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Im April des Jahres 1753 wandte sich der Gärtner Carl
Ludewig Schmidt in Stettinn) an den Herzog mit dem Vorschlage,
Pflanzungen von Maulbeerbäumen anzulegen. Er behauptete, von
dem Wunsche des Herzogs, Maulbeerbäume in seinem Lande zu besitzen,
gehört zu haben und erklärte sich bereit, wenn man ihm Reisegeld
und hinlänglichen Gehalt, dessen Höhe er aber nicht bestimmte, be—
willigen wollte, im nächsten Frühsahr nach Meklenburg zu kommen
und mit Anpflanzungen zu beginnen. Zum Beweise seiner Fähigkeit,
das fragliche Werk in Scene zu setzen, berief er sich darauf, daß die
königliche Kriegs- und Domänenkammer in Stettin ihm den Auftrag
ertheilt habe, uüͤberall in Pommern auf den Kirchhöfen Maulbeerbäume
zu setzen, was „er sonder Rubhm sehr wobl zu Stande gebraeht
hätte. Alle Bäume gingen gut vorwärts, und er zweifle nicht, daß
man in neun Jahren einen vollkommenen Seidenbau entwickeln könne.
Christian Ludwig, obgleich in hohem Alter zur Regierung kom—
mend, hatte doch schon bei den Vorverhandlungen zum Erbvergleich
bewiesen, daß er die neueren Ideen seiner Zeit, die überall dahin
drängten, industrielle Anlagen emporzubringen, verständnißvoll in sich
aufgenommen hatte. Um heilsame Maßregeln „um besseren Schutund
 Vorschleis der in unsern Landen sich ergebenden einheimi
schen Produkten“ treffen zu können, hatte er damals vorgeschlagen,
die Einfuhr von kupfernen Kesseln, von Sensen und von Salz zu
verbieten, da die einheimischen Fabriken und Bergwerke diese Gegen⸗
stände ausreichend lieferten. Aber er hatte die Stände, die an dem
freien und ungezwungenen Commercium festhielten, nicht davon über—
zeugen können, daß aus der gelegentlichen Beschränkung der Freiheit
für das Land etwas Ersprießliches erwachsen würde. Es ist demnach
wohl glaublich, daß auch die Beförderung des Seidenbaues zu seinen
Wünschen gehörte, und er sich vielleicht in Brandenburg nach Per⸗
sönlichkeiten umgesehen hatte, die geeignet waren, diese auszuführen.
Große pekuniäͤre Opfer war man nicht in der Lage, für
beregten Zweck zu bringen, und so antwortete die Kammer,?) daß
wenn Schmidt sein Vorhaben auf eigene Kosten ausführen wolle, ein
Revier Landes ihm dazu angewiesen werden würde. Gärtner Schmidt,
dem vermuthlich die Mittel gefehlt haben werden, verband sich mit
einem Genossen Johann David Gercke, um gemeinsam den Versuch
zu wagen. Gercke war ebenfalls ein bewährter Pflanzer, dem Pastor
Georg Christian Mayer in Stargard bescheinigen konnte, doß e

) Diese, sowie die folgenden Mittheilungen nach Acten des Geheimen
und Haupt-Archivs in Schwerin, Maulbeer⸗Plantagen und Seidenweberei
2) Am 21. Aprit 1758
1753. August 9.