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Daraus ist zu ersehen, dass vor der ersten
Zollerhöhung in 1885 die Einfuhr von 1880—1884
um 1203 Tonnen zugenommen hatte. Wenn man
von dem Jahre 1900 absieht, dessen Einfuhrziffer
als Vorauskäufe durch das nachfolgende Zolltarifgesetz
 von 1902 erklärt wird, so hat die Einfuhr
nicht wesentlich zugenommen und sind im Jahre
1907 nur 262 Tonnen mehr, als. im Jahre 1880 eingeführt
 worden und ist diese Stagnierung der Einfuhrziffer
 dem Konsum des deutschen Schaumweines
 zu Gute gekommen.
Vieles hat auch zum Aufschwung der deutschen
Schaumweinindustrie die Hebung des allgemeinen
Volkswohlstardes in Deutschland beigetragen; denn
Deutschland ist noch immer das Hauptkonsumland
für den inländischen Schaumwein. Mit dem wachsenden
 Wohlstande geht auch das wachsende Bedürfnis
zu genussreicherem Leben Hand in Hand und diesem
 Bedürfnis hat die Industrie Rechnung getragen
durch gute und preiswerte Erzeugnisse.
Es wird wohl niemand leugnen, dass Schaumwein
 eigentlich ursprünglich ein ausgesprochener
Luxusartikel war, und wir finden hier, dass ein
Luxusartikel durch Sitten, Gebräuche und vor allen
Dingen Meinungskonsum zum Standard of life der
mittleren Lebenshaltung gehört. Es lässt sich heutzutage
 nicht umgehen, bei Festlichkeiten in der
Familie, selbst bei kleineren Verhältnissen, den
Gästen Sekt vorzusetzen und gewisse Kreise sind
geradezu gezwungen, dies zu tun, um ihre gesellschaftliche
 Stellung aufrecht zu erhalten, resp. den
ihrer Stellung entsprechenden Aufwand zu zeigen,
ödhne wirklichen Luxus zu treiben.
Auch in der Medizin wird der Schaumwein als
Belebungsmittel verwandt, doch sind das natürlich
einzelne Fälle, die nicht in Betracht kommen.