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X. Kapitel. Über Kartelle und Trusts im allgemeinen.

der amerikanischen Continental Tobacco Company, bei
welcher die Firma Ligett &amp; Meyer ihre Fabrik für ı2 500000
Dollar verkauft hat, was einem Sechstel des gesamten Aktienkapitals
 entsprach. Bei der Gründung des Stahltrusts wurden die
Carnegie Fabriken für 500 000 000 Dollar gekauft. Beide Beispiele
zeigen, daß der Promoter die mächtigen Unternehmungen überzahlt,
 während er die schwächeren, oder diejenigen, deren Ausrüstung
 mangelhaft ist und die um jeden Preis den schädlichen
Folgen. der Konkurrenz ausweichen wollen, leicht tief unter dem
Wert anzuschaffen imstande sein wird.
Nach Feststellung des Preises wird bestimmt, ob man in
Bargeld oder in Aktien zu bezahlen hat. Falls die Barzahlung
nicht durchzusetzen ist, hat der Promoter für die Placierung der
entsprechenden Aktienscheine zu sorgen. Zu diesem Zwecke
wendet er sich an Bankhäuser oder Finanziers, die als Aktienunterzeichner
 (underwriters) bestrebt sind, sich den Löwenanteil
des Gewinnes zu sichern. Das berühmte Bankhaus J. P. Morgan
hat bei vielen Trustgründungen als Promoter und Aktienunterzeichner
 mitgewirkt; so z. B. hat die erwähnte Firma bei der
Gründung des Stahltrusts 200000000 Dollar gezeichnet. Der
underwriter übernimmt die Aktien zu einem im voraus bestimmten
Preise, zu welchem er dieselben leicht zu verwerten hofft. Gelingt
die Lanzierung der Aktien nicht, so entstehen für ihn Verluste,
während im entgegengesetzten Fall der Gewinn durch die Kursdifferenzen
 gegeben ist.
Eine spezielle Art der Aktienzeichnung ist das sogenannte
„insurance underwriting“, welches nur ein Optionsrecht gibt,
wobei der Promoter oder die neu gegründete Gesellschaft selbst
ihre Aktien in den Verkehr bringt; der erreichte Überschuß über
die Unterzeichnungssumme gebührt dem underwriter, während er
das eventuelle Manko zu ersetzen hat. Eine andere Art dieser
finanziellen Operation ist das sogenannte „privilege underwriting“;
 das „privilege“ gibt das Recht zur Übernahme von
hundert Prioritäts- und hundert Stammaktien, zu einer im voraus
bestimmten unter dem Nennwert bleibenden Summe; die Differenz
bei dem Verkaufe dieser 200 Aktien fällt dann zu Gunsten oder
zu Lasten des Unterzeichners.
Um möglichst viele Fabrikbesitzer zu veranlassen, Aktien
statt Bargeld anzunehmen, ist es üblich, das Aktienkapital in