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II. Kapitel. Arten der Kartelle und Trusts,

nach einem vorher festgestellten Maßstab, der sich in diesem
Falle allerdings nach dem Verhältnis der einzelnen abgekauften
Quanten richten kann, an die Mitglieder wieder verteilt. Diese
Form der Gewinnkontingentierung erfordert einen großen Kapitalbesitz
 zur Verfügung der gemeinsamen Verkaufsstelle, kommt
daher nicht häufig vor. Ihre höchste Ausbildung sollte sie erreichen
 durch die Gründung sogenannter Kartellbanken, die
in der Weise projektiert waren, daß die Unternehmer einer
Branche den Hauptkapitalsanteil für das zu gründende Institut
aufbringen, aber auch das Publikum in bescheidenerem Maßstabe
an demselben zugelassen werden soll. Die Kartellbanken hätten
die Aufgabe gehabt, allen beteiligten Unternehmungen die Produktion
 zu bestimmten Preisen abzukaufen und den Verkauf derselben
 durchzuführen. Der erzielte Gewinn, der durch die Zentralisation
 des Angebots und eigene Geschäfte der die Marktlage
beherrschenden Bank außerordentlich gesteigert werden sollte,
wäre zunächst nach einem bestimmten Plan an die Verbandsmitglieder
 abzuführen, der Rest sollte den Aktionären der Kartellbank
zufallen, unter denen natürlich wieder die Verbandsmitglieder
mit dem größten Teil des Aktienkapitals sich befänden. Sehr
ernste Verbände haben Projekte derartiger Kartellbanken
ausgearbeitet, dieselben sind jedoch bisher nicht zustande gekommen.!)

5. Absatzverteilende Kartelle,

‚Die Aufteilung des Absatzes erzeugt ein Monopol: der
Konsument kann nicht zwischen den Verbandsmitgliedern wählen,
sondern ist gezwungen, sich an das vom Kartell bestimmte Mitglied
 zu wenden. Das absatzverteilende Kartell?) schließt also
den Wettbewerb unmittelbar aus. Der Ausschluß des Wettbewerbs
 kann erfolgen durch Aufteilung des Absatzgebiets unter
den Verbandsmitgliedern so, daß jedes Mitglied auf seinem Gebiet
 mit Ausschluß der Konkurrenz der übrigen Mitglieder verkauft’);
 oder kann da, wo zu einer gewissen Zeit bloß ein bis
zwei Abnehmer dem Kartell gegenüberstehen. durch zeitliche

') Liefmann a, a, O. S. 117ff.; Landesberger a, a. O.
" Menzel (a. a. O.): „Absatzkartell“,
%) Dies war das Vorgehen des Österreichisch-ungarischen Sodakartells, siehe

unten,