produzenten hervorgegangen sind. Für die Anlagen
 war es natürlich sehr günstig, wenn sie in
der Nähe der Produktionsorte des Rohweines lagen,
damit die verteuernde Fracht in Wegfall komme.
Ausserdem war auch bestimmend, dass der Name
von bekannten Weinorten als Domizil der betreffenden
 Kellerei immerhin eine Reklame und eine
Erleichterung des Geschäftes war.
Nicht zum Mindesten aber ist auch die Arbeiterfrage
 zu berücksichtigen. Wenn auch in der Schaumweinindustrie
 viel weniger Arbeiter als in anderen
Industrien notwendig sind, so braucht man doch
vor allen Dingen nüchterne und zuverlässige Arbeiter.
 Bei dem augenblicklichen Stande der Industrie
 werden ca. 1500 Arbeiter mit einem Jährlichen
 Lohnbezug von ca. 1 500000 Mk. beschäftigt.)
Es war für die Gründer von Schaumweinkellereien
wünschenswert, Leute zu bekommen, die mit der
Behandlung des Weines und mit Kellerarbeiten bekannt
 waren und diese konnte man doch nur, oder
hauptsächlich in den Weinbaugebieten finden. Heute
noch sind die Arbeiter in der Schaumweinindustrie
zum überschiessenden Teil keine ungelernten Arbeiter.
 Die einzelnen Betriebe ziehen sich ihren
eigenen Stab von Arbeitern an, die meistens nach
ihrer persönlichen Geschicklichkeit auch bezahlt
werden. Am höchsten natürlich die Degorgeure
und Rüttler, die nur nach jahrelanger Übung zu
einer Vervollkommnung ihrer Tätigkeit kommen
können. Gewöhnlich sind die Arbeiter auch Eingesessene
 der Produktionsorte und befinden sich
in geordneten Verhältnissen. Die grosse Mehrzahl
derselben, abgesehen von den Arbeitern in den

1) Laut Angabe der Nahrungsmittel-Industrie - Berufsvenossenschaft.
