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Versuche

zur

Einbürgerung der geidenindustrie und des A

in Meklenhurg.

Von

Professor Dr. Wilh. Stieda zu Rostock.

Die ersten Schritte zur Einführung der Seidenindustrie und zur
eigenen Erzeugung der Seide geschahen in Deutschland während des
16. Jahrhunderts. Zwei inteluͤgenten Ulmer Bürgern Scheller und
Marteller wird nachgerühmt, daß sie im Jahre 1525 die Sammel—
weberei in Como erlernt hätten, um die dort erworbenen Kenntnisse
in der Heimath verwerthen zu können.') Indeß dieser Versuch so
wenig, wie der später — 1545 — in Augsburg von Andreas Schultz
unternommene, der Goldspinnerei und Brocatweberei Eingang zu ver—
schaffen, hatten dauernden Erfolg.?)
Mit demselben Mißgeschick hatten die von hoher Hand begünstigten
Bestrebungen zu kämpfen. Kurfürst August von Sachsen (1553 —86),
der den Wohlstand seines Volkes überhaupt durch Pflege des Land—
baues, Beförderung der Industrie und Belebung des Handels zu heben
bemüht war, ließ durch den Locarner Giacoino Duno aus Zürich
eine Sammetweberei ins Leben rufen. In Brandenburg aber folgte
—A
tolommeo Robasciotto aus Basel zu gleichem Zwecke berief.“) Der
Brandenburgische Fürst übertrug seine Liebhaberei auch auf seine

2)

Jäger, Geschichte der Stadt Ulm. S. 649.
Falke, Geschichte des deutschen Handels, II, S. 25.
Geeriug, Handel und Industrie der Stadt Basel, S. 441.