$ ı2. Österreichisch-ungarische Kartelle,

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richtetwurde und seine Tätigkeit aufnahm, hielten die Budapester
und die Provinzmühlen in Temesvar eine Konferenz, in welcher
zum Zwecke der Verhinderung des Zustandekommens des neuen
Kartells beschlossen wurde, die Säcke vom Ausland zu beziehen.
Tatsächlich wurden etwa 2!/, Millionen Säcke importiert; die
Gründer des Jutekartells ließen sich nun, durch diese Aktion
eingeschüchtert, mit den Mühlen in Unterhandlungen ein, die die
beiden Mühlenvereine vermittelten. Als Resultat dieser Unterhandlungen
 gelangte das Jutekartell mit den Mühlen zu folgender
 Vereinbarung: Die Jutefabrikanten sind verpflichtet, den
Mitgliedern des Mühlenvereins die Säcke zu Preisen zu liefern,
deren Basis der in Dundee notierte Preis der rohen Jute
bildet. Die Spekulation ist dadurch hintangehalten, daß der Einkauf
 nur vom August bis Februar erfolgen kann, in welcher Zeit
bloß effektive Rohjute auf den Londoner, Hamburger und Dundeer
Markt gelangt. Die Mühlen verpflichteten sich dagegen, ausschließlich
 beim Kartell einzukaufen.
Während des Bestandes des Kartells wechselten die Rohjutepreise
 in raschem Aufeinander und betrugen Ende 1902
13,10 ©, Anfang Januar 1903 ı4 ©, anfangs November ı2, Ende
1903 13, März 1904 131/,, Ende Oktober 1904 141/,, November bis
Dezember 1904 16—161/, £. Dabei verursachte auch die schlechte
Qualität der Jute den vereinigten Fabriken großen Schaden.
Zu den hohen Preisen und der geringen Qualität des Rohmaterials
 gesellten sich noch die ungünstigen Verkaufsverhältnisse,
 so daß die Lage der Jutefabriken trotz des Kartells keine
günstige genannt werden kann. Im Jahre 1903 machten namentlich
 zwei Umstände ihre ungünstige Wirkung geltend: der eine
ist die bedeutende Betriebsreduktion der großen ungarischen
Mühlen in den ersten sechs Monaten des Jahres, die die Verminderung‘
 des Säckeverbrauches nach sich zog; der zweite die
schwierige Lage der Zuckerindustrie.
Der Verminderung des Bedarfes entsprechend haben die
Jutefabriken nicht nur die ı6prozentige Betriebsreduktion des
ganzen Jahres, die bereits 1902 eingetreten war, aufrecht
erhalten, sondern während drei Monate eine weitere, 25-prozentige
 Betriebsreduktion vorgenommen. Andererseits ist
wohl der Export gegen das Jahr 1902 um ein Viertel gestiegen,
allein dieser Umstand konnte bei der Konkurrenz der unter

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