$ 11. In Deutschland.

3m

tieren. Auch nach Abschluß dieses Vertrags war die Tendenz
einer engeren Konzentration fühlbar, und in ıl/, Jahren sank die
Zahl der Kartellmitglieder durch Verschmelzungen von 100 auf 80.
Auch der Gegensatz zwischen reinen und gemischten Betrieben,
 zwischen Kohlenzechen und Hüttenzechen wurde stets
schärfer. !)
Die Verbesserung des Marktes und die günstigere Lage der
Eisenindustrie kam in erster Linie den gemischten Betrieben zu
gute, weil die Preissteigerung der Kohle bereits ihren Nutzen
sicherte, während die reinen Werke infolge der Teuerung ihres
Rohmaterials (der Kohle) selbst eine günstige Situation schwer
ausnutzen können.
In paralleler Richtung mit dem Rheinisch- Westfälischen
Syndikat bewegte sich die. Entwicklung des oberschlesischen
Kartells, ohne jedoch eine ähnliche Stufe der Organisation erreichen
 zu können: die Oberschlesische Kohlenkonvention
mit 16 Mitgliedern beruht ausschließlich auf Vertragsverbindung
ohne ein gemeinsames Zentralverkaufsbureau.
Die Koksproduktion ist seit 1890 durch das Westfälische
Kokssyndikat zentralisiert. Schon zu Beginn der 80er Jahre
zeigten sich die schädlichen Folgen des Konkurrenzkampfes. Zu
ihrer Beseitigung wurde im Jahre 1882 in Dortmund die erste
Koksvereinigung gegründet, welche durch Festsetzung von
Minimalpreisen eine angemessene Verwertung des im Oberbergamtsbezirk
 Dortmund produzierten Koks erstrebte. Indessen war
diese Vereinigung namentlich infolge der niedrigen Preisangebote
der außerhalb der Konvention stehenden Kokereien weder in
der Lage, die Minimalpreise, noch die Produktionseinschränkung
aufrecht zu erhalten, so daß sie sich im Jahre 1884 wieder auflösen
 mußte. Im Jahre 1885 sind neue Vereinbarungen getroffen
worden, die im Jahre 1890 zu einem noch festeren Zusammenschluß
 durch Begründung des Westfälischen Kokssyndikats führten.
Das Westfälische Kokssyndikat konstituierte sich als eine Aktiengesellschaft
 mit dem Sitze in Bochum. Gegenstand des Unternehmens

1) Vergl. H. G. Heymann: Die gemischten Werke im deutschen Großeisengewerbe
 (Münchner Volkswirtschaftl, Studien, Heft 25, 1904). Die Entwicklung
nimmt die Richtung, daß stets mehrere Eisenwerke mit Kohlenwerken sich vereinigen,
 so z. B. A.G. Pluto mit Gruben und Hüttenverein Schalker, Zentrum mit
Rheinische Stahlwerke, ver. Carolinenglück mit Bochumer Gußstahlverein etc.