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HI. Kapitel. Die Kartell- und Trustbewegung.

drahtsyndikat auf, und am ı. Januar 1902 trat der Verband
deutscher Drahtwalzwerke ins Leben. Derzeit gehören ihm
25 Mitglieder an (Kontr. Verh. Heft 8 S. 697). Die Verkaufsstelle,
 die Bankfirma Delbrück Leo &amp; Co., besorgt den Kauf
und Verkauf von Walzdraht aller Art für eigene Rechnung,
soweit er nicht in den eigenen Verfeinerungsbetrieben der Walzwerke
 zur Verarbeitung gelangt; namentlich gehört auch das
Auslandsgeschäft zu der Tätigkeit der Verkaufsstelle. Die erste
Inlandspreisbestimmung des Verbandes deutscher Drahtwalzwerke
gründete sich auf den Satz, den der Verband von seinem Vorgänger,
 dem deutschen Walzdrahtsyndikat, übernommen hatte; es
war das der Preis von ı25 M., der dann infolge erhöhter Halbzeugpreise
 im Februar 1902 auf 130 M. erhöht, im September
1902 aber, als das Geschäft im Laufe des Sommers zurückgegangen
 war, auf ı20 M. herabgesetzt wurde. Dieser Preis blieb
vom September 1902 das ganze Jahr hindurch in Kraft, wurde
ab ı. Januar 1904 auf 112,50 M. ermäßigt, um Anfang Mai d. J.
wieder auf die ursprüngliche Höhe von ı20 M. gebracht zu
werden. Die Preise waren also nur geringeren Schwankungen
‘110—130 M.) ausgesetzt (Kontr. Verh. Heft 8 S. 597).
Der Verband deutscher Drahtstift-Fabriken, im September
 1898 gegründet, hat 81 Mitglieder und schließt sich in
seiner Organisation genau an diejenige des Walzdrahtsyndikats
an. Die Verbandswerke sind nach ihrer geographischen Lage in
vier Hauptgruppen eingeteilt. Die verbundenen Firmen haben
sich gegeneinander verpflichtet, Walzdraht und gezogenen Draht
nicht von bestehenden oder neu errichteten Konkurrenzunternehmungen
 zu kaufen und wegen Verkaufs und Lieferung von
Walzdraht und gezogenem Stiftdraht an inländische Stiftfabrikanten,
welche dem Verbande nicht angehören, sich den Bestimmungen
des geschäftsführenden Ausschusses zu unterwerfen. Die Abnehmer
 des Verbandes sind Groß-, Mittel- und Kleinhändler.
Bezüglich der Fabrikation von KEisenröhren sind die bedeutendsten
 das Gas- und Wasserrohrsyndikat mit 21 Mitgliedern
 und das Siederohrsyndikat mit ı7 Mitgliedern; das
Verkaufsbureau ist bei beiden eine G. m. b. H.
In der Kleineisenfabrikation sind nicht weniger als
16 Syndikate tätig, so das Nähnadel-, Stahlfeder-, Eisengabel-,
Bügeleisen-, Schlössersyndikat etc.