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die gewährt werden sollten und nicht gegeben werden konnten. So
zerschlug sich auch dieses Project.
Erwägt man alle diese fruchtlosen Versuche, dem Lande zu einer
eigenartigen Industrie zu verhelfen, so kann man ein leises Bedauern
nicht ganz unterdrücken, daß die Mittel fehlten, das Werk zu fördern.
Zwar hatte die Kammer mit ihrem Standpunkle recht, wenn sie lieber
die Verarbeitung einheimischer Rohstoffe in Angriff genommen wissen
wollte. Indeß ist die Kuliur der Maulbeerbäume in der That nicht
so aussichtslos, wie man damals in gewissen Kreisen angenommen zu
haben scheint. Es ist richtig, wenn Becher seiner Zeit betonte, daß
der Baum in klimatischer Beziehung für Deutschland passe. Er ver⸗
trägt bei richtiger Behandlung ziemlich hohe Kälte und kommt auf
sandigem Boden gut fort. Der Satz, daß je kühler das Klima, je
feiner das Haar wird, welches das Thier erzeugt und schützt, gilt
auch für den Seidenfaden. Dazu kommt, daß zum gewöhnlichen Be⸗
triebe der Zucht von Seidenraupen kein befonderes Gebaͤude erforderlich
ist, sondern, da sie ja nur 5 Wochen in jedem Jahre dauert, leicht
in Räumlichkeiten, wie Stuben und Hausböden, vorgenommen
werden kann, die sonst anderen Zwecken dienen. Endlich kann das
Holz des Baumes oder, wenn er älle vier Jahre, ähnlich den Weiden,
gekröpft wird, seine Zweige und seine Rinde gewerblich vielfach aus—
genutzt werden. Demgemäß bietet auch heute noch die Kultur der
Seidenraupe ein dankenswerthes Object, das man regierungsseitig
nicht so ganz außer Acht lassen sollte.
Jene älteren Bestrebungen sind aber auch deshalb interessant,
weil sie uns Meklenburg immer im engen Zusammenhang mit den
Kulturfortschritten der Zeit zeigen. Die Landesfürsten verschließen ihr
Auge keineswegs den Vorgängen in ihrer Nähe. Sie sind siets darauf
bedacht, die Gesammtwirthschaft des Landes zu heben, indem sie eine
bisher vernachlässigte Seite derselben besonders begünstigen. Wenn
es ihnen wenig, in diesem Falle gar nicht gelang, den Widerstand
ihrer Umgebung zu besiegen, so muß man erwägen, wie langsam sich
gleichzeitig in dem viel größeren Brandenburg die Neuerung ein—
bürgerte und welche erhebliche Summen dort geopfert wurden, die in
Meklenburg nicht zur Verfügung standen.
Seltsam uns anmuthende Verhältnisse treten uns aus den Acten
entgegen. Auf der Seite der Gewerbetreibenden eine gewisse Naivetät,
die vom Landesfürsten die größten materiellen Opfer ohne Zaudern
erwartet für Zwecke, die nicht immer ganz klar sind, für Ziele, die
keineswegs leicht zu erreichen waren; ein unverwüstlicher Optimismus,
der trotz durchgängig ablehnender Haltung es nicht verschmäht, sich
stets wieder der Regierung zu nähern, um vielleicht doch in einem
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