Von Dir. Prof, Dr. Th. Volbehr.
23 Aufl. Mit 44 Abb. 6Gd 68)
— fiche, auch Bautunfst, Griech Kumt,
Impresstonismus, Kunst, Maler, Ma—
lerei, Stile.
Hjörnson siehe Ibsen.
Buch. Wie ein Buch entsteht siehe Abt. VI.
— j. auch Schrift⸗ u. Buchwesen Abt. IV.
detorative Kunst des Altertums, die.
Von Dr. Fr. BVoutsen. Mit IIa Aob.
Bd. 454)
deutsch siehe Baulunst, Drama, Frauen⸗
dichtung, Heldensage Kunst, Literatur Syrit,
 Maler, Malerei‚Perfonennamen, Ko⸗
mantik, Sprache, Volkslied, Vollssage.
Drama, Das. Von Dr. B. Busise. Mit
3Abb. 3Bde. J: Von d. Antile 3 franz
Klassizismus. 2. Aufl, neubearb. von
OAberl. Dr. Niedlich, Prof. Dr. R.
Immelmanng u. Prof. Dr. Gfaser.
4: Von Versgilles bis Weimar. II: Von
»er Romantik zur Gegenwart.
Bd. 287/289.)
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        Jeder Band geheftet m. 120 Aus Naftur und Geisteswelt Jeder Band gebunden M. i. so
Derzeichnis der bisher erschtenenen Bände innerhalb der Wissenschaften alphabettjch geordnet
Drama. D. dische. D. d. 19. Jahrh. JIAs-—66
 Iaub
A Aust vVi, Silpn. Hebbels Bde51.)
Ssiehe auch Grillparzer, Hauptmann,
Hebbe Ibsen, Leising Literatur, Schiler.
 Shateipeare, Thegter,
Duͤrer. Albrecht. B. Vrof. Dr. R. Wust⸗
anenuflt. bon Geh. Reg Rat
Prof Pr. A Mattbhaei. Mit Titelb.
u. zahlr. Abbildungen. Bd. 97.)
Franzoͤsisch siehe Roman-Frauendichtung
 Geschichte der deutschen F.
sein 1800. Von, Dr. H. Spiee Mit
3Biiduissen auf 1 Tasel. Bd. 390.)
Fremdworttunde. Von De. Elifse Risch;
ter. Bd. 570.)
aͤrtenkunst siehe Abt. VJ.
Iee embdie, dit. B, GehRat. Prok
hr. brte. M. Titelb. u. 2 Taf. (400.)
Zriechische Kunst. Die Blüttzeit der g. K.
jim Spiegel der Reliefsarkzohage. Eine
Fni de griech Blastit. V.Prauf. Dr. H.
Weachler RA. M zahlr. Abb. (272.)
—Lffieße auch Deforative Kunit,
Friech iche Tragodie, Die. Von Prof. De.
Gestden: Mit. sAbb. i. 8 u. auf
Nraͤfel. —
Anntger Franz. Der Mann un d Wer!
rol hbre Kleinberg. M, Bildu
gdrun jiehe Nihbelungenlied, i(Bd. 313.
darmonielehre. Von Dr. 8. Schols
GBd. 5360.)
darmonium Tastennstrum.
da nann, Gervart. v.Pros. Dr. G. Sulger
 Gebing. Mit 1Bildn. 2. verb.
ů. verm. Auil, (Bd. 283.)
baudite Mozart. Beethopen. Vem Bgof,
——— —192.)
debbel, Friedrich, Von Geg Hofrat Frof.
. Waltbet. Di. TButbn, Ayit,
(Bd. 408
deldensage, Die germanische. Von Dr, J.
WeBruinigt, Gd. 486.)
Nyiehe auch Volkssage.
domerijche Dichtung, Die. Von Rektor
Dr. GFinsler. Bd. 496.)
Ibjsen. Bsoͤrnson u.tj. ZLeitgenossen. VBon
Prof. Vr. BoKahle., Z Aufl. p..Or, .
Ho bir gen sern. MiFBisdn. GBo. 103.)
Fupresftonis mus. Die Maser des J. Von
Proie Dr B. Lazar. Mit 32 Abb. u.
T. saub. Talel Bd 395.)
Instrumente s. Tasten instrum. Orchester.
FKlavier, siene Tasteninstrzumente.
omödir siehe Griech Komsödie.
ünst. Das Wesen ber deuischen bilden—
den K. Von Geh. Rat Vrof, Dr. H.
Theed.e; ——
— eutiche F. im agl. Leben bis zum
Schinsse d. 18. Jahrh. V. Broß, Dr, B.
Sgdendge., Mif, 63 Abh. Bdo 198)
— j. a. Baut., Bild., Dekor.Griech. K.:
Pompeii. Stile: Gartenk. Abt. VI.
dunstuftege in Hans und Heimat. Von
Superint. R. Burkner. 8. Aufl. Mit
20 Abb. Bd. 77

Lessing. Von De. Ch. Schrem. ‚WMit
einem Bildnis. Bb 403.)
Literatur, Entwickt. der deutsch Le. seit
Goethes Tod. V. ODr. W. Brecht. 695.)
Lyrik. Geschichte d. deutich, L. J Claudius.
VBDr o Spiero Aufl. Bd. 254.)
—siehe auch Frauendichtung, Literatur—
Minnejang, I J
MNaler, Die almentschen, in Sñddeutichland.
 Von . Remiß. Mit 1Abb.i.
Text und eeaen Bd464.1
—F. a. Michelangelo, Impression.
Malerei, Die deutsche, im 19. Jatrh. Von
Prof. Dr.R. Hamann. 2 Bande Tegt.
Baäude mit 57 ganzseitigen und 200
halbieitigen Abb., auch inHalbpexgainentbbe
 zu e 7. — 6Gd. 448 -451.)
— Nicrderländiiche M. im 17. Jahrh. Von
Prof. Dr. B. Janßen. Mit 35 Abb.,
—siehe auch Rembrandt. iBd. 373.)
Märchen s. Vollsmärchen.
Michelangels. Eine Einführung, in das
Verständnis seiner Werke. V. Prof. Dr.
E. Hil debrandt. Mit 44Abb. (392.)
Minnesang. Die Liebe im Liede des deut—
schen Mittelalters. Von Dr. J. W.
Bruinier. Bdo. 404.)
Mozart siehe Haydn.
Vdufik. Die Grundlagen d. Tonkunst. Ver⸗
such eitter eutwicklüngsgesch. Darstell. d
alls. Musiklehre. Von Prof PDr. S
Rietsch. 2. Aufl. Bd. 178)
— Musitglische Kompositionsformen. B.
5. G. Kaltenberg. Band J: Die
zlementar. Tonverbindungen als Grund—
lane d. Harmonielehre. Bd. I; Kontra—
puntlif, u, Formenlehre, (Bd, 412, 113,
— Geschichte der Musik. Von, Dr. A
Einstein. (Bdoa⸗438.
— Beispielsammlung zur älteren Muß!
acschichte. B. Dr. A. Einstein. (439.
— Mufikal. Romantik. Die Blütczeit d. m
RFein Dentichiand. Von Dr. FISgl,
Mit 1 Silhouetie. (Bdi239.
— sarHahdn. Mozart, Beethoven, Cper.
Orchoster. Tatueninstrumente. Waaner
Mythologie. Germanische. Von VBrof. Dr
J. v. Regeleimn. 2 Aufl. (Bd. 95.
— siehe auch Volkssage, Deutsche.
Wesngrnnm Das, u. d. Gudxruu. Vor
Prof. Dr. . J. Rörmner. (Bd. 581.
Niederländische Malerei f. Malerei.
Novelle siehe Roman—
qSLrer, Die moderne. Vom, Tode Wagners
bis zum Weltkeieg (133 — 1911). Bun
Pr. E Istel. Mit 3 Bildn. Gd. 495.
— siehe auch Haydn, Wagnerx.
Orchester. D. Fisumeete d. O. V. Prof
Dr Fr Volbach. M,0 Abb, Bd.384
Das moderne Orchester in seiner, Ent—
wicklung. V. Prof. Dr. Fr. Vol bach, M.
Partiturbeisp. u. Taf. 2. Aufl. (Bd. 808.
Irgel siehe Tasteninstrumente.
bersonennamen, D. deutich. B. Geh. Stu,
dientat A. Bähnisch. 2.A. (Bd. 296
        <pb n="128" />
        530

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M.
984

u⸗
464

Jeder Band geheftet m. 1.20 Aus Natur und Geisteswelt Jeder Band gebunden M. 1.0
sprache, Literatur, Bildende Kunst und Musik — Geschichte, Rulturgeschichte und Geographie

Lerspektive, Grundzüge der P. nebst An—
wendungen. Voun Prof. Dr.K. Doehle
mann. Mit 91 T u. 11Abb. GIOo.)
bhonetit. Einführ. in d. Ph. Wie wir
Prechen. Von Dr. E. Richter. Mit
20 Abb. GBd. 354.)
dhotographie. Die künstlerische. Ihre Ent—
wickla. ihre Probl. ihre Bedeutg. V. Dr.
WeWanrst gt. M. 1Bilderanh. Sd. 410.)
T. . auch Photographie Abt. VI.
Blastik s. Griech e Michelangelo.
bortikt. Von De. R. Muüller-Freienfels.
 Bd. 460.)
Bompeii. Eine hellenist. Stadt in Jta—
lien. Von Prof, Dre Fr. v. Duben.
3. Aufl. M. 62 Abb. i. T. u. auf 74
sowienl Plan. GBd. IIA.d
Vrojektionslehre. In kurzer eede
Darstellung f. Selbstunserr. und Schul—
gebrauch. V. Zeichenl. A. Schudeiskhnp
Mit 208 Fig GBd. 564)
Reiabrandt. Von Brof, Dr. B. Schube
cing., 2. Aufl. Mit 3 Abb. auf 28.Taf.
i. Auh. Bd. 1389
Reugisjancearchitktur in Flelsen Von
De. P. Frane. 2Bde. J. NR. 12 Taf. u.
27 Textabb. II. M. Abb. Bd 381/382.)
Rhetorit. Von Lektor Prof. Dr. E. Geitz
ler. 2. Bde. 2. Aufsl. J. Richtlinien für
die Kunft des Sprechens. II. Deutsche
Redekunst. Bd. 455 456.)
Roman. Der franzöfische Roman und die
Novelle. Ihre Bweshichtz v. d. Anj. b.
z3. Gegenw. Von O, FIgke. Gd.377)
Romantik. Deutiche. V. Geh. Hofrat, Prof.
Pr. O. F. Walzel. 4. Aufl. IJ. Die
Weltanschauung. U. Die dichtung.
Bd. 232233.)
Sage,siehe Heldensage, Mythol. Volkssage.
Schiller. Von Vrof, Dr. Th. Sieglter.
Mit 1Bildn. 3. Aufl. Bodr 74.)
—AR——
rettor E. Heusermann Gd 493)
A seige geit Von Proß. Dr.
E. Siever. M. 3 Abb. 2. Aufl. (185.)

Spracht, Die Haupttypen des weweip
—AV
2. Aufl. v. Proi. Dr. ——— (268.)
— Die deutsche Suracht von heute. Von
Dr. WFischer. Bod. 475.)
— ‚Fremdwortlunde. Von Dr Elifé
Rchee duch Phonetit. Rhet —
— sieéhe au onetik. Rhetorit; ebenso
Sprache u. Stimme Abt,
Sprachstämme, Die, des Erdkreises. Von
Prof Dre N. Find. 2.Aufl. GBb. 267.)
zrachwijsenschaft. Von Prof. Drger,
—A GBdb. 472.)
Stile, Die Entwidlungsgesch. d. St. in der
bild. Kunst. Von Dozent De. E. Cohn⸗-Wienex.
 2 Bde. 2 Aufl J.V. Al—
ertum bis zur Gotik. M. 66 Abb. II,:
Von der Rengaissance bis zur Gegenwart.
Mit 42 Abb. GBdo 3173181
kasten initrumente. Klavier. Orgel. dar—
monium. Das Wesen der Tasteninftru—
mente. V. Prof. OBr. O. Bie. GBd. 325.)
khrater, Das. Schauspielhaus u.-tunst v.
a igert bis auf d. Gegenw. V.Prof.
r. Chrgebder 2A. 188bb. Bo. 230.1
Tragödie s. Griech. Tragödie.
Arheberrecht siehe Abt. VI.
Bolkslied. Das deutsche. Aber Wesen und
Werden d. deutschen Vollsgesanges Von
Dr. J.W Bruinier. b. Aufl(Bd. 7.1
Bolksmärchen. Das deutsche V. Von Pfarrer
 K. Spieß. Bd 587.1
Boltkssage, Die deutsche. Kbersicht dargest,
v. DrO Bödel. 2. Aufl. GBd. 2621]
— siehe auch Heldenfage. Mythologie
Wagner. Das Kunstwert Richard W.s. Von
Dr. E. I stel. M. 1Bildn. 2. Aufl. (330.)
— siehe auch Musikal. Romantit u Oper.
Zeichenkunst. Der Weg 3. 8. Ein Büchlein
für theoretische und praftische Selbstbildung.
 Von, Dr. E Weber. 2. Aufl.
Mis81 Abb. u. TFarbtafel, (Bo. 430)
— f. auch Perspektive, Proiektiouslehre;
Geometr. Zeichnen Abt V.
Zeitunaswesen. V. Dr. H. Diez. Gd. 328.)

IV. Geschihte Gulturgeschichte und Geogranhie.

Alpen, Die. Von H. Reishauer. 2. neub.
Aufl. von Dr. H. Slanar. Mit 26 Abb.
und 2 Karten. (Bd. 276.)
dltertum, Das, im Leben der Segenwart.
VB. Brov.Schul-u Getz. Reg.Rat Prof.
Dr. P. Cauer. 2. Auil. Bd. 3569
Amerika. Gesch. d. Verein. Staaten v. A. V.
Vrofj, Dr. EDacnel. 2.A. BGd. 447)
Ameritaner Die. V. N. M. Butlex. Disch.
v. Pred Dr. W. Tasz30,w sti. Gd. 319)
—. bTechnische, Hochschulen. Univers.
Amerikas Abt. II.
Antite Wirtschaftsgeschichte. V. Priv.Doz.
Dr. O. Neurath. 2. Aufl. (Bd. 258.)
Auntites Leben nach den aguptischen Papuri.
Von, Geh. Vostrat Prof. Dr. Fr.Prei—
sigke. Mit 1 Tafel. Bd. 565.)

Arbeiterbewegung s. Soziale Bewegungen.
Australien und Reusreländ. Land, Leute
und Wirtichaft. Von Vroi. Dr. R.
Schachnaer, Mit 23 Abb. GBd 366)
Babuloniiche stultur, Die, i. Verbreit u. i.
Nachwirtungen auf d. Gegenw. VProf.
Dr.F. C. Seümann⸗Haupt. GBb. 78)
Baltische Provinzen. B. De. BV. Tornius,
3. Aufl. M. 8 Abb. u. ꝰ Kartenst (Bd. 512)
Zauernhaus. Kulturgeschichte des deutschen
B. Von Baurat Dr.Ing. ChrManck.—
2. Aufl. Mit, 70, Abb. Bd. 121
Bauernitand. Gejch. d. dtich. B. B. Vroft.
Dr. H. Gerdes. B., verb. Aufl. Mit
22 Abb. . Text Bd. 320.)
Betgien. Von br. P. Okwald 3. Aufl.
Mit 5 Karten. Bd. 541)
        <pb n="129" />
        Jeder Band geheftet m. n.20 Aus Tatur und Geisteswelt Jeder Band gebunden M. 1. 0
Perzeichnis der bisher erschienenen Bãnde innerhalb der Wissenschaften alphabetisch geordnet

Bismarg und seine Keit. Von Vrofessor
Hr. B.Valentet vit einem TFitelbild.
45 ne vuil. Bd. 500.)
Bohmen. Von Prof. Dr. R. eph
Brandenburg.»preuß. Gesch. Von Kal. Ar—
chivar Dr. Fr. Jirael. Bde. J. V
de ersten Anfängen bes. Tode Könia Fr.
Wilhelms J. 1740. IL Von dem, Regie⸗
xungsantritt Friedrichs d. Gr. bis, zur
Gegenwart;. Bd. 440/441.
Bulaarien. V. Priv.⸗Doz. Dr. H. 9 — —
Bürger im Mittelalter ĩ. Städte,
Byzani. Charakterköpfe. Von Dr. xbil
K.Die ferich. Mit2 Bildn. GBd, 244.)
balvin. Ishenn Von Piarrer, Dr. G. S95
beur. Pit 1BisdnisAufl, Bd. 247.)
Chriistentum u. Dellteschst seit der Re—
agllon Von Prof. D. Dr. . Sell
Bde. Bdb. 297/298.)
Deutsch siehe Bauernhaus, Bauernstand,
d Feste. Frauenleben, Geschichte,
Hanbel, Handwert, Reich, Staat. Städte,
erng Verfassungsrt., Volksstämme,
Volkstrachten, Wirtschgitsleben usw.
Deutschtum im Ausland, Das, vor dem
Weltkriege. Von Prof. Dr. R. Hoeni
ger. 82. Aufl. Bd. 402.)
Deshedse —V
2. Aufl. Mit 51 Abb. Bd. 192.
Fiszeit. Die, und der vorgecchichtliche
Venusch. Von Geh. Bexgrat Prof, Dr.
G. Steinmann. 2. Auil. MR. 24 Ab⸗
bildungen. Bde 302.
Entdeckuügen, Das Zeitalter der E. Von
Prof. Dr. S. Günther. 3. Auss Mit
1 Weoeltlarte. Bd. 26.)
Frde siehe Mensch u. E.
Erdkunde, Alltgemeinze. 8 Bde. Mit Abb
J. Die Erde, ihre Bewegungen u. ihre
Eigenschaften (giath. Geographig, u. Geo—
nomie). Von Admiralitätstat Prof. Pe—
E. Kohlschütter, Gd. 625.) II, Die
Atmosphäre der Erde (8limatologie
Meteorologie), Von Prof. O. Baschin
g 626.) II. Geomorphologie. Von
rofeF, Machatschet., 627.
Iv. Physiogeographie des Süßwassfers,
Von Prof. F. Machatche. GBdobes
V. Die Meere. Von Prof. Dr. A. Merz.
(Bd. 629.), VI. Die Verbreitung der
Pflauzen. Von Dr. Brockmwmann-⸗Je—
Tosch. Bdo 630.) YVI. Die Vexbreitg, d.
Tiere. V. Dr. W. Knopfli. GBd. 631.
VIII. Die Verbreitg. d. Menschen auf d
Erdoberfläche Authropogeographie). V
Prof. Dr. N. KRrebs. Gode 632.)
Europya. Porgeschichte E.'s. Von Prof. Dr.
H. Schmibt. Gd. 1371/572.)
vnmtienforsnng, Von, Dr. E. De⸗
vrent. M,Abb. u Taf. 2. Aufl. (3500.
Feldherren. Große. Von Maior 5 C.
Endxes, Bde 68 688.
Fete. Deuische, u. Vollsbräuche. V. Friv
Dor .DrE. Fehrle. M. 30 Abb. (BobaBalIBs.)

Finnland. Von Lektor F. Ohquist. (700.)
Französische Geschichte. J. Das franzö—
Vnge Königstum. Von Prof. Dr. R.
Schwemer. Gd. 574.)
siehe auch Napoleon, Revolution.
Frauenbewegung, Die moderne, Ein ge⸗—
schichtlicher Aberblick Von Dr. K. Schiz
macher. 2. Aufh. Bd67.)
Frauckileben, Deutsch, i. Wandel d. Jahrhunderte.
 Von Geh. Schulxat Dr. Ed.
Otto. 83. Aufl. 12 Abb, i, T. Bd, 45.)
Frirdrich d. Gr. VB. Prof. Dr. Bit⸗
texrauf. 2. A. M. Bildn. GBd. 246.)
Bartenlunst. Gesch. d. G. V. Baurat Dr.⸗
Zue hr. Rahna di. Rhe e
Feographie der Vorwelt (Paläogeogra—
phie). Von Priv. Dos Dr. E. Dacqqu,
Peit 21,Abb. GBGd. 619.)
Geologie siehe Abt. V.
sßermän. Heldensage J. Heldensage.
Bermanische Kültür in der Urzeit. Von
Bibliotheksdir. Prof. Ur. G. Stein
bausen. 3. Aufl. Mit 13 Abb. Bd. 15.)
weschichte. Deutsche im 498. Jahrh. b.
Reichsseinhrit. V. Prof. Dr. RSchwie
mier. 3 Bde. L.; Von 18001848
Restaurgtion und Revolution. 8. Aufl.
Bd. 37.) I.: Von 1848- 1862. Dis
Reaktipn und die neue Arg. 2. Aufl.
(Bd. 101.) II.: Von 1862-1871. 8.,
Bundes. Reich. 2, Aufl. 6Gd. 102
Briechentfum. Tas G. in seiner, geschicht-—

v. Scala, Nit 16 Abb.. 8Bd. 471)
vriechische Städte. Kulturbilder aus gr.
St. Von Irosessor Dr. E, Ziebarsch.
A. M. 23 Abb.u. 2 Taseln Gd. 131)]
daundel. Geschichte d. Welthandels. Von
Reglgymnasial⸗Dir. Dre. M. G. Shmihdit.
3. Aufl. GBd, 118.)
— Seschichte des deutschen Haundels jseit
d. Kusgang des Mittelalters. Von Dir.
Prof. Pr. W. Laugenbeck.,Z?. Aufl
Heit 16 Tabellen. (Bd. 237.)
düundwert, Das deutsche, in seiner kultur—
acgctt Entwickt. Von Geh, nutrat
r. E Otto. 4. Aufl. Mit 8383 Abbh. auf
12 Tafeln. Gd. 14)
— siehe auch, Dekorative Kunst Abt. III
daus. Knunstgflege in Haus u. Heimat. V,
Superint. R. Bürkner. 8. Aufl. Mit
Abb· GBd. 77.)
un eng 53
deldensage, Die germaniiche. Von Dr. J.
W. want ee GBdb. zů
dellenist.⸗-zöm. Religionsgeschichte sAbt. J.
Jubvaner, Die, ind. Weltwirtichaft. B. Vrof.
Dr. K. Rathgeu, 2. Auft. GBd. 721
Jesniten, Die. Eine hist. Stizzc, Von Vrof.
Dr. H. Boehmer. 4. Aufl. (GBd. 49.)
Indien. Von Prof. Dr. Sten Konow.
EGd.614)
Indogermanenfrage. Von Dir Dr. R,
Agahnd. Gd. 594)
Internationale Leben, Das, der Gegenw.
Von Dr. h. c. A. H. Fried. M. Lcaf,
(Bb. 226
        <pb n="130" />
        Jeder Band geheftetm. 1.20 Aus Nattier und Geisteswelt Jeder Band gebunden m. 180.
Geschichte. Rulturgeschichte und Geographie

—7
if

Island, d. Land u d. Volk. V. Prof. Dr. P.
Herrmann M.Abb. Bdo 461
sgisertum und Papsttum. Von Prof, Vr,
A. Hofmeister. (Bd. 376.)
ßtartenlunde. Vermeisungs⸗- u. K. 6 Bde
RMit Abb. J. Geosr. Orisbestimmung.
Von Vrof. Schmauder., GBd. 6066)
H. Erdmessung Von Prof. Dr. O. Eg⸗
gert. Bo. 607.) III. 3 Von
b —R8 8 W
gleichungsrechnung. Von Geh. Reg⸗Ra
Prof. Dr. E. Hegemann 6Gdo s609.)
V. Photogrammetrie und Stereophoto—⸗
grammetrie. Von Diplom⸗Ing. H. Lu⸗
cher. GBdo IO) VI, Kartenfunde. Von
Finansrat Dri⸗Ing. A. Egerer. 1. Ein⸗
führ. i d. Hartenverständnis. 2. Karten;
herstellung (Landesaufn.). (Bd. 611/612.)
Kirche s. Staat u. K.
——
Dr. F. Reutgen. 2Bde. e
olsnien, Die dentschen. (Sand u Leute
Von Dr. A. Heil born. 3. Aufl. Mil
28. Abb. u 8 Karten. GBo, 98.
önigstum, Französisches. Von Prof. Pr
d. Schweiner Bd 574.)
stries und Sieg. Eine kurze Darstellung
der znod. Kriegskunst. Von Maßor g. D.
C. F. Endres Bd. 519
— Kulturgeschichte — »ges. Von Prof
Dre. HG. Weule, Er Hofrat Vrof. De.
E. Bethe,, Prof. Pr. B. Sbmeide
ler, Prof. Dr. A. Dor a, Vrof. PDr.
V. Herxre. 6d. 561.)
— Der Dreißtzigjährige Kriet Von Dr,
Frib Endres. Bd. 577.)
I. auch Feldherren,
Krieggschifse, Unsere. Ihre Ensstehung u
Berwendung. V. Gehl, Mar. Baur. a. D.
E. Krieger, 2. Aufl. v. Geh. Mar
Baur. FrSchirer. M. 60 Abb. G89.
Liztuer. Martin L. u. d. dtsche. Reformation
Vun Prof, Dr. W. Köhler. M. 1Bildn.
uthers. 2, verb. Auf!. Bd· 515.
. auch, Von 8. zu Bismard.
Warr, Karl. Versuch einer Einführung.
— 0
Mensch u. Erde. Stizzen v. den Wechselbeziehungen
 zwischen beiden. Von g
RNat 3 DPr. A Kirchthoffe, Ausfl.
. s-·a. Eiszeit: Mensch Abt.V. [Boa31)
Mittelalter. WVittelaltetri. Kultur deale, V
Proĩ. De. V. Bedel. L Geldenleben.
t pissecrnedat (Bdoy292, 293)
f. auch Städte u. Bürger i. M.
Woltle. V. Kalserl. Ottoman, Mujor a. D.
e i pu 8 5
Vünze. Grundrißed. Münzkunde. 2. dlufl.
J. Die Münze nach Wesen, Gebrauch u. Be⸗
deutg. V. Hofrat Dr. A Luichin h.
Ebenareuth. M. 63 Abb. II. Die
Münze v. Altertum b. z. Gegenw. Von
Prof. Dr. S. Buche nau. (BGo. 91, 657.
. MA. Finanzwiss. Geldwesen Abt. VI.
Vhkenifche Kultuür, dDie. Von Prof. dre 7
C. Sebmann-Haupt. (Bd. 581.1

Mothvologie 6 Abt. J.
Napoleon J. Von Prof. Dr Th. Bitter⸗
auf. Aufl. Mit 1 Bildn Goͤ193.)
Nationalbemußtscin siehe Voit
Natur u. Menich. V. Reglghinnasial-Dir.
VBrof. De. M. G. Schmid'e NIs gbb.
V Bd. 458)
Naturvölker. Die geistige Kultur der 8
VB.Brof Dr. K. Ih Preuße. Abbe
2La. Völterfunde ailo. Bd. 452)
3 Von Vrof. ve In
enberg.
Neuseeland s. Austrglien.
Dricut Indien, Valaͤsting, Türkei.
diterreich. Oes innere Geschichte von 1848
———
Aufl. J. Die Vorherrschait der Jeutschen
II. Der Kampf der Rationen 631632
— Geschichte der uergen Politik 6.
im 19. Jahrhundert, Bd. Tharmah
2. veränd. Aufl. J. Bis zum Slurze Mes—
ternichs. II. 1848 - 1895. 653,654.)
—Hlerreichs innere u dußere Politit von
1895 51944. B. R. Charmaß. (638)
Oftmart sJ. Abt. VI.
Ostiergebiet Das. V. Prof. De. G. Braun—
M. 21 Abb. u. Lmehrf Karte Gd. 367.)
7. J. auch Baltische Probinzen, Finnfand!
Boläfting und feine Geschichte. Von
Prof. Dr. H. Frhdon Soden. 3. Jih
VPeit 2 Karten, 1 Plan, u 6Anfs. (Boͤ. 6)
.B. u. s. Cultur in 5 Jahrtaufenden.
Nach d. neuest, Ausgrab. . Forschutzgen
dargest. von Prof. Deü. Thomfen—
2. Jeubearb, Aufst. Mit 37 Föb. 330
Bapfttum Kaisertum.
Pabyrins. Autikes Leben.
Botarforschung Geschichte der Entdeckungs⸗
reisen zuin Nord- u. Südyof d älieft.
Zeiten bis zug Gegenw, B.Prof. Dr. K.
Sα S. Aufl. ar 38)
dolen. Mit einem geschicht! Aberblick 1b. d.
polnisch⸗ruthen. Frage. B. Prof Ur. RIgF.
Kaindl. 25; verb. Aufl. Mß Kart 6347)
Bolitik. B. Dr. A. Grabomwstyu. Bd. 537.
— Ulurisie der Weltholitit. V. Prof Dr.
J. — 3, Bde. 13,1871 bis
go— ust. ü; iossα
III. D. volit. Ereign. währ d. Krieges,
Bd. 553/555.)
— Politische Geograbhle. Von Pros. Dr.
E. Sch.s e. Mit. Kart. Go, 353
— Volitisiche Hauptströmungen in Euroba
im 19. Jahrhundert. Von Prof. Ver.
K. Th. v. Heigel. 4. AMufl. von Dr.
Fr. Endres. Bd. 120.)
Vompeii, eine hellenistischt Stadt in Jta—
lien. Von, Vrof Dr I v. Duhn.
3. Aufl. Mit b2 Abb. i. u. auf 1Taf.
sowie 1 Plan, GBd. 119)
Preutzische Geschichte s. Brandenbepr.G6.
Reaktion und neue Ara s Gesch. deutsche
Reformation s. e ene Welt
Reich. Das Derutsche R. von .3. Welt⸗
eg V. Archivar Dr. F. —“ G75.)
Religlon s. Abt. J.
        <pb n="131" />
        Jeder Band geheftet m. 1.0 FRus Natur und Geistes welt Jeder Band gebunden M. 1.50
berzeichnis der bisher erschienenen Bände innerhalb der Wissenschaften alphabetisch geocdnet
Nestauration und Revolution siehe Ge⸗
schichte, deutsche.
Revolution. Geschichte der Französ. R.
V. Vrof. Dr. Th. B... aus. 2. Anfl,
Mit 8 Bildn, Bd. 346.)
— 1848. 6 Vorträge. Von Vrof. Pr.
O. Weber. 8. Aufl. (Bd. 53.)
om. Das alte Rom. Von Geh. RNeg.Rat
Vreof. Dr. O. Richter. Mit Büderan-—
hang u. 4 Plänen, Bd. 386.)
— Soziale Kampfe,i. glt. Rom. V, Pridatdozerit
 De S. Bloch. 83. Aufl. (Bd. 22.)
—, Voms Kamuf um die Weltherrichaft.
V. Prof Dr. JI.Kromaver. GBod. 368.)
NRAsmer. Geschschte der R. Von Prof. Dr.
RN. v. Scala. Bd. 5378.)
-. liehe auch Hellenist rzm, Religionsge⸗
schichte Abt.; Pompe:i Abr II.
Rußztand. Geschichte, Staat, Kul'ur. Von
r. A. Luttherx. Bd. 563.)
Schrift-zund Buchmesen in alter und neuer
Zeit. Von Brof, Dr. O. Weile. 4. Auff.
Mit zahlr. Abb. Bd. 4.)
— fs. a Buch. Wie ein B. entsteht. Adt. VI.
Schweia, Die. Land, Volk, Staat u Wirtvoehn
 Von Reg.⸗ u. Ständerat Prof. HDr.
Wettitein. Mit 1Karte. GßBb. 482)
Seekrieg s. Kriegsschiff.
Sitten ünd Gehräuche in alter und neuer
Zeit. Von Prof. Dr. E. Samter (682.
Soziale Bewegungen und Theorien bis
zur modernen Arbreiterbewenung. Von
G. Maier. 5. Aufl. (Bd. 2.
— s. a. Marx, Rom; Sozialism. Abt. VI.
Staat. St. u. Kirche in ihr. gegens. Verhält—
nis seit d Reformgtion. V. Piarrer Dr.
phil. A. Pfannkuche. Bd. 485.)
Städte, Die. Geogr, betrachtet. V. Pröf.
Dr. K. Hassert. M. 21 Abb. GBdes63.
— Dtiche. Staädte u. Wirger i. Mittel
alter. B. Prof. Dr. B. Hejis. 3.Aufl. Mit
zahlr. Abb. u. 1 Doppeltafel. (Bd.l3.5
— Verfassung u. Verwaltung d. deutschen
Städte. V. Dr. M. Schmid. Gd. 466.)
— Sistorische Stödtebilder aus Holland
und Niederdeutschland. B. Reg. Baum.
a. D. A. Er be. M. 59 Abb. GGBbI17.)
— s. a. Griech. Städte, Pompeti, Rom.
Sternglaunbe und Sterndeutung. Die Ge
Winn u. d. Wesen d. Astrologie. Unt.
kitwirkt. v. Geh. Rat Prof. Dr. C. Be—
dargest. d. Geh. Hofr. Brof. Dr. Fr.
oll. M. 1 Sternk. uü. 20 Abb. (Bd. 638.)

Student. Der Leinziger, von 1409 bis
—4909. Von Dr. FW. Bruchmüller.
Meit 25 Abb. Bd. 273.)
Studrutentum. Geschichte d, deutshen St.
VBon, Dx. W. Bruchmüller. Bb. 477.)
Türkei, Die. V.Reg.-Rat P. R. Hraufe.
NMit, Z Karten i. Text und auf 1 Tasecl.
2. Aufl. Bd.· 469.)
Angarn siehe Osterreich.
—
Berfassung. Grundzüge der V. bes Deut⸗
sichen Reiches. Von Geheimrat Prof. De.
E Vöning, 4. Aufl. Bd34.)
Lerfasiungsrecht, Deutsches, in geichichte
lichtr Entwrglung, Voun Proi. D.. Ed,
Hubrich. 2. Aufl. Bd. cd.)
Vermeisungs- u. Kartenkunde s. Karlent.
Voll. Bori, deutschen V., zum dt. Staat.
Eine Gesch d di. Nationalbewußtseins,
V Brof. Or. P.Joach imsen Vd aàalnt.)
VBölkerkunde, Allgemeint. I: Fruer, Nah—
rungserwerb. Wohnung, Schmuck und
—
34 Abb. GBo. 487.) II: Wassen, u. Werk⸗
zeuge, Industrie, Handeteu. Geld. Ver⸗
tehrsmittel. Von, De. A. Heilbornn.
M. 51Abb. Bd. 488.) III: Die gzistige
Kultur der Nauurvölker. Von Prof. Ucr.
K. Th Prezuuß;, M. AAvb Bo. 452.)
Volk-dräuche. deutsche, siebe Feste.
Dolkssrämme, Die, deutschen. und, Land⸗
schasten. Von Prof DPr. O, Beige—
5.. völlig umgegeb. Aufl. Mirt 32 Abb.
i. Text u. guf 20 Tai. u. einer Dialektkarie
 Deuischlands, (Bd. 16.)
Volkstrachten, Deutsche. Von Pfarrer, H.
— Bdo 340
Vom Vund zum Reisch siehe Geschechte
Von Jena bis zum Wiener Kongreßz. Vyn
vᷣro Dr. G. Roloff, 2d 455.)
Bon Luther zu, Bizmarck 12 Charalterbild.
 a. deusscher Gesch. VGroi. Pr. O.
Weber, 2Bde. 2. Aufl. (Bd. 123,124)
Vargeschichte Ruropas. Von, Bros, DrH.
Sichmiaidet. (Bd. 571/512.)
Wioltgeschichte s(. Christentum.
Wellhhandel j. Handel.
Weiltvglitit s, Politik.
Wirtschaftsgeschichte, Antike. V. Priv,zDypz.
Dr, D. Neuraüh, 2. umgearb. A. 258)
— 4.53. Antifes Lebenen; d äaypt. Papuri.
Wirtichaftsleben. Deutiches. Auf heogr.
—
ber. 3.NAufte V.Dr. S. Reinlein. (42.)
— fs. auch Abt. VI.

V.

Mathematik, Naturwissenschaften und Medizin.

Aberglaube, Der, in der Medizin u. sJ. Ge⸗
fahr f. Gesundh. u. Leben. V. Vrof. VDr.
D. v. Hansemann. 2. Aufl. Bd. 83.)
Abjtammungslehre u Dagrwinismus. V. Pr.
bre Redeser . , M. iö ν Bb. 30
Abstammungs- und Vererbungslehre, Er—
verimentelle. Von Prof. Dr. . Leh;
mann. Mit 26 Abb. (Bd. 379

Anwehrkräfte des Körvers, Die. Eine Cin—
ubrun in die Immunitätelehre. Voan
rof. dr! med. H. Kämmerer. Mit
32 Abbildungen. GBd. 479.)
Algebra siehe Arithmetik.
Ameilen, Die. Von Dr. mod. H. Brurn.
Bd. 601.)
        <pb n="132" />
        Jeder Band geheftet m.n.20 Aus Natur und Geisteswelt Jeder Bandgebunden M. 1. se
Geschichte, Kulturgeschichte nnd Geoaraphie — Mathematik, Naturwissenschaften und Medtzin
Angatomie d. Menschen, Die. V. Prof. Dr. s.
v. Bardele benae6 Bde. Jeder Bd.
mit zahlr. Abb (Bd. 418/ 423) J. Belle
und Gewebe, Entwicklungsgeichichte. Der
ganse Körper. 3. Aufl. II. Das, Stelett.
2. Aufle UI. Das Mustetu. Gesähsnstem
2, Auil. IV. Die Eingeweide Tarm-,
Atmungse, Harn⸗- und Geschlechtsorgane,
Haut). 3. Aufil. V. Nervensystem und
Sinnesorgane. 2. Aufl. VI. Mechanik (Sta⸗-tit
 u. Kinetit) d. menschl. Körders der
Körper in Ruhe u. Bewegung). 2. Aufl.
— siehe auch Wirbeltiere.
Aqgugriunm, Das. Von E. W. Schmaidt.
Peit 153 Fig Bd. 335
Arteitsleistungen des Menschen, Die. Ein—
führ. in d. Arbeitsphysiologie. B. Proj.
DrH Boruttau. Mi.iunFig. VBdo.ßn9)
— Beruiswahl, Begobang u. Arbeitstei—
stung in i. gegens. Vezie! apgen, Bon W.
J. Ruttmann. VBtit 7Abb. (Bd. 522.1
Arithmetik und Algebra zum Selbitunter—
riqt. VBon Prof. P. Crantz. 2 Bande.
1.: Die Rechnnnasarten. Gleichungen
1. Grades mit einer u. mehreren Unbe—
kannten. Gleichnngen 2. Gradeß. 5. Auifl
M. 9 Fig. II.: Geschungen. Arithmet. u
geomett. Reih. Zinseszins- u. Renten—
rechn. Konunpl. Zablen. Binom, Lehriatz
4. Aufl. Mit 2SFia. Bo. 120. 205
Arzneimittel und Geuutzmittel. Von Prof.
Dr. O. Schmiedebersg. Bo. 333.)
Arzt, Der. Seine Stellung und Aufgaben
inm Kultursleben der Gejeuw. Ein eit-—
iaden der sozialen Medizin. Von, Yr.
med. M. Fürst. 2. Aufl. Bd. 265.
Aistreusmie. Probleme d. mod. U. Bproi.
Dr.S. Dppenheim. llFin. B55.)
— Die M. in ihrer Bedentung fer das
praktisiche Lrben. Von Prof. Dr. A.
Marcuse, Bit 26 Apb. Bd. 378.)
— siehbe quch Welta!l. Weltbild, Sonne,
Mond, Planeten; Sternglaube. Abt. J.
Atome. Maletküte und Atome. V. Proi—
Dr. G. Mie. A. Aufl. M. Fig- GBd. 58)
— I. a. Weltäther.
Auge, Das, und die Brille. Von Prof. Dr.
Mad. Roher. Mit 84 Abb. u. 1 Taf.
2. Aufl. Bd. 372)
Ausgleschungsrechnung siehe Karlentunde
Abl. IV.
Balterien, Die, im Hanushalt und der Na—
tur des Mensshen. Von Prof. Dr. E.
Guszeitt. 2Altfl. Mit. 13 Abb. (242.)
—. Die krankheitrrregenden Bäktterien.
Von, Prof. Dr. M. Loehlein. Mit
33. Abb. 6Bd S.7.
— . Abwehrkräfte, Desinfeltion, Pilze.
Schädlinge.
Bau u. Tätigkeit d, menschl. Körners. Einf.
in die Physiologie d. Mentschen. B. Proi.
Dr. H. Sachs 4. A M. 34 Abb. Gd.32.)
Begabung j. Arbeitsleistung.
Befruchtungsvor ang Der, sein Wesen und
. Bedeutung. . r. E. Teichmann.
2. Aufl. M.9 Abb.u.a4 Dovpeltaf. (BD. 70.)

Bewegungslehre sj. Mechan., Aufg. a. d. M. J.
Biochemie. Einführung in die B. in ele—
mentarer Daritellung. Von, Vrof, Dr.
M. Löb. Mit Fig. 2. Aufl. v. Prof.
H. Friedensthäl. Bd. 452.)
Blologie, Allgemreine. Einführ. i.d Hauptprobleme,
 d. oxagn. Natur. V. Proi. Dr.
H. Miehe. 2. Auil, 52 Fig Gd 1305
—, Ervperimentelle. Regenexation, Trans—
Phe und verwandte Gebiete. Von
5. K. Thesfing. Mit 1 Tatel und
69 Tertabbildungen. Bd. 337.)
— liehs a. Abstammnnaslehre, Batterien,
Befruchtunasvorgang, Fortpflauzung,
Lebewejsen,, Organssmen, Schädlinge,
Tiere, Urtiere.
Vlumen. Unsere, Bl.. n. Vflanzen im
Garten. Von Vrof. Dr. U. Dammer.
Mit 69. Abb. Bd. 300)
— Uni Bl. u. Pilanzen i.KRimmer. VB. Prof.
Dr. U. Dammer. 68 Abbh. (Bdo. 359.)
Blut. Herz, Vlatgefätze nud Blut und
ihre Erfrankungen., Von Pros, Dr. 6H.
Rosan. Mit 18 Abbe Bh 32.
Boatanit. B. d. vraktischen Lebens. B. Prof.
Dr. P. Gise vius. M.24 Abb. Bd. 173.)
—Hiehe Blutgjen, Lebewesen, Vilanzen,
Pilze, Schäolinge, Wald: Kolonialbotanit,
 Tabat Ikbt. VI.
Nrille. Das Auge und die Br. Von Prof.
Dr. M. v. Rohr, Mit, 84 Abb. und
1Lichtoruck afel. 8. Aufl, Bdo372.
Chemie, Einsührung in die allg. Eh. V.
Studienrat Dr. B. Bavink. Mp 21 Zig
Rd. ]
— Einführung in die organ. Ehrmie: Na—
tiürl. u künsth.Pianzen-u. Tierttosfe. Von
Studienrat Ur. B. BRapink. N. 6 Nuoub.
i. Teat. 2. Lluft. Bd. It7..4.
— Kinfüährung innd. anorganische Chemie.
V. Studienrät Dr. B. Bapink. 65398.)
— Einführung i. d. analyt. Chemit. V. Or.
F. Müuüslbera. 2Bde. (Bd. 524, 5253)
— Die künstliche Herstellzug ven Notur—
stoften. V. Prof. Dr. E. Rüsst. ((Bd. 674.)
— Eh, in Küchhe und Haus. Von Dr. J.
Klein. .Aufl. Bod⸗ 753.)
Ziehe a.Biochemie, Elektrochemie, Luft,
Phoroch.: Agrikulturch. Sprengiutofle,
Technik, Chem. Abt. VI.
Chirurgie, Die, unserer Zeit. Von Vrof.
br. IFeßterx. Mit 352Abb. Bd. 339
Darwsnismüs. Abstammungslehre und D.
Von Prof., Dr. R. Hesse. 5. Auil. Mit
10 Textabb. GBd 39.)
Desinfettion, Sterilisation und Könfer—
vierung. Von Reg. u. Med.⸗Rat Dr. O.
Solbrig, M20 Abb. i. T. (Bd. 101.)
Diffterentiasrechrung unter Berücksichtiged.
pralt. Anwendung in, der Technit mit
zahlr. Beispielen, u. Aufgaben versehen.
Von Studienrat Dr. B. in dow, .
M a45 Fis. i. Text u. 161 Ausg. 6387.
— siehe a. Inzegralrechnung
Dynamik s. Mechgnit, Aufg. a. d. techn,
NRi. 2. Bdl, ebenso Thermodynamit.
        <pb n="133" />
        Jeder Band geheftet m..kd Aus Natur und Geisteswelt Jeder Band gebunden M. 1.50
Herzeichnis der bisher erschienenen Bände innerhalb der Wissenschaften alphabetisch geordne
kiszeit. Die. und der vorgrschichtliche
Ment Ron 6eh. Bergrat, Pros. Dr,
Ge Eit manii. c. Nufl.Mit 24
Abb. Bdo 302
—— Prof. Dr. Arudt.
2. Aufl. Mit Abb. Bd. 284)
Sleltrotechnil. Grundlagen der E, Vou
Oberingenieur A. Rotth. 2. Aufl. Mit
74 Abb— Bd. 331.)
Energie. D. Lehre v. d. E. V. eeet
A. Stein. 2,A. M. 18 Fig. Gd. 257.)
Euntwidlungsgeschichte d. Menschen. V. Dr.
A. Heil borin. M. 60 Abb. GBd. 388.)
Erde s. Weltentstehung u. -untergang.
Ernährung und Rahrungsmittel. 8. Aufl.
pon Geh, Reg.⸗Nat Prof. Dr. NBunb.
Mit 6 Abbin T. u. 2 Taf. GBd. 19)
ẽrperimentalchemie s. Luft usw.
krberimentalphtziit s. Ühnsit.
Farben s. Licht u. 5 a. Farben Abt. VI.
Festigleitslehre s. Statik.
Fortoflanzung. F. und Geschlechtsunter⸗
sch iede d. Menschen. Eine Einführung in
die Sexualbiblogie. V. Prof. OUr. H. Bo⸗—
ruttau. 2. Auft. M. 30 Abb. GBd. 516.)
zarten. Der Kleing. Von Redatteur Joh.
Schneiber. 2. Auf; Mir Abb. (198)
Der Hgusgarten. Von GarxtenarchikaW.
 Schubert. Mit Abb GBdosdoruy
siebe auch Blumen, Pflanzen; Gar—
enkunst, Gartegstadtbewegung Abt. VI.
rbiz. Das menscheche, s. Erkrankung u.
Pflege. Von Zahnarzt Fr. Jäger. Mit
24 Abbildungen. Bd. 229.)
Beisteslrankheiten. B. Geh. Med.Rat Obex—
stabsarzt DPr. G. Ilbergd. 2. A. (151.)
svenußmittel siehe Arzneimittel u. Ge—
nußmittel; Tabat, Abt. VI.
Geongrarhie s. Abt. IV.
—Vath. G. j. Astronomie u. Erdkunde
Aht. IV.
Seologie, Allgemeint. Von Geheimem
Vergxrat, Prof. De. Fr. Frech. 6 Bde.
——
einst und ietzt. 8. Aufl. Mit Tilebild
—
heben. 3. wesentl. erw. Auf!. Mit Tuielbild
 u. 5786b. II. Die Arbeit des
ließenden Wahders. M. 56Abb. 83. Auil.
V.: Die Bodenhildung, Mittelgebirgs—
formen und Arbeit des Ozeans. Mit
Titelbilsd und, 68 Abb. 3., wesentl.
xxw. Aufl. X. Steinkohle, Wüsten und
—
19, Abb. 2. Aufl. VI. Glesscher einst
u. gebt M. Titelhild, u. 66 Abb. 2. Aufl.
— Ca. Kohlen, Salzlagerstätt. Abt. VI.
Seometrie. Analut. G. d, Ebene 3. Selbit⸗
uuterricht. Von Prof. P. Erautz. Mit
55 Fig. Bd. 504.)
— Srometr. Zeichnen. Von Zeschenlehret
A. Schudeiskh. Gd. 538.)
— . a. Mathematik, Prakt. M. Planim,
VProjektionsl, Stereometr., Trigonometr.
Seomerphologie Js. Allgem. Erdkunde.

Beschlechtskrankheiten, Die, ihr Wesen, ihre
Verbreitg., Belämpfa u. Verhütg. Für
Gebildeten aller Stände bearb. v. Gene⸗
ralarzt Proß. Dr. W. Schum burg. 4.A.
Mit 1. Abb. u, 1mehrfarb. Taf (25 1.)
Zeschlechtsunterschiede sForibpflanzung
Btfundheitslehre. Von Obermed. Rat Prof.
Dr. M. b. Gruber. 4. Aufl. RMit
26 Abhildungen. —E — —
— BG. für “, Von Dir. Prof. Der.
—A n d daen
7 . q. Abwehrkrafte, Baktexien, Leibegüb
Sraph. Darstellung, Bie, V. Hofrat Peeh
Dr. F Anuer bach. M. 100 Abb. (387.
du ftehe Bakterien, Cheinie, Des⸗
insestion, Vaturwissenschaften, Bhysit.
daustiere. Die Siam medar ugicher unserer
* Von Brof. Dr. C. Keller, M. Fig.
.Aufl . Bbo. 22
.g Kleintierzucht, Tiexzüchts, Abt. VI.
bexz. Blutgefütße und Blut und ihre Er—
ranluntgea, Von Prof. Dr. H RoFan.
Mit 18 Abb. Gdo. 312.)
bugiene s. Schulhygiene, Stimmeé.
oͤrpnotismus und Suggeition. Von De.
E. Trömner. ‚2. Auisl. BdaAla8.)
Linmunitätslehre s. Abwehrkräfte d. Körs.
Infinitesimalrechnung. Einführung in die
3. Bon BProf. Dr G. Kowalewskti.
. Aufl. Mit 18 Fig. Bo. 197.)
Intepaipfannnt mit Agfaabeusammlung
B. Studienrat Dr. M. Sin dowe 2. Auft
Mit Sia. Bdoaß1734)
dalender, Der. VonBrof. Dr. W. F,
Wislicenus. 2. Aufl. (Bd. 69.)
dalte, Die. Wesen, Erzeug. u. Verwert
Von Dr. H. Alt. 46 Abb. Gd. 311
dincmatographie s. Abt. J.
donservierung siehe Tesinfettion.
orallez u and.gestetuhlld. Tiere, B. Ieeh
brenW, Rah wit bö. 331
tysnietik. Ein kurzer Abriß der ärztlichen
Vrerichnerungekunde. Von, Dr. J. Sau—
def. Mit, 10 Abb. im Text. GBb. 489)
Lebewesen. Die Veziehungen der FZiere ngd
Pfignzen zueinguder‚,, Von Brsti, Dr.
k. Krgepelin,; 2. Aufi. M. 132 Abb.
J. Der Tiere zueinander. IL. Der Pflanzen
 zueinander u zu d. Tier. Gd 426427.)
— a Biblozie, Oraanismen, Schädlinge.
deibesübungen. Die, und ihre Bedeutung
kür die Gesundheit. Von Prof. Dr. R.
Zander. Auft. M.27 Abb. (GBd. 13)
.auch Turnen.
Licht, Das, u. d. Farben. Einführung in
die Optik. Von Prof. Dr. L. Graoeß
4. Aufl. Mit, 190 Abb. (Bd. 179
uft, Wasser, Licht und Wärme. Neun
Vorträge gus de Gebiete d. Erperimentalchemie,
 V. Geh. Reg.⸗Rat Dr.K. Bloch⸗
mann. 4. Aufl. M115 Abb. Bdo. 8)
duftstigstaff, D. u. s. Verwertg. B. Brof.
Dr. K. Kaiser, 2.A. M. Abb. Bd 313.
Maße und Mellen. Von Dr. W.Blod.
Mit 84 Abb GBd. 385.)
Materie s. Weltäther.
        <pb n="134" />
        Jeder Pand geheftet m. 120 Aus Natur Und Geisteswelt Jeder Band gebunden Mm. 1350
Mathemaiit, Naturwissenschaften und Medizin
Mathematit. Einfülhrung in die Mathe⸗
—
fo bu. Wit 42Fig GBd503.)
— lath, Formelsammlung. Ein Wieder⸗
holunge buch der Elementarmgthematik,
Von Prof DPr. S. Igkobi, Bo HHKSJ)
Raturwissensch, u. M. i.tlais, Alter⸗
tum. Von Proi. Dr. Job. S. SEibeng,
Mit 2 Fig, GBd. 379)
— vwBrattische M. Von Prof. Dr. R.
Neuendortfe , Graphische Darstellun—
den. Verkürztes Rechnen, Dgz Rechnen
nir Tabeiten. Mechanische Rechenhilis⸗
niltet Kanfmannisshes Fechnen i. tägl.
Leben, Wahrscheinlichkeitsrechnung, 2.
derb, A. M.9 39 i. Tu Taf. I.Geom.
Zeichnen. Projektionsl. Flächenmessung,
Rörpermeffnge deizä Fig, zui 326
MWaothemat. Spiseile. VDre. W. Ahrenus,
3. Auft Tieih. u 7 GBo. 170.)
a Arithinetik, Disserentialrechnung.
Beobmetrie, Infinitesimalrechnung, In—
Vrehnueg. Porspektive, Planimnetrie,
Projektionssehre Trigonometrie, Vektor⸗
rechnung, Wahrscheinlichkeitsrechnung.
Mechanik. Von, Prof. Dr. Hamel, 838de.
———— der M, II. M. de festen
Kigrper. IU. M. d. illis, u. Justförm,
örper. Boy 684/686)
Anfgaben gus d. tehn. Rechanit. B
Profte R. Schmitt. M. Zahlr. Fig. gJ.
Bewegüngsl. Statik. 156 Auf. u. Söß. M.
Snnamite 140 Aufg. u. Lös. 658,550.)
— siehe auch Sigatif
Veet. Das N, .Erforich. u. Leben. Vyn
Hri. Hr . Jansdn, 8. M. 405. Bdo.36.)
Phenschev. Erde. Skizzen von den Wechseibeziehungen.
 zwischen beiden. Bon
Prof Dr. AKirchhoff,“A. Ed 31.
J sJ. guch Eiszeit, Eniwicklungsgeschichte,
rzeit.
— Ratur u. Mensch siehe Natur.
Menschl. Körber. Baum, Tütigkett d. menschl.
Ke. Einisihr. i. d. Phrsiol, d. Vi. VB. Prof.
Dr. S. Sachs. 4. Aufl. M. 34 Ahb. (32)
— Tanuch Angtomie, Arbeitsleistungen,
Auge, Blut, Gebiß, Herz. Fortaflauzg.
Rerbenfuftenn, Vhesiol, Sinne, Verbisd.
Mifrostop, Das. Allgemeinverständl!, dar—
geftelit. Von Prof Dr. W. Schefigr.
Mit 99 Abb. 2. Aufl. SGo. 35.)
Molcküle u. Atome. Von Prof. Pr. G.
He. 4. Aufl. Mit Fig. Bd. 58.)
— j. a. Weltäther.
Mond, Der. Von Prof. Dr. J. Fha
Mit 34 Abb. 2. Aufl. Bd. 90)
PNahrungszritiel s.Exnährung u. P.
Natur u, Menjch. V. Direlt et Dr. M.
G.Schmidt. Mit 19 Abb. (Bd. 458)
Naturlehre, Die Grundbegrifse der mo
dernen N. Einsührung in die Physik.
Von, Hoftat Prof. Dr. F. Auxxbach,
J. Ausft. Mit 71 Fig. Bd. 40.)
Raturphilosophie, Die mod. V. Privatdoz
Dr. J M. Berweyhen. 2. A. (GBd. 491.)

Naturwisfenschaft. Religion und, N, in
Kampf u. Frieden, Ein geschichtl. Rückblick
 V. Plarrer Dr. A Picn akuͤsche.
2. Aufl. WBd. 141.)
— R.und Technik. Am saufsenden Web—
stuhl d. Zeit. übersicht üb. d. Wirkungen
d. Ralurw. u. Techniteg. d. ges. Kuttur⸗
eben. VR. Prof. Dr. W. Launhard,t;
3. Aufl. Mit 3,Apb. GBGd. 23.)
MN. u. Raftz. i flass. Altert. V. Prof,
Drg s beibers. 2Fig. Gd. 370.)
serven, Vom Nervensystem, sein. Bau u.
sein Bedeutung für Leibeu, Srele inn ge⸗
sund. u. krauk. Zustaude. VB. Prof. Dr. R.
Zander. 3. Auft, M. 278ia. Gd. 48.)
— siehe auch Anatomie.
Dptit. Die obt. Instrumente. Luve, Mi⸗
frostoß, Fernrohr, pPhotogr Objeltiv u.
hnen berwandte Instr. V. Prof. Dr. M.
b. Rohr. 3. Aufl M. 89 Abb. 6Gs8.)
i.a. Auge, Brille, Kinemat.Licht u.
Farbe, Mitroff. Spektrostopie, Strahlen.
Draauismen. D. Welt d. O. In Eutwickl.
und Zusammenhang, dargestellt. Von
Oberstudlenrat Vrof Dr. K. Lambegt.
Hit 38Abb Bo236
—siehe auch Lebewesen.
Baläozoöoblonie fiehe Tiere der Vorwelt.
berspektive Die, Grun)züge d. V, nebit An—⸗
dweüdg. V. Prof. Dr. K.Doehleman,n.
Heit 91 Fig. u. 11 Abb. —D——
flanzen. Die fleischfress. Pfl. V. Prof. Dr.
A Wagner. Mit 82 Abb. Bd. 3144.)
— Uns. Blumen u. Pfl. i. Garten. V.Prot,
Dr. U Dammer. M.,«69 Abb. GBd. 360.)
— Uns. Blumen u Pfl. i. gimmer. V.Prof.
Dr. U Da in mier, M,8 Abb. GBd. 359)
— Mauch Botanik, Garten, Lebewesen,
Pilze, Schädlinge.
hilouzensriologie. V. Prof. DraH M83
lisch. Mit 63 Fig. (Vo. 569
photsheniie, Von, Brof Dr. G. Künn;
mest. Mit 28Abb i. Text u. g. 1Taf.
2. Aufl. Bd. 227.)
Bhatograbphie s. Abt. VI.
Phusik. Werdegangd. wmod. Ph. B. Oberl.
r S. Keller, M. Fig, . Aufl. (313.)
ECxrherimreutalphnirck, Gleichgewicht u—
Bewegung. Von Geh. Reg.Rat. Prof.
Dr . Börnstein. M. 90 Asb. 371)
— Phyfit in Küͤche und Haus. Von Vrof,
eh M.51 Abb. Wdo. 478)
— Sroße Phosfiker, Ban Prof. Dr. F.‚A.
Schulze .Aufl. Mit s Bildn. 324)
J. Jauch Energie, Ngturlehre, Optit,
Relativitätstheocie, Wärme: ebenso
Eletktrotechntik Abt. VL
Physiosogie. 9 d, Menschen. V. Privatdoz.
hra Lipschütz. 4Bde. J: Allgem. Phy
sipsogse. i1: Physliologie d. Stoftwechsels.
li: Ph. d. Anung, d. Kreisslaufs u. d.
Aüusscheidung. IV: Ph. der Bewegungen
und der Empfindungen Boß275340
fiehe auch Arbeitsleistungen, Mencchl.
Hörver, Vilanzenpholiologie.
        <pb n="135" />
        Jeder Band geheftet M. 120 Aus Tatur und Geisteswelt Jeder Band gebunden M. 1.56
berzeichnis ; der bisher erschienenen Bände innerhalb der Wissenschaften alphabettsch geordnet
Bilze, Die. Von Dr. A— r. Mit
— sJ. a. Baktexien. 164 Abb. Bd. 334.)
—E
Mit Fig. 2. Aufl. von Dr. H Nau⸗
mann. Bd. 3.
Jlanimetrire z. Selbstunterricht. B. Prof.
P. Cranz. M. 94 Fis. 2. Auft. 840.)
Praktische Mathematit s. Mathenatitk,
Proiektionslehre. In kurzer leichufaßlicher
Darstellung f. Sesbstunterr. u. Schulgebr.
Von Zeichenl. A. Sh u de a Mit
308 Fig im Text. 8Bb. 584
Radium, Das, und die Radiogktwwität, V.
Dr. M. Centnerszwer. M, 33 Ahb.
Bd⸗ 105.)
Nechenmaschinen, Die, und das Maschinenrechnen.
 Von RegNRat Dipl.Ing. K.
Len z. Mit 43 Abb Bd. 490)
Relativitatstheoxie, Einführung in die.
Von Dr. W Blech,— Bd· 618
Röntgenstrahlen. D. R. u ihre Anmendg. V.
Dr. med. G. Bucky. M. 85 Abb. . T.
u. auf 4 Taieln— Bd.556.)
vnd waamgege Von Dr. E. Kobral.
2. Aufte, Mit Abb. Bd. 154.)
Schachfpiel. Das, und seine stxategischen
Prinzipien. V. Dr. M.La — 3. veränd.
Aufl, Mit 2 Bildn. uSchachbrettafel
u. 43 Darst. v. Hbungsbeispiel. Bd. 281.)
— Die Hauptvertreter der Schachswiel⸗
kunit u. d. Eigenart ihrer Spielführnng.
Voen, Vr. M. Lange. Bd. 531)
Schädlinge, Die, im Tier-u. Pflanzenreich
u. i. Brkämpf. B. Geh, Rag,Nat Proi.
Dr. K. Eckste in. 3. A. M. 36 Fis. 113)
A
stie in, 3. Aufl, Mit 43 Fig. Bd. 96.)
Serualbiotonie s. Fortpflanzung, Pflanzen.
Sexuatethik. V. Brof. Dr. H. E. Timere
ding. Bd. 592.)
Sinne d. Mensch. D. Sinnesorgane u. Sin⸗
gesempfindungenS, Hoirat, Prof. De,
J. Kreéibig, 3. AuflM, 30 Abb. (27.)
Sonne, Die. Von Dr. A. Krause. Mit
64. Abb. Bd. 857.)
Sveltrostonie. Von Dr. S. Grebe, 2. Aufl.
Mit Abbild. Bd. 234.)
Spiel siehe Mathem. Spviele, Scachspiel.
Shrache. Entwicklung der Spr. und Hei—
tung ihrer Gebrechen bei Normalen,
Schwachtiunigen und Schwertörigen. V.
Lehrer K. Nidel. Bd⸗ 586.
— ehbe gquch Rhetoxik, Sprache Abt. II.
Statit, Mit Einschluß der Festigleitslehre.
VB. Baugewer!schuldirektor 3
N. Schau Mit 149 Fig. i. T. Gd. 497)
— siehe auch Mechanik
Sterilisation siehe Desinfektion.
Stickitofi s. Luftftickstoff.
Stimme. Die menschliche St. und ihre
SB3 Von Prof Dr. P. —eh r.
. veränd. Aufl. Mit 20 Abb. GBd. 136)
Strahlen. Sichtbare u. unsichtb. V. Vrof.
Dr. R. Börnsteim, und PVrof. Dr. W.
Marckwald. 3. Aufl. von Prof. Dr. E.
Neaener. Mit Abbh. (BdD. 64.1

Suggestion Oypnotismus und Suggestion.
BBUr, E. Trömner, 2. Aujl. (303. 199)
Züßwasser⸗Plankton, Das. V. Prof. Dr.
OZacharias. AA 57Abb. Gdb. 1569
—AV
Tiere. T. der Vorwelt. Von Vrof. Dr. O.
Abel. Mit 31 Abb. Bd. 399.)
— Die Fartpflanzung der T. V. Vrof.
Dr. R. Goloͤschmidt. Mit 77 Aßbb.
(Bd. 253)
— Tierkunde, Eine Einsührung in die
Zoologie. Von, Privatdozent, Pr. K.
Hennings. Mit 313 Abo. 6Gd. 142)]
— Lebensbedingungen und Verbreitung
der Tiere. Von Prof, Dr. O. Mags.
Mit 11 Karten und Abb. Bd. 139.)
— Zwiegestalt der Geschlechter in der
Tierwelt Dimornhismus). Von Dr. Fer.
KRnauer. Mit 37 —F (Bd. 118.)
— s. auch Auuarium, Bakterien, Haus—
tiere, Korallen, Lebewesen, Schädlinge,
i eree Vogelleben, Vogelzug, Wirbel⸗
tere.
Tierzucht siehe Abt. VI: NKleintierzucht,
Tierzüchtung.
Trigonometrie, Ebent, z. Selbstunterr,. V.
Prof. B. Cranb. 2.Aufl. M. 0 Fig.
Bd. 43 1.)
— Suphärischt Tr. Von Prof. PRIrqoucß.
Bd. 695.]
Tuberkulose. Die. Wesen, Verbreitung,
Uriache, Verhütung und Heilung, Vou
Generglarzt Prof. PHr. W. Schumburg,
2. Lluil. He. AFaf., u. Fig GBo47)
Turnen. Von Oberl. F. Ecardt. Mit
1 Bildnis Jahns. Bd. 583.)
— Ja,auch Leibesübungen, Anatomie d.
Menschen Bd. VI.
Artiere, Die. Einführung i. d.
pom Leben, Von Brof Dr. R„Gold7
sch midt. 2.A. M44 Abb. (Gd. 160.)]
Arzeit. Dex Mensch d. U. Vier Vorlesung.
aus der, Enzwickungszgeschichte des Men—
schengeschlechts. Von Dr. A. Heilborn.
3, Aufl. Mit zahlx, Abb. Bd· 62)
Vektorrechnung, Kinführung in die. Von
Prof, br. FJung Bd· 668)
ee Körverliche, im Kindesalter
u. ihre I hutuns. Von Dr. M, David.
Mit 26 Ahb. Bd 321.)
Brrerbuna. Exp. Abstammgs.- u. V. Lehre.
Von, Prof. Dr. E. LSehmann, Mit29
Abbildungen. GBd. 379.
— Geistige Veranlagung u. V. Von Dr.
phil. et med G. Sammer. (Gd sl2.)
Vogelleben. Deutsches. Zugleich als Er⸗
kürfionshuch jür Vogelsreunde V. Pro —
DbredA. Voigt. 2.Aufl. Bd. 5
Vogelzug und — Von Dr. W. R.
Eisckardit. Mit 8 Abb. GBd 218.)
Wahricheinlichkeitzgrechnung. Einführ. in
die. Von Prof. Dr. R. Suppanu
tich itsch. Bd. 580.)
Wald,. Der dtsche. B, Prof. Dr. G. Haus⸗
ralh. 2. Afl. M. Vilderanh. u. 2. Ktaxten.
—iehe auch Solz Abt. VI. 16Bb. 153.1
        <pb n="136" />
        Jeder Band geheftet m. 120 Aus Natur und Geisteswelt Jeder Band gebunden M. 1.s0
Moathematit, Naturwissenschaften und Medizin — Recht. Wirtschaft und Technik
Wärme. Die Lehre v. d. W. VB. Geh. Reg.RKat Weltuntergang, Untergang der Welt und
rht De Bozer gitgin. Mite Abb, der Erde nagh Saae und Wiihen est B;
ufteb. Prof Dr A. Wig anmd, (172) „Sxrof Dr. M. BWeinsst gin d. 476.)
—Fadvuft, Warmekraitmasch, Waͤrme-⸗ Wetter. Uner B Eine Einführ, in, die
lehre, sechn. Thermodyngmik Abt., VI. Klimatologie Iennpu an d. Hand v.
Waljer, Das. Von Gehr Reg.Rat Dr. 8. Wetterkarfen. 2. Aufl. V. Dr. R. Hen?
Anfesminde Mit 44 Abb. Gd.281.) nig. Mit Abb. (Bd. 349.)
Weidwart, D. dijche, V. Forsnstr. aßehr, — Einiuühbrung in die Wetterkunde. Von
eb cfern chc. Titelb d 436)9. BProf. Dr. S WehergAusl, von
Weltali. Der Bau drs W. Von Prof. Dr. Wind und Wetter“. Mit 28 Fia, u.
herner . A . e öö ) , Gor85
Weitäther und Rateric. Von Prof. Dr, Wirbeltiere. Vergleichende Anatomit der
ee. Mit Fig A. Aufi. 6Gd. 59.) Sinnessrgane der WBR Vop Prof. Ix
j. auch Mole füle. Webosch, Pit, 167, Abb. Bdo 282.)
Deltbisde Das astronomssche W. im Wan⸗ Zuhhnhzeilkunde siete Geblß,
del der gen Ven Pro de. S. Sppen, Zeilen, und Gemebesehre siebe Anatomie
beimn. RAuftt Hit i9 Abb. Gd. 110.) „des Nenshen Biologie.
—fiehe auch Astronomie. — —
Weltentstehung. Entstehung d. W. u. d. Erde Biologie, Schädlinge, Tiere, Urtiere.
ach Sage u Winensch. V. Prot, Dr. M. Wreaben— Vogelzug, Weidwerk, Wir⸗
B. Wernstein. 2. Aufl. (Bd. 225. beltiere.

Necht, Wirtschaft und Technik.

Agrikulturchemie. Von Dr. V. Krische;
Hrit 21 Abb, 6. 314.)
Anestelite siehe Kaufmännische A.
unite Wirtschafts geich ichte. V.Priv.Dos
Vr Deur auh, e, umgearb. A. 238.)
siehe auch Anliles Leben Abt. IV.
UArbeiterichut und Arbeiterversicherung.
VF.Geh Hofrat Prof. Dr. O.d, 3wis?;
ined-Suüdenbozst. 2. Autl. (78
Arbeitsseistüungen des Menschen, Die. Ein⸗-suͤhr
 in d. Arbeitsphysiologie. B. Prof.
e d Boruftau vi. 14Fis, Gd.539)
— Bernfsmanl, Begahung u. A. in ihren
gedenfeitigen Beziehungen. Von W.J.
Ri sim ann. Peite7 Abb. Bd. 322
Urzneimittel und Genußmittel. Von Prof,
Dr. O. Schmiedebers. Bod. 363.)
Arzt. Der Seine Sietlung und Auigaben
in Kullurteben der Geäenw. Von, Pr,
mod. N. F.inr st. Bd. 265)
Aukosmobil, Das. Eine Einf. in d. Bau dy
heun Personen-Kraftwagens. V.Ob.Ing.
Ki. BTan 3. überarb. Aufl. M. 98 Abb.
ui. I Titelbisd, Bd. 166.)
Bankunde s. Eisen betonbau.
Haukanst siehe Abt. II.
Beleuchtungswesen. Das moderne. Von
Inge De . Vur. M. 54Abb. Bd,433.)
Dergbau. Von Bergafsessor F. B Wed—
ding. Bd. 467.)
Brwegungslehre s. Mechan, Ausa. a. d. M.
Vierbrauerei. Von Dr. A. Bqu. Meit
17 Abb. Bd. 333.)
Bstanz s. Buchhaltungzu. B.
Blumen, Uns. Bl. u. Pfl. i. Garten. Von
Prof. Dr. N. Dammer. Mit 69 Abb.
Bd. 360.
— Unsl. Bl. u. Pfl. i. Zimmer. —AI
DreU Dammer. M.6s Abb Gd. 359.)
— siehe auch Garten.
Braucerei s. Bierbrauerei.

Buch. Wie ein B. entiteht. V. Prof, A. W.
Unger, 4. Aufl. M. 7 Taf. u 26 Abb.
im Text G6d. 135.)
— J. a. Schrift- u. Buchwesen Abt. IV.
Buchheltung u. Bilanz. Kaufm. und ihre
Brziehungen z. buchhalter. Organisation,
Kontrolle u. Statistil. V. Dr. eeg
ner. Mit 4 schemat. Darstell. 2. Aufl.
Bd. 307.)
khemie in Qüche und Haus. Von Dr.
J. Hlein. 4.Auifl. Bd. 76
Ss. guch Agrikulturchemie, Elektrochemie,
Farben, Sprengstosse, Technik: ierner
Chemie Abt. V.
dampfkesiel siesse Feuerungsanlagen.
dampfmaschine, Die. Von Geh. Bergrat
Prof. R. Vater. 2 Bde. 1; Wirkungseise
 des Dauupfes, im Kessel und in der
Plaschine. 4. Aufl. M. 37 Ahb. (Bd. 393.)
jĩ: Ihre Gestaltung und Verwendung,
2. Alufsl. Mit 105 Abb. Bo. 394.)
Desinfeition. Sterilisation und Koönier—
virrung. Von Reg.- und Med, Rat, Ir.
. Sobrig. Mit 20 Abb. Bo. 401.)
Deutsch F.Handel, Haudwerkt, Laudwirt—
e ee e ee e
eben, Zivilprozeßrecht; Reich Abt. IV.
Drähte und, Kabel, ihre Ansertigung, und
Anwend. in d. Elekirotechnik. B. Telegr.
Inib. H. Brick. M48, Abb. Bda 288.)
Dunamif s. Mechanik, Aufg. a. d. M. 2. Bdo.,
benso Thermodyngamit.
Fisenbahnwesen, Das. Von Eisenbahnbau—
u. Betriebsinsp. a. D. Dr.Ing. E. Biedermann,
 2Aufl(. M. 58 Abb. 9444)
Fisenbetoubau, Der. V. Dipl Ing EHai—
movici. 2.Aufl. M. Abb. u. 38Skizzen
sowien 8 Rechnungsbeisp. Bde. 275.
sisenhüttenwesen, Das. Von, Geh. Bergr.
Brof Dr.H Wedding. s. Auflv. Berg;
IsessorF. W.Weddina. W.Fig. (20.
        <pb n="137" />
        Jeder Band geheftet m.1.22 Aus Katur und Geisteswelt Jeder Band gebunden m. 1.50
Herzeichnls der bisher erschienenen Bände innerhalb der Wissenschaften alphabetisch geordnet
Elektrische Krastübhertragung. Die. V. Ing.
B.Köbn. Mit 137 Abbß Bd. 424)
Elektrechemie. Von Vrof. Dr. K. Arnudt.
Mit 38 Abb. Bd. 234.)
Eleltrotechnik. Grundlagen d. E. B.Hker⸗—
ing. A.Rotth. 2. Aufl. M, 718bb. 691.)
— s. auch Drähte u. Kabel, Telegräphie.
krhrecht. Testameutserrichtung und E. Von
Prof. Dr. F. Leonhard. GBoa4589)
Ernührung u. Nahrungsmittel s. Abt. V.
Farben u. Farbstoffe. J. Erzeug, u. Ver—
wend. V.hr. A ar.t 31Abb. GBd. 483)
T.siehe auch Licht Abt. V.
Fernsprechtechnik Telegraphie.
Frnerungsanlagen, Industr. u Dampfktessel.
V. Ing J. E. Mayer. 880 Abb. BGdo 318)
Fingnzwissenschaft. Von Prof. Dr. S. P
Altmann, 2 Bde, 2.Aufl, IJ. Alltg.
Teil. II. Besond. Teil. Bd 549 -550.)
siehe, auch Geldwesen.
Funkentelegraphie sieße Telegraphie.
Furjorge jiehe Kriegsbeschädigtenfürsorge,
Kinderfürsorge.
Barten. Der Kleingarten. V. Haupischriftl.
Joh. Schneider. . Aufl. Mit Abb.
Bd. 498
—Der Hausgarten. Von Gartengrchilekt
W. Schubéx. Mit Abb. Gd.302
— siehe auch Blumen.
Sartenkunit. Gesch.d. G. VBaurat Dr.Ing.
Char. Ranck. M.41 Abb. GBd. 271)
svartenitadtbeemegnng. Die. Von Landeswohnungsinsreftot,
 Dr. H Kampff-„mener,
 2. Auit. Mi, 3Abb. GBd. 239.)
sefüngniswesen s. Verbrechen.
veldmeisen. Zahlungsverkehr u. Vermögensverwnalt.
 Von G. Maier. 2. Aufl. (398.
— s. a. Finauzwissensch.; Münze Abt. IV.
Benußmittel ssehe Arzneimittel und Ge—
nußmittel, Tabak.
Beschütze. Von Generalmaior a. D. K.
Baͤhn. Bd. 365.)
Bewerblicher Rechtsschut i. Deutschland,. S.
Patentanw. B. Toltsdorf. Bd. 134)
— siehe auch Urheberrecht.
Braphiiche Daristell. Die. V.Hofrat Prof. Dr.
F. Auerbach. M. 100 Abb. ABb. 437.)
dandel. Geschichte d. Welth. Von Real—
ghinnastialbirektor De. M. G. Schmidt.
3. Aufl. (Bd. 148.)
— Geschichte des deutschen Haudels. Seit
d; Ausgang,des Mitlelalters Von Tir
Prof. Pc. W. Langenbeck. 2. Null.
Mit 16 Tabellen. Bd. 237)
dandfeuerwasfen, Die. Entwickl. u. Techn.
V. Mator RWeiß. 69 Abb. Gd 364)
dandwerk, D. deutsche, in s. kuhturgeschichti.
Futwiglg. B.Geh. Schulx. Dr. E.Otfo.
4. Aufl. M. 33 Abb. auf 12 Taf. Bd. 14.)
daushalt s. Chemie, Desinfeltion, Garten,
Jurisprudenz, Physik; Nahrungsmittel
Abt. 1V; Baktexien Abt. V.
däuserbau siehe Baufunde, Beleuchtungs⸗
wesen, Heizung und Lüftung.

orbezeuge. Hilfsmittel Inn Hehen jester.
flüssiger und gasf Körper. Von Geh—.
Vergrtat Prof. R. Vater. 2. Aufl. Fi.
67 Abb. GBd 196.)
deizung und Lüftung. Von Ingenieur J.
E. Mayer. Mit 40 Abb. Gd. 2411
dolz. Das H., seine Begrbeitung u. seine
Verwendg. V. Insp. J. ——
Mit 39 Sriginglabb .T. 6Gd. 178.1
ontelwesen. Das. Von P. Damm;
Etienne. Mit 830 Abb. Bd. 331.)
düttenwmesen liehe Eisenhüttenwesen.
Jatraner, Die, i. d. Weltwirtschaft. V.Prof.
Dr. K. Rathgen. *. da Bd. 72)
Immunitätslehre s. Abwehrkräfte Abt. V.
JIugenieurte hnik. Schöntungen d. J. der
Neuzeit. Von Geh. Regierungsérat P.
Geitel. Mit 32 Abb. (Bd. 28.)
Instrumente siche Optische J.
stabel s. Drähte und K.
srülte. Die, ihr Wesen, ihre Erzeugung und
Vertpertung. Von Dr. ß. Alt HGiit
45 Abb. Bd. 311)
daufmaun. Das Recht des K. Ein Leitfa—
den f. Kausleule, Studier u 8
V. Justizrat OPr. M. Strauß. (So. 409)
aͤgufmännisthe Angestellte. D. Vecht d. 1.
A. Von Justizrat Dr. M. Strauß.
(Bd. 361)
Kinderfürsorge. Von Prof. Dr Chr. J.
Klumter. (Bdo. 320)
sinematograbphie. Von Dr.H.Lehmaänn.
Mit Abb. 2.Aufl. von Dr. W. Mertsé.
6hd. 358.)
leins u. Stratzenbahnen, Die. B. Dbeing.
g. D. Oberlehrer A. Lie bmann. Silt
85 Abb. (Bd. 322)
deintterzucht, Die. Von Hquhlschriftleter
Joh.Sichneider. Mit 59 Fig. J. Text
ů. auf 6 Tafeln. u 604.)
— siehe auch Tierzüchtunge
—A——
Mit 60 Abb. i. Text u. 3 Taf. (Bd. 896.)
Kolonialbotauit. Von Prof. Dr. F. Tohs
bder Mit p 3 1841
solonisation, Innere. on A. ren?
— (Bd. 26 1.1
Zonservierung siehe Desinfektion.
stonsumgenotienschnst, Die. Von Profß De.
F. Staudinger. Gd. 222.1
j. guch Mittelstandsbewegung, Wirt⸗
schaftliche Organisationen.
draftanlagen siehe Feuerungsanlagen und
Dampftesfel, Dampfmaschine, Warme⸗
kraftmmaschine, Wasserkraftinaschine.
Kraftübertragung, Die elektrischt. Von
Ing. P. Köhn. Mit 137 Abb. (Bd. 424)
Krieg, Kulturgeschichte d. K. B. Prof. Dr.
K. Weule, — Hofrat Prof. Dr. E.
Bethe, Prof. Pr. B. Schmeibdler.
Prof. Dr. A. Doren. Vrof, D. 8
derre. (Bb. 561.
        <pb n="138" />
        Ider Band geheftetm. 1.ꝛd Nus Natur und Geisteswelt Jeder Band gebunden m. 1.50
Recht, Wirtschaft und Technil
mmittelstandsbewegung, Die moderne. Bon
— Müftfelmann ,Gd. 417.)
.siehe ene Wirtschaitl. Org.
Nahrungsmittel s. Aht. V.
Raturwissensch. u. Technik. Am saus. Web⸗
stuhl d. Zeit. Abers. üb. d. Wirkgen. d.
Eniw. d. N. u. T. a. d. ges. Kusturleb.
V. Geh. Reg.⸗Rat Prof. DBr. W. Laun
haxdet, 8. Aufl. Mit3 Abb. 6do. 23.)
Nautik. Von Dir. Dr. J. Möller. Mit
58 Abb. Bd. 255.)
Optischen Instrumente, Die. Lupe, Mi—
krostob, Fernxohr, vhotoar, Obiektiv u
ihnen verw. Instr. Von Prof. Dr. M.
v. Rohr. 3.R31 M80 Abb. Gd.88.)
Drganisotisnen, Die wirtschafilichen. Von
Prof. Dr. E..Lederer. Bd. 428.)
Ditmarl, Die. Cine hgehg i. d. Probleme
ihrer Wirtschaftsgesch. Hrsg. von Vryeh
Dr. W. Miitscherlich— 6od 3531.)
Patente u. Patentrecht s. Cewerbl. Rechtssch.
ßerpetnum mobile, Das. V. Dr. FL.Ichg k.
Mit 38 Abb, Bdo 462.)
Bhotochenzie, Von Prof, Dr. G. Kümmeti.
 2 Auft. Mit 23 Abb. i Textu,;
auf 1 Tafel. Bdo227)
agjotograuhie, Die, ikre wissenschaftlichen
ruündlagen u. i Anwendung. V. Dr. O.
Prefinger. . Auft. Mit Abb. 414.)
—Die künstlerische Ph. V. Dr. W. W,axst
 at Min Bilderanb. (2 Tajeln). G19.)
—adewandte Liebhaber-Ghotographzie,
ihre Tochnik und ihzr Arbeitsfeld. Von
hHe WewWarcitat. Mit Abb. Bd. 5351
Physik in Küche und Haus. Von Brof, Dr.
tan pe e be, Gd. 178)
— ssehe auch Cihnsik in Abt. V.
Bostwesen, Das. Von Kaiserl. Oberpostrat
B. Sieblist. 2. Auft. (Bd. 182.)
ccheninaschinen. Die, und das Mafcminetrechnen.
 Von Reg. Rat Dipl. Ina, K.
Leonz. Mit 43 Abb. Vdb. 490.)
Necht siehe Erbrecht, Gewerbl. Rechtsschutz,
Kaufm., Angest, „Urheherxecht, Verbre—
Hon, Kriminglistik, Verfassunasrecht, Bi⸗—
vilprozeßrecht.
Rechtsprobleuie, Modernc. VGeh. Justizr.
Prof DrJ. Kohler, 3 Aufl. GBd. 128.)
Zalzlagerstätten, Die deutschen. Ihr Vor—
kommen, ihre Entstehung und die Ver—
wextung ihrer Produste in Inducie
und Landwirtschaft. Von Dr. C. Rie7
mann. Mit 27 Abb. Bd. 407.)
— fiehe auch Geologie Abt. V.
Zchiftbau siesse Krigsschiffe.
muckst. Dir, u. d. Schmudsteinindustr.
—
Zoziale Bewegungen und Theorien bis zur
modernen Arbriterbemegung. Ven 8.
Maiex. 6. Aufl, GBd. 2.
y5 g. Arbeiter schutz. u. Arbeiterversicher.
Soz ialis mus. Gesch. der soziglist. Ideen .
j9 Irh. B.Pribaldoz PrFer. Mudle.
AiD. ralion Soz V: Proudhon ud;
cu widlungsgeschichtt. Soz. Bd.269,270.1

rieasbeschädatenfürsorat. In Verbin⸗
dung mit, Med Ral, Oberstabgarzt u
Chefarzt Dr. Rebentisb, Generbe⸗
duidie 6Bag, Dixestor des Städt.
Atbeitsanmts Dt. P. Schlotter heraus,
Xg. von r. S. Kraqus, Leiter des
Slüdie dürforgeamts für riegshinter
hilebene in Frantfurt a. M. Rit Ab⸗
dildungstafeln. Bd. 523.
ricgaschiffe. unsere. Ihre Entstehung und
Zelendung, LTon Gch. „Narincbaurat
Kerieger . 2. Ausl. von, Ra⸗
inchaurat Fr. Shürer. Nit 62, Ab;
bisdungen. Gd. 389.)
triminalistik, Moderne. Von Amtsrichter
Ir Heiswig. 18 Abb. Bd. 476.)
—j. ã. Verbrechen, Verbrecher.
uche iehe Thesnie in Küche und Haus.
dandwirtichaft, Die. VB. Dr. W. Claaßen;
aft. a 18 Abb. u. 1RKarte. 215.)
— fcduch Agrikulturchemie, Kleintier⸗
zucht, Zultstkstoff, Tietzuüchtung; Haus⸗
ere, Tiertunde Abt. V.
Zandwirtswaftl. Maschinenlunde, V. Prof.
re Fischer. 2Aufl. M. Abb. 316)
zuftfaurt. Die,, ihre wisstuschaftlichen
Grundlaaen und ihre echnische En twick⸗
uüng. Von Dr. R. Rimführ. 3. Aufl.
. sutv. wVi. bo Abb. Sd. 386.)
ußtslidofi, Der, u. :„Verw. 8 Prof.
he seaiser. M. 13 Abb. Bd. 313)
eüftung. deizung und v. Von Jugenieur
EMaovner. Mit 40 Abb, Bz. 241.)
Marr, Kartl. Versuch einer Einführung,
Von VProf. Dr. R. Wilbrandt. (621.)
— j, auch Sozialismus.
Maschinen s. Hebezeuge, Dampfmaschine,
an birtsch. Maäschinenkunde, Wärme—
rafimasch, Wasiertraftmasch.
Pa iuenelemente. Von Geh.Bergral Prof.
Vater- 2.A. M. 1759 Abb. 1Bd. 30 1.)
piuße uud Meisen. Von Dre. W, BlIod.
Hit 34 Abb. 1Bd. 385.)
neganit. V. Brof. Dr. G.Hamel. 8Bde.
. undhegriste b. M. I. M. der senten
Förper. Lil. M. 8. tlüfst uliient
Körber. (Bd684686.)
Anjgaben aus der trinmischen. W.
j. d Schul- u. Selbstuntert. V. Srof.
N. SBnatt., B. zahlx. Fig. I.. Bewe⸗
guugsl, Statik. 156 Aufg‚u. Lösnugen,
Dunam, 140A. u Sös. Sb. 508/559.)
liete Messen.
ctalle, Die. Von Pxof. Dr. K. Scheid.
“ Heit' dch, *
Miete, Die, nach d. BGB. Ein Handbüchein
 f. Juristen, Mietex u. Vermieter,
V. Justizrat Dr. M. Strauß. (194.)
Mikroskon, Das. Gemeinverftäudlich dar—
gestzilt von Prof. Dr. W. Schefter.
— Mit 9 Abb. (Bd. 35
Die, und ihre Frodukte. Von Dr.
A. Reitz. Mit 16 Abb. Bd. 362
        <pb n="139" />
        Jeder Band geheftet m. 1.2b0 Aus Natur und Geisteswelt Jeder Band gebunden M. 1.80
Hexzeichnis der bisher erschienenen Bände innerhalb der Wissenschaften alphabetisch geordner
Sozialismus siehe auch Marr: Rom, So⸗
znale Kämpfe im alten Rom. Abt. IV.
Spinnerei, Die. Von Dir. Prof. M. Lehe
mann. Mit 85 Abb. Bd· 338.)
Sprenugstoffe, Die, ihre Chemie u. Techno⸗
logie. V. Geh. Reg.⸗“Rat Prof. Dr. R. Biedermanne.
 2. Aufl. M. 12 Fia. (286.)
Staat siehe Abt. IV.
Statil. Mit Einschluß der Festigkeitslehre.
Bon Reg-VBgum. Baugewerkschuldirest,
A. Ssch au. M. 149 Fidi. T Gd. 447.)
— siehe auch Mechanik, Aufg. and. M. J.
Statistil. V. Prof. Dr. S. Schott. (442.
Strafe und Verbrechen. Geschichte u. Or⸗
ganij. d Gefängniswes. V. Strajanstaltsdir,
 Dr. med. P. Boblitz Vd. 323.
Stratzenbahnen. Die Kleins u. Straßenb.
Von Oberingenieux a. D. Oheriencer
A. Liebmann. M. 82 Abb. (Bd. 322.)
Tabal. Der. Anhan, Handel u. Verarbeit.
V. Jac. Wolsi. M. 17 Abh. GBo. 116.)
Tochnik. Die chemissche. Von De. A.Mäüh
der. Mit 24 Abb. Bd. 191.)
Telegranhie. Das Telegraphens u. Fern—
surechwesen. Von Kaisferl. Oberpostrat
. Sieblist. 2. Aufl. Bd. 1533.)
— Telegraphen- und Ferniprechtechnik in
ihrer Entwiclung. V. Oberpoit-Insp.
HeBricdi Mit 63 Abbe 233
— Die Funkentelegrt. V. Telegt. Insp. H.
Thurnue 4. Auft. MoBidöb GBo.I67.)
siehe auch Drähte und, Kabel.
Teamentserrichtung und Erbrecht. Von
Profj. Dr. F. KReonhard. Bd. 429
Thermodynamik, Praktische. Aufgaben u.
Jeilpielt zut mechgnischen Wärme'ehre.
Von Geh, Bergrat Prof. Dr. R. Vater.
Plit 40 Abb. i Tect u. 3 Taf. Bdo. 396.)
— siehr auch Wärmelehre.
Ticerzüchtung. Von Tierzuchtdirektor, Dr
G. Wilsdorf, Mit 40 Abb. im Text
und, 12 Taf. 2.Aufl. (Bd 369.)
— siehe auch Kleintierzucht.
Uhr, Die. Grundlagen u. Technik d. Zeit—
messg. B. Prof Dr. JIug ,O, Bo dqe., 2..
umgearb. Aufl. Mit 58 Abbai. T. (2161
Urhebrrrecht. Das Necht an Schrifte und
Kunstwerken. Von Rechtsanww. Dr. R
Mothes. (Bd. 435.
— liehe auch gewerblich. Rechtsschus
Verbrechen. Strafe und V. Geschichte u. Or⸗
ganisgtion, d. Gefängniswesens. VB. Straf⸗-anst.Dir.
 Vr med. Bollisß. (Sd323)
— Moderne Kriminalistik. V. Amtsrichter
Dr. A.Hellwig.M. 18Abb. (EBd. 476)
Verbrecher. Die Psiychologie des V. (Ari⸗
m inalbiuch. V. Strafanstaltsdir, Dr. med.
B. Bollitz. 2.A. M.b Diagr. Bd. 248.)
— Ia. Handschriftenbeurt. Abt I.
Verfassa, Grundz, d. V. d. Deutsch. Reiches.
V. Heheimrat Prof. Dr. E. Loeniug.
4. Aufl. (Bd. 34.)

Verfafig. und Verwaltung der deut'chen
Siddte. Von DUr. M. Schmid. (6468)
— Detich. Verfafsgsr. i. geschichtl. Ent—
—
Verkehrsentwicktung i. Dentschl. 1800 bis
1900 Gortgei. b. 3. Gegenvart,. Vor—
träge über Deutichlsandz Eiseubahnen u
Binnenwäasserstraßen und ihre Entwick—
lung und Verwaltung wie ihre Bedeu—
turtgef. d. heutige Vottswirtschaff. Von
Prof. Dr. W. Lob. 4. Aufl. (GBd. 15
Bersichernngswesen. Grunuzüge des V.
GBrinatvgrsicher. V.Peos. De. phil. et
iur. A. Manes. 3. Aufs. (Bd 105.)
Waffeutechnit siehe Handfenerwasien.
Wald, Der deutsche. B. Prof. Dr. Haus⸗
rath. 2. Ail. Bilderanhru Kart. (Bd. 152.)
Wärmekraftunichinen. Die neurren. Von
Geh. Bergrat Brof. R.Vater 2 VBre.
I: Einiührung in die Theörie iu. d. Bau
dGBasmasch. 5. Anfl. M. 42 Abb. (Bd. 21
II: Gascrzeuger, Großgasmaich., Tampf—
u. Gasturb. A. Aufl. M. 43 Abb. (Bd. 86.
— sichhe, auch Kraflanlagen.
Wärmelehre, Einführ, i. d. techn. (Ther⸗
modunamithh). Von Geh. Bergrat Prof.
R.Vater, M. 40 Abb i. Tert. Bd. 316.
— J. auch Thermodungamit.
Wasser. Das. Von Geh. Reg.Rat Dr. O.
Anselmino. Mit 44 Abb. GGb 295.1)
— j. a. Luft, Wass., Licht. Wärme Abt. V.
Wasserkraftmaschinen, Die, u. b. unde
d. Waiserkräfte. V. Kais. Geh. Fee A.
v. Jhering. 2. A. M. 57 Abb. (Bd. 228.)
—
Frhr. v. Nordenflucht. M. Trtelbild.
Bd. 436)
Weinbau und Weinbereitung. Vog Dre. F
Schmittthenner. 34 Abb. (VBd. 332)
Welthandel siehe Handel.
Wirticheftsacagraphie Von Prof. DrF.
Heiderssch. Bd. 633.)
Wirtichaftsgesch. s. Antike W., Ostmark.
Wirtschaftsleben. Deutich. „Auf geograph.
Gruͤndl. gesch. v. Prof. Dr. Ehr. Gxu;
ber. 3. A. v. Dr. H. Reinlein. 42.
— Die Entwidtung des dentichen Wirtaͤftgtebene
 j. lehten, Jahrh. V. Geh,
gez Rat Prof. Dr. . Pohle. 3. A.
— Deutichl. Stellung. i. d. Weltwirtsch
n Frug — —
— Die Jangnrx in d. Weltwirtichaft. V,
Prof Dr. K. Mathgen. 2. A. Vd. 72.)
Wirtschaftlichen Organisationen, Die. Von
Prof De. E. Leberez, Bd⸗ 428.)
— j. Konsumgenoss., Mittelstandsbeweg.
Zeichnen, Techn. Von Prof. Dr Hor,st;
mann. Bd· 5318.
Zritunaswesen. V. Dr. H Die z. Bdo.328.)
Zivilprozebrecht, Das deutsche. Von Ju—
ieiat a Sirauß Go 8313)

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I. Teil.

Die geisteswissenschaftlichen Kulturgebiete.

Halste. Religion und Philosophie, Literatur, Musik und Kunst (mit vorangehender
 Einleitung 2zu dem Gesamtwerk). [I4 Bande.]
erschienen.) In Halbfranz geb. jeder Band 6 Mark mehkr.
Die aligemeinen Grundlagen der Kultur Die orientalischen Literaturen. I, 7.)
dor Geęgenwart. I. 1.) 2. Aufi. M. 13. -, M. 20. - M. 10. - M. 12. -
Dis Ausgabhen und Methoden der Geistes- Die griechische und lateinische Literatur
wiasenssschaften. , 2.) unud Sprache. E, 8.) 3. Aufl. M. 12. -, M 14. -
Pie Religionen des Orients und die alt- Die ossteuropaischen Literaturen und die
— Religion. qQ. 3 1) 2. Auslage. slawischen Sprachen. ,9. M. 10.-, M. 12. -
I. 6.- M. 10. - Die deutseche Literatur u. Sprache. E, xo.)
Die Religionen dos klassisehen Alter- Die romanisch. Literaturen u. Sprachenums.
 E. 3, 2.) Mit inschlub des Keltiachen. (I, a1, 1.)
Werradee 49 chriatlichen Religlon. M. 12. -, M. 14.-it
 Einleitung: Die israelitiseh-Judisehe ęnglisene Literatur und Sprache, skan-FZengion.
 αα e i e gαννν T
* teraturwissensachaft. E, 11, 2.)
Sysstematische christiieho Religion. . 4,2.) Die Musik. (I. 12.)
2. Auflage. M. 6. 60. d. 8.- Die orientalische Kunst. Die europaische
Augemseine Geschichte dor Philosophio. Kunat des Altertums. C. 13.)
G. 5. 2. Auflatzs. M. 14 -. M. 16 - Die europaische Kunst des NMittelaltera
Sysmtematisehe Philosophie. I, 6) 5. Anf. und der Nouææit. Allgemeino Kunstlago.
 M. 10.-, M. 12. - wissenschaft. , 145)
I. Teil. Die geisteswissenschafstlichen Kulturgebiete.
2. Hàista. Staat und Gesellschaft, Recht und Wirtschatt. [1o Bunde.]
Systom der Staats- und Gesellschaftswissenschasten.
 I, 6.)
Augemelne Rechtsgeschichts. J. Halfte.
GI, 7, 1. M. 9. -, M. 11. —
Systematische Rechts wiasenschafst. I, 8.
æ. Auflage. M. 14. -, M. 16. -
Allgemeine Wirtschaftsgeschichte mit
e der Volxswirtschastslehro.
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xAllgem. Volxswirtschaftalehro. I. 10, 1
2. Auflage. M. 7. -, M. 9. -
Speꝛzieolle Volkswirtschastslehre. I, 10, 2.
System der Staats- und Gemeindewirtcnhaftslenre
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VRotwendigkeiten und Möglichkeiten deutscher Zukunft
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 1. Krlegsucjachen und Kriegsziele. — II. Gruud⸗
ragen des Friedens: Vöolkerfcieden. (Abrüstung, Freiheit det Meete und Schiedsgecichte.)
Lanonalitätenfrage. (Das Selbstbestimmungsrecht, Witischaftskrieg und Wirtjchajts jrieden.
Wilitärische Notwendigkeiten: Aillgemeines — zu Lande — un See —mni. Einzelfragu
bes SFriedeus: Mitteleuropa. Die Kolonien. Dferreich-Ungarm. Türkei. Bulgarien. Der
Baltan. Rußland. Flnnland. Die Osifeeprobinen und Lilauen. Polen. Die Uktaine.
England. Frankreich. (Das Erzbecken von Brieh.) Stalien. Belgien. (Bas politische Problem.
Die flãmische Frage. Das witischaftliche Probsem.) Die Vereinigten Staalen. Mittel⸗ und
Züdamerika. stasiten. — IV. Ber deulsche Friede: Kriegseigebnijfe und Folgerungen.
Zie geschichtliche Bedeutung des Krleges. — V. Sie deutfche Zukunft: Die äußere Politit.
Das Nuslandsdeutschturm, Das Finanzwesen. Die Kan wirischaft. Handel, Industtie und
Handwert. Die Arbeiterfrage. Beamte und sreie Beiufe. Die Frau Die mnete Politit.
Von deutscher Nrt und Kunst
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ine SFülle des Pacenden und Wissenswerten? Zu rühmen ist auch die Fülie prächtiget
Abbildungen, die dem billigen Buche beigegeben sind, sowle das Verzeichnis von Werken,
die dem Weiterittebenden manchen quten Hinweis geben.“ (GKonferb. Riongaisschrift;

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„Mit großem Geschick weiß der Verf. in knappen Worten einen Zeitabschnitt, das Wirken einer
Lersönlichteit trefflich zu chatakterisieren, ein Dich wert zu anotosieren oder die Beriehung zwijchen
Leben und Werken bei dem einzeinen Dichter hetporzuhrben. (Sudweitdeutsche Schulbl.)
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