Einleitung,

Vereinigungen, und erst nachdem die Erscheinung selbst, wie sie
leibt und’ lebt, erkannt ist, gehen wir zur Würdigung unserer
Erfahrungen, zur Kritik unserer Beobachtungen, zur Feststellung
und Beurteilung ihrer Wirkungen über, Diese induktive Methode
ist die Ursache, daß wir die wirtschaftlich-dogmatischen Ausführungen
 — schon aus ökonomischen Gründen — neben der
Beschreibung der Erscheinung zurücktreten lassen. Wir begnügen
uns vielmehr größtenteils damit, die volkswirtschaftlichen Berührungspunkte
 gleichsam nur anzudeuten. Diese induktive
Methode bedingt auch das übrige System unserer Schrift, welches
sonst keiner näheren Aufklärung bedarf.
Bloß noch eine Bemerkung über unsern Wortgebrauch. Dem
von uns vertretenen prinzipiellen Standpunkt zufolge — der
unten des weiteren entwickelt wird — ist der Begriff des
Kartells so weit zu fassen, daß auch der Trust darunterfällt.
Deshalb, und der Einfachheit wegen, reden wir von Kartell,
Kartellbewegung, Kartellierung usw., auch wo wir darunter Trust,
Trustbewegung, Trustgründung inbegriffen wissen wollen, ohne
besonderes Gewicht darauf zu legen, daß das. Gesagte sich auch
auf Trusts bezieht. Nur wenn dies hervorgehoben werden
soll, erwähnen wir ausdrücklich auch den Trust. Wir finden
übrigens diesen Wortgebrauch allgemein verbreitet, Und da er
zweckmäßig ist, nehmen wir ihn an, wenn er auch den strengsten
logischen Anforderungen nicht entspricht.
Es soll demnach zu allererst untersucht werden, wie Kartelle
und Trusts entstehen? was sind ihre charakteristischen Merkmale?
welche Begriffsbestimmung folgt aus diesen Merkmalen? worin
unterscheiden sie sich von anderen verwandten Gebilden? und
endlich: wie fügen sich die so gewonnenen Resultate in den Rahmen
der Grundgesetze der Volkswirtschaftswissenschaft?