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Ungeduldig erwartete der König den Erfolg dieser Maßregel,
wiederholte sie am Ende des Jahres — am 20. December — und
verlangte binnen 8 Tagen genauere statistische Angaben von jedem
Prediger, wie viel Bäume bereits gepflanzt wären. Die renilenten
Prediger sollten die höchste Ungnade zu erwarten haben, „gestalt Wir
keine Entschuldigung, dass der Kirchenpatron der Sache zuwider
 waäre oder dergleichen werden gelten lassen.“
Im Thiergarten zu Berlin wurden wüste Plätze, die der König
selbst bezeichnete, von Refugiess mit Maulbeerbäumen bepflanzt. Aus
ihrer Ansiedelung erwuchs der später Moabit genannte Stadttheil.
In Wusterhausen ließ der König ebenfalls eine Plantage anlegen,
und so waren bis 1782 in und um Berlin allmählig 2000 Bäume
vorhanden, deren Seidenertrag sich auf 115 Pfund belief. Der
königlichen Societät war das Privileg nicht mehr erneuert worden,
sondern dieses hatte, wie es scheint, der Domänenfiscal Pfeiffer er—
halten, der, nächst Frisch der eifrigste Beförderer des Werkes, eine
Baumschule angelegt hatte, um die ganze Kurmark mit Bäumen zu
versorgen.!)
Gleichzeitig ließ sich der König angelegen sein, die Seiden⸗
industrie zu entwickeln, indem er sie namentlich durch eine seit 1718
überlegtere und kräftigere Schutzzollpolitik förderte. Bei alledem war
trotz hübscher Ergebnisse im Einzelnen beim Regierungsantritt Friedrich
des Großen für das ganze Land noch nicht viel erreicht. In einer
Instruction des gleich in den ersten Wochen der Regierung dieses
Monarchen ins Leben getretenen fünften Departements, einer Ab—
theilung im General⸗Directorium, der die Sorge für Handel und
Industrie im ganzen Gebiete der Monarchie übertragen wurde, be—
zeichnete man die Seiden⸗Industrie schlechtweg als eine im Lande
noch fehlende Manufactur. Friedrich der Große nahm sich ihrer jetzt
aufs Lebhafteste an. Wiederholt hat er erklärt, daß sie zunächst sein
vornehmstes Augenmerk auf gewerblichem Gebiete sei.?)
In einer 1750 an den Minister von Danckelmann gerichteten
Ordre bezeichnete er den Seidenbau als einen Gegenstand, „den er
unter den übrigen Aufgaben für das Besto des Landes und
zeiner Unterthanen für éeinen der hauptsächlichsten halte.“s)

Fr. Stadelmann, Friedrich Wilhelm J. in seiner Thätigkeit für die
Landeskultur Preußens. 1878. G. 180—182. In den Publicationen aus
dem königlich preußischen Staatsarchiv. Bd. 2. — Hintze, a. a. O., S. 93
2) Hintze, S. 104.
9) Stadelmann, Preußeus Könige in ihrer Thätigkeit für die Vandes—
kultur. Friedrich der Große. 1882, S. 215. In den Publicationen aus den
königlich preußischen Staatsarchiven. Bd. 11.