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III, Kapitel. Die Kartell- und Trustbewegung.

Preispolitik befolgte wie die privaten Bergwerke!) — auch in
das „Rheinisch-Westfälische Syndikat“ eintreten soll.
Von anderer Seite wird betont, daß der Staat die Mißbräuche
der Kartelle durch eine wirksame Konkurrenz in Gleichgewicht
halten sollte. Insbesondere hat Bergrat Gothein ausgeführt ?),
daß die Verstaatlichung so von technischem, wie von wirtschaftlichem
 Standpunkte sämtliche Nachteile des Monopols nur noch
steigern würde, Um die Machtposition des Syndikats zu erschüttern,
 schlägt Gothein eine Modifikation des Berggesetzes
vor, welche die Verleihung neuer Bergrechte verbietet, Hierdurch
 könnte der Staat, seinen jetzigen Bergwerksbesitz mit den
noch freien Bergwerken ergänzend, im Interesse der wirtschaftlichen
 Entwicklung eine wirksame Konkurrenz anfangen, die
Übermacht der Kartelle brechen und derart die allzu hohen Preisbildungen
 verhindern. Zu diesem Zwecke könne ferner der Staat
auch die Herabsetzung der Frachttarife und die zeitweilige Erleichterung
 des Imports ausländischer Kohlen veranlassen.
B, Auch auf dem Gebiete der deutschen Eisenindustrie
hat die Kartellbewegung einen großen Aufschwung genommen.
Die kontradiktörischen Verhandlungen (Heft 5, Seite 2) stellen
das Bestehen von 44 Konventionen, Kartellen und Syndikaten fest,
ohne die loseren Vereinbarungen und die Preisfestsetzungen von
Händlervereinigungen zu berücksichtigen. Laut den statistischen
Zusammenstellungen des Jahres 1903, bestehen in der Eisenindustrie,
 abgesehen von den Schlossereien und Schmieden beiläufig
 14000 Betriebe, wovon 4962 mit anderen Betrieben verbunden
 sind.
Um die Kartellbewegung der Eisenindustrie darzustellen,
haben wir zwischen den 3 Produktionsprozessen derselben: Roheisen,
 Halbzeug und Walzwerkbetrieb zu unterscheiden. Während
in Österreich-Ungarn diese 3 Produktionsstadien in einheitlichen

1) Insbesondere betont dies Goldstein im Archiv für Sozialwissenschaft und
Sozialpolitik (Bd. 20 S, 610). Dieselbe Tatsache wurde auch bei den kontradiktorischen
 Verhandlungen durch Kirdorf » Stinnes und andere konstatiert
{Kontr. Verh. Bd, I S. 117, 227, 232). So erhöhten die staatlichen Bergwerke am
1. Juli 1900 zur schwersten Zeit der industriellen Krisis die Kohlenpreise und haben
dieselben auch seitdem nicht herabgesetzt, trotzdem hierdurch dem Kohlenmangel
abgeholfen und die wirtschaftliche Entwirrung hätte erleichtert werden können.
?) Die Verstaatlichung des Kohlenbergbaues; Vortrag gehalten in der volkswirtschaftlichen
 Ges, zu Berlin am 20, Januar 1905,