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200 Rthlr. aus der fürstlichen Kammer erhalten, das sie mit 10 Thlr.
jährlich verzinsten und nach zwei Jahren zurückzuerstatten versprachen.
Ueber ihr weiteres Schicksal wissen wir leider nichts. Hoffentlich
haben sie das in sie gesetzte Vertrauen gerechtfertigt.
Der Neffe Gustav Adolfs, Herzog Friedrich Wilhelm, der 1692
in Schwerin, 1695 in Güstrow zur Regierung kam, hatte von vorn⸗
herein sein Augenmerk auf die Hebung der Industrie gerichtet. Er
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vertriebenen Protestanten, denen er in Bützow eine willkommene
Unterkunft bot, und scheint seinen Agenten im Auslande Befehl
ertheilt zu haben, fähige Gewerbetreibende verschiedener Branchen zur
Uebersiedelung nach Meklenburg unter angemessenen Bedingungen auf⸗
zufordern. Demgemäß schrieb unter dem 26. Juni 1706 der Agent,
Secretair Schlei aus Kopenhagen an den Landrentmeister Storm in
Schwerin wegen vier geschickter Seidenweber, die geneigt waren, sich
in Schwerin niederzulassen.
Die vier Weber waren Brüder, aus Hamburg gebürtig, wo ihr
Vater ebenfalls sich mit Seidenweberei beschäftigte. Zwei waren
bereits Meister, die beiden anderen, also wohl in jüngerem Alter,
arbeiteten als Gesellen bei ihnen. Sie waren einem Rufe nach Stock—
holm gefolgt, wo man damals seit 1648 sich bemühte, Manufacturen,
insbesondere Seidenwebereien, anzulegen,) und hatten sich von dort,
als sie sich in ihren Erwartungen getäuscht sahen, nach Kopenhagen
begeben, wo sie aber leider auch erleben mußten, daß das Commerz⸗
kollegium, das ihre Reise veranlaßt hatte, ihnen nicht alle gemachten
Versprechungen hielt. In Folge dessen war einer von ihnen aufs
Neue nach Stockholm zurückgegangen, die anderen drei aber zeigten
die größte Neigung, sich wieder in Deutschland ansässig zu machen
und hatten sich gerade Meklenburg ausgesucht, „weillen Ihro Durchlaucht
 dergleichen Leuten s0 herrliche Privilegia geniessen
liessen,“ zweifellos eine Anspielung auf die Privilegien der damals
kürzlich ins Leben getretenen französischen Kolonie, deren Ruf bis in
den Norden gedrungen sein mußte. Ueber 8 Webhstühle nebst dem
dazu gehörigen Geräth verfügten unsere Hamburger, aber es fehlte
das Reisegeld, und sie wünschten außerdem einige Hundert Thaler
Vorschuß. Im Besitz dieses Kapitals wollten sie die Manufactur
großartig einrichten, noch drei Kollegen aus Hamburg kommen lassen
und 4 meklenburgische Jungen in die Lehre nehmen.
Der Fall lag augenscheinlich nicht ganz ungünstig, aber man
scheute sich doch vor dem Risiko. Man war damals gerade darauf
1) Hintze, a. a. O. S. 283.