$ ır. In Deutschland.

99

Die Eisenhändler haben sich in 8 Syndikaten vereinigt,
von welchen die 6 bedeutendsten Eisenträger verkaufen.
C. In der Metallindustrie überwiegen die festeren Kartellformen;
 die wichtigsten sind folgende: Verband deutscher
Tuben- und Spritzkorkenfabriken (gegründet 1904; 7 Mitglieder),
 Verband deutscher Zinnfolienfabrikanten (1899;
8 Mitglieder), Vereinigte schlesische Zinkwalz werke (1904;
4 Mitglieder), 2 Syndikate der Bleirohrfabrikanten, ferner
der Kupferblech- (1904; 28 Mitglieder), der Kupferdraht-(1901;
 25 Mitglieder) und Kupferrohrverband (1904; 11 Mitglieder).

D. Die chemische Industrie zeigte sich stets der Entwicklung
 der Syndikatsbewegung günstig. Das Syndikat
deutscher Sodafabriken wurde im Jahre 1900 gegründet und
neuerdings bis 1910 verlängert. Derzeit hat es ıo Mitglieder;
die Verkaufsstelle ist eine Einzelfirma, nach innen eine gewöhnliche
 Gesellschaft, deren Mitglieder die dem Kartell beigetretenen
Firmen sind. Der Ursprung des Staßfurter Kalisyndikates
reicht auf das Jahr 1876 zurück; eine festere Organisation erhielt
es schon im Jahre 1879, 1884 und 1898. Am ı. Juli 1904 wurde
das Zentralorgan des Kalikartells, welches derzeit 29 Mitglieder
hat, in eine Gesellschaft m. b. H. umgewandelt. Der Vertrag
ist bis Ende 1909 abgeschlossen. Die deutsche Salinenverwaltung
 teilt sich in die nord- und süddeutsche Gruppe, die
wieder in mehreren Unterverbänden organisiert sind. Der
Neckarsalinenverein gehörte zu den ältesten deutschen Syndikaten.
 In der Industrie der Salze, Säuren und Alkalien ist
ferner hervorzuheben die Chlormagnesium-Konvention (1870;
7 Mitglieder), die deutsche Ammoniak verkaufsvereinigung
 G. m. b. H. (Sitz in Bochum, gegründet 1895 bis Ende
1910, 47 Mitglieder). Das in der Statistik der Denkschrift nicht
erwähnte Kohlensäure-Syndikat ist im Jahre 1900 entstanden
und zwar mit 42 Mitgliedern, deren Fabriklager einen Kapitalswert
 von 35 Millionen Mark repräsentieren,
In der Industrie der chemischen Präparate ist das wichtigste
Syndikat die Bromkonvention, die mit dem Kalisyndikat in
engem Kontakt steht. Die geschäftsführende Firma ist die Aktiengesellschaft
 Vereinigte Chemische Fabriken zu Leopoldshall.
 Das Syndikat wurde im Jahre 1876 gegründet und