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III. Kapitel. Die Kartell- und Trustbewegung.

hergestellten Roheisens‘ findet durch eine Verkaufsstelle statt.
Die bedeutsamsten Unterschiede in der Organisation des Rheinisch-Westfälischen
 Roheisensyndikats und des Vereins für den Verkauf
 von Siegerländer Roheisen bestehen darin, daß das
erstere den Absatz nach dem Auslande seinen Mitgliedern freigegeben
 hat, und ferner, daß es keine Produktionseinschränkung
vorsieht,
Das Lothringisch-Luxemburgische Kontor für den
Verkauf von Roheisen hat derzeit 9 Mitglieder, ist ähnlich
organisiert; die Mitglieder können nur durch die gemeinsamen
Kaufstellen Geschäfte abschließen,
Diese 3 bedeutendsten Syndikate haben auch untereinander
neue Syndikate gebildet; so entstand das „Roheisensyndikat
zu Düsseldorf“, welches am ı. Januar 1904 die beiden früher
erwähnten Syndikate in sich aufnahm, und die Thomas Roheisenverkaufsstelle
 mit 38 Mitgliedern. Zwischen diesen
Syndikaten und deren Kundschaften hat es auch an Reibungen
nicht gefehlt, wobei auch der Rechtsweg beschritten wurde.!)
Die Gesamtbeteiligungsziffer beim Rheinisch-Westfälischen Roheisensyndikat
 betrug 1125600 t; davon entfallen auf die reinen
Hochofenwerke 665 600 t und auf die gemischten Werke 460000 t.
Der Versand des Roheisensyndikats in Düsseldorf betrug im
Jahre 1900 1098964 t. Gegenüber der Beteiligungsziffer betrug
sonach der Minderversand 653756 t. Die Preise der Ausfuhr
betrugen im Jahre 1898 5,41 M. durchschnittlich pro Meterzentner,
 im Jahre 1899 6,64 M., im Jahre 1900 7,91 M., im
Jahre 1901 5,82 M., im Jahre 1902 5,53 M. Über Erzeugung,
Verbrauch, Export und Preise des Roheisens geben die Tabellen,
die den kontradiktorischen Verhandlungen (Heft 5, Seite 136
und 138) vorgelegt wurden, Aufklärung.
Wie aus denselben ersichtlich, war das Düsseldorfer Kartell
imstande, die Preise hoch zu halten, und obzwar die Richtigkeit
 dieser Daten bemängelt wurde (siehe Heft 5, Seite 183), so
Jäßt sich doch feststellen, daß die Exportpreise bedeutend niedriger
waren, wogegen insbesondere Prof. Wagner (Heft 5, Seite
189—190) gerechtfertigte Bedenken erhob. Zweifellos erleichtern
die niedrigen Exportpreise die Konkurrenz der weiter arbeiten-1)

 Vergl. weiter unten, Kapitel V.